Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Seglerforum von www.Jantar21.de

 

Seglerforum von www.jantar21.de

Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 34 Antworten
und wurde 593 mal aufgerufen
 Tipps und Technik
Seiten 1 | 2 | 3
hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

19.10.2019 22:48
Jütgabel Zitat · Antworten

Frage an alle die eine demontierbare Jütgabel haben.
Wie sind die beiden Enden der Gabel angelenkt? Sind da extra Beschläge aufs Deck geschraubt? (Die Gelenke selbst bleiben sicherlich an der Jüt, wenn sie abgemacht wird).
Und wo etwa sitzen die Decks-Beschläge (Falls es welche gibt)? (Wie weit auseinander und wie weit von den Püttings nach vorne). Fotos wären ideal!
Helmut

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

21.10.2019 09:43
#2 RE: Jütgabel Zitat · Antworten

Hallo Helmut,

das hängt nur von deinen eigenen Erfordernissen ab.

Auf der Seite der FSA kannst du genügend Bilder und Videos zu deren Jütanlagen finden.
Interessant ist hier vielleicht auch, dass sie Lösungen gefunden haben, um das Ausschwingen des Mastes zu verhindern.
Bei uns wurde gerade ein Mast einer kleinen Varianta 18 aus seinem Fusslager gehebelt, weil der Mast im falschen Moment beiseite gedreht ist.
Das ist die grösste Gefahr bei der Mastturnerei mit der Jantar und wird alleine durch eine Jütgabel nicht verhindert.

Was auch gut ist, wenn man es mag, sind die exorbitant langen Jütgabeln, die die FSA verbaut, denn die sparen Kraft an der Talje.
Allerdings würden die so bei uns nicht funktionieren, denn wir haben in unserem stadtnahen Wasserwanderrevier Brückenhöhen, bei denen man über eine Absenkmöglichkeit verfügen sollte, sonst passt man da nicht durch und dann wird es schon wieder unnötig kompliziert.

Rein statisch genügen deutlich kürzere Jütgabeln, die bei der Leichtbauweise der Jantar aber unterfüttert sein sollten, zur Lastverteilung.
Das ist auch nicht so leicht zu lösen, ohne die nette Deckenansicht in der Kajüte zu ruinieren.

Beim ganzen Mastlegemanöver spielt die Zeitersparnis einer permanent gefahrenen Gabeljüt gegenüber einem steckbaren toten Mann keine nennswerte Rolle. Das sind dann eben 2-3 Minuten länger. Wenn du die Jütgabel ohnehin wieder abschrauben willst, hast du einfach nur mehr zu schrauben und der Vorteil ist dahin. Letzten Endes ist es auch nicht schwieriger, einen geraden Totmann zu verstauen, als die Teile einer gebogenen Jütgabel.

Bei Edelstahl-Haase kannst du auch gute Detaillösungen finden. Allerdings will der Stahl verkaufen und weiss auch (oder nimmt an), dass Yachteigner über sehr viel Geld verfügen, was sie unbedingt loswerden wollen.

Wenn du grad bei der Ideenfindung bist - ist ja alles schon da, tun nur alle so, als hätten sie es selbst erfunden - die Dehler 28 bei uns legen mit einer Jütgabel, die garnicht an Bord festgeschraubt wird. Die hat ihre lastverteilenden Fussplatten einfach mal unten an der Jütgabel und die werden nur aufs Deck gestellt und gegen Längsverrutschen angebändselt.

Noch genialer ist deren Hilfswantendrehpunkt. Ich meine mal - da verkauft der Edeledelstahlfritze eine Lösung, die aussieht, wie auf der Behindertentoilette abgeguckt und die Dehlerleute stellen als Lösung des selben Problems einfach mal zwei abgepannten Druckstäbe an den Relingszaun und fertig ist die Laube.
Von einer Relingsstütze nicht zu unterscheiden - permanent gefahren, aber auch einfach wegnehmbar.

Funktioniert tadellos, seit Jahrzehnten und die Masten der Dehler 28 trägt man mal nicht eben zu zweit durchs Gelände, die sind von der Länge und vom Gewicht her auf alle Fälle nichts, womit man statische Experimente machen sollte.
Bestechend einfach, bestechend kostengünstig und wegnehmbar. Natürlich hat die Heckstütze bei den alten Dehlers von Hause aus ein Rollenlager, was auch funktioniert und natürlich mit aussteckbaren Führungsstiften, damit man den Mast an Saling und Unterwanten nicht anheben muss.

So, alles schon da. Man kanns aber immer noch mal ganz geschickt verkomplizieren.

VG Eric

p.s.
Auf der Suche nach den richtigen und hochgradig belastbaren Drehpunkten kommt anscheinend keiner mehr auf den Mastfuss der Jantar.
Verstehe ich irgendwie nicht, denn auch da gibt es seit Jahrzehnten erprobte Lösungen, sogar aus dem selben Haus.
Ich sage nur mal, die wirklich geniale Lösung der grösseren Schwester der Jantar, der Sportina 680.
Die haben den Mast schon gelegt, da tüdel ich noch an den Hilfswanten rum.
Permanent gefahrene Hilfswanten, superedles Umlenkauge, telekopierbarer toter Mann, aus die Maus. Wahrscheinlich zu einfach.

