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Dieses Thema hat 15 Antworten
und wurde 1.466 mal aufgerufen
 Tipps und Technik
Seiten 1 | 2
rehwald Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 33

11.05.2016 10:57
Ruderblatthochholung/halterung Zitat · Antworten

Moin Moin liebe Freizeitkapitäne,

ein immer wieder kehrendes Problem an Bord ist das Ruderblatt beim An- und Ablegen. Unsere Boxen sind flach. Also Ruderblatt erst am Hafenausgang runter bzw. schon am Hafeneingang hoch (kein Problem so weit, hangel mich an den Pfosten die 4 Liegeplätze bis zu meiner Box weiter. machen hier alle so). Nervig ist nur das Ruderblatt dann so "frei schwebend" einzufangen. Ich bekomme das Blatt immer nur bis maximal knapp über die Wasseroberfläche mit dem Bootshaken gehebelt/-hoben. Das Ende ist dann so ungefähr 1,5m hinter der letzten trockenen Fußes erreichbaren Stelle am Boot. Mit einer Hand dann den Haken halten, mit der anderen Lassoschwingend ein Bänzel über das Ende werfend gebe ich da immer den Alleinunterhalter ab. Dann das Bänzel anziehen und das Ruderblatt ganz hoch holen und fest machen.

Da muss es doch was einfacheres geben...

Ich muss dazu sagen, ich habe den neueren Ruderkopf habe, wo das Blatt dann bei ca. 60° aufgeholt gegen liegt. Und es gibt auch (bisher) noch keinen Hochholer. Die (ganz) alten Blätter lassen sich ja vollständig in die Senkrechte bringen, außerdem ist da genügend freier Bauraum um relativ einfach eine Talje als Hochholer zu montieren. Ich möchte mir nun aber gerne auch einen dran bauen, habe aber nicht wirklich einen exakten Plan wie am besten und komfortabelsten ich das umsetzen kann. Und vor allem wie ich ihn befestigen kann. Irgendwie ist da immer der Ruderkopf sich selbst im Weg. Der Hochholer würde auch nur bis knapp über Waagerecht funktionieren, die Eierei mit dem "Lassowerfen" bliebe daher. Daher meine Frage: wie macht ihr das eigentlich? Was ist da an möglichen Lösungen an eurem Ruder montiert?

Gruß
Thomas

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

11.05.2016 18:21
#2 RE: Ruderblatthochholung/halterung Zitat · Antworten

Zitat von rehwald im Beitrag #1
...

Da muss es doch was einfacheres geben...


Hallo Thomas, wenn du nichts umbauen willst, dann hole dir aus dem Baumarkt ein paar Meter Gurtband, verschweisst sich gut und hat eine breite Auflagefläche. An den Enden zwei Löchösen reinhauen und je einen kleinen Karabiner einhaken. Im Parkfall - eine Seite in eine der Ösen am Heckkorb klicken, anderes Ende in die Hand und lässig ums Ruder ziehen. Das ist nicht nur einfacher, als Lasso werfen, sondern auch sinnvoller, da nur die halbe Kraft zum Aufholen benötigt wird.
Die Anströmkante ist ja schön rund, so dass das Gurtband leicht drübergleiten kann, ohne das Ruderblatt zu beschädigen.
Das wäre eine Lösung ohne Umbau und unter 10 Euro.

Ansonsten ist auch beim neuen Ruderkopf genügend Platz, um zwischen Ruderkopf und Pinne ein paar dünne Leinen durchzuführen für Auf- oder Niederholer. Bei meiner alten Pinne hatte ich das noch oben drauf. Einfach am Ende einen doppelten Stehblock (gibt sehr kleine und gut aussehende von Harken) und dort sowohl den Auf, als auch den Niederholer drüber laufen lassen.
Der Niederholer ist das wichtigere Bauteil.
Beide Holer sind jeweils mit einer losen Rolle untersetzt. Beim Niederholer also doppelte Haltekraft, beim Aufholer halbe Last.
Am Ruderblatt sind genügend vorbereitete Bohrungen, die man für die Anbringung der Holeleinen nutzen kann.
Beim oben beschriebenen Gurt genügt es, den in der Hälfte des Ruderblattes unterzuhängen. Das Ding wiegt ja nichts und auch hier hast du ja nur die halbe Last, da eine Seite bereits am Heckkorb eingehakt ist.


