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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 500 mal aufgerufen
 Tipps und Technik
eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

16.05.2016 21:55
Deckwaschen, ganz easy Zitat · Antworten

Hi allerseits,

wir haben zu Pfingsten eine genial einfache Möglichkeit entdeckt, mit der man das Deck seiner Jantar waschen kann, ohne dafür wie sonst auf den Knien herumzurutschen:
Dafür muss man einfach nur ungerefft in sehr rauem Wetter herumgurken, mit richtig fiesen Böen, Fock anballern und Großschot einklicken und sich irgendwie soweit rauslehnen, dass man garantiert nicht mehr die Großschotklemme aufkriegt. Dann nur noch eine der Hammerböen abwarten.
Den Rest macht die Jantar von ganz alleine.
Ein Teil der Plicht wurde gleich mitgespült.
Beruhigend ist, dass sie sich nach der Deckwaschung auch von ganz alleine wieder aufrichtet.

Ok, zugegeben, wir haben das erstmal nur auf einer Seite ausprobiert, die andere Seite vom Deck mache ich dann doch lieber wieder traditionell auf den Knien.

VG Eric

sct Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 152

17.05.2016 11:32
#2 RE: Deckwaschen, ganz easy Zitat · Antworten

Hahaha... Gut geschrieben. Wir sind am Samstag segeln gewesen. Und natürlich gab es auch in Berlin die beschriebenen Böen bis zu 7bft (würde ich meinen). Wir hatten einen Kumpel mit an Bord und so hatte ich die Fock gar nicht angeschlagen. Trotzdem sind wir unsere üblichen 30km auf dem Wannsee in 4h durchgerutscht.

Zeno Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 18

23.05.2016 15:36
#3 RE: Deckwaschen, ganz easy Zitat · Antworten

Bei uns an der Küste hat es auch richtig gepustet und wir haben die Jantar im Hafen gelassen. Das hätte ich nur mit ordentlicher Crew gemacht.

Wenn der Wind extrem auffrischt und ich alleine unterwegs bin, lasse ich auch gerne das Groß drin.

Wie lange braucht die Jantar denn um sich aufzurichten?

Gruß
Zeno

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

24.05.2016 09:41
#4 RE: Deckwaschen, ganz easy Zitat · Antworten

Zitat von Zeno im Beitrag #3
Bei uns an der Küste hat es auch richtig gepustet und wir haben die Jantar im Hafen gelassen. Das hätte ich nur mit ordentlicher Crew gemacht.

Wenn der Wind extrem auffrischt und ich alleine unterwegs bin, lasse ich auch gerne das Groß drin.

Wie lange braucht die Jantar denn um sich aufzurichten?

Gruß
Zeno




Hi Zeno, paar Sekunden Wasser übers Deck und ein paar Eimer rein, dann kam sie schon wieder hoch. Wie gesagt binnen und mit dichtgeknallten Segeln und ohne Reff, aber auch ohne Welle. Da ich viel zu spät erst die Großschot aus der Klemme gekriegt habe, sind bei der Aktion noch nicht einmal die Segel nass geworden.

Auf See ist das ein ganz anderer Schnack. Hier sind wir mal mit Reff 1 und ohne Fock von einer Böenwalze überrannt worden und da die Jantar wegen der stark gepfeilten Salinge den Großbaum nicht weit genug rauslassen kann, fängt sie einfach zu viel Wind. Weiter in den Wind ging nicht mehr, weil der kleine Dickbauch von den hohen Wellen zurückgeworfen wurde. So mussten wir abfallen und haben auf der hohen Kante rumgeturnt, um nicht ganz umzukippen. Ich weiss nicht, wie lange wir da geackert haben, Sekunden? Die Wanten haben aufgejault, man hat die Böe gehört, das ist auch selten, wie ein Tier, was faucht. Der Großbaum eine einzige Querflöte. Kommt man sich echt winzig vor, so als Stadtmensch in der echten Natur.

