Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Seglerforum von www.Jantar21.de

 

Seglerforum von www.jantar21.de

Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 41 Antworten
und wurde 8.053 mal aufgerufen
 Tipps und Technik
Seiten 1 | 2 | 3
ninmaja Offline

Erfahrenes Mitglied


Beiträge: 122

10.06.2009 21:39
Bugspriet für Gennacker, bzw. Code 0 Zitat · Antworten

Sportsfreunde,
anbei ein paar Fakten und Bilder von unserem Bugspriet- Selbstbau, den ich allerdings nur Profibastlern empfehlen kann.
Baum aus eloxiertem Alurohr D= 70mm, L ges.= ca. 2,20m
Vorne mittels V2A- Knotenblech/ Rohr sowie POM- Buchse gelagert,die Stahlkonstruktion wurde am Bug-Ankerbeschlag angeschweißt (+ Verstärkugsblech von unten!)
Hinten mittels kardanischer Anbindung an einen Standart- Schlitten m. Arretierung für 25mm Alu- T- Schiene. Somit kann ich den Spriet in 10 cm Schritten bis zu 110cm ausfahren.
Damit ein ca. 37qm Gennacker gesetzt werden kann habe ich am Top unseres nicht verjüngten Binnenmastes (hohe Variante) einen Fallkasten, sowie Umlenkrollen und zusätzliche Klemmen für Fall und Hals- Ansteuerung montiert.
Die Segelhals- Schot geht durch den Bugspriet und ist vom Cockpit aus je nach Windeinfall verstellbar.
Das von uns verwendete Segel ist ein Standart Momentum- Gennacker in der bauchigeren Variante mit dem man, je nach Winstärke, bis knapp Halbwind fahren kann. An unserem Boot wurden zusätzliche seitliche Winschen montiert, die wir als Schot- Haltehilfe benötigen. Achtung: ist das Segel einmal gesetzt heißt es festhalten. Fast egal was da vorne bei ca. 3-5 Beauford fährt, wird überholt, selbst große Jachten, auch mit Spi werden abgezogen, da die Jantar mit ihren dann gut 50qm Segelfläche problemlos mind. Rumpfgeschwindigkeit erreicht, Top- Speed bisher: 7,5 kn!

Angefügte Bilder:
DSCF1877.JPG   DSCF3583.JPG   DSCF3586.JPG  
Falki ( gelöscht )
Beiträge:

19.06.2009 18:55
#2 RE: Bugspriet für Gennacker, bzw. Code 0 Zitat · Antworten

Hallo ninmaja

Das mit dem Bugspriet habe ich mir auch schon überlegt. Genaker vorhanden aber leider nicht so effizient, weil es teilweise vom Gross abgedeckt wird!!! Das Problem liegt jedoch bei der Rumpfgeschwindigkeit und weniger bei der Segelfläche. Solage wir in unserem Wellental gefangen sind und nicht ins Sufen kommen, hat eine grössere Segelfläche nur sehr beschränkte Wirkung. Interessanter wäre die Frage: wie bringe ich die Jantar zu Sufen??? Dazu muss vermutlich ein grosser Teil des liebgewonnen Balasts über Bord....und vermulich würde das Sufen nur bei entsprechenden Wellen und Wind auf kurzer Strecke gelingen (habe ich in all den Jahren etwa 3 Mal erlebt). Folglich begnüge ich mich mit der kurzen Jantar und schaue den längeren Booten hinter her (ausser es handelt sich um vorgereffte, schwimmende Wohnzimmer).