Die Mimik im Original ist eher so eine Montagsidee.
Eigentlich schade, denn es gibt ja x Boote mit Klappruder, wo das technisch ausgereift ist. Ist schon deutlich besser, als die alte Lösung, wo man in die Pinne eine Sollbruchstelle reingesägt hat. Niemand muss sein Ruderblatt ganz in die Senkrechte kippen, das machen nur die Poelen so, warum auch immer. Wenn es seit über hundert Jahren Boote mit Klappruder gibt, die bestens funktionieren, muss man ja nichts Neues erfinden, was dann noch nicht mal richtig klappt.
Ich sag mal - lieb gemeint, aber...

Der Voreigner meines Bootes war wohl mal auf Grund gelaufen und hatte die Montagslösung dabei komplett zerlegt. Soviel dazu.

Für unbekannte Flachwassergebiete habe ich eine Auto-Release-Klemme, die bei Überdruck das Blatt ein Stück weit frei gibt.
Ganz auslösen ist zu riskant, gerade bei Wellen kann das Blatt abbrechen, wenn es plötzlich in die Horizontale schwingt.

Viel Spass beim Knobeln.

VG Eric

rehwald Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 33

12.05.2016 10:19
#3 RE: Ruderblatthochholung/halterung Zitat · Antworten

Hallo Eric,

den Niederholer habe ich genau so wie es auch im Handbuch beschrieben ist. Hier aber schon mit einer Umlenkung an der Pinne (Block in der Niederholerleine und Leine von der Klemme->Block->Klemme) Die Klemme ist schon eine Auto-Release (mir ist aber keine bekannt die nicht vollständig auslöst).


Die Gurtband-Idee werde ich glaube ich genau so umsetzen, so ähnlich habe ich das mit dem "Lasso" ja jetzt auch, nur eben als Schlaufe um das Blatt und dann das eine freie Ende am Heckkorb angetüddelt. Da hätte ich aber auch selbst drauf kommen können :-D

Für den Hochholer muss ich mir aber noch etwas überlegen wie ich einen günstigeren Winkel hinbekomme. Meine Idee war nämlich parallel zum Niederholer auf der gegenüberliegenden Seite eine Rolle anzuschlagen (liegender Block wie beim Niederholer) und einfach die untere Umlenkung weg zu lassen. Dadurch bekommt die Leine ja eine andere Zugrichtung. Was mich dabei noch stört, ist zum einen der notwendige Kraftaufwand, da der Zug-Winkel so ungünstig ist (ok, beim Niederholer ist er auch nicht wirklich optimal) und zum anderen, dass das Ruder so eben nur bis knapp zur Wasseroberfläche gezogen werden kann.


Da habe ich dann aber genau den Bereich, in dem das Ruderblatt extremen Querkräften ausgesetzt und damit bruchgefährdet ist.

Und beim rumzeichnen kam mir eben noch die Idee:


Das könnte ein paar cm mehr Höhe holen. Allerdings könnte sich da die Leine zwischen Blatt und Kopf verklemmen. Aber das kann ich auch recht einfach schnell mal ausprobieren... (aber heute Nachmittag solls regnen :-D )

