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Dieses Thema hat 13 Antworten
und wurde 1.693 mal aufgerufen
 Tipps und Technik
hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

17.08.2007 10:17
Undichtigkeit im Bugbereich Zitat · Antworten

Bei meiner Jantar 21, Bj 91 tritt bei starkem Regen Wasser in ganz geringer Menge ein. Erstes Anzeichen waren Stockflecken an der Verkleidung im Bugbereich. Nach dem Aufschneiden der Verkleidung kann ich immer bei Regen einige wenige Wassertröpfchen auf dem Laminat sehen. Habe probehalber die Entwässerungsbohrung des Ankerkasten von aussen abgeklebt und diesen voll Wasser gefüllt, jedoch ohne Effekt. Wo dringt das Wasser ein? Hat jemand Erfahrung?
Vielen Dank schon mal für hilfreiche Tipps.
Helmut

SonnenSegler Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 14

31.08.2007 05:37
#2 RE: Undichtigkeit im Bugbereich Zitat · Antworten

jetzt wo du es schreibst ... ich habe von zeit zu zeit auch feuchtigkeit im bugbereich (ganz in der spitze, dort, wo unter dem polster ein hohlraum ist). ich war vorher davon aus gegangen, dass es kondenswasser ist ... aber in dieser saison war da zum ersten mal eine richtige kleine lache...

wäre ebenfalls für tipps dankbar!

es grüsst
der SonnenSegler

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

31.08.2007 22:34
#3 RE: Undichtigkeit im Bugbereich Zitat · Antworten

Hallo SonnenSegler.
Ja, in der kleinen Vertiefung vor den vordersten Polster sammelt sich bei starken und längerem Regen immer ein Schnapsglas voll Wasser. Bei aufgeschnittener Verkleidung kann man kleine Tröpfchen auf dem Laminat runter laufen sehen. Konnte noch nichts weiter feststellen.
Gruß Helmut

Apollo Offline

Erfahrenes Mitglied


Beiträge: 26

04.01.2008 12:34
#4 RE: Undichtigkeit im Bugbereich Zitat · Antworten

Hallo Helmut und SonnenSegler,
habe Euren Beitrag vom Sommer zu den Undichtigkeiten erst jetzt gelesen. Hatte auch beit stärkerem Regen oder säubern des Bootes immer Wasser auf den Polstern im Vorschiff. Undicht ist die Luke gewesen. Hier konnte man nach dem Ausbau eine sehr nachlässige Abdichtung im Randbereich feststellen. Bei uns lief das Wasser dann direkt am Fensterrahmen runter. Eventuell kann es bei anderer Lagerung der undichten Stelle in die Innenschale laufen und sich dann darüber bis in den Bugbereich bewegen. Schaut Euch diese Stelle ruhig einmal an. Der innere Abdeckrahmen vom Fenster kann dazu leicht entfernt werden. Sollte Euch damit geholfen worden sein gilt der Grundsatz lieber spät als nie. Noch ein schönes neues Jahr.
APOLLO alias Heike und Lutz

Boff Offline

Neues Mitglied

Beiträge: 2

02.04.2008 22:09
#5 RE: Undichtigkeit im Bugbereich Zitat · Antworten

Noch später als spät.
Hatte auch Probleme mit Wasser im Bug, wobei zum einen Wasser durch die Luke kam, zum anderen durch die Schraubverbindungen wie Bugkorb bzw. Relingsfüße. Das Beste ist es, wenn es regnet, alle Schrauben und Muttern im Innenbereich zu prüfen ob diese feucht sind. Danach das klassische Procedere - Schrauben lösen - unter z.B. Relingsfuß Sikaflex - 1mm Abstand lassen und nach 1 Woche gar festziehen. Dann ist die Sache dicht.