Der Jantarmast hat genau wie die grosse Schwester bereits ein verstärktes Jütauge, der Mastfuss ist ein U-Profil mit zwei Bolzen - leicht lösbar, hier eine Jüt anzustecken, die ohne Abspannungen auskommt.
Beim Rotkäppchen (Dehlers Varianta 18, bevor man alle innovativen Ideen gestrichen hat) gab es von Hause aus es eine permanent gefahrene Jüt, aus zwei Rohren, hochkant vorm Mast, so dass die Genua nicht hängen bleiben kann und sowohl das Vorluk, als auch der Ankerkasten frei sind und die einfach in der Länge verstellbar ist.
Alles schon da. Aber vielleicht war das auch zu einfach (und damit zu billig).

Vergessen wurde aber, dass eine bestechende Idee Sympatiepunkte bringt und das nicht zu knapp.
Wenn aber hier der lokale Platzhirsch so eine orthopädische Anlage aufs Deck einer 28er stellt, dann erwartet man doch nicht, dass es Abspannungen aus dem Deck fetzt, dass es durchtropft, weil da nach dreimal Legen was undicht wird, dass ein Druckstab wegknickt oder dass dem erst hinterher auffällt, dass jetzt zwar der Mast gelegt werden kann, aber die Brücken zu niedrig sind, um mit einem gigantischen Trum von Jütanlage noch Wasserwandern in seinem eigenen Heimatrevier zu betreiben.
Was solls, noch ein Tausender mehr und er baut auch was, um die Jüt wieder abzusenken.
Trifft ja keinen Armen.

Und die Polenlösung? Formschön, edel, durchdacht, funktioniert.



Sportina 680 - Unterwanten im Drehpunkt, schon braucht man keine Hilfswanten mehr und könnte sogar den Toten Mann einhaken, damit er nicht kippt.
Hier jedoch mit weit vorgezogener Gabeljüt.

Frank 09 Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 117

27.10.2019 08:06
#3 RE: Jütgabel Zitat · Antworten

Hallo Helmut,

An den Hilfswanten Basisterminals sind zusätzliche Laschen für die einzelnen Gabelschenkel angebracht.

Ich hoffe du kannst es einigermaßen erkennen.

Kann dir aber auch nötigenfalls noch genauerer Fotos machen.

VG Frank

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

27.10.2019 18:47
#4 RE: Jütgabel Zitat · Antworten

Hallo Frank, hallo Eric.
Danke für Eure Fotos, danke für Eure Erklärungen.
Jütt: An die Lösung, dass es evtl. nur mit einen einzelnen Stab, der sich am Mastfuß abstützt auch ginge, habe ich noch gar nicht gedacht.Aber klappt der Stab nicht seitlich weg, wenn er nicht abgespannt ist?
Hilfswanten: Klar, ohne geht es nicht. Halt, geht doch ohne,wenn man die Püttings für die Unterwanten so gestaltet, wie auf der Sportina 680 (Foto). Haben wir aber leider nicht so auf der Jantar. Meine Hilfswanten hatte ich bisher so angelenkt, dass ich sie durch die ganz nach vorne geschobenen Fockschotleitösen gesteckt habe. Aber da stimmt der Drehpunkt nicht mit dem Drehpunkt des Mastfußes überein und man muß deswegen die Hilfswanten nachstellen während des Legens und Setzens. Außerdem liegen diese Punkte zu weit innen, sodaß sich ein sehr spitzer Haltewinkel ergibt. (Obwohl ich schon 10er Leinen genommen habe, ist die Dehnung immer noch zu groß).
Solche hochgelegten Anlenkpunkte wie auf Franks Foto wären idal, dann aber ganz außen im Bereich der Relingsstützen. Gibt es an der Stelle irgendwelche Verstärkungen im Deck? Der geniale Konstrukteur wird sich doch wohl auch hier was gedacht haben!
Brauche die ganze Einrichtung (Jütt und Hilfswanten) nur zweimal im Jahr (vor und nach der Segelsaison).
Helmut

Markus Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 11

27.10.2019 20:19
#5 RE: Jütgabel Zitat · Antworten

Hallo Helmut,
Wie Du lege und stelle ich den Mast nur jeweils einmal im Jahr. Als Hilfswanten nutze ich die Unterwanten. Um einen Drehpunkt in Höhe des Mastdrehpunktes zu erhalten, habe ich mir im Online Edelstahlzubehörhandel Rohre und demontierbare Persenningbeschläge besorgt. Daraus habe ich einen Rohrrahmen gebaut, den ich in Längsrichtung demontierbar zwischen die zwei Rehlingstützen geschraubt habe. Aus weiteren Rohren und Beschlägen habe ich mir eine Jütgabel gebastelt, die demontierbar direkt der oberhalb Füße der Relingstützen befestigt ist. Setzen und stellen des Mastes geht so problemlos einhand auch auf dem Wasser. Man muss nur sicherstellen, dass die Relingstützen im Fuß fixiert sind. Die auftretenden Kräfte an der Jütgabel sind überschaubar. Habe ca 40kg beim Stellen des Mastes am Holepunkt für die Jütgabel gemessen. Da der Mast auch durch die Hilfswanten kaum Bewegungsspielraum zur Seite hat, ist die Belastung der Reling sehr gering. Nach dem Stellen des Mastes werden die Rohre demontiert und im Winterlagerzusammen mit dem Trailer eingelagert. Nur die Beschläge verbleiben beim Segeln an Bord. Schematisch kannst die Konstruktion den angehängten Bildern entnehmen|addpics|rfw-1-47bd.jpg,rfw-2-c1a0.jpg|/addpics|