Gruß
Thomas

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

12.05.2016 19:48
#4 RE: Ruderblatthochholung/halterung Zitat · Antworten

Hallo miteinander.
"Niemand muss sein Ruderblatt ganz in die Senkrechte kippen, das machen nur die Poelen so". Da irrt eric aber gewaltig. Ich machs auch so wie die "Polen" und es gibt verschiedene Gründe dafür: Römisch-katholisch am Steg kann das Batt nur ganz unten oder ganz oben sein, auf meinem (Land-)liegeplatz würde das Blatt in die Fahrbahn ragen, wenn es nicht ganz hochgeklappt wäre....
Zum eigentlichen Thema:
Ich hatte es erst auch so ähnlich wie in Thomas erster Zeichnung. Hat sich nicht bewährt, weil ich das Blatt nicht ganz hochholen konnte. Hab dann den Hochholer einfach aus der Rolle genommen und ihn frei zum Heckbügel geführt. Damit mache ich es so:
1. Niederholer frei geben. Das Blatt schwimmt bis in die Waagrechte auf.
2. Am losen Hochholer hebe ich das das Blatt mit Schwung soweit aus dem Wasser, bis ich es an seiner Forderkante mit der Hand greifen kann.
3. Da der Hebelarm nun länger ist, kann ich es ganz leicht bis zum Anschlag in die Senkrechte hoch ziehen.
4. mit der Holeleine fixiere ich nun das Blatt am Heckkorb.
Bis auf die kurze Kraftanstrengung bei Nr 2 geht alles ganz leicht. Ein Übersetzung brauche ich nicht und auch kein "Lasso".
Helmut

rehwald Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 33

13.05.2016 09:13
#5 RE: Ruderblatthochholung/halterung Zitat · Antworten

Zitat von hgebauer im Beitrag #4

2. Am losen Hochholer hebe ich das das Blatt mit Schwung soweit aus dem Wasser, bis ich es an seiner Forderkante mit der Hand greifen kann.
3. Da der Hebelarm nun länger ist, kann ich es ganz leicht bis zum Anschlag in die Senkrechte hoch ziehen.



ich weiß ja nicht was ihr alle für Orang-Utan-Arme habt, aber ich käme erst dann an die Vorderkante, wenn das Blatt schon so gut wie oben ist (außer mit gaaaanz weit rauslehnen und an der fragilen Rettungsringhalterung klammernd, die dann schon deutlich, sagen wir mal, flext, was dann aber am Ende auch nicht zum Hochziehen reicht), daher auch der Haken als Armverlängerung zum Hochholen. Damit klappt das eigentlich ganz gut. Ist aber in Kombination mit dem Bänzelwerfen etwas unentspannt.

Aufschwimmen tut das Ruder bei mir auch nicht von alleine, zumindest nicht aus der Fahrtposition. Da ist einfach zu wenig Spiel/zu viel Druck auf dem Achsbolzen (grad so viel, dass kein Spiel mehr da ist), was es auch insgesamt schwerer hochholbar macht (aber wir haben ja gelernt, zu viel Spiel im Ruder macht Ruder kaputt)

Gruß
Thomas

Achja, das Ruder muss bei mir auch so weit hoch es geht, da es sich sonst mit den Festmacherleinen (über kreuz in der Box an den Heckpfählen) anlegt. Und ein Vereinskollege hat seine Jantar auch "römisch-katholisch" am Steg. Die hat aber noch das ältere Ruder, das ganz senkrecht zu stellen geht.

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

16.05.2016 20:52
#6 RE: Ruderblatthochholung/halterung Zitat · Antworten

Zitat von rehwald im Beitrag #3
Hallo Eric,

den Niederholer habe ich genau so wie es auch im Handbuch beschrieben ist. Hier aber schon mit einer Umlenkung an der Pinne (Block in der Niederholerleine und Leine von der Klemme->Block->Klemme) Die Klemme ist schon eine Auto-Release (mir ist aber keine bekannt die nicht vollständig auslöst).