Neidvoller Gruss
Falki

ninmaja Offline

Erfahrenes Mitglied


Beiträge: 122

19.06.2009 23:24
#3 RE: Bugspriet für Gennacker, bzw. Code 0 Zitat · Antworten

die Segelfläche ist bei wirklich wenig Wind superwichtig, dabei fahren wir das Groß recht eng geschotet damit der Gennacker optimal angestömt wird. Bei mehr Wind wird's richtig aufregend, dann ist richtig Druck auf dem Rigg und ein strammes Achterstag angesagt.Ich finde die knapp 8 Knoten Geschwindigkeit durchs Wasser bei 12-18 kn Wind doch schon mal nicht schlecht. Bei diesen Windverhältnissen und Kurs schafft weder eine X- 35 noch eine Dehler 37 solchen Speed. Selbst eine nagelneue Elan 40 unter Spi haben wir schon frech überholt - die Gesichter hättest du sehen müssen! Übrigens: man muss nur im richtigen Gewässer fahren dann kommt die Möhre in den Dauerglitsch: 2006 waren wir in Kroatien und haben dort mit einer ordentlichen Jugo- Welle und achterlichem Wind unter ausgebaumter Genua 1 im Topspeed 16,3 Knoten (!!!) über Grund geschafft! Die Beschleunigungen waren körperlich spürbar wenn's die Welle runterging. Der Vater musste die ganze Zeit über nach hinten schauen um die nächten Wellen, die von schräg achtern anrollten, richtig anzusteuern. Eine falsche Bewegung am dauervibrierendem Ruder und wir wären quergeschlagen..... Von der Fahrt mussten wir uns dann erstmal 1Tag erholen.
Also: 50qm sind zu schlagen, übrigens kein Problem, der Spriet könnte ruhig noch ein Meterchen länger sein, dann kann auch der Gennacker noch was wachsen.

Angefügte Bilder:
DSCF1868.JPG  
FSA Segelsport GmbH Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 175

24.06.2009 00:14
#4 RE: Bugspriet für Gennacker, bzw. Code 0 Zitat · Antworten

Bugspriet für Blister mit Rollanlage

Wer es nicht ganz so sportlich wie Ninmaja mag :

VA-Bugspriet für Blister, auf Wunsch auch mit Rollanlage. Der Blister hat ca. 28 qm2 und ist flach geschnitten um nicht nur Halbwind fahren zu können.

In Verbindung mit der Rollanlage ist das Ganze über eine Endlosreffleine vom Cockpit aus zu bedienen : Wende/Halse ansetzen, Blister mit Reffleine wegrollen und auf der
anderen Seite wieder über die Schot fieren. Das ganze wird mit einem, am Spifall angeschlagenen Wirbel fliegend gefahren. Idealer Einsatzbereich : 0,5 bis 3 Bf.

Wie gesagt : Aufkreuzen ist kein Problem ! Und alles mit einer Person zu bedienen !

Eure FSA-Crew

info@segelsport-fsa.de


Angefügte Bilder:
BlisteranlageJ21_2.JPG   BlisteranlageJ21_3.JPG   BlisteranlageJ21_1.JPG   BlisteranlageJ21_5.JPG   BlisteranlageJ21_7.JPG   BlisterSportina600-2.JPG  
ninmaja Offline

Erfahrenes Mitglied


Beiträge: 122

25.06.2009 23:01
#5 RE: Bugspriet für Gennacker, bzw. Code 0 Zitat · Antworten

Hallo FSA- Leute,
eine interessante und einfache Lösung für die 1-Mann-Crew, die sicherlich deutlich leichter zu bedienen ist.
Bei diesem Beispiel sollte der Skipper - auch bei nur 28qm - bei zunehmendem Wind wirklich rechtzeitig den Blister bergen, sonst sind ggf. bleibende Schäden nicht ausgeschlossen.
Leider merkt man ja bei achterlichem Wind ggf. erst spät daß der Wind zugenommen hat. Dann zieht das segel schon sehr ordentlich an der Konstruktion, zumal wegen der Hebelverhältnisse.

Ein Segelmacher rechnete mir vor, daß so ein Bugspriet bei unserer Länge und Segelgröße mit einer Last von locker 175kg querab nach oben/ vorn belastet wird. Bei plötzlichen heftigen Böen kommt dann noch einiges dazu.

FSA Segelsport GmbH Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 175

07.07.2009 02:36
#6 RE: Bugspriet für Gennacker, bzw. Code 0 Zitat · Antworten

Hallo Ninmaja,

der von uns verwendete Bugspriet hat lediglich eine Länge von 40 cm ! Die Berechnungen deines Segelmachers bezogen auf deinen Ausbaumer/Spriet mag gut stimmen; der hat jedoch
laut Foto mindestens ein Länge von 1,2 Meter ! Im Übrigen empfehlen wir den Einsatzbereich von 0,5 - 3 BFT. Bei 3 Windstärken fährt man üblicher Weise die Genua (wenn nicht schon
vorher). Der Blister/Gennacker ist und bleibt ein Leichtwindsegel. Der von uns gelieferte Bugspriet wird im Bereich des Vorstagbeschlags montiert. Hier ist das Deck entsprechend
verstärkt. Da der Druck der Genua (nicht gesetzt) völlig entfällt, gibt es in Bezug auf Quer- oder Scherbelastungen überhaupt keine Probleme.

