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Dieses Thema hat 8 Antworten
und wurde 268 mal aufgerufen
 Tipps und Technik
Axel Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 21

07.08.2018 20:55
Ruder absenken ist mühsam Zitat · Antworten

Hallo,

nach einer halben Saison Erfahrung mit meiner Charlotte habe ich mich inzwischen gefragt, ob manche Dinge richtig handhabe. Beispiel Ruder. Wenn ich das absenken möchte, dann ist das mit der normalen Vorrichtung, also Zug an dem Seil, das über eine einfache Rolle das Ruder absenken soll, nicht möglich. Das Ruder schwimmt, fällt also erst mal ins Wasser, danach geht es nicht weiter. Dann gehe ich nach hinten und trete das Ruder über einen gewissen Punkt hinab, dann ist ein weiteres "niederholen" über das Seil möglich.

Meine Frage an die Experten hier ist, ob das das "normale Verfahren ist. Kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Bei dem Wetter sind zwar nasse Füße nicht so schlimm, soll ja aber auch mal wieder anders werden...

Bin gespannt auf die Antworten

Axel

ollie Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 40

07.08.2018 22:20
#2 RE: Ruder absenken ist mühsam Zitat · Antworten

Hallo Axel,
Du machst alles genau richtig!
Solange das Ruder schwimmt, ist der Zugpunkt des Niederholers über der letzten Umlenkung. Somit kannst Du dad Ruder mit dem Niederholer erst nach unten ziehen, wenn Du das Ruder so weit nach unten getreten hast, daß der Niederholer das Ruder auch nach unten ziehen kann.
Dabei kann ein Fuß auch mal nass werden, das passiert beim Segeln aber doch sowieso früher oder später...

Gruß
Ollie

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

08.08.2018 13:30
#3 RE: Ruder absenken ist mühsam Zitat · Antworten

Ja, alle treten ihr Ruder. Ist eine Fehlkonstruktion von Jantar, die "Verbesserung" mit der einseitlich aufgepappten Umlenkung ist auch nicht grad der Weisheit letzter Schluss. Normalerweise werden Ruderblätter vom Niederholer so gezogen, dass die Kraft mittig angreift und die Umlenkung innen durch den Ruderkopf geht. Ungefähr seit es Klappruder gibt. Auf modernen Booten ist die Anstellung des Blattes variabel. Das kannst du mit dieser Hilfskonstruktion gleich vergessen.
Tritt während der Fahrt erhöhter Ruderdruck auf, ist es so gut wie immer auf die mangelnde Haltekraft des Niederholers zurückzuführen.

Abhilfe bei dieser Konstruktion schafft Zügigkeit. Du siehst ja, wenn dein Ruderblatt reinfällt. Dabei taucht es kurz unter. Da du den Niederholer bereits in der Hand hast, kannst du das Untertauchen deutlich verstärken und dabei einfach kräftig weiterziehen.
Nur wenn du diesen Punkt verpasst und das Blatt schwimmt wieder auf, musst du eben zu Plan B übergehen und nachtreten.

VG Eric

FSA Segelsport GmbH Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 175

24.08.2018 02:50
#4 RE: Ruder absenken ist mühsam Zitat · Antworten

Nicht alle müssen Ihr Ruder "treten".
Wir haben bereits über das Update der Ruderanlage berichtet und es beschrieben.
Diese betrifft nicht nur den Niederholer sondern auch den Aufholer.

Wenn Ihr dies optimiert haben möchtet, sendet uns Ruderkopf und Blatt zu und
wir optimieren dieses bezüglich des Händlings.

FSA

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

24.08.2018 12:18
#5 RE: Ruder absenken ist mühsam Zitat · Antworten

Hallo an die FSA und alle anderen Ruderanlagen-Tüftler,

ich hätte da einen Vorschlag für ein Update des Updates,
wodurch sich der lange, nach unten geneigte Hebelarm des Aufholers deutlich kürzen liesse.