Hi Thomas,
Autorelese-Klemme soll natürlich vollständig auslösen.
Der Trick ist, die Auslöselänge des Niederholers zu begrenzen. Deshalb sitzt bei mir die Autorelesae in Zugrichtung des Niederholers VOR der Haifischklemme. Wenn ich in unbekannte Gewässer fahre, in denen die Gefahr einer Grundberührung besteht, setze ich den Niederholer in die Auslöseklemme, lasse dann ca 20-30 cm Lose und danach klemme ich den Niederholer fest in die Haifischklemme. Falls die Auslöseklemme auslöst, kann das Ruderblatt nicht vollständig aufschwimmen, sondern nur soweit, bis die Lose rausgezogen ist und die Haifischlemme zubeisst. Das sind vielleicht 30 Grad nach achtern, die das Ruderblatt ausschwingen kann. Das sollte genügen um die versehentliche Grundberührung zu korrigieren, ohne dass das Ruderblatt in eine kritsche Belastungssituation kommt.


Leider weiss ich nicht, wie das mit den Zeichnungen geht, aber im Grunde hast du das meiste bereits dargestellt.

Aufholer:

Im Originalbild des Handbuches ist nahe der Abströmkante eine durchgehende Hülse dargestellt, in der der Niederholer eingeknotet ist.
Diese Hülse nutze ich als Aufholer. Genau dort habe ich eine loes Mikrorolle eingebunden.
Bei der Zeichnung mit dem Block oben auf der Pinne hast du die feste Part irgendwo an der Drehachse des Ruderkopfes angezeichnet. Das wäre kontraproduktiv, denn dann passiert genau das, was du bereits vermutest, nämlich dass du das Ruderblatt nicht weit genug aufgeholt bekommst.
Wenn du die feste Part statt dessen unter die Pinne setzt, soweit achtern wie möglich oder unter die obere Querplatte des Ruderkopfes, ist die Kraft besser aufgeteilt und das Ruder lässt sich bis zur letztmöglichen Endstellung aufholen.

Niederholer:

Die Sache mit dem Niederholer ist vom Jantardesigner eigentlich schon fast fertig gedacht. Leider wird die Idee verschenkt, das eingeknotete Seilende ebenfalls als Kraftmaschine zu nutzen. Dafür müsste man das Seilende nicht am Ruderblatt fixieren, sondern am Ruderkopf. Die Hülse kann dasnn schon als lose Rolle wirken, also die doppelte Kraft auf das Ruderblatt übertragen. Im Original würde man mit der scharfkantigen Hülse jedoch das Seil schnell aufreiben. Eine der möglichen Lösungen wäre, zwei gegenüberliegende Halbstäbe aus Delrin durchzuschrauben, so dass das Seil nahezu reibungsfrei umgelenkt wird und durch die Hülse laufen kann. Der Rest kann so bleiben.
Diese Lösung findet sich bei den kleinen Trimaranen von Corsair, ist also keine Neuerfindung.

Eine lose Rolle im Niederholer lässt sich auch ziemlich einfach im Bereich der Pinne unterbringen. Damit hat sich das Thema des ungewollten Nachgebens des Niederholers bei höheren Geschwindigkeiten erledigt, denn auch hier wirkt die doppelte Kraft auf das Ruderblatt.

Viel Spass beim Umbau wünscht Eric

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

16.05.2016 21:42
#7 RE: Ruderblatthochholung/halterung Zitat · Antworten

Zitat von rehwald im Beitrag #5
...
Aufschwimmen tut das Ruder bei mir auch nicht von alleine, zumindest nicht aus der Fahrtposition. Da ist einfach zu wenig Spiel/zu viel Druck auf dem Achsbolzen (grad so viel, dass kein Spiel mehr da ist), was es auch insgesamt schwerer hochholbar macht (aber wir haben ja gelernt, zu viel Spiel im Ruder macht Ruder kaputt)


Das Problem habe ich auch gerade, da ich eben wegen der beschriebenen Schäden am Ruderblatt und Ruderkopf das Ruderblatt jetzt deutlich fester einspanne.
Hier setzt bei mir eine weitere Tüftelei an, die aber noch nicht über die Ideenfindung hinaus ist.
Angeregt von einem sehr experimentierfreudigen Forumsmitglied, der eine zweite Schraube zur Fixierung des Ruderblattes einsetzt, was ich jedoch für zu riskant halte, kam mir die Idee, den eigentlichen Drehbolzen über einen kleinen Hebel von Hand lösbar zu machen oder eben schneller mehr Druck auf die Ruderblatteinspannung zu bringen. Praktisch so, wie bei den Flügelmuttern am Rennrad.