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

27.10.2019 21:11
#6 RE: Jütgabel Zitat · Antworten

Hi Markus.
Tolle Anregung. Danke.
Nur wird es bei mir nicht ganz so einfach zu realisieren sein, weil meine Relingsstützen konisch sind. Und statt der Unterwanten werde ich meine Hilfswanten nehmen, denn da kann ich das Problem mit der Längeneinstellung und dem Spannen ganz einfach lösen.
Was mir aber immer noch nicht klar ist, ob ich statt der Jütt-Gabel nicht auch eine Jütt-Stange nehmen kann. Da wäre die Realisierung um einiges einfacher.
Helmut

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

28.10.2019 09:09
#7 RE: Jütgabel Zitat · Antworten

Hallo Frank,hallo an alle anderen, die ihren Mast öfter mal legen wollen oder müssen.

sicher funktioniert deine Legevorrichtung, es ist jedoch genau so ein Beispiel für eine sehr lange Jütgabel und dazu noch frei tragende Stützen für die Hilfswanten, bei denen hohe Hebelkräfte entstehen können, die dann nur übers Deck abgeleitet werden.

Halte ich für gewagt. Vor allem für ein nicht notwendiges Risiko.
Die Jütgabel kann deutlich weiter vorn verankert werden, wodurch eine geringere Durchfahrthöhe erreicht wird.
Die solide gebauten Stützen liessen sich mit geringem Aufwand nach vorn verstagen. Hier können bei einem Auspendeln des Mastes durch Wellenschlag oder Gewichtsverlagerung der Mastlegecrew hohe Kräfte an den oberen Fixpunkten entstehen, die dann über einen Hebelarm von geschätzten 25 cm ins Deck eingeleitet werden. Das ist Maulschlüssellänge für Industrieverrohrungen, mit diesem Hebelarm kann man richtig was festknallen oder eben kaputt machen.

Schau mal auf die Edelstrahl-Haese-Seite, da sind solche Konstruktionen auch zu finden, aber alle nach vorn verstagt, um eben genau diese Kräfte abzufangen.
Gut finde ich auch nicht, dass das Ding danach im Weg rumsteht und in einen Dauerkonflikt mit Schienbeinen und Genuaschot gerät.

Aber genug gemosert, wenn es funktioniert, hat es sicher seine Berechtigung. Es gibt ja einen Grund, weshalb das ein Dauerthema ist, seit Jahrzehnten.
Egal, was angeboten wird, es ist entweder zu teuer, sieht orthopädisch aus, funktioniert nicht richtig oder steht im Weg rum, ist nicht zuende gedacht oder dauert zu lange oder ist zu schwer oder alles zusammen. Diese Anlagen sind alle ähnlich, ich meine ausdrücklich keine spezielle.
Wer mit seiner Lösung zufrieden ist, hat sein Ziel erreicht.

Meine erste eigene Jütkonstruktion war nicht berechnet. Damals wusste ich noch nichts über Knicklängen und habe mit einem Adrenalinschub zugesehen, wie sich beim Legen eines baumlangen Holzmastes meine zierliche, schön lackierte Holzjüt zu einem Mongolischen Langbogen verbiegt.
Ich wollte es halt eleganter haben, als den ebenfalls schön lackierten Holzbalken, den ich vorher durch den Mast gesteckt habe.
Der übrigens von alleine stand, ohne Abspannungen. Auch der Mast war durch einen soliden Koker aus unkaputtbarer Eiche geführt. Der Grossbaum konnte beim Legen dran bleiben. Genial, aber in Vergessenheit geraten.

Das Problem ist ja nur, dass trial and error bei der Mastlegeanlage mit kostenintensiven Schäden enden kann oder mit Personenschäden.
Der Mastfangereflex ist im Seglergehirn genetisch tief verankert. Keiner macht sich klar, dass es da nix zu fangen gibt, sondern dass man lieber beherzt über Bord springen sollte, wenn das Ding abrauscht. Jantarmast ca 50 kg, dynamisch beschleunigt, Zugriffhebel, wenn man vorn auf der Seitenbank steht, 1:7 - 1:8.

Eine der letzten, supereleganten Lösungen habe ich an zwei Edel-Jollenkreuzern gesehen. Da war die permanent gefahrene Jütgabel nahezu unsichtbar das vordere Teil der Teak-Fussleiste. Aber OK, die hatten auch furnierte Kohlefasermasten. Da war das nur das i-Tüpfelchen auf der Angeberei.

