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Dieses Thema hat 26 Antworten
und wurde 2.206 mal aufgerufen
 Tipps und Technik
Seiten 1 | 2
eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

21.11.2016 12:13
#16 RE: Wantenspan auf Spant gerissen Zitat · Antworten

Hi Mathias, danke für deinen Bericht, alles habe ich leider nicht verstanden.
Im Original sitzt ja die Druckplatte des Rods unter dem Sandwich. Erst dieses Bauteil ist, solange der Kern nicht nachgibt, das druckstabile Bauteil.

Bei dir hat der Kern nachgegeben, was zu einem nicht vorgesehenen Bewegungsweg des Rods geführt hat, das ja leider nicht in Zugrichtung gebaut ist, sondern die Kraft auch über ein schub- und druckstabiles Deck ableitet. (Montagsidee)

Versagt die Kraftverteilung über das Sandwich, kann das Deck alleine die Kräfte nicht mehr aufnehmen.
Ich schätze, dass bei dir zuerst das Decksandwich versagt hat und danach die Verbindung von Rod und Spant von der steifen Rodstange kaputtgehebelt wurde.

Aber genau das hast du jetzt wieder so hinrepariert? Alle Kraft aufs dünne Laufdeck und nichts drunter, was die Kraft wirksam aufnimmt?
So sieht es leider aus.
Falls ich es richtig verstanden habe, kann die Edelstahlplatte, die mir sehr dünn erscheint, gar keine Kräfte aufnehmen.
Zu dünn für die reinen Druckkräfte, schwimmend, daher keinerlei Schubkräfte.
Das einzige, was die Platte bringt ist, dass dir das Püttingeisen im Bruchfall nicht gleich durchs Deck rauscht.
Nur das war ja nicht dein Ziel, sondern zu verhindern, dass es diesen Bruchfall geben kann.

Dass ich diese Reparatur für ein ziemlich gewagtes Experiment halte, hatte ich schon mal erwähnt.
Als statische Nachbesserung dieser Reparatur könntest du eine druckstabile Platte nehmen, z.B. eine Aluplatte 10mm und diese fest einlaminieren.
Oder du baust zusätzlich das Sandwich wieder auf und schneidest stärkere Gewinde in die alten Stellen.

Telefoniere doch mal mit der FSA, auch zu deinen anderen Themen, die sind nett und beissen nicht. :-)

VG Eric

p.s. Wie machst du die Baustelle eigentlich wieder zu?

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

23.01.2017 14:14
#17 RE: Wantenspan auf Spant gerissen Zitat · Antworten

Zitat von eric im Beitrag #4
Hallo Mathias, ich hoffe ja, dass sich noch andere mit ihren Erfahrungen und Ideen einbringen. ...


das klappt ja wieder mal prima...

Hallo Mathias, wie bist du mit deiner Reparatur vorangekommen?

Um die komplizierte Struktur eines Laufdecks wieder herszustellen, verwendet man Silikon-Abformmasse und klatscht die auf den intakten Bereich des Laufdecks. Auf diese Weise formt man sich eine Matritze, die dann auf das Topcoat der Reparaturstelle gelegt wird und die Struktur wenigstens einigermaßen wiedergibt. Alternative ist Anschleifen aller Strukturflächen und Streichen mit Interdeck und den üblichen Maßnahmen für Antirutschflächen.

Auch gibt es auf Steuerbord noch einen weiteres Spant richtung Achtern auch Backbord nicht.

Zitat von eric im Beitrag #4

Das ist mir auch ein Rätsel, zumal die Bordwand im vorderen Bereich nicht besonders stabil ist. Wer hier schon mal seinen Mittagsschlaf halten wollte, während der Kahn durch die Wellen getrieben wird, kann sich nur wundern, wie das arbeitet. Im Bereich des achteren Wants ist die Bordwand jedoch stark kekrümmt und viel flacher. Die ausgeschäumte Bodengruppe ist näher dran und das ist insgesamt offenbar steif genug.
Steuerbords hätte man ohnehin was einbauen müssen, wegen des Schrankes, auf der anderen Seite hätte es den Schlafplatz eingeschränkt.
Aber seltsam siehts schon aus.


