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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 814 mal aufgerufen
 Tipps und Technik
Udo Kornmann Offline

Aktives Mitglied


Beiträge: 5

22.04.2016 21:36
Wassereinbruch Kajüte Zitat · Antworten

Hallo !
Habe gestern das Boot aus dem Winterlager (mit Plane im Freien) geholt und Wasser im Boot festgestellt ! Auf dem Boden auch vor dem Kielkasten hinter dem "schott" und im Boden unter dem Schapp und unter der Spüle.
Nachdem ich die Umrandung des Kielkastens demontiert hatte sprudelte es 10 Minuten munter drauf los ! Habt Ihr eine konkrete Ahnung wo das hergekommen ist und was evtl abzudichten ist ?
Vor ca 4-6 Wochen stand mal die Backskiste auf (Kinder)!und es hatte reingeregnet !
Gruß
Udo

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

25.04.2016 07:52
#2 RE: Wassereinbruch Kajüte Zitat · Antworten

Hallo Udo,

die Verblendung des Kielkastens ist eigentlich nur eine Sperrholzblende mit diesem Jantarstoff bezogen. Die müsste nass gewesen sein, jedenfalls hält die eigentlich kein Wasser zurück.
Es gibt eine Verbindung von der Backsliste zur Kajüte, die durch den Längsstringer backbordseite führt. Die sitzt ziemlich weit unten und ist ein ganz schön großes Rohr. Das endet unter den Schränken der Pantry, bzw im vorderen Staukasten.
Hier wird ursprünglich das Trinkwasser durchgeführt. Offenbar ein Zugeständnis an den Wohnkomfort, aber ein voller Wasserkanister im Heck ist schon unnötiges Heckgewicht und so ein Schläuchlein mit stehendem Wasser im Sommer ist auch noch eine perfekte Bakterienbrutstätte.
Von dort kann Wasser aus der Backskiste ganz leicht den Weg in die Kajüte finden.

Wie kann es unter der Plane in die Backskisten regnen?

Ebenfalls beliebt sind die winzigen Wasserabläufe in der Frontseite der Schiebelukgarage. Da stecken ja gerne mal Blätter und Dreck drin und dann sucht sich das Wasser seinen Weg durch die Zwangsbelüftung (die eigentlich eine der hervorragenden Ideen an der Jantar ist)und über die Innenschale der Kajütdecke ebenfalls seinen Weg ins Innere. Hier müsstest du jedoch feuchte Tapeten haben.
Alos mal genau gucken, was noch nass ist. Sind die Tapeten trocken, steckt das Problem unten.

Wenn du alles trockengewischt hast und deine Jantar im Wasser liegt, dann lauf doch mal ein paar Runden an Deck, bei aufgeholtem Kiel, so dass sie sich in allen Richtungen ordentlich vertrimmt.

Dann nochmal alles ganz gründlich trockenwischen, auch in die Backskiste schauen, wenn dann nichts mehr nachläuft, dann war es das.

Sickert in den Tagen danach immer wieder Wasser nach, hast du ein echtes Problem, denn das würde für eine beschädigte Rumpfschale sprechen und dürfte eine der aufwendigsten Reparaturen nach sich ziehen. Ein Blick von unten in den Kielkasten führt meist nicht weit, hier musst du tatsächlich schauen, ob dieser Bereich möglicherweise immer wieder nachsuppt. Sollte das der Fall sein, ist die doppelte Bodenschale und/oder die Rumpf-Kielkasten-Verbindung gerissen. Dann dringt Wasser in den Schaum und dann wirds echt kompliziert.

VG Eric

p.s. Punkte 1 und 2 - nichts abdichten, überall so viel Luft wie möglich ranlassen.
Letzter Punkt ist eine echte Reparatur, die nur wasserseitig abzudichten ist. Dabei geht es aber um Neuaufbau von Laminat an kaum zugänglichen Stellen und das würde ich jetzt nicht als abdichten bezeichnen. In diesem Fall muss sie auch dringend aus dem Wasser.