Grundsätzlich ist dieses System nicht für ein Topspeed von 7,5 Kn. konzipiert, sondern für einfaches Handling durch eine Person und dennoch hervorragendem Vortrieb.

Wir registrieren in der Praxis auf dem Wasser sogar den Einsatz des Blisters ohne das gesetzte Großsegel - zurecht, denn es bringt nicht einmal einen Knoten mehr Speed.

Eure FSA-Crew

ninmaja Offline

Erfahrenes Mitglied


Beiträge: 122

01.03.2012 00:29
#7 RE: Bugspriet für Gennacker, bzw. Code 0 Zitat · Antworten

Hallo,
hier gibt es bald eine Fortsetzung; habe nämlich nach langem hin und her (ob sich der Invest lohnt) heute noch schnell ein neues Segel bestellt um auch am Wind bei ganz lauen Verhältnissen zu punkten:
Ein Code 0, 32qm groß, hergestellt im Triradialschnitt aus einem federleichten Aramid und Kohlefaser verstärkten Laminat von Dimension Polyant. Damit das gute Stück lange hält wird es an einem Bartels- Furler angeschlagen. Somit sind Wenden ganz problemlos durchzuführen, bzw. das Teil kann schnell weggewickelt werden. Allerdings muss der Gennackerrüssel ein Wasserstag erhalten damit man ordentlich Vorliekspannung aufbringen kann.
Bin am Überlegen ob ich ein Diamantstag für den Masttop nachrüsten soll damit mir dieser nicht bei einer Böe wegknickt?? Was meint ihr?

Verflixt, noch 1 Monat dann geht's schon wieder los....

Was gibt es denn bei euch so Segel- technisch neues für die kommende Saison? - Frank

FSA Segelsport GmbH Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 175

07.03.2012 23:47
#8 RE: Bugspriet für Gennacker, bzw. Code 0 Zitat · Antworten

hallo ninmaja,

erst mal glückwunsch zum neuen "am-wind-segel". das material von polyant ist
wirklich super !

diamonds sind unserer meinung nach nicht notwendig. also wir würden es riskieren (haben allerdings auch
den vorteil, das 2 neue masten im regal liegen :-)

fsa

ninmaja Offline

Erfahrenes Mitglied


Beiträge: 122

08.03.2012 21:43
#9 RE: Bugspriet für Gennacker, bzw. Code 0 Zitat · Antworten

Hallo,

danke für die Glückwünsche - und für den Hinweis auf die verfügbaren Ersatzmaste; ich hoffe ich muss auf euer Angebot nicht zurückgreifen.
Mein Segelmacher ist übrigens ganz eurer Meinung was die Absicherung des Masttop angeht.
Zu guter Letzt sind es auch gar keine 32qm geworden sondern nur deren 27. Ich bin auf jeden Fall gespannt wie ein Flitzebogen wie sich das Boot mit solch einem Monster verhält...
Werde berichten was alles zu Bruch ging - Frank

ninmaja Offline

Erfahrenes Mitglied


Beiträge: 122

30.07.2012 00:27
#10 RE: Bugspriet für Gennacker, bzw. Code 0 Zitat · Antworten

Hallo,
hier nun der Erfahrungsbericht; sehr spät da mein Segelmacher das Teil 2 Monate später als vereinbart geliefert hat und dann auch noch das Wetter unpässlich war. Denn eins direkt vorweg, dieses Segel darf nur bei einem lauen Lüftchen gesetzt werden sonst kann man was erleben: 28qm superdünnes Laminat-Tuch mit einem Unterliekmaß von gut 6m verbreiten bei zu viel oder böigem Wind Angst und Schrecken.
Der erste Einsatz letzte Woche am Ijsselmeer verlief dann allerdings traumhaft. Die Wasseroberfläche war fast wie ein Spiegel, unsere Windmessanlage zeigte irgendwas von 3-6 kts Wind an, nur ein feiner Hauch von Wind war spürbar und die Schiffe in der Umgebung standen regelrecht auf der Stelle.
Nachdem das Mylar-Groß gesetzt und auf Amwindkurs getrimmt war zeigte die Logge nur knapp 0,5 Knoten an. Nachdem dann das Code O gesetzt wurde durfte man sich nur wundern wieviel Kraft zum durchsetzen der Schot notwendig war, ohne Winsch ist die Schot selbst bei diesen Windverhältnissen nicht zu halten.
Was dann passierte ist kaum zu beschreiben, das Boot beschleunigte stetig bis auf knapp über 4 Knoten Endgeschwindigkeit; absoluter Wahnsinn den man erlebt haben muss. Wird der Wind stärker, beschleunigt das Boot auch auf Geschwindigkeiten jenseits der 6 Knoten, allerdings fängt dann das sehr ausgestellte Achterliek an zu killen und es werden mindstens 2 Mann auf der hohen Kante notwendig. Hier ist dann die Grenze des Segels zu sehen und der Wechsel auf die Genua 1 fällig.

