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Dieses Thema hat 19 Antworten
und wurde 1.893 mal aufgerufen
 Tipps und Technik
Seiten 1 | 2
ollie Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 40

27.04.2016 07:24
Pinnenarrettierung Zitat · Antworten

Hallo Jantar-Gemeinde,
hat jemand eine gute Idee für einen Pinnen-Feststeller?
Tiller-Lock habe ich mir mal angesehen, habe aber keine Idee, wo ich den an der Jantar-Pinne montieren soll.

Gruß
Ollie

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

29.04.2016 10:40
#2 RE: Pinnenarrettierung Zitat · Antworten

Zitat von ollie im Beitrag #1
Hallo Jantar-Gemeinde,
hat jemand eine gute Idee für einen Pinnen-Feststeller?
Tiller-Lock habe ich mir mal angesehen, habe aber keine Idee, wo ich den an der Jantar-Pinne montieren soll.

Gruß
Ollie


Hallo Ollie, Tiller-Lock wird schwierig, da der Mittelteil der Pinne zwischen den langen Grifflöchern nicht ausreicht, um das Teil anzuschrauben, weiter hinten wäre der Hebelarm zu klein, also die Kraft auf der Leine viel zu groß und ausserdem würde die gespannte Leine über die Backskistendeckel laufen.
Das System ist also eher ungeeignet.

Es gibt eine Art Klemme, bei der die Leine vor der Pinne laufen kann und dann nur in die Klemme gesetzt wird. Diese Klemme wäre schmal genug, um sie unter einem der Griffarme anzubringen.
http://images.google.de/imgres?imgurl=ht...URCCBMQ9QEIHjAA

Ich habe bei mir einen Kamm als Pinnenarretierung rumzuliegen, weil ich das von früheren Booten so kenne. Das würde funktionieren, allerdings ist die Jantar wegen der kurzen Wasserlinie, des relativ dicken Bauches und des sehr schlanken Kiels eine richtige Zicke, was das Vertrimmen anbetrifft. Sobald du dich an Bord bewegst, hat das deutliche Auswirkung auf den Kurs.
Wenn du die Pinne festlegst, um dir mal eben einen Tee zu machen oder ein Bier zu holen oder vielleicht sogar etwas am Mast oder Vorstag zu fummeln, wird sie gnadenlos vertrimmen und dadurch ganz woanders hinfahren, als du gehofft hast und das mit festgestellter Pinne.

Aus diesem Grund hat auch ein Pinnenpilot ordentlich zu ackern.

Das ist ein bisschen nervig, aber wenn man das erstmal akzeptiert hat, stellt sich die Frage nach der Pinnenfesttellung ganz anders.

Bei mir habe ich das seit einigen Jahren mit einer kräftigen Gummileine gelöst, die unter der Pinne im Heckteil der Plicht sitzt. Die Leine ziehe ich nur stramm und werfe sie über die Pinne. Der Winkel zur Leine ist relativ stumpf, so dass sich die festgespannte Pinne auch in der Welle nur in einem bestimmten Maß bewegen kann.
Das genügt, um Segel zu bergen, ist aber keine punktgenaue Pinnenarretierung ala Tillerlock. Im Stand halte ich auch die Pinne mit der Gummileine fest.

Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich auch eine längere Pinne habe, als im Original, weil die kurze Pinne des Originals den Skipper m.E. auf einen falschen Platz zwingt.
Mit der längeren Pinne kann ich auch eine längere Pinnenverlängerung (hihi) fahren und habe damit die volle Handlungsfreiheit in der Plicht und kann von den Winschen bis zu den Hebelklemmen jeden Punkt erreichen, ohne das Ruder aus der Hand zu lassen.

Beim Wenden mache ich es wie beim Cat, da muss man ja sogar mit einem 2m-Pinnenausleger klarkommen, ohne ihn dabei aus der Hand zu legen. Das geht schon, ist allerdings nicht ganz so komfortabel, wie mit der Kurzpinne und einem kurzen Ausleger.
Der Vorteil ist, dass ich schneller auf der hohen Kante sitze, als der Vorschoter und so weit vorne, dass ich dessen Arbeit unterstützen kann und und einen großen Hebelarm erreiche. Kann man die Jantar nach der Wende relativ aufrecht halten, setzt sie das dankbar in Bewegung um.
Das gelingt nicht, wenn man wegen der kurzen Pinne mit dem Hintern auf der Plichtbank festklebt.
Bei Motorfahrt und Schietwetter kann ich mich direkt hinter die Schotwand kuscheln. Dieser Platz ist auch ideal, damit die Jantar das Heck nicht so einbuddelt.
Wie gesagt, das Boot ist schnell vertrimmt, gerade im Längstrimm. Will man nicht alle anderen vor sich hertreiben, ist jede Maßnahme nützlich, mit der sie das Heck aus dem Wasser kriegt. Kleiner Nebenschauplatz, aber hier greift wieder einmal ein Thema ins andere.