Unterhalb der Pinne ist genügernd Platz, um die gesamte Mimik, die jetzt oben drauf sitzt, auch von unten kommen zu lassen, bei gleicher Anordnung vorn an der Pinne.
In dem Fall müsste zwischen Hebelarm und loser Rolle ein Strecker eingebunden werden, bevorzugt ein Strop überdimensioniertes Dyneema, weil es schön gleitet, so dass sich die lose Rolle ca 30-40 cm von Ende der Pinne weg befindet. Der Rest kann so bleiben, wie bei euch.

Vorteil wäre, dass man das Seilzeug oben auf der Pinne los wird und wieder nur Holz sieht und dass der kürzere Hebelarm nicht in der Ablaufzone des Ruders badet.

Ich hatte auch zerst eine Blockrolle oben auf die Pinnenachterkante gesetzt, später aber die ganze Anordnung aus optischen Gründen unter der Pinne "versteckt". Der Platz dafür ist da.

Eine kleine, aufgepunktete Abrundung an der scharfkantigen Querplatte sorgt bei meinem Umbau dafür, dass sich der Aufholer nicht durchreibt.
Möglich wäre auch was zum Aufstecken aus Delrin, was es als Stabmaterial recht günstig gibt, dann muss man nicht schweissen, aber ich hatte das Sensibelchen eh mal wieder beim Schweisser.
Ausserdem ziehe ich bei mir beide Strecker unter der Pinne durch, Aufholer und Niederholer und das geht nur, wenn die Querplatte des Ruderkopfes eine Abrundung hat.

Ich habe dafür ein Stück Rundmaterial einschweissen lassen, das gleichzeitig Bestandteil der Aussteifung des Ruderkopfes ist.

Als Ausrundung funktioniert das jetzt seit 4 Jahren sehr gut, als Austeifung leider nicht.
Ist im letzten Seeurlaub leider wieder gerissen.

Wenn der Ruderkopf der Jantar nicht so ein wirklich gelungenes, ästhetisch perfektes Bauteil wäre , hätte ich mich schon von dem Sorgenkind verabschiedet und mir einen bauen lassen, der nicht dauernd zum Schweisser muss.

Gefrästes Alu-Mittelteil und zwei aufgeschraubte, eloxierte Aluplatten und aus die Maus. Das fährt hier die halbe Regattaszene und die schonen weder sich, noch das Material und da ist noch nie irgendwas kaputt gegangen.

Wer schon mal hochbetagte Ixylons gesehen hat oder die schweren Zonenjollenkreuzer, kann sich nur wundern. Da fahren alle die Hartaluplatten und das wurde einmal geschweisst und vernünftig eloxiert und dann hält das länger, als die ganze Dedeer.

Nur die Polen basteln selbst an Messeneuheiten irgendwas als Ruderkopf, was sich garantiert zur Dauerbaustelle mausert.

Und der wirklich schöne Jantarruderkopf?

Weiss auch nicht, was die Polen da für ein Weichblech verbaut haben.

Nur die klapprigen Ruderanlagen aus den Anfangsjahren der Jantar sind noch schlimmer. Da gab es ja auch hier im Forum schon Kummer, dass die im Seegang total weggerissen sind.
Das geht doch nicht, das ist ja nicht grad die Leselampe, das ist ein elementar wichtiges Bauteil.

Ist übrigens ein gut gemeinter Rat, die Dinger im Winterlager mal genau anzusehen, mit Brille aufsetzen.
Bei uns im Verein hatten alle Jantar-Ruderköpfe Haarrisse.

Das macht nichts?
Kann sein. Haben die Italien auch gedacht.

Das Problem ist eben, dass ein nicht abgefangener Riss unter Lastwechsel weiterreissen kann und nur zwei Stunden im Wellengang erzeugen einfach mal mehr Lastwechsel, als eine Saison Binnensegeln.

Aber auch die Jantars, die bei uns die ganze Saison im Heimatrevier bleiben, hatten die typischen Haarrisse.
Lässt man die einfach nur schweissen, reisst es irgendwann daneben.

@FSA- Wie schlägt sich eigentlich euer Nachbau? Sieht der auch so hübsch aus? Hat sich die stärkere Ausführung bewährt?
Könnt ihr bitte mal ein Foto einstellen, ev. mit Preis? Geht auch als PN.