Anbei ein paar Detailbilder sowie Fotos der Jungfernfahrt. Ich kann ein solches Segel für Leichtwindgebiete nur empfehlen, ein ganz tolles und neues Segelerlebnis wenn andere auf der Stelle stehen und schwitzen....



Gruß Frank

ninmaja Offline

Erfahrenes Mitglied


Beiträge: 122

05.09.2012 21:21
#11 RE: Bugspriet für Gennacker, bzw. Code 0 Zitat · Antworten

Hallo,
jetzt gibt es doch ein Problemchen...
Ich bekomme einfach nicht genug Vorliekspannung auf das Code0. Ich verwende ein hochwertiges Dyneema- Fall, hohle dieses via Winschkurbel ordentlich dicht und spanne anschließend noch das Achterstag fest bis Wasser kommt...Das Wasserstag ist ebenfalls überdimensioniert, da dürfte eigendlich nichts flexen. Trotzdem - bei ein bischen mehr Wind hängt das Vorliek optisch durch, schlimmer wenn ich auf Backbordbug bin. Weil dann biegt sich der D=70mm- Baum an der Spitze locker 10 - 15cm nach Lee, wegen der dann mäßigeren Unterstützung durch das schräge Wasserstag. Nach dem letzten (geilen!!!)Einsatz habe ich den Gennackerbaum kaum zurückschieben können, da er sich schon bleibend verzogen hat!!!Aber wie bekomme ich das Ding steifer oder wäre ein Carbonbaum angesagt? Irgendwie muss der Baum besser verstagt werden. Ich weiß gar nicht wie J- Boat und Co. dass ohne jegliche Verstagung machen...

Hat einer eine Idee? Frank

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

06.09.2012 00:25
#12 RE: Bugspriet für Gennacker, bzw. Code 0 Zitat · Antworten

Biegt der Bugspriet wirklich nur nach Lee und nicht auch noch oben? (Wenn er, durch das Wasserstag gehalten nach Lee geht, müsste die Nock doch eher etwas tiefer kommen).

Wenn das Vorliek sichelt kann das ja nur nur dadurch kommen, dass entweder der Hals nach oben geht oder der Kopf nach unten.

Zweiteres passiert u.a., wenn der Mast biegt und das ist bei Partialriggs ja so gewollt. Das Anknallen des Achterstages bewirkt normalerweise daß Mast stärker biegt und dadurch das Vorsegel leider stärker sichelt. Bei einem Partialrigg kann man grundsätzlich nicht davon ausgehen, dass das Vorliek kerzengerade bleibt. (Das sollte ein guter Segelmacher beim Schnitt des Vorsegels für ein so getakeltes Boot aber berücksichtigt haben).
Eine gewisse Kontrolle über das Maß der Biegung hast Du über die Spannung der (achteren) Unterwanten.
Soweit zum "normalen" Partialrigg.
Indem Du diese Riesen-Genua am Masttop angeschlagen hast, hast Du die normale Funktion eines Partialriggs aber geändert; ein Zwischending zu einem topgetakelten Boot. Schlecht abzuschätzen was passiert, wenn Spannung auf das Achterstag gegeben wird, denn das originale Vorstag ist ja auch noch da und hält den Mast noch vorne fest.
Also einfach ausprobieren, ob der Mast biegt (durch den Stauchdruck?). Wenn er es tut, kommt der Segelkopf tiefer und bringt das Vorliek zum Sicheln. Etwas Abhilfe könnte dann vielleicht eine höhere Spannung der Unterwanten bringen.
Und verzichte auch mal auf starke Spannung des Achterstages. (Dieses ist beim Partialrigg nur dazu da um den Mast zu biegen, nicht um Spannung auf das Vorstag zu geben. Dies müssen hier die nach achtern ausgestellten Oberwanten bringen).

Viel Spaß mit Deinen - zugegeben - sehr interessanten Experimenten. (Yardstick-Regatten kannst Du mit dieser Besegelung allerdings nicht mehr fahren.)