Federdynamische Elemente gibt es auf jedem 10. Wanderjollenkreuzer. In der Regel unsichtbar, unter Deck, vielleicht nicht schön, aber wirkungsvoll. aus dieser Ecke kommt auch das Wellrad, zu Mastlegen (Gottschald, Rathenow) mit dem wir ja unseren Kiel hochwuchten.
App. Kiel - hier ziehen 230 kg in die Senkrechte, genau überm Mast und da lässt sich nichts ausknobeln, um das einzusetzen?

Einige der neuernen Boote der 21ft-Klasse haben hydraulische Kielhebeanlagen,mit denen auch der Mast gelegt wird. Sowas ist heute ziemich klein und handlich und wir haben einen mächtigen Kielkasten und ebenso starke Wrangen, an denen das verankert werden könnte.

Es gibt Knobelpotential ohne Ende. Oder man packt Stahl aufs Deck. Geht auch.

Hilfswanten sind ein MUSS!

Der Jantar-Mast ist praktisch nicht gegen Ausscheren gesichert.
Diese Hilfswanten müssen während des gesamten Legevorgangs straff gespannt sein. Hat man einen exakten Drehpunkt, so wie bei dir, können die Hilfswanten permanent gefahren werden, so dass keiner drüber fliegt und die Genua nicht hängen bleibt.
Da Hilfswanten an- und abbauen lange dauert, drückt deine Lösung erheblich aufs Tempo.

Bei denjenigen, bei denen die Genuaschiene bis vor die Püttingeisen reicht (von Jantar zu Jantar verschieden), liesse sich mit etwas geschick ein Schotwagen so umbauen, dass man eine Lösung ala Sportina 680 bekommt, eben elegant. Alle Jantars, die das bei uns hatten, haben eigene lösungen gefunden, den Drehpunkt auf der schiene zu verankern. leider sind die inzwischen verkauft, Fotos kann ich nicht liefern.
Die Schiene ist nur ins Deck geschraubt, liesse sich aber unauffällig hinterfüttern.

Ich selbst habe nach der Erfahrung, dass man einen ausschwingenden Mast definitiv nicht halten kann, die Hilfswanten nachgerüstet.
Diese soll man laut Empfehlung über die Winsch nachführen, was ich für wenig praktikabel halte.
Bei mir setze iuch die Hilfswanten in den zweiten Fusspunkt nach dem Bugkorb, also deutlich vor dem Mast. Mit dem Grossfall werden sie in einem etwas grösseren Fallschlitten bis unter die Salinge vorgeheisst. Zwischen Grossfall und Fallschlitten sitzt ein langer, 10mm Gummistropp doppelt. Der wird über die Winsch auf gut 150 Prozent vorgepannt. Dann sind die Leinen der Hilfswanten mit Dyneema-Kern wie Klavierseiten straff und beim Legen werden sie noch straffer.
Da pendelt nichts mehr.

Die Jüt habe ich mal geschenkt bekommen. Die ist ein Edelstahlrohr aus der Trinkwasserinstallation und hat einen wirklich genialen Fusspunkt, der sich zwischen den Bolzen des Mastfusses festhakt und in den bei allen Jantarmasten vorhandenen Jütloch mit einer Hintergreifschraube gesichert wird.
Das ist etwas fummelig und die Jütlänge ist ziemlich lang. Der Vorteil dieser Konstruktion ist jedoch, dass die Jüt ohne Abspannung steht und auch nicht zur Seite wegknicken kann. Im Wasserwanderrevier passe ich unter der tiefsten Brücke eine Handbreit drunter durch. Ich kann also mit gegtem Mast fahren, was auch der empfindlichen Rollanlage zugute kommt, die es garnicht mag, wenn sie ungespannt durchhängt.

Es geht aber noch richtig minimalistisch, denn noch viel, viel grössere und schwerere Masten werden über einen Drehpunktring gelegt, bei dem sich die Jüt, die Hilfswanten und zwei Verstagungen des Ringes nach vorn und Achtern an Deck, sowie nach oben zur saling und nach vorn zur Jüt in genau einem Punkt treffen, nämlich exakt im Drehpunkt. Bei diesem System wechseln beim legen die Funktionen der Abspannungen, aber es bleibt die ganze Zeit stabil.

Ein solider Ring und vier stahl- oder Dyneemaseile. Das ist so genial, wie einfach.

Dazu musst du mal den Edelstahlbauer deines Vertrauens befragen, da guckt der aber sauertöpfig.
Das dürfte die Lösung sein, bei der man in Kombination mit einem etwas stärkeren, Teleskop-Spibaum gar keinen Stahlbauer braucht. Ausser für den verschweissten, zugelassenen Ring, aber den gibts auch im Bergsportladen.

Du siehst, alle tüfteln und das wird noch Jahre so weitergehen, denn diese lösung ist zwar unschlagbar günstig, wiegt praktisch nichts und ist nicht im Weg, dauert aber definitiv länger, als mal eben über eine permanent gefahrene Jüt den Spargel abzusenken auf exakt markierte Brückenhöhe und unter der Brücke durchzuschliddern und danach eine Minute später weiterzusegeln.