Udo Kornmann Offline

Aktives Mitglied


Beiträge: 5

25.04.2016 12:03
#3 RE: Wassereinbruch Kajüte Zitat · Antworten

Hallo Eric,
habe inzwischen alles trocken gelegt, das größte Problem war der Schimmel überall auch am Himmel , die Tapeten (waren verschimmelt aber sonst trocken) und Rollen kann man ja waschen (lalles mit Bleiche behandelt und feucht wieder spannen bzw über den Schaumstoff ziehen) !
Im Leerrohr wo der Wasserschlauch durchgeführt wird stand Wasser, das kam sicher über die Backskiste da rein (Plane reichte nur bis an die Maststütze, Backskiste wurde vermutlich durch spielende Nachbarskinder geöffnet). Als ich dies feststellte stand ca. 20 cm Wasser drin und war gefroren, könnte mit auch vorstellen dass dadurch Wasser in das Verbindungsrohr
geflossen istt ( Gummi war undicht) wie das dann aber in die Schale kommt ( Frost hat evtl. das Rohr platzen lassen ) eine zweite Möglichkeit ist evtl dass in der Backskiste die Halterung für die Batterie als Holzrahmen mit 6 Schrauben am Boden befestigt ist und da Wasser in die Innenschale läuft.

Werde die mal abschrauben und ins Rohr mit einer Kamera sehen !
Informier Euch weiter
Gruß

Udo

Udo Kornmann Offline

Aktives Mitglied


Beiträge: 5

25.04.2016 12:54
#4 RE: Wassereinbruch Kajüte Zitat · Antworten

Hallo Eric,
habe inzwischen alles trocken gelegt, das größte Problem war der Schimmel überall auch am Himmel , die Tapeten (waren verschimmelt aber sonst trocken) und Rollen kann man ja waschen (lalles mit Bleiche behandelt und feucht wieder spannen bzw über den Schaumstoff ziehen) !
Im Leerrohr wo der Wasserschlauch durchgeführt wird stand Wasser, das kam sicher über die Backskiste da rein (Plane reichte nur bis an die Maststütze, Backskiste wurde vermutlich durch spielende Nachbarskinder geöffnet). Als ich dies feststellte stand ca. 20 cm Wasser drin und war gefroren, könnte mit auch vorstellen dass dadurch Wasser in das Verbindungsrohr
geflossen istt ( Gummi war undicht) wie das dann aber in die Schale kommt ( Frost hat evtl. das Rohr platzen lassen ) eine zweite Möglichkeit ist evtl dass in der Backskiste die Halterung für die Batterie als Holzrahmen mit 6 Schrauben am Boden befestigt ist und da Wasser in die Innenschale läuft.

Werde die mal abschrauben und ins Rohr mit einer Kamera sehen !
Informier Euch weiter
Gruß

Udo

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

26.04.2016 10:10
#5 RE: Wassereinbruch Kajüte Zitat · Antworten

Hallo Udo, das klingt ja nicht so gut.

Wir haben ja mehrere Jantars im Verein, alle liegen im Winter im Aussenlager und alle haben ein Gestell oben drauf mit einer Firstlatte (nicht mit dem Mast) und einer richtig großen Plane drauf, so 8 X 6 Meter, die so um die 10 Jahre hält, bevor ihr die Sonne den Garaus macht. Die Planen gibt es meist im Frühjahr im Angebot, bei meiner sind das dann 7,50 Euro im Jahr, überschaubar, anfgesichts der Schäden, die du beschreibst. Die Plane reicht bis zum Trailerund wird dort sturmsicher verzurrt. Da die Plane zu lang ist, ergeben sich vorn und achtern beim Zusammenzurren große nach unten geneigte Lüftungslöcher. In die regnet es nicht rein und es entsteht rasch Zugluft. Darauf ist die Zwangsbelüftung der Jantar ausgelegt. Die bleibt dann relativ trocken. Ankerkastendeckel und Backskistendeckel bekommen ein kleines Hölzchen reingeklemmt, hier sitzt die Zwangsbelüftung im Rand der Deckel, aber die reicht da nur im Sommer. Im Winter muss das ein Spalt offen sein.
Ist sie so vorbereitet, kann man getrost die Türen reinmachen, Schiebeluk noch etwas aufziehen, so wie beim Wohnen auf der Jantar, das ist alles gut durchdacht.
Trotzdem wird sie zwangläufig nass innen, schon im Frost-Tau-Wechsel. Das passiert auch, wenn Polster drin sind, da sieht man es nur nicht gleich.