Apollo Offline

Erfahrenes Mitglied


Beiträge: 26

09.08.2008 21:59
#6 RE: Undichtigkeit im Bugbereich Zitat · Antworten

An alle Undichten,

nach der Reparatur am Fenster ist das Tropfen in diesem Bereich gänzlich entfallen. Wir habe aber auch in der Spitze vorne etwas Waser nach Regenfällen. Dieser Punkt wurde ja auch von anderen bemerkt. Relingstützen sind bei uns alle dicht. Feuchtigkeit ist aber vorn, direkt am Ankerkasten zu merken. Hier vermute ich, dass der Ablauf im Übergang vom Ankerkasten zum Rumpf eventuell gerissen ist.
Hatte von Euch dort schon einmal ein Problem? Wenn ja, bitte Info, wie man diese beseitigt.
Ansonsten ist es jedes mal schön mit der Jantar zu segeln.
Wir werden wahrscheinlich im September 1 Woche vom Stienitzsee flücheten und in die Berliner Gewässer einfahren, oder Richtung Zeuthen. Eventuell sieht man sich.

Bis dahin.

Gruß Lutz und Heike von Apollo.

Jörg Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 20

28.08.2018 10:26
#7 RE: Undichtigkeit im Bugbereich Zitat · Antworten

Hallo Zusammen,
bin dabei meine Jantar Innen zu überarbeiten (Elektrik, Licht, Ausbau etc.) und mir ist aufgefallen das ich minimal Wasser bei starken Regen in der Rinne auf der Backboard Seite habe. ( Nur sehr wenig in der Höhe des Schraubendrehers auf dem Bild )
Es scheint nicht immer zu sein nur scheinbar bei sehr starken Regen. Es steht auch nur ein Teil des Bootes im Regen (Ab Mast zum Bug) der Rest steht unter dem Carport.
Ich vermute es kommt direkt von der Bugspitze nach unten gelaufen. Werde das mal mit einem Wasserschlauch am Wochenende simulieren.
Die Jantar steht auch etwas mit dem Bug nach unten gekippt unter dem Carport so das dass Wasser nach vorne laufen muss.
Kann es die Dichtung des Fensters sein ? Der Ankerkasten scheint I.O. zu sein !
Wie baue ich das Fenster aus ? Kann das ein „Leihe“ oder ist das eher was für FSA ?

Habe mal 3 Bilder mit eingefügt, evtl. hat ja jemand damit schon Erfahrungen gemacht.




Vielen Dank,

VG
Jörg

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Kai Einfeldt Offline

Erfahrenes Mitglied


Beiträge: 22

28.08.2018 11:35
#8 RE: Undichtigkeit im Bugbereich Zitat · Antworten

Ich hatte lange das gleiche Problem, bei mir kam die Feuchtigkeit aus der Dachluke und hat sich immer genau dort gesammelt. Am besten Löschpapier oder gefärbtes Wasser nehmen, Simulieren und den Weg des Wassers beobachten. Meine Jantar wird mit kompletten Innenausbau heute endlich fertig, dann zeige ich euch mal Bilder, Teppich, Küche raus, komplett neues Holz usw.

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

28.08.2018 22:16
#9 RE: Undichtigkeit im Bugbereich Zitat · Antworten

Zitat von Kai Einfeldt im Beitrag #8
Ich hatte lange das gleiche Problem, bei mir kam die Feuchtigkeit aus der Dachluke und hat sich immer genau dort gesammelt. Am besten Löschpapier oder gefärbtes Wasser nehmen, Simulieren und den Weg des Wassers beobachten. Meine Jantar wird mit kompletten Innenausbau heute endlich fertig, dann zeige ich euch mal Bilder, Teppich, Küche raus, komplett neues Holz usw.




Bin gespannt...