Wer das will, sollte sich mal auf polnischen Kleinkreuzerseiten umschauen oder auf Messen mit polnischen Kleinkreuzern. Ist alles schon da und fertig erfunden.
Jüt weit vorm Drehpunkt, Grossbaum kann draufbleiben. (Bei der Jantar nicht, aber auchg dafür gibt es Lösungen.)
https://www.youtube.com/watch?v=aiHHt9qWRB8

Also, viel Spass beim Knobeln.

VG Eric

Alle unter 30 sind hier ausdrücklich nicht angesprochen, nach ein bisschen Hanteltraining geht da auch so.
https://www.youtube.com/watch?v=27fEH886fsg

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

29.10.2019 00:17
#8 RE: Jütgabel Zitat · Antworten

Aha,es geht also auch mit einer einzelnen Stange. (Eine Gabel ist wohl nur bei einer permanenten Anlage erforderlich, um die Decksluke nicht zu blockeren).
Ein Jüttloch im Mastfuß gibt es bei mir nicht. Könnte auch der Spi-Baum als "Toter Man" hergenommen werden, der dann einfach in eine Öse im Bereich des Mastußes eingehängt wird? Das Rohr des Spibaums ist doch ausreichend stark, oder? Und die Länge dürfte auch passen?
Bei der Anlenkung der Hilfswanten werde ich die geniale Idee mit dem Rohren zwischen den Relingsstützen aufgreifen, das Rohr aber permanent dran lassen und Alu nehmen. Es stört an der Stelle ja nicht!
Und auch die Unterwanten (natürlich ohne Wantenspanner) werde ich als Hilfswanten zweckentfremden und zu den beiden Rohren verlängern. Markus, wie machst Du da die Längeneinstellung, damit Bb und Stb gleich sind, d.h. der Mast von achtern gesehen gesehen senkrecht steht?
Ein Problem hoffe ich mit der Jütt mit einer 6-fach Talje zu beseitigen: Das Hochziehen wird dann hoffentlich nicht mehr so schwer gehen, wie bisher.
Helmut

Markus Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 11

29.10.2019 10:22
#9 RE: Jütgabel Zitat · Antworten

Hallo Helmut.
Letzendlichhaben die Unterwanten immerei. Bischen Lose bei mir. Fällt beim Stellen un Legen kaum ins Gewicht. Beim Legen sowieso nicht, da der Mast ja hoffentlich gerade stand. Beim Stellen nutze ich die Mastauflage am Heck. Solltest aber einmal an Land probieren, dass alles funktioniert. Nutze auch eone ganz einfachen 6-fach Block mit Gleilagerung.

Viel Spaß beim Bau
Markus

Eldor Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 15

29.10.2019 11:37
#10 RE: Jütgabel Zitat · Antworten

Moin zusammen,

Den wantenspanner habe ich Gestern zufällig gefunden. Der ist vllt. Für alle, die öfter legen/stellen müssen, interessant.

Gruss Eldor

Angefügte Bilder:
B244B31D-60E4-414B-AF6E-955170B7F482.png  
eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

30.10.2019 00:29
#11 RE: Jütgabel Zitat · Antworten

Zitat von Eldor im Beitrag #10
Moin zusammen,

Den wantenspanner habe ich Gestern zufällig gefunden. Der ist vllt. Für alle, die öfter legen/stellen müssen, interessant.

Gruss Eldor


Hi an alle Tüftler,

Eldor, wie findet man denn zufällig so scharfe Wantenspanner?
Und wo? Und wie teuer?

Zur 1 : 6 Talje - ist die wirklich notwendig?
Für das schwerste Stück, so bis 30 grad aus der Horizontalen, kann man ja mitdrücken oder man nutzt eine der ohnehin viel mächtigen Kraftmaschinen, die jeder auf dem Kajütdach hat.
Die Harken St16 hat eine Kraftübersetzung von 1:16. Das wird wohl satt genügen, den kleinen Mast hochzuwinschen.
Es ist vielmehr so, dass es eigentlich schon zu viel des Guten ist. Aber das kann man ja bei den Taljenblöcken wieder einsparen.

Maststellen und -Legen sollte schnell gehen, je schneller, um so besser. Die Belastung für den auf halb acht wippenden und pendelnden Mast sind das eigentliche Risiko. Da ist eine 1:6 Talje nur hinderlich. Sieht man aber auch auf Jütanlagenvideos, wo man sich fragt, was macht der denn da so lange, in der Zeit habe ich das Ding dreimal oben.

Notwendig sind Talje UND Winsch zusammen nur, wenn man grad akut Rücken hat.
Stellt man sich hinten auf die Seitenbänke und drückt das Ding mal etwas hoch, hat man das schlimmste schon hinter sich und dann stört eine 1:6 Talje eigentlich nur noch und am Ende zerrt man Meter um Meter Seil durch die Rollen, ohne dass da noch Kräfte im Spiel sind.
Sieht man übrigens bestens, wenn man mit der Winsch arbeitet, dass die steiler als 45 Grad garnichts mehr zu tun hat und nur noch im Weg ist.