Lüftung ist bei allen Booten das A und O im Winterlager, aber bei der Jantar im Speziellen.
Ich bin der einzige, der die Polster UND die Tapeten rausräumt und trocken lagert. Das ist ein bisschen mühevoll, aber Schimmelbeseitigung aus Polstern ist ja auch nicht so ohne. Meine Jantar riecht im Frühjahr jedenfalls nicht muffig.

Leider ist mir noch keine funktionierende Befestigung der Klettbänder untergekommen, egal ob Heisskleber oder Pattex Kontaktkleber, mit dem man sogar Schuhsohlen festbekommt, am Jantarrumpf hält das irgendwie nicht. Rupft man die Tapete ab, kommt ein Teil der Bänder hinterher.

Die Sorge vor Frostschäden ist berechtigt. Dabei ist das Rohr sicher das kleinste Problem. Sorgen würde ich mich um das Wasser, was aus der Kielkastenumrandung kam. Da darf nämlich im Normalfall gar kein Wasser sein und wenn doch, muss das bis zum ersten Bodenfrost raus sein.
Die im Foto gezeigte Kielkasten-Innenschale-Verbindung ist im Normalfall dicht.

Falls die bei dir gerissen ist, gibt es ein Problem mit der Bodengruppe.

Meine Empfehlung wäre, das mal jemandem zu zeigen, der schon mal eine Jantar von innen gesehen hat und weiss, wie das repariert wird.
Die Methode und der Umpfang richten sich nach dem Grad der Zerstörung. Der Schaum der Bodengruppe hat eine aussteifende Funktion. Wird bei einer Sandwichschale die Verbindung zwischen den Lagen und dem Innenschaum abgelöst, verliert sich diese aussteifende Funktion. Das ist zum Beispiel beim Ruderblatt der Punkt, an dem die Dinger brechen. Solange da kein Wasser eindringt, halten die eine Menge aus. Wasser im Ruderblatt ist also kein Schönheitsfehler, sondern ein Warnsignal.

Diese tragende Funktion wieder herzustellen ist möglich, genau wie beim Sandwichdeck, allerdings nicht mal eben so. Das hat mit anbohren zu tun, mit Trocknung per Zellenverdichter (Vakuumpumpe) mit ziemlich engen Bauräumen bei den Laminatarbeiten im Schwertkastenbereich, aber das ist auch für jemanden zu schaffen, der nicht gerade zwei linke Hände hat und sich ein bisschen mit GfK auskennt.

Bei einem sehr hochwertigen Boot, das sind in meiner Wahrnehmung gepflegte Jantars der letzten Baureihen, die noch deutlich jenseits der 10 Mille gehandelt werden, würde ich den Kahn anhaken und zur FSA trailern. Die kennen die Jantars in und auswendig.
Aber es gibt natürlich auch regional Bootsbauer, deren Fähigkeiten im Revier bekannt sind.
Genau so einen Bootsbauer würde ich das mal zeigen (anhaken, hinfahren, sonst wird es schnell teuer)

Je nach Restwert und Fahrtgebiet deiner Jantar kannst du aber auch sagen, ich gehe damit noch segeln, bis sie weich wird und vergesse das ganze. Leider ist der Bereich unterhalb der Wasserlinie und hat wirklich hohe Kräfte auszuhalten.

Um die Batterieleisten musst du dich als letztes kümmern, dort ist die Jantar ausgeschäumt. Falls sie da doch nass wird, ist das nur punktuell.

Ist erst einmal Wasser in den Schaum der Bodengruppe gedrungen und dann noch über Winter, klingt das eher nach einer größeren Operation.

Ich drücke dir jedenfalls die Daumen, dass sich das alles trotz deiner Schilderung als irgendwie harmlos rausstellt.

VG Eric

p.s. auch wenn es bekannt ist, aber bei Booten wird immer von der Druckseite des Wassers repariert und abgedichtet.

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