VG Eric

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

24.08.2018 13:07
#6 RE: Ruder absenken ist mühsam Zitat · Antworten

"Kleine" Ergänzung noch zur Auto-Release-Klemme:

Ich habe mal bei meinem Schwertboot infolge einer sanften Grundberührung einen sonnigen Vormittag damit verbracht, den Niederholer aus der Alu-Klemmcleat herauszuoperieren. Schwert kam kurz ein paar Zentimeter hoch, Ruderblatt nicht.
Soll ja nicht, gibt ja nur unötigen Ruderdruck.
So zog es sich sanft über eine kleine Untiefe unter langsamer Motorfahrt, aber das hat genügt.
Mein reckfreier Niederholer war bis zum Grund der Klemme drin.
Die Dinger heissen auch Haifischkemmen, wahrscheinlich, weil sie ebenfalls nichts mehr loslassen, wo sie mal so richtig reingebissen haben.

Genau deshalb habe ich mir damals so eine selbstauslösende Klemme angeschraubt und die Idee auch auf die Jantar mitgenommen.
Allerdings sitzt bei mir die Autorelease in der Linienführung des Niederholers vor der eigentlichen Klemme.

Dadurch habe ich die Wahl - Vollauslösung gestatten, Auslöseweg einschränken, um das Ruderblatt nicht zu gefährden und maximale Haltekraft auf der Festklemme, ohne Autorelease, wenn der Tiefgang ausreichend ist.

Das Problem ist nämlich, wenn die Klemme wegen irgendwas anderem auslöst, als einer Grundberührung, zB. Kraut am Ruderblatt und das Ding schwingt auf, sei es im Seegang oder nur bei irgend einem schnellen Manöver, entstehen gewaltige Hebelkräfte auf Pinne und Ruderblatt und wenn man sich dann zu zweit in die Pinne stemmen muss, um im Wellengetöse nicht noch querzuschlagen, hat man gute Chancen, dabei das Ruderblatt zu schreddern.

Das käme genau in solchen Situationen sehr, sehr ungelegen. In allen anderen Situationen wäre es nur ärgerlich, sagen wir Dramastufe 5.

Uns hat es die Autorelease mal auf dem Greifswalder Bodden ausgelöst und da war sie nicht abgesichert. Zufall oder Schussligkeit, weiss ich nicht. Wir waren so schon angespannt, weil der Wind so zugelegt hatte. Der anfängliche Gutelaune-Speed durch eine seeseitige Dünung war längst stillschweigendem, konzentriertem Aussteuern in der Welle gewichen. Aber wir hatten es ja fast geschafft und waren bald runter vom Teich.
Die achterliche Welle war an sich schon beeindruckend, baute sich zum Strelasund hin aber zunehmend steiler auf.
Und dann schlägt es mir die Pinne aus der Hand, der Kahn rollt gefährlich rein ins Wellental und rast los, jeder weiss, was das bedeutet, also würgen zwei Mann an der Pinne, um ihn wieder auszurichten. Hinterm Boot schwingt das Ruderblatt auf und wirft einen Riesenbatzen Kraut ab.


Ich konnte nur noch aufs Blatt springen, ohne Erklärung, weshalb ich grade jetzt ins Wasser steige.
Gerade noch rechtzeitig, bevor die nächste Welle von achtern anläuft.
Im voller Fahrt am Niederholer zerren, um das Blatt wieder runterzukriegen, kann man gleich vergessen, das ist vollkommen aussichtslos. Das geht schon bei langsamer Motorfahrt nicht mehr.

Die Pinne hatte ja augenblicklich die Rückmeldung gegeben, mit welchen brachialen Kräften man es plötzlich zu tun hat. Trotzdem dauert es, bis man schnallt, was los ist und was man jetzt eigentlich tun soll.


Nur ein Seethema?
Auch mitten im Amwindkampf im Regattafeld kommt sicher Stimmung auf, an Bord sowieso, aber auch auf den anderen Booten, wenn das Ruderblatt wegen irgendwas plötzlich hochklappt.
Mir ist in so einer Situation mal ein Ruderblatt gebrochen. Man selbst versteht erst garnicht, weshalb plötzlich keinerlei Ruderdruck mehr da ist, bevor das grosse, schnelle Boot in voller Fahrt ins gegnerische Feld brettert. Und die brauchen dann auch nochmal einen Moment, um zu verstehen, dass protestieren und rumbrüllen grad garnichts nutzt.