Spibaum als toter Mann - Vorsicht - die Jantar wurde auch mit verjüngten, extrem dünnwandigen Spibäumen ausgeliefert. Wenn der wegknickt, kommt der Mast hinterher und einen fallenden Mast fängt keiner auf.
Ansonsten ist das legen und stellen mit Spibaum gängige Praxis - siehe Sportina 680 oder Pretty 24.
Nur die haben dafür einen teleskopierbaren, fixierbaren und vor allem deutlich stärkeren Spibaum, der in jedem Fall auch seitlich abzuspannen ist.

Hier mal Clever 23/Sportina 680



Genau diese Abspannerei verhindert man mit einer Jütgabel. Der Mast kann dann trotzdem noch pendeln und sollte mit Hilfswanten gesichert werden.

Wie man die Längeneinstellung bei Wanten gleich hinbekommt, damit der Mast gerade im Boot steht? Im Frühjahr nebeneinander legen?
Notfalls kann man es auch messen, denn der Rigger hat die Wantendrähte definitiv gleich lang gebaut.

App. von anderen Ideen abgucken und genauso bauen - die Verstrebung zwischen zwei Relingsstützen trägt beim Ausschwingen des Mastes hohe Kräfte in die Relingsfüsse, denn der Angriffspunkt ist ziemlich weit oben, so knapp über der Hälfte der Stütze. Die Relingsstützen in dem Beispielbild waren üppig ausgesteift. Möglicherweise hängt das mit der Mastlegerei zusammen, sonst ist es nicht so leicht nachvollziehbar.

Ich würde das nicht da anbammeln, ohne die Gussrelingsstützen entsprechend zu entlasten.

Dieses System mit den verstellbaren Püttingpunkten kommt von Schöchel, die haben das bei den älteren Sunbeams m.E. serienmässig.
Nur dass da die höhergesetzten Püttingeisen neben der Kajüte sind und die Unterwanten da ständig in der nach achtern versetzten Stellung angeschlagen sind. Will man jetzt den Mast legen, werden die Unterwanten entlastet und mittels Gleitring genau so auf einer Schiene nach vorn in den Drehpunkt verschoben.
Fertig sind die Hilfswanten.
Ein permanent gefahrenes System, dass nicht im Weg ist und mit zwei Handgriffen umgerüstet wird. Funktion bestechend genial - Aussehen - naja...

VG Eric

Übrigens - nur in Old Gemany wird über die Fock/Vorstag der Mast gelegt. Das macht man anderswo anders.
Ist im Grunde die ungünstigste Stelle, um den Mast aufzurichten und nur bei segmentierten Rollreffanlagen erforderlich, weil die Profile so empfindlich auf durchhängen reagieren, aber eigentlich nicht mal da.

Kräftetechnisch ideal wäre es, wenn die Jüt in einer Winkelhalbierenden steht und damit würde man den Mast eigentlich nicht am Vorstag hochzerren, sondern irgendwo mittig. Da bietet sich eine entsprechend ausgelegte Topnante an oder man macht es wie die Amis, man hakt einfach kurz unter der Saling ein T-Terminal in den Mast. Diese Cowboys, scheren sich einfach nicht um Traditionen...

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

30.10.2019 01:28
#12 RE: Jütgabel Zitat · Antworten

Eine wirklich durchdachte Lösung, aber einfach kann ja jeder.
Nur dass hier schon der Hersteller mitgedacht hat.

Was auf einer 28ft Yacht geht, geht so oder ähnlich auch bei Jantar, jede Wette.
Nur dass das bei Friendship schon so fertig gebaut ist, mit entsprechend supereleganten, an Einfachheit nicht zu toppenden Drehpunkten.
Auf denen werden die Oberwanten permanent gefahren und sind damit gleichzeitig die Hilfswanten.
(Genau das geht bei allen nach achtern gepfeilten Salingen leider nicht).

Jütbaum rein, zwei Leinen oder Gurte ran, damit er nicht wegdrehen kann, ferdich...

https://www.youtube.com/watch?v=m9apzbiKb6w

Während der Fahrt mache ich schon mal garnichts - Mastlegen beim Jantarchen, brauche ich unter Segeln fast 20 Min. Das sind offenbar 19 zu viel.

VG Eric

Frank 09 Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 117

30.10.2019 07:30
#13 RE: Jütgabel Zitat · Antworten

Hallo Eric,

ich kann Deinen Leidensweg sehr gut nachvollziehen. Wenn es nach deinen jahrelangen Überlegungen und Basteleien zu keiner brauchbaren Lösung für Brückenunterdurchfahrten gekommen ist und du Reviertechnisch darauf angewiesen bist, bleibt dir nur noch das Boot zu wechseln.
Letztendlich aber auch keine befriedigende Lösung da ein Bootswechsel für einen derart leidenschaftlichen Jantar-Liebhaber wie dich das Leiden wahrscheinlich noch weiter erhöhen würde.
Bliebe nur der Revier Wechsel ins schöne Land der Deich-Windmühlen-u. Klappbrückenerfinder.
Oder du kommst zu uns ans Steinhuder Meer. Da gibt es zumindest keine Brückenprobleme.

Aber wie heisst es doch so schön: 'Einen Tod muss man immer sterben.'

Einerseits mit einer perfekten Jütanlage verwöhnt (Auf-u. Abriggen) träume ich mitunter davon einmal mit voll ausgefahrenem Kiel auf unserem SM zu Segeln.

