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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 439 mal aufgerufen
 Tipps und Technik
hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

22.06.2018 16:01
Wieder mal: Wasser im Schiff Zitat · Antworten

Hallo miteinander.
Hab jetzt das gleiche Problem wie marc-s es hat (hatte?)
Wasser genau in der Vertiefung die auf Marcs Fotos zu sehen ist (wobei aber bei mir der "Beton" noch besser aussieht.
Momentan kann ich noch nicht genau sagen, ob das Wasser über eine mangelhafte Verbindung Kielkasten-Bodengruppe reingekommen ist, denn anders als sonst (Wo das Boot immer nur zum Segeln ins Wassser kommt und sonst an Land liegt) hatte ich es jetzt ein paar Tage im Wasser. Aber oh Wunder während der letzten Nacht in ruhigem Wasser blieb es da knochentrocken. Ich werde das natürlich weiter beobachten.
Das führt mich aber zu der technischen Frage, wie die Verbindung zwischen Kielkasten und Bodengruppe genau gemacht ist. Kielkasten als fertiges Bauteil, das durch Ausschnitte in Innenschale und Aussenschale geführt und dort jeweils anlaminiert ist, oder wie?
Helmut

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

25.06.2018 08:34
#2 RE: Wieder mal: Wasser im Schiff Zitat · Antworten

Hallo Helmut,

welche Wege Wasser ins Schiff finden kann, haben wir ja schon oft besprochen.
Ich würde die Jantar trockentupfen und dann mal so einen richtigen Jauchetag abwarten. Nimm dir ein Buch mit und schau dir zuerst die Fensterunterkanten an und dann die Enden der Dach-Innenschale. Wenn es da irgendwo feucht wird, kommts von oben.

Unter Verdacht stehen oft die winzigen Ablauflöcher der Schiebelukgarage und Undichtigkeiten an geschraubten Beschlägen und da gibt es ja einige, von den Püttingen (ganz schlecht) bis zur Mastspurschiene. Alle anderen sind nicht so wichtig, da sie über die Schiebelukgarage entwässern würden, wenn sie undicht sind. Greif mal in die Unterkante der Dachinnenschale am Tritt.
Wenn da alles trocken ist und an den Fenstern auch, kommt es sicher von unten (auch ganz schlecht )

Der Kielkasten ist ein Kastenträger und als solcher ein tragendes Element. der steht auf der Rumpfschale und ist dort massiv anlaminiert. Der Spurkranz, also die untere Führung des Kiels ist m. E. von innen in den Kielkasten laminiert.
Ausschliesslich dieser Spurkranz ist auch an der Kraftableitung des Kiels beteiligt. Ansonsten ist zwischen Kielkasten und Kiel ziemlich viel Platz.
Toller Wohnraum für Muscheln, ärgerlich für Regattasegler, aber dadurch wurde vermieden, dass der Kiel an irgend einer Stelle an der Kielkasteninnenseite schleift.
Die ganze Anliminiererei braucht Platz und falls da mal einer ran muss wegen Undichtigkeiten oder Grundberührung, hat man diesen Bereich in der Innenschale großzügig ausgespart und mit irgendwas vergossen. Ich glaube Beton ist es nicht. Tippe da eher auf angedicktes Epoxy.

Das ist dann gleichzeitig ein Schutz der feuchteempfindlichen Ausschäumung der Bodengruppe.
Aber es ist bestimmt eine schöne Sauerei, das rauszupopeln, wenn es denn von unten nass wird.

Bevor du dir aber jetzt den schönen Segelsommer vergrübelst - zieh den Kahn raus, hebe den Kiel bis Unterkante Wellrad an und schau mal unterm Boot in den Kielkasten. Wenn dir da die hintere Kante des Kielkastens oder die Rumpfschale irgendwie beschädigt vorkommt - Farbe abgeplatzt, Spurkranz verbogen oder sogar rausgerissen, Rumpfschale eingedrückt, dann muss was gemacht werden.

Die FSA hatte hier vor paar Jahren mal Bilder gebracht, wie sowas aussieht.
http://www.segelsport-fsa.de/index.cfm/n...ice/id/349.html

Offenbar hat sich hier der Eigner entschieden, das ohne Kielziehen reparieren zu lassen. Es ist aber zu ahnen, was man da für Prinzessinnenfingerchen braucht und dass man auch an die zerbröselte Altsubstanz nicht richtig rankommt.
Die Jantarkiele haben eine Servicebohrung, so dass man zwar Wellrad und Mastspurkranz ausbauen muss, aber das Kiel dann anheben kann, ohne es zu ziehen. Erst dann kommt man da unten mit Dremel und co ran. Dann ist es immernoch eng genug.