Statt mit gefärbtem Wasser zu simulieren, könnte man einfach die üblichen Verdächtigen ausschliessen.
Von oben angefangen - die Miniablauflöcher der Schiebelukgarage. Hängt da auch nur ein Lindensamenblättchen davor, läuft das Wasser bei einem Schauer und ordentlich Lage, was ja oft gemeinsam vorkommt sonst wohin in die Innenschale der Kajüte.
Da die Ausschäumung der Vorschiffskojenauflage höher liegt, als alle anderen Auflagen, kann es nur von oben kommen.
Decksluke, Relingsstützen, Bugkorb, Ankerlasten. Alles andere ist dicht.
Es sei denn, sie steht mit dem Bug tiefer auf dem Trailer. dann kann Regenwasser auch über die Stosskante kommen. In Normallage ist das ja der höchste Punkt der Stosskante und läuft sofort ab.

Ich würde es einfach abdichten, wie beschrieben.
Wenn man auf der Jantar wohnt, bevorzugt im Kuschelbereich des Vorschiffs schläft, sammelt sich da vorne Kondenswasser. Wobei das minimal ist, da die Jantar eine hervorragende Zwangsbelüftung hat und viel, viel Stoff mit Flies dahinter, sogar Deckenbezug.

Vergleichbar große Boote werden ja gerne ohne diesen Aufwand gebaut und zeigen sich dann als Tropfsteinhöhlen.
Nach einer kalten Nacht einmal ordentlich in den Anker eingeruckt oder in die Festmacher und das Bettzeug ist nass.

Luke neu - warum? An der geht doch nichts kaputt, was sich nicht ersetzen liesse? Warum nicht einfach neu abdichten?
Zumal es zu dieser Luke ja noch den passenden Innenrahmen gibt.

Theoretisch kann jeder aufgeschraubte Beschlag undicht sein, allerdings würden die in die Schiebelukgarage tropfen. Der Kielkastenkranz muss eingedichtet werden, aber da kann sich auch kaum Wasser sammeln, selbst wenn das mal undicht ist.

Übrigens, als Alternative zum rummanschen mit Sika und co kann man auch Butylband nehmen, dann muss man nicht warten. Gibt es in allen möglichen Versionen, am teuersten natürlich beim Yachtausstatter.

VG Eric

Jörg Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 20

30.08.2018 10:54
#10 RE: Undichtigkeit im Bugbereich Zitat · Antworten

Hallo Eric,

Danke für Deinen tollen Bericht. Es hat gestern geregnet und es läuft direkt in der Bugspitze nach unten, also wirklich nur minimal (Tuchtest = feucht)

Zitat von eric im Beitrag #9
Es sei denn, sie steht mit dem Bug tiefer auf dem Trailer. dann kann Regenwasser auch über die Stosskante kommen. In Normallage ist das ja der höchste Punkt der Stosskante und läuft sofort ab.



Ja, Sie steht mit dem Bug etwas tiefer, damit wollte ich erreichen das dass Wasser nach vorne läuft da sie nicht komplett unter dem Carport steht. Werde Sie mal in "Wagge" bringen mal sehen was dann passiert.

Habe ich die Möglichkeit die Stosskante abzudichten ? (Warum ist diese nicht dicht ?)

Werde wieder berichten wenn ich es getestet habe.

@ Kai, ja Bilder von Deiner überarbeiteten Jantar wären schön

VG

Jörg

Kai Einfeldt Offline

Erfahrenes Mitglied


Beiträge: 22

30.08.2018 15:10
#11 RE: Undichtigkeit im Bugbereich Zitat · Antworten

Bilder kommen, sobald nächste Woche wieder das passende Wetter am Ammersee ist.

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

30.08.2018 15:39
#12 RE: Undichtigkeit im Bugbereich Zitat · Antworten

Zitat von Jörg im Beitrag #10
...

Habe ich die Möglichkeit die Stosskante abzudichten ? (Warum ist diese nicht dicht ?)


Hallo Jörg, das war nur eine Vermutung nach dem Ausschlussverfahren. Mir ist nicht bekannt, ob die Decksschale und der Rumpf der Jantar nur verschraubt sind oder auch drüberlaminiert. Würde man eigentlich so bauen.
Im Normalfall spielt es auch keine Rolle, ob der Stoss dicht ist, da das Wasser ja sofort abläuft. Zumindest in Schwimmlage.