Die werkzeuglose Spannschraube ist die Idee unseres Forumsmitgliedes. Es sollte jedoch möglich sein, diese Einspannung auch direkt am Drehbolzen zu erzeugen und somit auf die riskante zweite Schraube zu verzichten.

Für diesen kleinen Grff über die Heckkante braucht man keine Orang-Utan-Arme und auch nicht den Heckkorb zu verbiegen. Fuss untern Reitbalken, dann kann man sich doch locker hinten rüber beugen. Mit der zuvor beschriebenen losen Rolle im Aufholer bekommt man das Ruderblatt auch hoch, ohne dass man sich über die Heckkante beugt.

VG Eric

rehwald Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 33

17.05.2016 12:43
#8 RE: Ruderblatthochholung/halterung Zitat · Antworten

Ich war am Samstag, zwischen den Schauern, basteln. Ich habe mal die Variante aus meinem letzten Bild ausprobiert (Festpunkt quasi direkt hinter dem oberen Ruderlager, unter der Pinne, innerhalb des Ruderkopfes). Das Aufholen aus der Waagerechten und auch aus dem Wasser ging schon problemlos (eine kleine Führung um nicht direkt an den Kannten des Kopfes zu scheuern wäre noch als Optimierung drin). Leider kam ich nicht mehr dazu in tiefem Wasser das ganze auszuprobieren oder Bilder davon zu machen. Wollte einem der Kinder an Bord helfen und bin dann zu enthusiastisch von der Backskiste aufgesprungen. Da war dann leider doch noch das Ende des Großbaums mit seiner schönen stabilen Alukannte. Hat ein 5cm langes bleibendes Andenken in meiner Kopfhaut hinterlassen. Habe dann fluchtartig das Boot verlassen um nicht alles vollzusauen.

Ich werde das aber noch richtig in tiefem Wasser austesten und auch ablichten. Vielleicht klappt das noch vor der Regattasaison der Kinder (wieder mehrere WE am Stück auf anderen Seen unterwegs).

Ein Fahrradschnellspanner könnte als Spannvorrichtung am Bolzen funktionieren. Problem ist da nur einen passenden, belastbaren, hohlgebohrten Bolzen zu finden.

Gruß
Thomas

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

18.05.2016 09:21
#9 RE: Ruderblatthochholung/halterung Zitat · Antworten

Zitat von rehwald im Beitrag #8

Ein Fahrradschnellspanner könnte als Spannvorrichtung am Bolzen funktionieren. Problem ist da nur einen passenden, belastbaren, hohlgebohrten Bolzen zu finden.


Hi Thomas, glaube nicht, dass das funktioniert, denn die eigentlich tragende Achse müsste ganz exakt in Klemmlänge begrenzt sein. Wird sie dann gelöst, rutscht sie garantiert aus der dünnen Ruderkopfführung heraus und das Ruderblatt fällt auf die dürre Achse des Schnellspanners. Im besten Fall verkantet das ganze, im weniger guten Fall verbiegt der dünne Zugstab des Schnellspanners.
Bei dieser Fahrradtechnologie hat man einfach mehr Platz auf der Radgabel. Die Ruderbacken geben das nicht her.
Die eigentliche Last trägt beim rad (und Ruder) der innere Nabenkörper, also die eigentliche Achse. Die ist beim Rad mit mehreren Aufdickungen gegen verrutschen gesichert. Da man aber das Ruderblatt durch eine Hülse schieben muss, die genau zum Bolzen passt, entfällt jede Aufdickung dieser Steckachse.