Bei diesem Rätsel bin ich durch Zufall etwas weiter gekommen.
Die Jantar unterlag ja starken Veränderungen. Ohne dass das eigentliche Konzept geändert wurde, wurde sie doch zunehmend in Richtung westliches Verständnis für Wohnkomfort und damit eine recht hübsche Anmutung des Innenausbaus vorangebracht, aber auch stark in Richtung Regattatauglichkeit weiterentwickelt.
Auf einer polnischen Seite habe ich eine der Betaversionen gefunden, die noch den polnischen Innenausbau hat, und die Wanten aussen an der Bordwand befestigt.
Die nach innen gesetzten Wanten verbessern eindeutig die Amwindeigenschaften, denn hier kann man ein überlappendes Vorsegel setzen und die Fock/Genua viel dichter schoten.
Leider hat man sich nicht die Mühe gemacht, die vordere Spantgruppe umzubauen, so dass hier vermutlich diese rätselhafte Rodführung entstanden ist.
Die Jantar ist das erste Boot, das ich gesehen habe, bei dem die Unterzüge nicht in Kraftrichtung in irgend eine hochbelastbare Baugruppe abgeleitet werden.
Das Umlenken der Kraftrichtung ist ein Kompromiss, der auch schiefgehen kann - siehe dein Schadensfall.

Bei der älteren Version gibt es auch noch den hinteren Hauptspant auf der Backbordseite.



Dann verlangte der Markt offenbar nach einer vierten Koje und da hat man den einfach weggelassen. Schläft sich schöner, aber beim Auto kommt ja auch keiner auf die Idee, die tragenden Schweller rauszuschneiden, nur weil es sich bequemer einsteigen lässt.
Und wenn man auf den verzichten kann, warum ist er dann auf der gegenüberliegenden Seite noch drin?


VG Eric

sct Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 152

23.01.2017 17:14
#18 RE: Wantenspan auf Spant gerissen Zitat · Antworten

Zitat von mathias1985 im Beitrag #15

Anbei ein paar Bilder
|addpics|94n-6-0fc5.jpg,94n-7-a23b.jpg,94n-8-08f4.jpg,94n-9-a81f.jpg,94n-a-b8d3.jpg|/addpics|


Leider keine Bilder zu sehen.

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

24.01.2017 16:42
#19 RE: Wantenspan auf Spant gerissen Zitat · Antworten

Zitat von sct im Beitrag #18
Zitat von mathias1985 im Beitrag #15

Anbei ein paar Bilder
|addpics|94n-6-0fc5.jpg,94n-7-a23b.jpg,94n-8-08f4.jpg,94n-9-a81f.jpg,94n-a-b8d3.jpg|/addpics|


Leider keine Bilder zu sehen.




Ich kann sie sehen, aber was ich sehen kann, irritiert mich doch ein bisschen.

Hallo Mathias, wenn man Gfk mechanisch bearbeitet, speziell trocken und überkopf, füllt sich die Umgebungsluft mit mikrofeinem Glasstaub. Gibt es irgend ein bekanntes Verfahren, wie man das Zeug hinterher aus den Polstern wieder rauskriegt?

Die untere GfK-Lage gehört ja zwingend mit zur Baugruppe eines Sandwichteiles. Ich hoffe, du hast das eingesägte Loch nicht bloss zugespachtelt, sondern die Glaslage mit dem Innenteil ordentlich verklebt und ein entsprechend dickes Laminat auch wieder in der unteren Lage aufgebaut, so mit anschleifen und Schäften. Sonst hält das nicht. Die Blechplatte selbst schadet nicht, bringt aber auch nichts.
Gegen punktförmiges Einbeulen kann sie nichts ausrichten, dazu ist sie zu dünn. Am Unterblech des Rods ist ja zu sehen, dass man so eine Platte sogar innerhalb weniger Millimeter verbiegen kann. Ein paar mm Bewegungsspielraum genügen.

Eine der klassischen Versagensursachen bei Sandwichbauteilen ist die Ablösung der Aussenlage. Bleibt z. B. eine Delaminierung des Decks unbemerkt, ist dadurch eine punktförmige Aus- oder Einbeulung möglich, wird das früher oder später genau so enden.
Könnte sein, dass das die Ursache war und der Spant dann erst nachfolgend zerbröselt ist.
Falls du z.B. den Innenschaum nicht Millimeter für Millimeter vom Oberdeck abkratzen musstest, war er möglicherweise schon ab.