Helmut

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

06.09.2012 13:53
#13 RE: Bugspriet für Gennacker, bzw. Code 0 Zitat · Antworten

Zitat von ninmaja im Beitrag #11
Hallo,
jetzt gibt es doch ein Problemchen...
Ich bekomme einfach nicht genug Vorliekspannung auf das Code0. Ich verwende ein hochwertiges Dyneema- Fall, hohle dieses via Winschkurbel ordentlich dicht und spanne anschließend noch das Achterstag fest bis Wasser kommt...Das Wasserstag ist ebenfalls überdimensioniert, da dürfte eigendlich nichts flexen. Trotzdem - bei ein bischen mehr Wind hängt das Vorliek optisch durch, schlimmer wenn ich auf Backbordbug bin. Weil dann biegt sich der D=70mm- Baum an der Spitze locker 10 - 15cm nach Lee, wegen der dann mäßigeren Unterstützung durch das schräge Wasserstag. Nach dem letzten (geilen!!!)Einsatz habe ich den Gennackerbaum kaum zurückschieben können, da er sich schon bleibend verzogen hat!!!Aber wie bekomme ich das Ding steifer oder wäre ein Carbonbaum angesagt? Irgendwie muss der Baum besser verstagt werden. Ich weiß gar nicht wie J- Boat und Co. dass ohne jegliche Verstagung machen...

Hat einer eine Idee? Frank



Hallo Frank, wie dickwandig ist denn dein Genackerbaum?
Gegen ein schwächelndes Widerstandsmoment kannst du z.B. die Dicke der Wandung erhöhen, also sprich innen ein zweites Rohr einziehen und kraftschlüssig verbinden.
Vielleicht bekommst du das in Alu, sonst müsstest du dir Gedanken machen, wie du da ein paar GfK-Lagen reinzauberst.
Da du den Baum ausfahrbar gestaltet hast, entfallen leider alle Versionen mit seitlichen Verstagungen und Davids, die dir die Biegelänge gekürzt hätten.
(Beispiel Klüverbaum, die sind auch nach allen Seiten verstagt).

Tüfteln könntest du auch an der Führung des Genackerbaums. Wenn der an Deck nicht nur an zwei Punkten geführt ist, am Bugring und am Ende, sondern noch einmal mittig, hast du ihn beweglich, aber eingespannt.
Der Ring ist im Moment nur eine mittlere Führung, die Biegekurve, die vorm Bug entsteht, wird am Ring umgelenkt und setzt sich anders herum an Deck fort.
Bringst du dort noch einmal mittig ein Lager, hat dein Genackerbaum eine geringere Biegelänge, was ihn auch steifer macht.
Aber anfangen würde ich mit der Wandungsverstärkung.
Was auch gehen müsste wären seitliche Drähte oder Dynemaleinen, die genauso wie dein Wasserstag in einem Winkel so gross wie möglich am Genackerbaim angreifen. Aber um die und dein Wasserstag richtig steif zu bekommen, musst du den Genackerbaum mit einer ziemlichen Kraft ausfahren können und dort auch festthalten. Dafür muss das Wasserstag und die beiden Seitenstage nicht bis zur Spitze gehen, wie gesagt, die sollen ja nur Biegung verhindern, gleiches Prinzip wie beim Mast und den Wanten, die gehen auch nicht bis zum Top.

VG Eric

ninmaja Offline

Erfahrenes Mitglied


Beiträge: 122

07.09.2012 00:03
#14 RE: Bugspriet für Gennacker, bzw. Code 0 Zitat · Antworten

Helmut,
ja das Problem ist Segeln auf Backbordbug, dann steigt der Spriet; ich habe die hohen Querkräfte die auf den Baum wirken unterschätzt. Ulkig; mit dem viel größeren Gennacker bin ich nun Jahre sogar ohne Wasserstag ausgekommen und nun mit dem Code0 ist alles ein bischen komplizierter. Biegt sich bei Backbordbug der Baum nach Lee nimmt die Vorspannung des Wasserstags ab und der Baum steigt am Segelhals nach oben...D. h. entweder muss ich den Baum steifer machen wie Erik vorschlägt oder eine Art Salingausleger montieren um den Baum am wegbiegen zu hindern...oder einfach früher das Ding wegkurbeln, denn wer weiß was noch alles passieren kann wenn man das System steifer macht!!?? Mal schauen, ich werde da noch ein wenig überlegen und probieren...