Eine punktgenaue Lösung für eine Pinnenarretierung könnte ähnlich aussehen, wie meine Gummileine.
Dabei müsste die Leine jedoch unbeweglich sein und auf einer Seite fest. Dann legt man sie einmal um den Pinnengriff und hakt sie auf der anderen Seite in eine Curryklemme. Dieses System hätte den Vorteil, dass du den Kurs durch einen Ruck an der Pinne nachjustieren kannst.
Stören würde mich, dass dabei eine Leine im Boot rumliegt.

Das war nämlich meine erste Idee. Dann habe ich mir überlegt, dass man die feste Leine mit einer Gummileine in die Backskiste zurückziehen könnte, beim Herausziehen müsste die Leine dann durch einen Knoten begrenzt sein.
Bei dieser Knobelei dachte ich, warum nicht gleich eine Gummileine nehmen.

Vielleicht helfen dir diese Anregungen, zu einem wirksamen Arrtetierungssystem zu kommen.
Ein halber Meter kräftige Gummileine kostet ca 1,15 Euro. Ohne Gebrauch hängt sie staff an der Rückwand und ist nicht im Weg.

VG Eric

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

03.05.2016 23:52
#3 RE: Pinnenarretierung Zitat · Antworten

Hallo Olli.
Habs ganz ähnlich gelöst wie Eric: Gummistropp, an beiden Enden fest. Allerdings mit einem kleinen Unterschied: Der Gummi ist so lang, daß er einmal um das vordere Ende de Pinne geschlungen werden kann. Auch mit diesen "Feststeller" dran kann dann noch gesteuert werden, wenn auch mit etwas mehr Kraftaufwand. Hatte das so viele viele Jahre auf meiner Rennjolle so und habs jetzt auf die Jantar übernommen. Den bei Übernaheme vorhandenen und an der Unterseite der Pinne montierten "Tillerlock" von Davis habe ich rausgeschmissen. Hat sich nicht bewährt. Die Bedienung ist zu umständlich und nicht flexibel. Ebenso habe ich einen vom Vorbesitzer vorhandenen "Kamm" abmontiert. "Keep it small and easy".
Helmut

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

04.05.2016 23:31
#4 RE: Pinnenarretierung Zitat · Antworten

Hallo Helmut, ich habe den neu gekauften Kamm ja noch zu liegen und überlege schon seit einiger Zeit, ob und wenn ja wie ich den einbauen könnte.
Was hat dich bewogen, den bereits vohandenen Festellkamm rauszuschmeissen? Hat er nicht funktioniert? Ist doch nur aussteuern und hochklappen.
Ich hatte früher an einem anderen Boot einen Kamm und fand das ganz praktisch. Was hast du mit den Löchern gemacht?

VG Eric

p.s. schönen Vatertag - wer unterwegs ist, gute Reise. :-)
Soll ja noch kalt werden nachts, aber am Tage ist Sommer angesagt, sogar mit Wind und mit ohne Regen. :-)

rehwald Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 33

06.05.2016 12:18
#5 RE: Pinnenarrettierung Zitat · Antworten

da tickerte doch gerade ein passender Artikel an mir vorbei... Simple low cost tiller lock, ok der Feststeller könnte sich da mit der Pinnenverlängerung beißen... oder man setzt das mittels eines Brettchens versenkt in die Grifföffnung der Pinne.

Mal so als Anregung für Bastelarbeiten :-D

Gruß
Thomas

sct Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 152

09.05.2016 16:33
#6 RE: Pinnenarrettierung Zitat · Antworten

Die Art Pinnenarretierung mit einer Querstrippe funktioniert aber nur bei Pinnen die man nicht hochklappen kann oder muß. Ich habe eine Sportina 595 (fast wie eine Jantar) bei der sich die Backskiste unter der Pinne befindet. Zum Öffnen der Backskiste muß die Pinne nach oben geklappt werden. Ist das bei einer Jantar nicht auch so?