Gut für die Räder des Trailers wäre es, wenn du den Trailer aufbockst.
Zumindest, wenn du ein paar Wochen nicht zum Segeln kommst. Dabei kannst du ja das Gefälle ausgleichen.

Mal schnell mit dem Rangierwagenheber unter die Achse und eine ensprechende Baumscheibe drunter, gerade soviel, dass sich die Räder nicht eckig stehen. Ist übrigens auch eine super Diebstahlsicherung bei Landliegeplätzen.

Der Tipp, Ankerkastenablaif zumachen und voll laufen lassen, ist als Fehlerausschlussverfahren nicht zu toppen.
Wenn da nichts reinläuft, kannst du die vordere Stosskante und alle Bugbeschläge gleich mit ausschliessen.
Die sitzen sowieso innen im Ankerkasten. Also wenn da was tropft, tropft es eigentlich nicht in die Köjüte, sondern läuft vorne raus-

Pack mal Küchenkrepp in die Rinnen der Auflage auf der Kielkastenseite, so, wie sie jetzt steht und mach den Sprenger an. Ordentlich, so als würdest du zur See fahren.
Wenn Fenster, Stosskante und Relingsstützen dicht sind, bleibt das Krepp trocken.

Bei meiner Decksversion ist es egal, ob die Relingsstützen dicht sind oder nicht, da sind sie an der höchsten Stelle.
Kleiner Denkfehler, hat man später abgeändert. Aber das verzeihe ich.
Wäre gerne dabei gewesen, als man die Laminierform der Innenschale gebaut hat.
Alter Schwede, was für ein räumlichens Vorstellungsvermögen und dann noch alles spiegelverkehrt.

Auch die Innenschale unten ist ein Bauteil, mit den mächtigen Stringern und Spanten, die komplette Bodengruppe und das alles in makelloser Sichtqualität. Selbst auf größeren Schiffen ist das oft ein Grauen und wird dann schnell hinter zusammengepfuschten Einbauten und Bodenplatten versteckt. Bei der Jantar haben sie mal gezeigt, was sie draufhaben.

In heutigen Kleinkreuzern wird man Dach-Innenschalen vergeblich suchen. Da wird grossartig rumgelabert, wie toll man das Finish beherrscht. Sorry,
Hier hat die Jantar die Nase vorn, aber meilenweit. Hier wirkt sie richtig erwachsen.

Aber das setzt sich ja konsequent fort. Sitzt man drinnen beim Frühstück an diesem genialen Klapptisch (alle anderen schrauben nur eine Platte an irgend eine orthopädische Stütze) und guckt aufs Wasser, kann man nur staunen, mit welcher Präzision der erfahrene Konstrukteur über Konstruktionslinien nachgedacht hat. Selbst das geteilte Steckschot trifft sich nicht irgendwo, sondern exakt auf Laufdeckhöhe.

App, Schräglage nach vorn. Reinige mal die Deckslukenabläufe. Wenn da Wasser drin war, kann es ebenfalls seinen Weg über die Innenschale nach vorn finden. Kannst ja mal eine Kajütlampe rausnehmen, da kannst du gut reinleuchten und mit den kleinen Zahnarztspiegelchen (Rossmann) auch was sehen. Wenn es da trocken ist, sinds verm. die Relingsstützen.

Werde wieder berichten wenn ich es getestet habe.

Ja, mach das mal, lernen wir auch wieder was dazu.