Ist so wie bei modernen Zimmertüren. Die kriegst du nicht kaputt, auch wenn du die auf eine Kante legst und zu dritt drauf herumhüpfst.
Aber hattest du einen Wasserschaden und die Verleimung der inneren Wabenstruktur hat sich abgelöst, kann jede Hausfrau die Tür in die Tonne falten. Dabei genügt es, wenn sich eine Seite ablöst, dann kommt das ganze Bauteil hinterher.

Übrigens - das Ruderblatt der Jantar ist auch so eine moderne Zimmertür. Hat der Schaum Wasser gezogen und sich z. B. durch Frosteinwirkung von der Schale abgelöst, ist Bruch vorprogrammiert. Ist also nicht nur ein Schönheitsfehler, wenns im Ruderblatt gluckert.

Hier bist du ja nochmal mit dem Schrecken davon gekommen, vor allem, da der Mast stehengeblieben ist.

Wie hast du den Spant repariert? Gab es eine Ablösung von der Bordwand oder hat nur der Hebel des Rods die Struktur zerdreht?

Ach so, noch was - helle Stellen in einem Glasfaserlaminat sind eigentlich Bereiche, in denen Harz fehlt - produktionsseitig, durch Schlamperei oder weil grad Freitag Mittag war, oder erst später durch Delamination. Die Unterseite des Sandwichdecks sieht ja furchtbar aus. Hoffentlich war das nur staubig vom rausflexen. (dann müssten deine Poster so ähnlich aussehen)
Hast du da mal drin rumgepiekst? (im GfK, nicht in den Polstern)Oder ist das nur vom Blitzlicht?

Wie dick war das Deck? Die beiden Schalen und die Mittellage?

VG Eric

Frage zur Fockschotführung auf dem letzten Bild.
Bei deinem Boot ist ja die Fockschiene angestückelt, um sie nach vorne zu verlängern. Gibt es dafür einen Anwendungsfall? Ev. die Sturmfock? Ich frage nur, weil meine Schienen erst weiter achtern anfangen, bei anderen Jantars gehen sie auch noch weiter nach vorn, bis fast zum Mast. Ich habe gar keine so kleinen Segel, die ich dort führen könnte.

Schotführung zwischen den Wanten - was ist der Vorteil?
Wenn die Unterliek so kurz ist, dass du mit dieser Schotführung zurecht kommst, kannst du die Fock dann nicht gleich innen fahren, also enger --> mehr Höhe am Wind?
Bei raumem Wind entsteht hier ein zweiter Umlenkpunkt, knapp vor der eigentlichen Fockleitrolle, der dann praktisch fix ist und sich nicht verstellen lässt. Das flexible Einstellen des Schotholepunktes längs auf der Schiene ist aber eine der effektivsten Trimmmöglichkeiten für die Fock. Die ist damit praktisch verschenkt.
Ich frage das nur, weil ich die Schotführung zwischen den Wanten noch bei keiner Jantar gesehen habe, aber vielleicht übersehe ich ja was.

mathias1985 Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 26

03.02.2017 18:40
#20 RE: Wantenspan auf Spant gerissen Zitat · Antworten

Hallo Eric,

ich sehe und finde es gut das du dich so tiefgreifend mit meiner Problematik auseinander setzt.

Vielleicht sollte ich Grundsätzlich nochmal was zur Schadensentstehung sagen.
Es ist sehr sehr warscheinlich das zuerst das Pütting aus dem Deck gebrochen ist und dann der Spant nachgegeben hat (zug nach vorne).
Grund hierfür ist einlaufende Feuchtigkeit in den Kern gewesen, was zum Faulen des Sandwitch exakt im Bereich des Püttings geführt hat.
Leider wurde die Abdichtung des Püttings in den letzten Jahren nicht erneuert.
Den weichen Bereich habe ich komplett raus genommmen, zusehen am Foto mit dem neuem Balsa.
Der Kern ist exakt 1,5cm dick.
Zudem habe ich kleine Testbohrungen gemacht und keine weitere Feuchtigkeit / Weichstellen finden können.