Ich werde mir daher so einen Kamm kaufen. Bei AWN gibt es welche aus Niro mit 3cm Höhe für ~43€.

Ciao
SCT

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

09.05.2016 21:08
#7 RE: Pinnenarrettierung Zitat · Antworten

Zitat von rehwald im Beitrag #5
...Mal so als Anregung für Bastelarbeiten :-D


Na ich weiss ja nicht, auf meinem Kahn gäbe es für solche Jugend-forscht-Arbeiten ein striktes Bastelverbot.
An wen erinnert mich die Bauanleitung für diese Pinnenarretierung bloss?
Man nehme eine Kugelschreibermine und ein Frauenhaar und etwas Plutonium...



Zitat von sct im Beitrag #6
Die Art Pinnenarretierung mit einer Querstrippe funktioniert aber nur bei Pinnen die man nicht hochklappen kann oder muß. Ich habe eine Sportina 595 (fast wie eine Jantar) bei der sich die Backskiste unter der Pinne befindet. Zum Öffnen der Backskiste muß die Pinne nach oben geklappt werden. Ist das bei einer Jantar nicht auch so?


Nö. Die Jantar hat 2 Deckel und in der Mitte dazwischen einen breiten Steg. Aber auch bei der Jantar muss man sich entscheiden, ob man steuern will oder in den Backskisten kramen. Beides gleichzeitig gibt Kuddelmuddel.

Zitat von sct im Beitrag #6
Ich werde mir daher so einen Kamm kaufen. Bei AWN gibt es welche aus Niro mit 3cm Höhe für ~43€.


Und den schraubst du dann wo an? Auf dem Backskistendeckel?
Aber egal, wo der Kamm sitz, der Deckel muss dann trotzdem zu bleiben, sonst fliegt die Pinne aus dem Kamm.

Zur Gummileinenlösung
Wir sind am Sonntag auf der Rückreise nur vor Top und Takel bei ziemlich heftigen Raumschotböen (mit weissen Schaumkämmen) gute 6 km über einen See getrieben und haben dabei Abendbrot gegessen und Schiff klariert, gedöst und Adler beim Fischen beobachtet und womit man sich auf den nahezu menschenleeren Brandenburger Seen die Zeit vertreibt und die ganze Zeit hat der Gummi die Pinne gehalten.
Ab und an die Pinne mal mit dem Fuss anstupsen für eine kleine Kurskorrektur, hat vollkommen genügt, um den Kahn mit guten 2 Knoten am laufen zu halten. Alle 10 min mal umdrehen. wegen "Schiffsbegegnung", aber da ist sowieso keiner.

Hmmmm, Brandenburg, lecker Natur und so herrlich entvölkert. Man könnte Atommüll lagern und keiner merkt´s. Weil, ist ja keiner mehr da, alle im Speckgürtel oder in Bayern oder Bratenwürstchenberg und der Rest der zeugungsfähigen Jugend wickelt sich in getunten Kleinwagen um die Allebäume.
Mein kleines Segelparadies ist keine Stunde Autofahrt von der dicken Stadt entfernt. Gut, dass das keiner weiss.
Ich werde mal nicht so viel schwärmen, sonst sind wir eines Sonntag Abends glatt 2 Segelboote auf solchen Seen.

Solche kleinen Kurskorrekturen müsste man auch mit Kamm machen, nur dass man dabei nicht entspannt auf den Plichtbänken rumlümmeln kann und die Pinne ab und an mit dem Fuss anstupsen. Es sei denn, man kann den Kamm mit den Zehen verstellen.

Übrigens, Tiller-Lock würde bei mir schon deshalb ausfallen, weil dort die Leine permanent eingefädelt ist und gerade so ruppiges Wetter, wie am Vatertagswochenende, eher nach blitzartigen Reaktionen an der Pinne verlangt. Hier würde die Leine einfach bremsen. Ist wohl eher für weniger nervöse Kielboote gedacht.