VG Eric

Matthias Bertz Offline

Neues Mitglied

Beiträge: 1

16.01.2019 21:04
#13 RE: Undichtigkeit im Bugbereich Zitat · Antworten

Hallo liebe Wasser Geschädigten,
ich bin neu in der Gemeinde der Jantar Segler und habe mir vor ca. zwei Monaten eine Jantar 21 gekauft. Das Boot stand einige Zeit in ebay Kleinanzeiger und war entsprechend günstig. Das man für 4500€ nicht viel erwarten kann war mir klar und dass die Kiste einer grundlegenden Sanierung bedarf war mir auch klar. Ich habe also alles rausgeschmissen und habe jetzt den "Kern" ohne Küchenblock, Holz, Seitenverkleidung, Polster, etc vor mir stehen und frage mich ob ich wirklich alle Risiko Potentiale für Wassereintritt ausgeschaltet habe. Meine Jantar hatte fast alle der bisher beschriebenen Leckagen. Der Ablauf aus der Plicht war undicht, der Ankerkasten war undicht und Wasser kam über die Welle der Umlenkrolle vom Hubkiel. Der Ankerkasten hatte eine Undichtigkeit zwischen Deck und Rumpf. Ich habe einfach ein Alu Rohr in den Ankerkasten einlaminiert und das Problem war behoben. Die Welle habe ich ausgebaut und neu im Kielkasten abgedichtet.
Meine Bedenken sind jetzt, bevor ich alles wieder neu aufbaue, der Rumpf selbst. Das Boot hat einige Zeit an Land gestanden, so dass ich mir nicht sicher bin ob Osmose auch noch eine Rolle spielt. Kann man sich ein Gerät leihen im Umkreis von Unna 59425 um den Feuchtegehalt im Laminat zu messen? Fakt ist, dass in dem Boot sehr viel Feuchtigkeit gestanden hat. Offensichtliche Beschädigungen sind nicht zu erkennen. Gibt es Erfahrungen mit Wasserschäden bei Jantar über den Rumpfbereich?

Bin für jeden Tipp dankbar.

Gruß Matthias

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

17.01.2019 13:39
#14 RE: Undichtigkeit im Bugbereich Zitat · Antworten

Zitat von Matthias Bertz im Beitrag #13

Bin für jeden Tipp dankbar.



OK. Hier mein Tipp:



Hallo Matthias, wie kann man nur?!
Hast du zuviel Zeit und Geld? Waren grad gebrauchte Jantars alle? Wurdest du gezwungen?

Die kommen doch im Frühjahr alle wieder. Da sind locker eine Handvoll Boote dabei, wo sich die Eigner umentscheiden (nie für was kleineres) oder merken, dass die Lebendigkeit eines Sportbootes doch nicht so ganz zu ihnen passt. Diese Boote sind in der Regel gut gepflegt und vor allem auch gut ausgestattet.
Also welchen Grund gab es, sich so eine Dauerbaustelle anzuschaffen?
Vor allem so eine, bei der du nicht sicher sein kannst, ob du sie am Ende nicht doch schnell mal nachts heimlich bei Ibäh einstellen musst.

Im schlechtesten Fall bekommt der Trailer keinen TÜV mehr oder es war gar keiner dabei, ist der Motor eine Gurke oder passt nicht zum Boot und die Segel hatten die besten Jahre zur Jahrtausendwende hinter sich. Wenns ganz schlecht läuft, ist es noch nicht mal eine Jantar und/oder sie hat noch Osmose...

Du weisst schon -
Wenn du ein totes Pferd reitetst, steig ab.

Ich weiss, ich mache mich jetzt bei dir mit so radikalen Vorschlägen total unbeliebt, aber diese alte Weisheit stammt nicht von mir.
Ich erinnere nur dran. Ist natürlich nur Ferndiagnose, aber einige deiner Fragen würden bei mir die Warnlampen auf grellrot schalten.


Es gibt natürlich noch andere Strategien.
wewewe.scheissprojekt.de

Egal - ich hätte es nicht gemacht und dir sei empfohlen, dir spätestens jetzt eine Liste zu machen, auf der draufsteht, was der Kahn hat (und auch was noch fehlt), ob du es selbst in Ordnung bringen kannst oder Fachleute brauchst, was es an Manpower schluckt und was es kostet.
Und wenn die Liste fertig ist, rechnest du mal zusammen. Am besten im Sitzen, könnte sein, dass dir schwindlig wird.