Für MTBs gibt es neuerdings Steckachsen, wo also die Spannachse die gesamte Last trägt. Auch in M10, aber die sind hochvergütet und kosten auch entsprechend.
Die kann man jedoch tatsächlich durchstecken und schnellspannen.

Meine Idee geht eher in Richtung Hebelmutter. Die gibt es auch für unter 5 Euro in Edelstahl.
Das Problem ist hier eher, die richtige Vokabel zu finden, weil jeder Hersteller das Ding anders nennt. Dann muss man noch einen finden, der die auch an Otto Normal verkauft.
https://www.maedler.de/Article/66599410

Zitat von rehwald im Beitrag #8

...Leider kam ich nicht mehr dazu in tiefem Wasser das ganze auszuprobieren oder Bilder davon zu machen. Wollte einem der Kinder an Bord helfen und bin dann zu enthusiastisch von der Backskiste aufgesprungen. Da war dann leider doch noch das Ende des Großbaums mit seiner schönen stabilen Alukannte. Hat ein 5cm langes bleibendes Andenken in meiner Kopfhaut hinterlassen. Habe dann fluchtartig das Boot verlassen um nicht alles vollzusauen.




Uhh, ja, an dem Ding habe ich mich auch schon umfrisiert. Dieses WE habe ich das zur Abwechslung aber mal wieder mit der scharfen Innenkante der Kajütdachinnenschale im Bereich des Niedergangs probiert, allerdings gerade noch so ohne Blut.

Mit Blut und nähen lassen - probiere mal die Kante der Selftailingwinch. Bin da mal knapp unter der Unterlippe draufgeknallt, war gleich durch, sah auch aus, wie beim Schlachter. Zum Glück haben die Zähne gehalten.
Zu viel Haut an den Schienbeinen kann man gut mit der X-Schiene des Travellers entfernen.
Habe ja schon von einigen Attacken berichtet. Ums blanke Überleben gekämpft habe ich mal bei einem Fehler beim Mastlegen, wo ich ohne tatkräftige Hilfe der Lieblingsvorschoterin kaum davongekommen wäre. Alles vergessen, was ich je über Hebelgesetze wusste, war ich zu nah am Mast, ohne Jüt ohne Hilfswanten und dann unter der Hebellast des Mastes mit dem Hals auf die Kielfallklemme geraten und das mit einem Hebelverhältnis von deutlich mehr als 1:10.
Das wäre beinahe schief gegangen.

Mal ehrlich, so massakriert, wie von der Jantar, wurde ich bislang von keinem Boot. Die ist schon etwas speziell.
Vielleicht sollte ich mich mal an einen Sachverständigen wenden?



Aber man kann ja nicht alles abpolstern oder mit Helm und Mundschutz rumgurken. Das mit dem Mastlegen mache ich aber heute ganz anders, vor allem ohne Hektik.

VG Eric

rehwald Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 33

18.05.2016 10:01
#10 RE: Ruderblatthochholung/halterung Zitat · Antworten

Zitat von eric im Beitrag #9

Das Problem ist hier eher, die richtige Vokabel zu finden, weil jeder Hersteller das Ding anders nennt. Dann muss man noch einen finden, der die auch an Otto Normal verkauft.
https://www.maedler.de/Article/66599410



In der Beschreibung zum Artikel ist doch sogar die Norm angegeben "Kegelgriffe DIN 99". Unter dem Begriff findet man die sowohl mit, als auch ohne Gewinde (z.B. hier). Aber das etwas fester sitzende Ruderblatt vertage ich erst mal auf später. Wenn das Blatt erst mal aus der Senkrechten raus ist, klappt das ja auch mit dem Hochholen irgendwie. Der aktuelle Ansatz scheint ja zu klappen (bis auf den noch ausstehenden letzten Tiefwassertest). Mal sehen was ich da noch optimieren kann. Ideen habe ich da auch schon.