Yardsticksegeln ist nichts für mich - zu fair - ich liebe gerade unser GTI-Underdog- Image. Mit relativ geringen Kosten konnte über die Jahre ein ziemlich fixes Gerät gebastelt werden, welches je nach Wind und Kurs viele Möglichkeiten zum schnellen Segeln bietet. Verschiedene Segel nutzen, trimmen, reihenweise überhohlen und im Hafen mit einem Fläschchen Bier endlich entspannen - was will man mehr? Gruß Frank

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

07.09.2012 10:42
#15 RE: Bugspriet für Gennacker, bzw. Code 0 Zitat · Antworten

Zitat von ninmaja im Beitrag #
...ich habe die hohen Querkräfte die auf den Baum wirken unterschätzt. Ulkig; mit dem viel größeren Gennacker bin ich nun Jahre sogar ohne Wasserstag ausgekommen und nun mit dem Code0 ist alles ein bischen komplizierter.


Hallo Frank,
so wie ich das sehe, ist dein Code Zero eine Art überdimensionierte Fock, also etwas, das mit enormer Vorliekspannung gefahren wird. Der Blister braucht diese Vorliekspannung nicht, im Gegenteil, erst wenn du ihm etwas Raum gibst, füllt er sich und sichelt seine Vorliek nach Luv aus. Nur wenn du eine Rollvorrichtung dran hast, also einen Furler oder wie die Dinger heissen, muss zwischen Topwirbel und Furler mal kurzzeitig eine relativ stramme Linie entstehen. Da das nur ganz dünnes Tuch ist, darf man das aber auch nicht übertreiben. Zur Absicherung und als Wickelhilfe würde ich mir so weit aussen am Furler zwei Dynemaseile anknüppern, die am Topwirbel zusammenlaufen. Dadurch entsteht ein schmales Dreieck, an der Basis vielleicht 5-6 cm auseinander. Das sollte genügen, um den Wickelvorgang deines gewaltigen Blisters entsprechend zu beschleunigen. Die Wickelhilfe ist ja nur unten auf den ersten 1.2 Metern interessant, der Rest des Blisters kommt dann schon hinterher.

Die seitlichen Stage des Genackerbaumes kannst du ha an den hinteren Fusspunkten des Bugkorbes anbringen oder an der ersten Relingsstütze. Je stumpfer der Winkel zum Genackerbaum, um so wirkungsvoller. Um diese Stage steif zu bekommen, wird das einfache vorschieben des Genackerbaumes nicht mehr genügen. Möglicherweise wirst du einen Taljenkasten zuhilfenehmen mussen, denn wenn da keine Kraft reinkommt, bleiben die Verstagungen schlapp.

Das Problem scheint nicht neu, denn moderne Fahrtenyachten werden zunehmend mit einem kleinen A-Rahmen am Bug ausgerüstet.
Auf dem könnte dann zusätzlich der Rüssel rausfahren, was seine Knicklänge deutlich reduziert. Ein A-Rahmen biegt ja nicht. (der bricht nur oder knickt weg)
Einen solchen A-Rahmen, getarnt als vorderer Einstieg und Ankerschleppvorrichtung habe ich sogar hier in der Bildergalerie schon gesehen, glaube bei Rubin, spontan einfallen würde mir noch die Campus 7.4.


Zitat von ninmaja im Beitrag #
Yardsticksegeln ist nichts für mich - zu fair - ich liebe gerade unser GTI-Underdog- Image. Mit relativ geringen Kosten konnte über die Jahre ein ziemlich fixes Gerät gebastelt werden...


Sieht mir eher so aus, als wenn sich allein durch die neu angeschaffte Segelgarderobe inzwischen der Wert deines Bootchens verdreifacht hat. Aber man gönnt sich ja sonst nichts...

p.s. hast du dir mit dem Genackerrüssel den Ankerkasten blockiert?
Was ich ja eine Toplösung finde, ist der Genackerrüssel bei der neuen Elan 210, ein definitiver Jantarjäger.
Aber ich will dich jetzt nicht verleiten, als innovative Führungskraft hier im Jantarforum mal wieder kühn voranzuschreiten und den Kahn aufzufräsen. Aber sauber gelöst ist das schon...


VG Eric

Seiten 1 | 2 | 3
 Sprung  
Diskussionsforum von www.Jantar21.de

 

Weitere Informationen über die Jantar 21 findest Du unter www.jantar21.de

Xobor Forum Software von Xobor.de
Einfach ein Forum erstellen
Datenschutz