Hast du das überstanden, fragst du dich mal ehrlich nach dem zu erwartenden Endergebnis.
Es wäre nämlich fatal, wenn du erst hinterher feststellst, dass du für etwas Geduld und 3.000 Euro mehr (das kostet schon ein neuer Segelsatz, wenn man den Segelmacher mitten im Winter fragt und von der Stange kauft, sonst wirds teurer), durchaus super gepflegte und regatta- sowie wohnfähige Jantars angeboten werden, mit Trailer.

Aber zurück zu deinen Fragen...

Zitat von Matthias Bertz im Beitrag #13
Hallo liebe Wasser Geschädigten,
ich bin neu in der Gemeinde der Jantar Segler und habe mir vor ca. zwei Monaten eine Jantar 21 gekauft. Das Boot stand einige Zeit in ebay Kleinanzeiger und war entsprechend günstig.


Nein. Siehe eigene Schadensbeschreibung. Deshalb war es entsprechend günstig. Wobei 4.5 für so eine Dauerbaustelle mit ungewissen Erfolgsaussichten ca. 3.5 zuviel sind. Aber das ist nur meine Meinung.

Das man für 4500€ nicht viel erwarten kann war mir klar und dass die Kiste einer grundlegenden Sanierung bedarf war mir auch klar.

OK. Wenn dir das alles klar war, dann ist es ja gut.
Wie gesagt, gibt ja noch andere in Wirtschaft und Verwaltung erprobte Strategien zum Beritt toter Pferde.
Absteigen ist ja nur eine Möglichkeit.

...Wir gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
...Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
...Wir stellen Vergleiche unterschiedlich toter Pferde an.
...Wir erklären: "Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch schlagen könnte."
...Wir machen zusätzliche Mittel locker, um die Leistung des Pferdes zu erhöhen.

usw.

Ich habe also alles rausgeschmissen und habe jetzt den "Kern" ohne Küchenblock, Holz, Seitenverkleidung, Polster, etc vor mir stehen und frage mich ob ich wirklich alle Risiko Potentiale für Wassereintritt ausgeschaltet habe.

Was?! Von wo kommt denn bei dir das Wasser? Gibt doch nur 2 Möglichkeiten.
Von unten - ganz schlecht.
Von oben - eher selten und meist leicht zu beheben.
Aber so gut wie nie sind die schon mal vorsorglich ausgebauten Teile daran beteiligt.

Meine Jantar hatte fast alle der bisher beschriebenen Leckagen.

Wann ist dir das aufgefallen? Bevor oder nachdem du 45 Hundert Euro-Scheine auf den Tisch geblättert hast? Und nächste Frage - warum hast du den Kahn nicht wieder angehakt und bist da nochmal hingefahren, mit zwei breitschultrigen Freunden aus der örtlichen Hockeymannschaft nebst Sportgerät, um dich mit dem Verkäufer über die Rückabwicklung dieses märchenhaften Schnäppchenkaufs zu beraten?

Egal, jetzt hast du angefangen und der Verkäufer kann sich entspannt zurücklehnen. Es sei denn, du hast noch Osmose.
Man kann sowas natürlich auch mit dem Anwalt regeln, aber wenn es schon so übel losgeht...