Zitat von eric im Beitrag #9


Mal ehrlich, so massakriert, wie von der Jantar, wurde ich bislang von keinem Boot. Die ist schon etwas speziell.
Vielleicht sollte ich mich mal an einen Sachverständigen wenden?



Aber man kann ja nicht alles abpolstern oder mit Helm und Mundschutz rumgurken. Das mit dem Mastlegen mache ich aber heute ganz anders, vor allem ohne Hektik.



Jaja, so bald es mal etwas fixer gehen soll... Ich habe es auch immer nur im Hafen geschafft mich zu verletzen. Mal rauscht das Kielfall durch die unbehandschuhte Hand, mal quetscht man sich den Daumen im Festmacher... Von den unzähligen Ratschern, Abschürfungen und kleinen Schnitten mal gar nicht zu reden :-D Gott sei Dank bisher noch nichts wirklich ernsthaftes (Toi Toi Toi, drei mal aufs GfK geklopft)

Gruß
Thomas

Zeno Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 18

23.05.2016 15:49
#11 RE: Ruderblatthochholung/halterung Zitat · Antworten

Hallo Ihr,

vielen Dank für den Tipp mit der Spannvorrichtung. Ich hatte auch schon über Fahrrad Equippment nachgedacht.

Tipp für den Niederholer: Damit man dort vernünftig Druck drauf bekommt, habe ich jetzt die obere Rolle am Ruderkopf mit einer Curry Klemme getauscht. Das Fall kann man nun richtig durcholen und die Pinne ist nicht mehr im Spiel.

Die untere Rolle ist bei mir allerdings nicht gut im Winkel, so dass trotzdem immer noch Spiel nach hinten im Blatt ist, allerdings jetzt viel weniger.

Nachteil ist natürlich, dass man den Tiefgang im Auge behalten muss.

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

24.05.2016 10:21
#12 RE: Ruderblatthochholung/halterung Zitat · Antworten

Zitat von Zeno im Beitrag #11
Hallo Ihr,

vielen Dank für den Tipp mit der Spannvorrichtung. Ich hatte auch schon über Fahrrad Equippment nachgedacht.

Tipp für den Niederholer: Damit man dort vernünftig Druck drauf bekommt, habe ich jetzt die obere Rolle am Ruderkopf mit einer Curry Klemme getauscht. Das Fall kann man nun richtig durcholen und die Pinne ist nicht mehr im Spiel.

Die untere Rolle ist bei mir allerdings nicht gut im Winkel, so dass trotzdem immer noch Spiel nach hinten im Blatt ist, allerdings jetzt viel weniger.

Nachteil ist natürlich, dass man den Tiefgang im Auge behalten muss.




Hi, verstehe nicht, wodurch da Druck entstehen soll. Mit einer Rolle am Ende der Pinne hast du doch die Möglichkeit, den Niederholer auf dem Weg zu Haifischklemme nochmal mit einer losen Rolle zu untersetzen. So hast du die doppelte Kraft auf dem Niederholer, bzw musst dich beim Niederholen nur halb so viel anstrengen. Außerdem benötigen Curryklemmen dickere Leinen mit Mantelgeflecht und sind daher nicht gerade reckfrei.
Das ist hier aber entscheidend, dass sich das Ruderblatt durch höheren Anströmdruck nicht von selbst aus der Anstellung zieht.
Klemmst du nach der Untersetzung durch die lose Rolle nur die holende Part in die Haiklemme, hast du gleichzeitig auch den Reckweg halbiert. (Was ist eigentlich die Hälfte von Null?)
Im Idealfall reckt sich da nämlich garnichts. Auch das Auslöseproblem durch eine Auto-Release-Klemme zu lösen, geht jetzt nicht mehr.

Klingt für mich, als hättest du dir mit dem kleinen Umbau mehrere Probleme auf einmal an Bord gezaubert. Oder ich habe es nur nicht richtig verstanden.