Das Boot hat wenig Reserven gegen umkippen und dabei habe ich schon den moderneren Kiel, der ja einen etwas tieferen Schwerpunkt hat. Gibt sogar einen noch moderneren, der voll aufgeholt, gut 20 cm unten rausguckt. Ist ja alles Regelkonform, war nur einfach zu viel Dampf.
Danach ging der Hexentanz erst richtig los, aber da gab es eine Minute Luftholen, in der wir den Rest des Tuchs runtergeruppt haben und noch alles sturmsicher festlaschen konnten. Was dann abging, muss ich aber auch nicht jedes Jahr erleben. Gruselig. Vor Top und Takel mit brummenden Ruderblatt in wilden Wellensurfs jenseits der Rumpfgeschwindigkeit, die Logge im zweistelligen Bereich und dann bloss nicht versteuern oder querschlagen, na danke auch.
An dieser Stelle hat die Jantar aber gezeigt, dass sie praktisch eine kleine Rettungsinsel ist und sich von den hohen Wasserwänden hinterm flachen Heck in keiner Weise beeindrucken lässt. (im Gegensatz zu ihrem Skipper)Auch der voluminöse Bug hat hier Vorteile, denn der unterschneidet nicht und bohrt sich in die vorauslaufende Welle, wie ich es schon mit etwas schnittigeren Booten erlebt habe, sondern hebt sich brav an. Gibt echt ein paar Details, wo man merkt, dass man es mit einem erfahrenen Konstrukteur zu tun hatte, vor allem mit Seeerfahrung.

Aber auch binnen ist sie ja mehr als sportlich unterwegs und man matcht sich mit Kielbooten bis 30 ft.
Übrigens, gerefft läuft sie viel angenehmer, wir waren beim Deckwaschen aber im Wettkampfmodus und haben zu spät gerefft. Gut für die Platzierung, schlecht für die Nerven und wenn es dann noch mit einem Umfaller bestraft wird, haben auch noch alle Recht, die vorm Start gesagt haben, refft mal lieber. (und Recht hatten sie)

Nee, nicht mehr auf die See rausfahren, bei so einem Hack, verstehe ich sehr gut, würde ich auch nicht machen. Das Problem entsteht ja eher, wenn man noch draussen ist.
Dauerhaft an der See würde ich mir ein anderes Boot kaufen. Aber dass die Jantar beides kann und dann noch trailerbar ist und dann noch im Yachthafen so klein, aber doch sportlich aussieht, dass sie groß und wohnlich genug ist, um mal einen Regentag vor Anker zu verbringen, dass sie dann aber auch in der Plicht viel Platz zum Arbeiten lässt und um sich auch mit 1,90m Scheitelhöhe auf den Plichtbänken hinzulümmeln und direkt aufs Wasser zu gucken, das ist einfach ein genialer Mix.

VG Eric

Zu deiner Frage, ob nur noch mit Fock. Kenne ich auch so. Ich habe allerdings eine Rollreffanlage (das hat sich mal einer an einem langweiligen Flautetag ausgedacht)Die bekommt im Sturm so viel Druck, dass das weder mit dem Reffen geht, noch mit dem einrollen. Das Einleinenreff vom Gross habe ich zurückgebaut, wegen schlechtem Stand. Mit Reffhaken und nur das Schothorn im Leinenreff ist auch schnell.
(Haben wir dann noch in der Wettfahrt gemacht, kurz vor der Tonne und das war dringend erforderlich)
Bei solchen Bedingungen ist ohnehin nur noch die Fock an der Segelei beteiligt, insofern kann man das Groß auch weglassen.
Aber im Starkwind ist Reff 1 und Fock eine gut aufeinander abgestimmte Besegelung.

sct Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 152

24.05.2016 10:11
#5 RE: Deckwaschen, ganz easy Zitat · Antworten

Ich habe vor dieses Jahr drei Wochen mit meiner Sportina 595 (ähnlich Jantar) auf die Boddengewässer der Ostsee zu fahren bzw. auch mal die Nase auf die Ostsee zu wagen. Wenn man sowas liest wird einem Angst und bange. Also ich werde immer den Wetterbericht tracken und hübsch "boddig" bleiben. Eventuell mal den Schlenker von Swinemünde zum Ruden wenn da ein stabiles Hochdruckgebiet ist gerade. Ansonsten auch gerne mal einen Tag Wandern oder Stadtbummel. Safety first sage ich da nur. Gott sei Dank gibts Internet und einen tollen Wetterbericht inzwischen. Noch vor 10 Jahren war das anders aber heute muß Sturm beim Segeln wirklich nicht mehr sein.

Good luck
SCT

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