Der Ablauf aus der Plicht war undicht,
leicht zu reparieren, ist ja nur eine Schlauchverbindung.

der Ankerkasten war undicht
Geht eigentlich nicht, da einlaminiert und mit Zwangsablauf an der tiefsten Stelle.
Wenn es da doch tropft, ist irgendwas kaputt und das deutet auf einen größeren Schaden. Ev. Ramming. Sonst kriegt man so ein Laminat nicht so ohne weiteres kaputt. Eine Möglichkeit für die Tropferei sind noch die Befestigungen des Bugkorbes, aber das findet man schnell. Im Normalzustand ist das dort die höchste Stelle des Rumpfes, da steht nie Wasser. Nur im Winterlager könnte sie so liegen, dass sich dort irgendwo Wasser sammelt.

und Wasser kam über die Welle der Umlenkrolle vom Hubkiel.
Nein. Vielleicht tritt dort aus, was von oben durchsickert, ansonsten ist die Welle ja horizontal drin und da kann es aus Eimern schütten, das regnet dran vorbei.- Im Zweifel einfach einen hauchdünnen Silikonrand vom Kielkasten aus drumstreichen.

Der Ankerkasten hatte eine Undichtigkeit zwischen Deck und Rumpf.

Ich vermute, du meinst den Kielkasten, denn auch wenn du mal einen Eimer wasser in den Ankerkasten schüttest, wird es innen in der Kajüte nicht nass und selbst Regenwasser durch den Ankerkastendeckel läuft vorne einfach wieder raus. Das Ding hat keine Verbindung zur Kajüte, durch die Wasser kommen kann. Jedenfalls nicht im intakten Zustand.

Wenn du aber deinen Kielkasten meinst, hast du ein Problem, weil es dort besser nicht reinregnen sollte. Deshalb hat der Konstrukteur der Jantar einen ziemlich aufwendigen Mastspurkranz gebaut. Dessen Oberfläche muss abgedichtet werden, was leider ein Riesenproblem ist, wenn du den mal ausbauen musst.
Ist nämlich so, dass dieser geniale Konstrukteur den genialen Mastspurkranz an einem Montag Morgen entwickelt hat, vor dem ersten Kaffee. Sonst hätte er den nämlich so gross gebaut, dass man das Wellrad rausbekommt und den Kiel.
Weil er da aber noch nicht ganz wach war, ist der Kranz so eng, dass man ihn entfernen muss. Äusserste Vorsicht und Geduld, denn das super elegante Teil reagiert mit Verspannungen, wenn du da zu grob anfasst.
Das ist das, was beim Kielausbau am längsten aufhält und leider muss man das Ding danach auch wieder richtig eindichten, denn die Jantar ist da oben offen und wenn man das nicht richtig macht oder die Abdichtung ist hinüber (oder wurde vergessen) dann regnet es da rein und dann läuft das sonstwo hin. U.a. auch zur Wellradachse.
Nun ist der Kielkasten mit einem Filz umklebt. Wenn der nass ist, kommt es von oben, eben durch jenen Mastspurkranz oder der aus 2 Hälften zusammenlaminierte Kasten ist gerissen. Aber das ist das Herzstück deines Bootes und entsprechend stark gebaut.

Ich habe einfach ein Alu Rohr in den Ankerkasten einlaminiert und das Problem war behoben.
??? Geht natürlich auch, dass dort Wasser ankommt ist aber eher das Symptom, nicht das Problem.

Die Welle habe ich ausgebaut und neu im Kielkasten abgedichtet.

OK, jetzt komme ich grad nicht mit. Welle im Kielkasten eindichten - warum nicht, schadet nicht, baut sich nur nächstes mal schwerer aus.
Alurohr im Ankerkasten? Wo und warum? Der ist doch fest einlaminiert und hat an der tiefsten Stelle einen Zwangsablauf über die Bugnase.
Im Zweifel kannst du auch Fotos einstellen, das erspart Herumrätseln und führt für den Rat Suchenden zu besseren Tipps.

Meine Bedenken sind jetzt, bevor ich alles wieder neu aufbaue, der Rumpf selbst.
Damit fängt man eigentlich an, wenn man die Tabelle der Folgearbeiten und-kosten fertig hat und wenn man sich nach Schnappatmung und den dritten Glas Whisky entschieden hat, mal eben loszulegen, koste es, was es wolle.