VG Eric

Zeno Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 18

25.05.2016 12:33
#13 RE: Ruderblatthochholung/halterung Zitat · Antworten

Hallo Eric,

die Konstruktion mit den zwei Rollen und der Klemme an der Pinne war bei meinem Setup sehr reckanfällig und das Blatt hatte nach hinten Spiel.

Ich bin mir nicht sicher warum aber z.B. ist der Winkel vom Ruderblatt zur ersten Rolle nicht rechtwinklig, wie im Handbuch beschrieben, sondern geht etwas schräg nach oben.

Vielleicht ist mein Ruderblatt nicht das passende zum Boot gewesen.

Wenn man die Pinne anhebt kommt über die beiden Rollen ja ebenfalls Bewegung ins Fall, da der Winkel zu ersten Rolle sich ändert. Insgesamt habe ich jetzt nen stabileres Setup und überlege zusätzlich das Blatt komplett zu fixieren mit einer zweiten Bohrung.

Gruß
Zeno

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

27.05.2016 00:38
#14 RE: Ruderblatthochholung/halterung Zitat · Antworten

Zitat von Zeno im Beitrag #13
Hallo Eric,

die Konstruktion mit den zwei Rollen und der Klemme an der Pinne war bei meinem Setup sehr reckanfällig und das Blatt hatte nach hinten Spiel.


Hallo Zeno, genau darum ging es ja in den Beiträgen davor. Der Niederholer ist wichtig, er soll eine hohe Haltekraft haben und möglichst reckfrei sein. Das Original wurde an einem kalten, grauen Novembermontagmorgen erfunden, gegen 6.15 und vor der Serienproduktion leider nie getestet. So ist jeder Jantareigner gezwungen, sich selbst was zu überlegen. Betatester sozusagen.

Ich bin mir nicht sicher warum aber z.B. ist der Winkel vom Ruderblatt zur ersten Rolle nicht rechtwinklig, wie im Handbuch beschrieben, sondern geht etwas schräg nach oben.

Das rechtwinklige im Buch fällt eher unter optische Täuschung. Krafttechnisch ist es egal.

Vielleicht ist mein Ruderblatt nicht das passende zum Boot gewesen.

Naja, wenn es reinpasst und ansonsten das macht, was das Original gemacht hätte...

Wenn man die Pinne anhebt kommt über die beiden Rollen ja ebenfalls Bewegung ins Fall, da der Winkel zu ersten Rolle sich ändert.

Und schon hat wieder einer zufällig eine neue Niederholerspannvorrichtung erfunden.
Wenn ich es richtig verstehe, musst du dein Ruderblatt runterziehen (kraftvoll und mühsam, da ohne Untersetzung). Wenn es am Anschlag ist, hebst du die Pinne und belegst die Klampe. Wenn du dann die Pinne wieder absenkst, verlängert sich der Weg des Niederholers. Da aber nicht mehr Seillänge da ist, wird der Niederholer zusätzlich gepannt.
Nennt sich direkt Spannhebel. Hatten wir als Knirpse an der Seilzugbindung unserer Skier, die man auf diese Weise zwischen Abfahrt und Langlauf wechseln konnte. (In Wirklichkeit konnte man damit beides nicht)


Insgesamt habe ich jetzt nen stabileres Setup und überlege zusätzlich das Blatt komplett zu fixieren mit einer zweiten Bohrung.


Riskant. Alternativ lieber den Bolzen als Spannschraube ausführen, denn wenn das empfindliche Ruderblatt bei Grundberührung oder Ramming von Treibgut nicht nachgeben kann, wird es definitiv kaputt gehen.


VG Eric

FSA Segelsport GmbH Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 175

20.06.2016 22:20
#15 RE: Ruderblatthochholung/halterung Zitat · Antworten

Wir bieten ein Update für die Ruderanlage ab Bj. 1995 (neuere Version) an.

Im Herbst Pinne, Kopf und Blatt zusenden oder anliefern und wir optimieren
das Ganze

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