Beste Grüsse,
Frank

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

30.10.2019 08:34
#14 RE: Jütgabel Zitat · Antworten

Zitat von Frank 09 im Beitrag #13
...

Aber wie heisst es doch so schön: 'Einen Tod muss man immer sterben.'

Einerseits mit einer perfekten Jütanlage verwöhnt (Auf-u. Abriggen) träume ich mitunter davon einmal mit voll ausgefahrenem Kiel auf unserem SM zu Segeln.

Beste Grüsse,
Frank



Hallo Frank, genau, einen Tod stirbt man immer...

Segeln mit Kiel unten ist doch total überbewertet.

ich knobel tatsächlich schon ewig, weil ich verwöhnt bin. Mastlegetechnisch hat es mich mit der Jantar in die Vorsteinzeit zurückkatapultiert.
Das ist mal was, wo sie nicht mitgedacht haben und komme mir ja nicht mit der Bedienungsanleitung, ala einer steht auf dem Steg und zieht am Vorstag und der andere stellt einfach den Mast hin. Witzig. Und wo steht der, wenn ich unterwegs bin? Kein Wort davon, dass der Mast unhaltbar abgeht, wenn ein Motorboot vorbeifährt oder nur einer auf dem Nachbarboot hustet.
Mastlegen ohne Hilfsgedöns ist beim Jantarchen nicht nur der totale Krampf, sondern auch total gefährlich. Gerade für den auf dem Nachbarboot.

Dabei habe ich die Kleine aus einem Revier geholt, das praktisch nur aus Brücken besteht und wo man denkt, ach hübscher Hafen und so viel Platz für all die Boote - nee, das ist schon das Revier.

Hat man sich für eine tolle Anlage entschieden, kommt sowieso irgend ein Döskopp vorbei und meckert - zu teuer, zu kompliziert, zu viel Metall, zu unhübsch und der hat dann auch noch eine Lösung für unter Hundert Euro und ist damit auch noch schneller...

Wird mir hier im Heimatrevier andauernd unter die Nase gerieben.

Ja, bei dem bislang grössten Boot, das ich vor der Jantar hatte, (7,75 m), also etwas größer, (deutlich schneller) habe ich einfach über die frei fliegende Genua gelegt, alles von Hand, ohne Hilfswanten, ohne Jüt, ohne Talje und nur den letzten Meter mit der ohnehin am Koker angebrachten Taljenbox angeknallt.
Wanten stramm, segelklar, weiter gehts, ohne Gefummel und riskante Betriebszustände.
Und das Schwert konnte ich auch noch wegziehen.
Na wenn du am SM zuhause bist, kennst du ja die ausgereifte Bootsklasse.

Jantar kann das eben alles nicht und das ist das Problem.

Aber das kriegen wir irgendwann auch noch hin.

Bootsklasse wechseln - natürlich, warum nicht.
Sicher, ich bin ein grosser Fan, kannte die Jantar schon vorher und doch hat sie mich überrascht. Viele Werte schätze ich erst jetzt, nachdem ich modernere Boote kennengelernt habe. Aber sie passt eben exakt auf die derzeitige Interessenlage und das Revier. Ein zusammenhängendes Seengebiet, klassische Wasserwanderrevier mit Verbindung an Ost- und Nordsee und in die Mecklenburger Seenplatte, Kinder aus dem Haus, Enkel rücken nach, Wochenend-Wasserwandern, ab und an auf Club- oder Revierregatten mitheizen oder sich auch mal verheizen lassen, (kommt auch vor), und einmal im Jahr auf einen grösseren Törn an die See, auf eigenem Kiel oder Trailern, Mc-Pom, DK oder Schweden.

Wäre ich in einem anderen Revier zuhause, hätte ich ein dazu passendes Boot, da bin ich vollkommen leidenschaftslos.

VG Eric

Ach übrigens - bei mir ist es ja Leiden auf kleiner Flamme, also ich kann ja den Mast legen, auch von unterwegs, mache ich ja oft genug, auch an der See - Brückenöffnung verpasst oder der Brückenknilch lässt die mal wieder ausfallen, weil er keinen Bock hat, da lege ich das Ding mal eben um, auch im Urlaubsmodus.
Dauert eben nur und ist Gerödel und unelegant, kostet dafür nichts, denn den toten Mann habe ich geschenkt bekommen. (War schon tot )
Eine 1:4 Talje habe ich sowieso an Bord.

Ich bin halt einfach nur verwöhnt und will nicht akzeptieren, dass die kleine Jantar als hervorragendes Wanderboot genau das nicht kann - Mastlegen einfach und schnell und single handed.