VG Eric

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

09.05.2016 23:31
#8 RE: Pinnenarrettierung Zitat · Antworten

Ja, genau so wie eric es sehr pointiert beschrieben hat funktioniert der "Gummistropptillerfastener". Darüber hinaus sind auch Fenkorrekturen leicht möglich, wenn man die Pinne ein wenig unter dem Gummistropp verruscht und jederzeiger Hand-/Fußeingriff ist auch möglich. Wenns sein muß, kommt sogar der Pinnenpilot mit dem Gummistropp dran zurecht.
Meine Erfahrungen mit komerziellen Festellvorrichtungen waren recht negativ:
Tillerlock von Davis:
- Feststellrad und Umlenkrollen waren auf der Unterseite der Pinne montiert
- umständlich zu bedienen.
- die zwei Feststellleinen führen über die Backskisten. Deren Deckel werden durch diese beiden Querleinen blockiert. Ebenso kann die Pinne nicht hochgehoben werden. (Dem hatte ich aber abgeholfen in dem ich diese Querleinen in Klemmen gelegt hatte um die Leinen bei Nichtgebrauch frei machen zu können).
Pinnenkamm:,
- Der Kamm selbst war auf der Brücke zwischen den Backskisten montiert, das Gegenstück auf der Unterseite der Pinne.
- Hab mir etliche Male die Finger aufgerissen an den scharfen Kammzacken.
- beim leichtesten Anheben der Pinne ist der (klappbare) Kamm umgefallen und schon wars aus mit der "Selbssteuerung".
Meine Konsequenz:
Hab beide Vorrichtungen rausgeschmissen und durch den altbewährten Gummistropp ersetzt.Jetzt funktionierts prächtig, so wie von Eric beschrieben.
Helmut

sct Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 152

10.05.2016 15:29
#9 RE: Pinnenarrettierung Zitat · Antworten

Zitat von eric im Beitrag #7
Zitat von sct im Beitrag #6
Ich werde mir daher so einen Kamm kaufen. Bei AWN gibt es welche aus Niro mit 3cm Höhe für ~43€.


Und den schraubst du dann wo an? Auf dem Backskistendeckel?
Aber egal, wo der Kamm sitz, der Deckel muss dann trotzdem zu bleiben, sonst fliegt die Pinne aus dem Kamm.

Der Kamm wird hinter dem Deckel angeschraubt. Da ist genug Platz sowohl hinter dem Deckel als auch unter der Pinne. Ich habe 6cm Luft unter der Pinne 5cm hinter dem Deckel gemessen. Da passt der Kamm perfekt hin.

Ich möchte den Kamm auch nicht benutzen um stundenlang ohne Steuer dahin zu dümpeln. Er ist für die Momente gedacht wo man unbedingt die Pinne verlassen muß weil man alleine ist (Segel setzen, Ankern, Brille holen, eincremen, ...)

Ciao
SCT

rehwald Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 33

11.05.2016 08:09
#10 RE: Pinnenarrettierung Zitat · Antworten

Zitat von sct im Beitrag #9
Ich möchte den Kamm auch nicht benutzen um stundenlang ohne Steuer dahin zu dümpeln. Er ist für die Momente gedacht wo man unbedingt die Pinne verlassen muß weil man alleine ist (Segel setzen, Ankern, Brille holen, eincremen, ...)


Ich habe derzeit so einen Kamm montiert (noch vom Vorbesitzer) und kann sagen, dass der genau dafür nicht taugt. Zumindest meiner nicht. Ein bisschen Druck im Ruder und das Ding springt einfach raus (da ist immer ein bisschen Spiel im Beschlag). Einzig ein Gummistraps/Bänzel um das Ruder unten zu halten hilft hier (ich tüdel dann einfach schnell was an den Reitbalken). Aber wenn ich schon so eine Konstruktion habe, kann ich auch gleich ganz auf die "Strapsvariante" gehen. Nur die Befestigung am Rumpf ist mir hier noch nicht ganz klar...

Gruß
Thomas

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

11.05.2016 08:30
#11 RE: Pinnenarrettierung Zitat · Antworten

Zitat von sct im Beitrag #9

Der Kamm wird hinter dem Deckel angeschraubt. Da ist genug Platz sowohl hinter dem Deckel als auch unter der Pinne. Ich habe 6cm Luft unter der Pinne 5cm hinter dem Deckel gemessen. Da passt der Kamm perfekt hin.

Ich möchte den Kamm auch nicht benutzen um stundenlang ohne Steuer dahin zu dümpeln. Er ist für die Momente gedacht wo man unbedingt die Pinne verlassen muß weil man alleine ist (Segel setzen, Ankern, Brille holen, eincremen, ...)