Aufgebaut wurde dannn von unten wie folgt nach dem alles angeschliffen wurde:
Laminat von unten 3fach eingeklabt.
Balsa mittels angedickten Harz(Baumwollflocken) aufs neu Laminat schlüssig verklebt.
Die ritzen entsprechend mit Harz-Baumwollflocken geschlossen.
Dann als letzte Schicht 4-Fach Laminat inkl. Drehung der Matten drüber gelegt.
Zur Druckverteilung die 2mm V4A Platte von unten gegen.
Das Ergebniss ist entsprechend im Bild zu sehen.

Zum Thema Spannt:
Da der Spannt selbst Laminattechnisch nicht aus dem Rumpf gerissen war habe ich den Spannt angeschliffen und mit ein paar Laminatmatten verstärkt.
Den gebrochenen Teil um die Metaleinlage, habe ich mit Laminatmatten neu Aufgebaut und nochmal über den kompletten Spannt drüber gesetzt.
Die Festigkeit des gesammten Spannt und der Einlage ist somit wieder gegeben.

Die Stellen von Oben wurden mit Gelcoat gestrichten und versigelt.

Ich denke das sollte zur Erklärung der Reperatur ausreichen.

Zum Thema Fock Schotführung:
Als bei meiner kleinen Fock (nicht Genua) passt die Schotführung durch die Wanten perfekt.
Nehme ich sie nach innen Flattert die Fock im Unterliek und vorne im Vorliek.
Kann natürlich an meiner doch recht alten Fock liegen (hier muss mal eine neue her)
Für die Genua habe ich bei meiner Jantar noch separate Genua Schienen.

Warum meine Schiene noch etwas länger ist, kann ich dir nicht sagen.
Da ich für meine Jantar nicht mal eine BauNr. im Rumpf finden kann vermute ich das es sich um die erste Serie handelt.
Im Jahr 1995 muss sie auf jedenfall nochmal ein Refit bekommen haben.

PS: die Polster wurden bei der Maßnahme zu 98% entfernt.

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

04.02.2017 01:47
#21 RE: Wantenspan auf Spant gerissen Zitat · Antworten

Zitat von mathias1985 im Beitrag #20
Hallo Eric,

ich sehe und finde es gut das du dich so tiefgreifend mit meiner Problematik auseinander setzt.


Hallo Mathias, nicht ohne Grund. Zum einen hattest du dich ja mit dem Problem an die Jantar-Gemeinde gewandt und da habe ich ja auch nichts anderes gemacht, als dich auf den einen oder anderen Punkt aufmerksam zu machen, den man im Blick haben sollte, damit die Reparatur erfolgreich ist.
Hätte ich natürlich geahnt, dass du das so perfekt hinbekommst, hätte ich mir zwei oder drei Sätze sparen können.

Der Rest sind eigene Sorgen.
Ich hatte ja erwähnt, dass es naheliegend ist, dass das Tuning der Jantar von einem interessanten Hubkieler zu einem regattatauglichen Boot erst später erfolgt sein muss und dass das natürlich auch zu stärker gepfeilten Salingen und den deutlich weiter innen liegenden Wanten geführt hat. Obwohl das klappernde Kiel wieder alles versaut. Aber das wurde ja auch noch mehrfach überarbeitet.

Dann war aber irgendwie das Geld alle und so ist es zu dieser seltsamen Ableitung der Riggkräfte in den ursprünglich vorhandenen Hauptspant gekommen. Abenteuerlich, denn das setzt zwingend ein intaktes Sandwichdeck voraus, welches Schubkräfte aufnehmen kann und wie jedes Sandwichlaminat auf keinen Fall ausbeulen darf. Ja und das ausgerechnet im Bereich der Püttinge.

Also ich kenne niemanden, der die Teile abdichtet. (ausser mich natürlich )

Der bei deinem Boot entstandene Schaden lässt bei mir alle Alarmglocken angehen. Er ist einfach plausibel und folgerichtig. Genau so geht ein Sandwichlaminat krachen, wenn sich die obere Lage durch eine Beule vom Kern gelöst hat.
Insofern danke nochmal für die ausführliche Beschreibung, auch der Reparatur, denn genau so sollte die schon ausgeführt werden.