Wenn das bei dir so aussieht, wie auf den Bildern, heisst das immernoch nicht, dass an der Rumpf-Kielkastenverbindung was kaputt ist, aber wasserseitig muss hier gehandelt werden.

Wenn das da unten alles i.O. ist, kommts von oben und ist nur nervig, aber unkritisch.

Lege dich nicht unter ein nicht abgesichertes Kiel.
Da hängt nur an einem dauernd misshandelten Drahtseil und ist ein scharfkantiges 230 kg-Fallbeil.
Übrigens, ein angehobenes und gesichertes Kiel ist eine gute Gelegenheit, das Drahtseil zu erneuern und sich mal die untere lose Rolle anzuschauen, die ja sonst unter Last bleibt und nur schlecht gewartet werden kann. So sieht die in der Regel auch aus.

VG Eric

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

03.07.2018 23:58
#3 RE: Wieder mal: Wasser im Schiff Zitat · Antworten

Hallo Eric.

Herzlichen Dank für Deine Ausführungen.

Jedoch eine Unklarheit bleibt:

Der Kielkasten ist ein Kastenträger und als solcher ein tragendes Element. der steht auf der Rumpfschale und ist dort massiv anlaminiert. Der Spurkranz, also die untere Führung des Kiels ist m. E. von innen in den Kielkasten laminiert.
Ausschliesslich dieser Spurkranz ist auch an der Kraftableitung des Kiels beteiligt

Aha, die Kraftableitung erfolgt nur auf die Aussenschale (und nicht auch auf die Innenschale).
Unklar: Wie kann es sein, dass der "Spurkranz" (der doch das Profil des Kiels haben muss) an den Kielkasten mit seinem Rechteckprofil anlaminiert ist? (Da ist doch (zumindest vorne und hinten) ein ziemlich großer Abstand zwischen dem "Spurkranz" und dem Kielkasten).
Kann es nicht eher so sein, dass der "Spurkranz" an die Innenseite der Aussenschale anlaminiert ist?
Es bleibt ja auch noch die Frage, wie die "Schnittkante" der Aussenschale abgedichtet ist.
Vllt. kann FSE diese beiden Fragen genau beantworten.

Bevor du dir aber jetzt den schönen Segelsommer vergrübelst - zieh den Kahn raus, hebe den Kiel bis Unterkante Wellrad an und schau mal unterm Boot in den Kielkasten. Wenn dir da die hintere Kante des Kielkastens oder die Rumpfschale irgendwie beschädigt vorkommt - Farbe abgeplatzt, Spurkranz verbogen oder sogar rausgerissen, Rumpfschale eingedrückt, dann muss was gemacht werden.
Diese Inspektion werde ich auf alle Fälle im Herbst , wenn ohnehin gekrant werden muss, machen.

Ich habe noch keine neuen Erkenntnisse, werde aber berichten, sobald es welche gibt.

Helmut

PS Grundsätzlich habe ich ja kein Problem, denn der Kahn steht zwischen den Segeltagen (mit Persenning drüber) an Land und die eindringenden Wassermengen im Wasser sind marginal. Und das Boot wird sowieso nicht mehr lange leben (Ist noch ein Gusseisen-Kieler). Daher ist keine tiefgreifende Sanierung geplant! Möchte der Sache halt nur auf den Grund gehen.

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

04.07.2018 21:33
#4 RE: Wieder mal: Wasser im Schiff Zitat · Antworten

Auch nach einer Nacht im Wasser ist die Vertiefung neben dem Kielkasten knochentrocken. Und bei einem Hagel- und Regenschauer kam auch von oben nichts rein.
Vllt. ein Flasche Wasser versehentlich ausgeschüttet oder Wasser aus der Backskiste (da war ziemlich viel drin) durch das Rohr nach vorne gelaufen? Jedenfalls "Entwarnung".
Die "Füllmasse" in der Vertefung scheint mir einfaches Gelcoat zu sein.
Helmut|addpics|llg-1-0e15.jpg,llg-2-db74.jpg|/addpics|

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

02.08.2018 22:46
#5 RE: Wieder mal: Wasser im Schiff Zitat · Antworten

Rätsel gelöst:
Das Wasser in dieser Vertiefung (wie sie auf den Fotos zu sehen ist) kam tatsächlich aus der Backskiste. Dort stand ziemlich viel Wasser drin und nachdem ein Kabelrohr ziemlich weit unten in der Backskiste endet, ist durch dieses Rohr das Wasser nach vorne in den Raum unter der Kochermulde gelaufen (das Rohr endet dort).Von dort ist es dann bei Lage wohl in die Vertiefung geschwappt.
Das führt mich zu zwei Fragen:
1. Wie kriegt man die Backskisten richtig dicht?
2. Kann das Wasser das in dieser Vertiefung steht in den Sandwich-Schaum dringen?