Ciao
SCT


Hi, ich möchte nochmal daran erinnern, dass die Pinne ein Hebel ist.(Das war das mit Kraft mal Länge)
Das, was da bei Bootsbewegungen durch Wind und Welle und Lageänderungen am Ruder zerrt, ist ja nicht wenig. Verkürzt man den Hebelarm, z.B. auf 1/10 der Pinnenlänge, steigt auch die erforderliche Haltekraft an der Klemme auf das Zehnfache. Das dürfte die winzige Haltenase unter der Pinne dezent überfordern.
Die wird bei Seegang im Kamm verbiegen oder abreissen, oder binnen, sobald das erste Motorboot vorbeifährt.
Auch das Spiel in der Klemme erhöht sich entsprechend. Es ist ein Unterschied, ob eine Kammklemme auf der Griffseite der Pinne 1 mm Spiel zulässt oder erst hinter dem Backskistendeckel. Weniger wegen der Steuergenauigkeit, als wegen der dynamischen Kräfte. Ein Brecheisen, mit dem man Schwung holen kann, kriegt mehr kaputt, als eins ohne Schwung.

Also, die Stelle mag praktisch erscheinen, ich bezweifel aber, dass das funktioniert.
Aus genau diesem Grund sind die Kämme immer so weit vorne, wie möglich angebracht. Die Gummileinenlösungen übrigens auch und Tillerlock usw.
Ausserdem kommt man da hinten nicht ran, wenns mal schnell gehen soll.

Gibt Lösungen, da kann man ihn auf der Vorderseite der Backskiste montieren. Bei Nichtgebrauch hängt er in der Plicht und stört nicht (genau wie die Gummileine ) und wird bei Bedarf einfach hochgeklappt an die Pinne.
Aber Achtung - auch diese Verlängerung ist ein zusätzlicher Hebelarm, der entsprechend stärkere Kräfte an den Halteschrauben der Kammverlängerung und auf dem Scharnier der Verlängerung erzeugt.
Zu viel für Bastellösungen, aber die Kämme mit Verlängerung kann man auch kaufen. Die haben breitere oder doppelte Gelenke, die diese Kräfte besser übertragen. Die sind aber auch etwas teurer.


Ich fasse mal kurz zusasmmen - x fach teurer als die funktiionierende Gummilösung, kompliziert anzubringen, sowohl am Boot als auch an der Pinne, kein plausibler Montageplatz, schwieriger zu bedienen...

Gibt aber auch ein Argument für den Kamm - wenns gut gemacht ist, sieht es besser aus und glänzt auf alle Fälle mehr als die Gummileine.

Viel Spass beim Knobeln wünscht
Eric

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

11.05.2016 09:23
#12 RE: Pinnenarrettierung Zitat · Antworten

Hallo Thomas
Genau mein Erfahrung. Die Haltenase springt zu leicht aus dem Kamm und dann klappt der Kamm um. Man braucht dann beide Hände um ihn wieder einzurichten. Ich denke über die Untauglichkeit von Kamm und Tillerlock von Davis für die Jantar 21 ist hier nun genug berichtet worden. Wer da nun unbedingt seine eigenen (negativen) Erfahrungen machen möchte, dem ist nicht zu helfen.
Zur Lösung mit dem Gummistropp:
Gummistärke: 5 mm
Länge: So lang, daß er einmal um das vordere Pinnenende geschlungen werden kann und dann einigermassen stramm ist (die richtige Länge muß ausgetestet werden).
Befestigungspunkte: Die Stroppenden sind am achteren Ende der (senkrechten) Plichtseitenwände im oberen Viertel befestigt.
Benutzung: Pinnenausleger zurückklappen, Pinne in Mittelstellung, Gummi einmal um das vordere Pinnenende schlingen. Feinkorrektur der Pinnestellung ist möglich ohne den Gummi abzunehmen. Es kann auch mit dem Gummi dran noch gesteuert werden, wenn er nicht zu stramm und zu kräftig ist.
Bei Nichtgebrauch: Der Gummistropp hängt dann schlaff nach unten (etwa dahin wo der Plichtablauf ist) und stört nicht. Man kann nicht hängen bleiben.
Helmut

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

11.05.2016 09:40
#13 RE: Pinnenarrettierung Zitat · Antworten

Ah, dann ist das bei mir doch etwas anders - starke Gummileine, 10mm, die bei Nichtgebrauch straff zwischen den Plichtbänken hängt. Mit einem Griff auf die Pinne gelegt, erzeugt sie genügend Reibungsdruck, um die Pinne festzuhalten, aber Stereurkorrekturen zuzulassen.
Pinnenverlängerung ist davon unabhängig, würde ich aber auch wegklappen, denn eine unbenutzt ins Boot ragende Pinnenverlängerung wartet nur darauf, dass irgend einer drauflatscht. Im besten Fall ist man das selbst, dann muss man keinen anderen anschreien.