Das Boot hat einige Zeit an Land gestanden, so dass ich mir nicht sicher bin ob Osmose auch noch eine Rolle spielt. Kann man sich ein Gerät leihen im Umkreis von Unna 59425 um den Feuchtegehalt im Laminat zu messen?

Naja, du sagst es ja selbst, hat lange an Land gestanden. Das wird Rätselgerate. Ist ohnehin nur eine Referenzmessung, bei der auch Experten oft daneben liegen und gerne mal dickere Laminate und Einbauten mit Osmose verwechseln.
Ganz sicher gehst du, wenn du sie irgendwo ins Wasser setzen kannst. Ist ja ein Trailerboot. Du kannst auch bis zum Frühjahr warten, ein paar Wochen Wässerung genügen. Wenn sie dann keine Bläschen hat, sieht die Sache halb so wild aus.
Gibt nichts, was man nicht wieder hinbekommt.
Allerdings bist du mit einem hohen Einstiegspreis herangegangen und musst praktisch alles alleine machen, damit dir dieses Projekt nicht vollkommen aus dem Ruder läuft. Schon ohne Osmose.

Einen Monat ins Wasser legen, rausziehen. Wenn sie dann Pickel hat, anschleifen und den Rest unter Osmose googlen.
Genau deshalb sind solche Käufe im Spätherbst/Frühwinter, wo die Boote bereits an Land liegen, Hochrisikokäufe und werden eigentlich mit einem Sicherheitsbehalt geregelt. Nur, was willst du einbehalten, bei 4.5?

Meine Empfehlung wäre, mit allen Arbeiten zu warten, bis das klar ist, dass von dieser Seite nichts kommt. Dann packst du den Rest auch irgendwie. Ist dann kein Schnäppchen mehr, aber egal. Irgendwie kriegst du sie aufs Wasser und wenn sie dir ans Herz gewachsen ist, sieht auch ein neuer Segelsatz nicht mehr so teuer aus. Nur wenn sie Osmose hat, wird das eine richtig schlimme Baustelle.
Beauftragen verdoppelt mal eben den Anschaffungspreis.


Fakt ist, dass in dem Boot sehr viel Feuchtigkeit gestanden hat.
Wie? Innen?! Musstest du etwas deshalb den ganzen Innenkram rausreissen?!
Spätestens hier ist doch klar, ob ein Boot intakt ist oder wie nasser Hund riecht.

Wasser im Inneren ist das Schlechteste, was bei einem Boot passieren kann und jeder Eigner betreibt eine Menge Aufwand, um genau das zu verhindern.
Die Jantar hat eine Sandwichstruktur als Bodengruppe, die wesentlich zur Stabilität dieser Leichtgewichtskonstruktion beiträgt. In diese ausgeschäumte Bodengruppe darf auf gar keinen Fall Wasser eindringen und wenn es doch passiert ist, darf das nicht gefrieren.

Offensichtliche Beschädigungen sind nicht zu erkennen. Gibt es Erfahrungen mit Wasserschäden bei Jantar über den Rumpfbereich?
Gibt es reichlich. Findest du über die Suchfunktion.

Abschliessende Empfehlung - schau dir den Kiel an und wenn du grad unterm Boot liegst, auch die Hinterkante des Kielschachtes.
Wenn dort alles i.O. ist, kannst du schon mal einen riesigen Posten von der Tabelle streichen und weisst dann schon mal, dass das Wasser nicht von unten kam. Wenn dort am Rumpf aber was kaputt ist, kannst du die Innenarbeiten einstellen.
Mastfuss, Ruderanlage (Kopf und Ruderblatt)weiches Deck und vergammelte Beschläge sind nur Nebenschauplätze, falls es dort was zu tun gibt, sollten die in Rekoprojekten aber doch auf der Liste auftauchen. Das ist nämlich wichtiger zum Segeln, als innen irgendwas zu machen.

VG Eric

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