So, jetzt bist du aber der Besserwisser, denn du hast die Reparatur schon hinter dir.
Ich würde mich freuen, wenn du noch ein paar Worte verlierst, wie du es geschafft hast, weder im Glasschleifstaub zu ersticken, noch dir dort über Kopf den halben Kahn zu bekleckern.
Welche Werkzeuge, wie vorbereitet, wie vorgegangen beim Laminieren, sowas eben und wenn du dir einen tollen Trick ausgedacht hast, kannst du den bitte auch gleich erklären.

Zwischenfrage - wo kauft man denn Balsaholz? Das habe ich das letzte mal zum Flugzeugmodellbasteln genommen, aber das war viel zu dünn. Hast du das längs genommen? Ich frage nur, weil es in dieser Richtung nicht besonders druckstabil ist. Einbaurichtung bei Booten ist ja immer so, dass man das Hirnholz sieht und genau das ist dann das Problem, wenn doch mal Wasser eindringt.

Warum hast du eigentlich keine Schaumplatte genommen? Gibt doch auch Schaum, der gar kein Wasser zieht.

Mit welchem Harz/Härter hast du gearbeitet?

VG Eric


p.s. zur Fockschotführung zwischen den Wanten - selbst wenn die für Amwind besser passt, bei Halbwind verstellst du ja die Leitöse weiter nach vorne, nur dass das bei dir nichts nutzt, denn der Want bildet dann einen Zwangsholepunkt.

Wenn dein Unterliek flattert, ist es zu stramm. In der Regel sitzt gleichzeitig der Holepunkt zu weit achtern. Dadurch öffnet oben die Fock und arbeitet nicht mehr mit.
Dein Vorliek flattert? Wie geht das? Das ist doch geführt am Vorstag.
Wenn du das soweit durchsetzt, dass es weder Querfalten noch einen Längsfalte bildet, hast du alles richtig gemacht. Dann flattert da auch nichts. Falls du dein Achterliek meintest, das deutet dann auch auf einen zu weit vorlichen Holepunkt oder eben auf eine ausgereckte Achterliek. Ein guter Segelmacher kriegt das wieder hin. Nur nicht im März, wenn alle was von ihm wollen und das ganz schnell mal.

Ziehst du die Fock innen an den Wanten vorbei und gibst noch mal einen winzigen Schrick die Fockschot frei, dann öffnet sie sich auch so, als würde sie zwischen den Wanten gefahren. Naja, bald kannst du es ja mal ausprobieren.
Noch 7 Wochen, dann gehts bei uns wieder los.

ollie Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 40

04.05.2017 17:14
#22 RE: Wantenspan auf Spant gerissen Zitat · Antworten

Hallo Jantar-Gemeinde,

nach einem schönen Segeltag am letzten Wochenende mit viel Wind ist mir abends der Beitrag von Mathias nochmal eingefallen.

Bei Kontrolle der Rod-Konstruktion unter Deck habe ich zunächst feststellen müssen, daß die Schraube, die das Rod mit der auf den Spant geschraubten Öse verbindet (in Mathias´ Beitrag im 2. Foto schön zu sehen), auf der Backbordseite fast vollständig herausgedreht war.

Bei getrimmtem Rigg kann man hier nichts nachziehen, so groß ist die Spannung auf dem Rod.

Also an Deck alle Wantenspanner gelöst und unter Deck alle Schrauben kontrolliert.

Zu meinem großen Erstaunen waren alle Schrauben dieser eigenartigen Konstruktion nicht mehr fest. Sowohl die Kreuzschlitzschrauben an der Spantbefestigung, wie auch die mit Hutmuttern gekonterten Schrauben unter dem Wantenterminal konnte ich um ca. 1-1,5 Umdrehungen nachziehen.
Vielleicht liegt auch hier eine Mit-Ursache für Mathias Schaden: wenn die Schrauben sich lockern, fängt die ganze Konstruktion an zu arbeiten. Die Eindichtung an Deck wird dann auf die Dauer undicht, Wasser dringt ein und läßt den Holzkern rotten.

Dasselbe auf der Spantseite: lose Schrauben arbeiten sich aus, bis es irgendwann zum Bruch kommt.

Tipp an alle: kontrolliert den Sitz der Schrauben!

Gruß

Ollie

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

05.05.2017 01:14
#23 RE: Wantenspan auf Spant gerissen Zitat · Antworten

Hi Olli, unbedingte Zustimmung, auch bei mir war eine dieser beiden Schrauben ziemlich weit rauss. Für die Haltbarkeit muss die definitiv in beiden Hälften der Spannerhülse zu sehen sein, sonst schert es die ab.