Ich finde es gut, dass nicht alle das gleiche basteln, gerade dadurch entstehen ja verschiedene Lösungen und wie gesagt, die Gummileine ist zwar unschlagbar preiswert, glänzt aber nicht so schön, wie eine geputzte Kammklemme.

App mehrere Lösungen:
Ich habe auch lange über eine Lösung nachgedacht, die die Pinnenverlängerung nutzt. Gibt es schon, auch zum wegklappen. Leider ist das Gegenstück dann im Sitzbereich. Wer aber weiterknobeln will - man kann auch die Pinnenverlängerung durch eine Leine fixieren oder durch eine Steckhülse, wie beim Autopiloten.
Ideal dafür wäre eine stufenlos verstellbare Pinnenverlängerng, wie der Battlestick. Meine ist leider nur in gewissen Stufen verstellbar und das wäre zu ungenau.

In diesem Zusammenhang - wieder einmal schade, dass hier so viele nur Mitlesen. Gibt sicher noch andere interessante Lösungen.

VG Eric

Zeno Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 18

23.05.2016 16:06
#14 RE: Pinnenarrettierung Zitat · Antworten

Hallo Ollie,

ich habe es ein bisschen mit Basteln versucht aber mich dann doch für den Tiller_Lock von Davies entscheiden.

Ich habe ihn verkehrt herum unter die Pinne, nicht ganz mittig geschraubt. Da der flach genug ist, stört er unter der Pinne nicht und die Schraube kann man mit einem Griff unter die Pinne schnell mal auf und zu drehen.

Für die Leine gibt es dann zwei Konzepte:

1. Einfach am Heckkorb auf gleicher Höhe der Pinne eine Leine spannen, dann kann man auch die Backskisten noch öffnen. Hat den Nachteil, dass man festgezogene Knoten um die glatten Metall Rohre des Heckkorbs machen muss und damit das ganze relativ starr wird. Dazu habe ich aber gerade ne Hilfestellung gesehen -

stanchion mounted cleat
http://www.sailboatstuff.com/images/SD327111LG.jpg oder einfach ne Fenderleinen Klemme.
https://www.awn.de/clamcleat-fenderleinen-klemme.html

Zusätzlich ist die Hebelwirkung nach oben eingeschränkt und der Winkel der Leine ist nicht nach Anleitung 90 Grad. Ich war zwei mal damit draussen und das klappt aber trotzdem prinzipiell, um z.B. alleine die Fender rein zu holen oder die Beine auszustrecken und nen Getränk zu holen etc. Bei viel Wind habe ich jedoch noch kein Erfahrung gemacht.

2. Mit mehr Winkel kann man die Leine an den hinteren Heckkörben links und recht auf Höhe der Rollen für das Achterstag spannen. Das probiere ich gerade aus und kann noch nicht sagen, ob es besser als das erste Konzept ist. Dann sind aber auf jeden Fall die Backskisten "offline" und man muss das so flexibel gestalten, dass man da noch ran kommt.

Gruß
zeno

sct Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 152

23.05.2016 17:45
#15 RE: Pinnenarrettierung Zitat · Antworten

Hi nochmal,

am Wochenende habe ich den Kamm den ich mir gekauft habe, nun montiert und ausprobiert. Ich muß sagen dass das prima funktioniert. Da springt nichts heruas. Auch nicht bei hohen Wellen oder bei starkem Ruderdruck. Ich bin begeistert von dem Kamm.

Ich muß allerdings auch dazu sagen daß ich das Scharnier des Kamms mit einem Hammer derart bearbeitet habe daß es etwas schwergängig ist und nicht von selber runterklappen kann. Ich denke ohne diesen kleinen aber feinen Unterschied zur Originalversion wäre ich wohl auch enttäuscht. Damit geht sogar Einhandbedienung.

Mein Fazit: So ein Kamm ist ne feine Sache wenn er eine einmal eingestellte Position von selbst behält.

Ciao
SCT

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