Stresslevel 10, bevor man auf so einem entfesseltes Boot zwischen Powerhalsen und Wenden auch nur die Segel runtergefetzt bekommt, dann hat man es noch lange nicht unter Kontrolle.
Und das war nur binnen, bei richtiger Wellenhöhe dürften die wilden Drehungen auch um die Längsachse gehen.


Die Autorelease als einzige Klemme am Niederholer ist bestens geeignet als Absicherung bei Motorfahrt in Flüssen, deren Tauchtiefe sich bedenklich der Ruderblatttiefe nähert.
Hier soll und muss die Klemme auslösen, um das Ruderblatt zu retten.

Löst sie dagegen bei Seegang voll aus, ist das Ruderblatt augenblicklich in Gefahr.
Über Notruder muss man in solchen Situationen nicht mehr nachdenken, erstens funktioniert es ohnehin nicht, sich da was zurechtzutüdeln aus Spibaum und Steckschott, zweitens klärt das schon die nächste Welle.

Die Auto-Release-Klemme ist ein super Bauteil, sehr zu empfehlen.
Man muss sich aber genau überlegen, wann man sie einsetzt und wann man sie gegen Vollauslösung absichern sollte.

VG Eric

Frank 09 Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 117

24.08.2018 19:55
#7 RE: Ruder absenken ist mühsam Zitat · Antworten

Hallo FSA,

vielen Dank für das detailierte Foto! Kommt in meine 'Technische Verbesserungen Sammlung'.


Hallo Eric,

ich könnte mir vorstellen die Autoreleaseklemme der Curryklemme vorzuschalten.
Für den Normal-Steinhudermeer-Modus wird die ARK belegt um bei Grundberührung die Notauslösung sicherzustellen.
Im Regatta-oder Seemodus kann dann zusätzlich die Curryklemme belegt werden.


VG Frank

Frank 09 Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 117

26.08.2018 10:35
#8 RE: Ruder absenken ist mühsam Zitat · Antworten

Moin Moin,

habe mal so'n Teil rausgesucht.

Nicht übel das System. Und bezahlbar.


VG Frank


Auto Release Klemme

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

27.08.2018 07:58
#9 RE: Ruder absenken ist mühsam Zitat · Antworten

Zitat von Frank 09 im Beitrag #7
...
Hallo Eric,

...Im Regatta-oder Seemodus ....

VG Frank


Hallo Frank

Hatten wir jetzt am WE beides zusammen. Erste Regatta nach dem Seeurlaub, Hammerböen bis Bft 7, Kopfstände und Deckwaschen trotz Reff 1 und komplett eingerollter Rollreffgenua. Unser kleiner Binnenteich bekam innerhalb weniger Minuten Schaumkämme und einen Meter Welle.
Das ist selten und eigentlich hauen wir dann ab und flitzen nicht mit anderen um die Wette.
Uuuups, Brecher, die übers Vorschiff fliegen und die Crew nassmachen? Rettungsdienst im Dauereinsatz, um Jollen einzusammeln und verloren gegangene Crewmitglieder zu bergen. Holla, die Waldfee...was ´ne Schauerfront.

Seefeeling, nur mit dem Unterschied, dass man meim Einfallen einer Seeböe noch die Kaffeetasse wegstellen kann, binnen ging es nur noch darum, nicht noch umzufallen. Wenn die Böen so kurz sind und so explosionsartig, dass man das kaum noch in Fahrt umsetzen kann, wenn dann noch der Wind um gute 90 Grad schralt, wünscht man sich zurück auf die See.

Rumpfgeschwindigkeit auf dem achterlichen Kurs, Reff haben wir gleich drin behalten und an der Leetonne meine erste Halse bei bft 6.
Hui, die Jantar ist doch anders als andere. Wenn die erstmal einen ordentlichen Drehimpuls kriegt, dreht sie fast durch vor Freude.

VG Eric

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