Dass du die oberen Muttern nachziehen konntest, ist hoffentlich nicht darauf zurückzuzführen, dass die Sandwichmittellage des Decks bereits weich ist.
Wenn man ohnehin gerade am Pütting rumschraubt, kann man gleich mal die Dichtung erneuern. Ist dieser Beschlag undicht, sickert praktisch bei jedem Regen Wasser in den Kern und kann da nicht mehr weg. Fäulniss ist dann vorprogrammiert.

Auch lockere Schrauben am unteren Auge des Rods sind ein Alarmsignal, denn das ist ja ein Gelenk. Wenn es dort die unteren Schrauben herausarbeitet, bedeutet das nichts anderes, als dass hier Bewegung im Spiel ist. Festschrauben und dann nach jedem Segeltag ab bft 4 kontrollieren.
Werden sie wieder locker, muss ein neues Gewinde und neue Schrauben rein, eine Nummer größer.

Die eigentliche Ursache des Schadens ist ja nicht bekannt. Aber praktisch genügt es auch, wenn das im Spant liegende Alurohr und die Niroschrauben sich nicht vertragen haben und das Gewinde aufgefressen ist. Es gab hier auch einen Fall von Montagsboot, da haben die in der werft die Innenlage garnicht getroffen und die schraube nur ins GfK geballert. (So wie bei allen anderen Verschraubungen an der Jantar).
Funktioniert, solange keine Bewegung auftritt.

Versagt die Zugkraftableitung unten am Hauptspant, haut es das Puttingeisen aus dem Deck.
Versagt das Deck, hebelt es auch die untere Ableitung aus dem Spant.
Löst sich der Spant von der Bordwand, zerlegt es diese wichtige Baugruppe ebenfalls.

Damit wir alle was dazulernen, wäre es interessant zu erfahren, was als Ursache am wahrscheinlichsten ist.
Vielleicht hatte die FSA auch schon ähnlich Fälle und kann Hinweise geben, worauf man achten muss, um Frühwarnungen zu verstehen und rechtzeitig zu handeln.

Interessieren würde mich auch, wie man diese Stellen bei der FSA repariert oder ertüchtigt.

VG Eric

Booster Offline

Aktives Mitglied

Beiträge: 5

15.05.2017 15:29
#24 RE: Wantenspan auf Spant gerissen Zitat · Antworten

Zitat von eric im Beitrag #2


Als ich meine Jantar übernommen habe, fiel mir eine Beule im Deck auf und es gab schon Spannungsrisse um eines der Püttineisen. Sobald die Seite unter Winddruck stand, wurde die Beule größer. Ursache war das Fehlen der kleinen Madenschraube, die die verstellbaren Wantenrods mit dem Aufnahmewinkel verbindet. Wenn ich das nicht noch entdeckt hätte, wäre das sicher genauso geendet, wie bei dir.




Hallo Eric,
ich hab am Wochenende mal nachgesehen - besagte Madenschrauben kann ich an meinen Rods nicht finden, auch nicht entsprechende leere Gewindelöcher. Ist ein Boot Bj 2001. Kann es sein, dasz die Konstruktion geändert worden ist. Wo sind die bei Euch? Auf den Bildern dieses Threads sehe ich auch nichts.

Danke,
Dietmar

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

16.05.2017 10:21
#25 RE: Wantenspan auf Spant gerissen Zitat · Antworten

Hallo Dietmar, die Rods sind verstellbar, damit man sie nach der Montage des Püttings auf dem Hauptspant in der Länge und im Vordruck einstellen kann.
Dieses Pütting ist nur eine Öse mit 4 Schrauben und daran wird der eigentliche Rod mit einer Spannerhülse befestigt. Und diese Befestigung ist im besten Fall ein Bolzen, bei mir ist es eine Imbus-Madenschraube 5 o 6 mm.
Auf jeden Fall ist das ein Gelenk, denn statisch gesehen, kann man so unerwünschte Spannungen durch Hebelkräfte vermeiden.
Für den oberen Anschluss gilt das eigentlich auch, aber hier haben die polnischen Schweisser eine sensationelle Qualitätsarbeit hingelegt und das auch noch Stb und BB mit verschiedenen Winkeln.