Helmut

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

08.08.2018 12:15
#6 RE: Wieder mal: Wasser im Schiff Zitat · Antworten

Zitat von hgebauer im Beitrag #5
Rätsel gelöst:
Das Wasser in dieser Vertiefung (wie sie auf den Fotos zu sehen ist) kam tatsächlich aus der Backskiste. Dort stand ziemlich viel Wasser drin und nachdem ein Kabelrohr ziemlich weit unten in der Backskiste endet, ist durch dieses Rohr das Wasser nach vorne in den Raum unter der Kochermulde gelaufen (das Rohr endet dort).Von dort ist es dann bei Lage wohl in die Vertiefung geschwappt.



Hallo Helmut, dann hattest du aber ziemlich viel Wasser in der Backskiste. Wie ist es da reingekommen?
Unter Verdacht stehen der Ablaufschlauch der Plicht und der untere Ruderbeschlag.
Einfach mal alles puptrocken wischen und wenn nach einem sommerlich warmen Segeltag da wieder Wasser drin ist, weisst du, wo du suchen musst.

Mir wurde mal eine Jantar angeboten, bei der war der Rumpf auf voller Breite vom Spiegel abgerissen. Wuchs schon Moos drin. Ich gehe mal davon aus, dass das bei dir nicht der Fall ist, sonst könnte es von dort kommen. In dem Fall bleiben nur die beiden Stellen oder schwerer Regen bei Lage, sonst regnet es da eigentlich nicht rein.

Das führt mich zu zwei Fragen:
1. Wie kriegt man die Backskisten richtig dicht?


Wie angedeutet. Unteren Ruderbeschlag neu eindichten und ggf auch das Ablaufventil und Schlauch prüfen.

2. Kann das Wasser das in dieser Vertiefung steht in den Sandwich-Schaum dringen?

Eigentlich nicht, das ist massiv ausgegossen. Der Kielkasten ist ja ein tragendes Element und ist sehr kraftverteilend auf den Rumpf auflaminiert.
Solange du kein Wasser eimerweise ins Boot schüttest, kommt da eigentlich nichts hin.

Ganz anders sieht die Sache aus, wenn der Kiel durch eine Grundberührung in den Bootsrumpf einschlägt. Dann steht diese Stelle ja unter Wasserdruck und das sucht sich seinen Weg. Aber von innen, weil mal der Wasserkanister auskleckert oder ein bisschen was aus der Backskiste reintropft, keine Gefahr.
Aber du kannst ja vor und nach dem segeln mal in die Backskiste reinschauen und wenn da Wasser drin ist, machst du es halt raus.

Wir haben die Jantar schon zweimal flach aufs Wasser gelegt. (passiv - wir wurden gelegt, durch ganz viel, viel Wind und Welle)
Nichtmal dann läuft es in die Kajüte.

VG Eric

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

31.08.2018 16:29
#7 RE: Wieder mal: Wasser im Schiff Zitat · Antworten

Hm, da bin ich ja noch eine Antwort schuldig:
"dann hattest du aber ziemlich viel Wasser in der Backskiste. Wie ist es da reingekommen?"
Eigentlich ganz einfach. Hab es selber reingegossen. Jetzt an diesen heissen Tage haben sich diese (blauen) Plichtbänke wahnsinnig aufgeheizt. Zu deren Abkühlung habe ich mit der Pütz etwas Wasser (na klar, wir haben ja Süsswasser) drüber gegossen. Aber das ist nicht, wie ich dachte, nur schön über diese Rinnen nach achtern und in die Plicht abgelaufen, sondern wohl zum Teil auch in die Backskisten geschwappt. Deshalb nochmal meine Frage: "Wie kriegt man die Backskisten dicht? Hilft Moosgummi?
Das Kabelrohr mündet etwa 8 cm über dem Boden der Backskiste in diese. Und ein solcher Wasserstand ist schnell erreicht.
Dieses Rohr mündet ja auch nicht mittig in die Backskiste, sodaß das Wasser bei Lage nach Bb bereits bei geringem Wasserstand in der Backskiste ins Rohr und dann nach vorne läuft.

Helmut

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