Im Zuge der allgemeinen Aufrüstung wurden bei uns im Revier Boote angeschafft, die einfach nicht dafür gedacht sind, dafür eben schön gross, schön lahmarschig, aber schön wohnlich, falls man mal mit acht Kumpels unter Deck einen Regentag verbringen will, die dann alle noch duschen und aufs Klo wollen, kommt ja andauernd vor, mit zuviel Tiefgang fürs Heimatrevier und die haben sich beim Edelstahlfritzen auch noch Anlagen drauftackern lassen, dafür würde ich einen Satz nagelneue Regattasegel kriegen, vom besten der Besten. (der zufällig auch der teuerste der teuren ist).
Deren Edelstahlschlacht ist dann zufällig auch noch so schwer, dass sie an Bord bleiben muss, weil sie sowieso keiner runterschleppen kann und deren Gabeljüt ist dann auch noch so riesig, (durch einen warum auch immer, weit zurückgesetzten Drehpunkt) dass sie abgesenkt werden muss, damit sie mit dem Trumm von Jütanlage unter den Brücken durchpassen. Also der Mast liegt, aber die Jüt selbst passt nicht durch die Brücke - klasse oder? Ist ja nicht bekannt, beim hiesigen Edel-Stahlbauer, wo man die Brückenhöhen nachlesen kann.

Einige von denen müssen mit ihrem Steckmast sogar an den Mastkran, um überhaupt mal vom Hausrevier runterzukommen.

Schlimmer geht immer.

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

30.10.2019 12:45
#15 RE: Jütgabel Zitat · Antworten

Hi eric und Ihr anderen.

Zur 1 : 6 Talje - ist die wirklich notwendig?
Habe ich mir auch schon überlegt. Die Talje lasse ich weg. Die Winsch auf dem Kajütdach reicht.

Für das schwerste Stück, so bis 30 grad aus der Horizontalen, kann man ja mitdrücken.
Für diese Zweck habe ich mir extra ein langes Brett als Hilfsstütze hergerichtet (Benutzung durch den 2. Mann, der achtern des Bootes steht. Das geht natürlich nur an Land, aber mein Boot liegt ja beim Mast stellen/legen auf dem Slipwagen an Land).

Maststellen und -Legen sollte schnell gehen, je schneller, um so besser.
Nur wenn man unterwegs legt bzw stellt.

Die Belastung für den auf halb acht wippenden und pendelnden Mast sind das eigentliche Risiko.
Richtig!

Spibaum als toter Mann - Vorsicht - die Jantar wurde auch mit verjüngten, extrem dünnwandigen Spibäumen ausgeliefert.
Meiner ist unverjüngt und hat etwa 50x2. Denke, das müsste reichen.

Ansonsten ist das legen und stellen mit Spibaum gängige Praxis.
Danke für die Info.

Spibaum, der in jedem Fall auch seitlich abzuspannen ist.
Für was ist diese Abspannung denn gut? Der "Tote Mann" kann doch gar nicht seitlich wegklappen!

Jüttgabel: Der Mast kann dann trotzdem noch pendeln und sollte mit Hilfswanten gesichert werden.
Hilfwanten sind bei der Jantar ein Muss. Haben wir ja schon festgestellt.

Wie man die Längeneinstellung bei Wanten gleich hinbekommt, damit der Mast gerade im Boot steht? Im Frühjahr nebeneinander legen?
Notfalls kann man es auch messen, denn der Rigger hat die Wantendrähte definitiv gleich lang gebaut.

Hat er bei mir leider nicht. Die Unterwanten (ausgerechnet die!) unterscheiden sich um 6 mm. Spielt nur bei der Einstellung des Riggs (Wantenspanner) eine Rolle.

App. von anderen Ideen abgucken und genauso bauen - die Verstrebung zwischen zwei Relingsstützen trägt beim Ausschwingen des Mastes hohe Kräfte in die Relingsfüsse, denn der Angriffspunkt ist ziemlich weit oben, so knapp über der Hälfte der Stütze. Die Relingsstützen in dem Beispielbild waren üppig ausgesteift.
Hab mir inzwischen auch schon etwas anderes überlegt: Je eine Leine (Dynemaa) an den beiden Relingsschuhen befestigen und die beiden Leinen auf Höhe des Mastdrehpunktes zusammenführen. Von da mit den Unterwanten (oder den Hilfswanten) den Mast hoch. Das belastet die Relingsstützen nicht und einfacher zu realisieren ist es auch.

Ein permanent gefahrenes System, dass nicht im Weg ist und mit zwei Handgriffen umgerüstet wird.
Ich fahrs ja nicht permanent. Kann nach dem Mastsetzen alles wieder abnehmen.

Übrigens - nur in Old Gemany wird über die Fock/Vorstag der Mast gelegt. Das macht man anderswo anders
Kräftetechnisch ideal wäre es, wenn die Jüt in einer Winkelhalbierenden steht und damit würde man den Mast eigentlich nicht am Vorstag hochzerren, sondern irgendwo mittig. Da bietet sich eine entsprechend ausgelegte Topnante an.

Ja, die Toppnant könnte geeignet sein, wenn sie kräftig genug ist. Muss mir aber die Mastauslassrolle der Toppnant mal genauer anschauen, ob die auch stabil genug ist, denn hier kommt wirklich eine hohe Last drauf.
Helmut

Seiten 1 | 2 | 3
 Sprung  
Diskussionsforum von www.Jantar21.de

 

Weitere Informationen über die Jantar 21 findest Du unter www.jantar21.de

Xobor Forum Software von Xobor.de
Einfach ein Forum erstellen
Datenschutz