Die Püttinge an Deck sind durch diese Platte durchgesteckt und geschraubt, unter Deck sind die Rods oben fest angeschweisst und unten Gelenke.
Deshalb hat das da auch einen Gelenkbolzen, genau im Mittelpunkt der Richtungsänderung.

Auf diesem Bild kannst du das Gelenk wunderbar erkennen und auch die Schraube in der Spannerhülse.



Hier aus diesem Thread, auf anderen Bilder ebenfalls gut sichtbar.

Alle Jantars, die ich bis jetzt gesehen habe, hatten alle die gleichen Rods.

Ich wundere mich seit Jahren, warum das eigentlich hält.
Der hier besprochene Schaden zeigt, dass man diese Stelle gut beobachten sollte. Spannungsrisse im Deck können Feuchtigkeit in den Holzkern des Laufdecks eintragen, die kann dort nicht mehr weg, damit beginnt der biologische Abbau des Holzkerns.

Das kann dann auch mal so aussehen:
http://www.segelsport-fsa.de/index.cfm/n...ice/id/491.html

Das Problem bei der Jantar ist jedoch, dass diese Baugruppe auf Zug und seitlichen Schub belastet wird

Das Deck als biegesteife Platte kann die Schubkräfte nicht mehr aufnehmen, die obere Lage reisst vom Kern ab, beult aus, die Decklage des eigentlich starken Sandwichträgers erleidet das sog. Beulknicken und versagt unweigerlich - so könnte es gewesen sein.

Aber man kriegt diese Baugruppe auch kaputt, wenn der Hauptspant von der Bordwand abreisst. Ein paar Minuten oder einen Tag lang Bewegung in der fest angeschweissten oberen Püttingplatte und die dürfte alles zerbröselt haben, was ihr unter die Kante kommt.

Ursache und Wirkung sind hier noch unbeantwortet.

Ein elementares Ereignis, denn nur der schnellen Reaktion war es zu verdanken, dass nicht der ganze Mast über Bord gegangen ist.


Übrigens - in dem Bild auch gut zu erkennen - es ist keineswegs ein Profil, in das das untere Püttinglager eingeschraubt ist, sondern nur ein leicht zu verbiegendes Flacheisen. Das GfK-Profil ist das eigentliche biegesteife Element.
Reisst das von der Bordwand ab, biegt sich auch die Gegenplatte, erzeugt eine Punktlast, genau an den Verschraubungen und das kann GfK nicht vertragen. Das gesamte Gegenstück zerstört sich selbst.

Weiss nicht - keine Sternstunde der Konstrukteure. Die Jantar ist das einzige Boot, was ich kenne, bei dem die Rods nicht in der Verlängerung der Kraftrichtung eingebaut sind.

Wie man das ändern kann, war hier schon mal ein Thema.
Muss man das ändern? Weiss nicht - 499 von 500 gebauten Jantars halten ja.
Aber vielleicht weiss die FSA mehr. Die reparieren ja seit Jahren Jantars und andere Kleinkreuzer.

VG Eric

p.s. Frage an die FSA - beim oben verlinkten Reparaturbeitrag eines Decks - welchen Schaum nehmt ihr zum Wiederaufbau?

Booster Offline

Aktives Mitglied

Beiträge: 5

16.05.2017 13:33
#26 RE: Wantenspan auf Spant gerissen Zitat · Antworten

Hallo Eric,

danke für die Antwort. Ich habe auch einen Bolzen statt einer Madenschraube an der Stelle, so wie im Bild dargestellt.
Also alles noch i.O.
Gruß,
Dietmar

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

17.05.2017 09:19
#27 RE: Wantenspan auf Spant gerissen Zitat · Antworten

Hallo Dietmar, die Spannerhülse ist ein Rohr, also kein Vollmaterial mit einem Schlitz. Bei mir muss ich ab und zu gucken, dass die Schraube auch noch in beiden Öffnungen in der Rohrwandung sitzt, weil die trotz Gewinde wandert. Oder vielleicht deshalb.

Kann Zufall sein, aber auf dem Bild mit dem bereits abgeschraubten Pütting hängt der Bolzen auch nur noch in einem der beiden Löcher in der Hülse und dann kommt da zu viel Bewegung in dieses Lager.

VG Eric

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