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Dieses Thema hat 11 Antworten
und wurde 1.916 mal aufgerufen
 Tipps und Technik
FSA Segelsport GmbH Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 175

29.03.2016 02:41
Automatik-Traveller by Harken Zitat · Antworten

Nachrüstung / Update auf optimales Handling
des Travellers mit neuester Hardware.

Das System kann komplett aus Luv bedient werden.
Ein vorheriges Lösen der Lee-Leine entfällt, da
der Mechanismus des Automatik-Travellers die
Klemme in Lee eigenständig und zuverlässig frei gibt.

FSA

Angefügte Bilder:
Traveller Jantar 21 Automatic-1.JPG   Traveller Jantar 21 Automatic-2.JPG  
eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

31.03.2016 11:10
#2 RE: Automatik-Traveller by Harken Zitat · Antworten

Hallo, ist das ein Nachrüstsatz für den Travellerschlitten der Jantar? Das wäre interessant, denn die eigentlichen Automatik-Schlitten sind ja ganz schön teuer. Was kostet das bei euch? Wenn ihr das geheim halten wollt, genügt eine PN. Ich erzähle es auch nicht weiter.

Aber ich knobel jetzt schon seit einigen Jahren (natürlich nicht durchgehend ) an einer Umrüstung herum, leider ohne überzeugendes Ergebnis und so eine elegante Metallbauarbeit wäre mir ohnehin nicht eingefallen.

Auf einem früheren Boot hatte ich einen Automatik-Traveller, gleiches Prinzip, jedoch Eigenbau und natürlich nicht so schick glänzend wie bei Harken. Allerdings auch nicht so kompliziert.

Ist eine tolle Sache, denn ohne diese Verstellmöglichkeit binden die meisten irgendwann ihren Traveller einfach in der Mitte fest und das war es dann mit dem fantastischen Trimminstrument. So habe ich meine Jantar schon gekauft, habe den Traveller wieder gangbar gemacht, war dann aber von der Funktion der Verstellerei mit zwei Streckern genervt und habe das Ding wieder festgebunden. So ist es leider bis heute.

Einfach, weil mir nicht mehr eingefallen ist, wie das damals gebaut war und der heutige Eigner meines Bootes hat erstmal alles entfernt, was irgendwie nach Regatta roch, um es im Verleihbetrieb so simpel wie möglich anzubieten.
So ist die Spur dieser Konstruktion leider verloren gegangen.
Was ich noch weiss ist, dass die Umlaufleine nicht in der Plicht rumhing, sondern irgendwie im Rückenteil der Plichtbänke verschwand und auf der anderen Seite genauso wieder auftauchte.
Diese Rückenteile sind bei der Jantar schräg, was echt sinnvoll ist. Bohrt man da aber Löcher rein für Leinen, kann man darauf warten, dass es beim erstbesten Schauer auf die Polster tropft.

Fragen zur Leinenführung
Die lose Part der Umlaufleine bleibt doch ohne Last. Weshalb habt ihr die losen Umlenkrollen neben der Schiene nicht an die vorhandenen Ösen gebunden, so dass der Strecker vor dem Traveller hängt? Oder ist das extra so dahinter gelegt für die Segler, die hinterm Reitbalken sitzen?

Warum hat die Leine so viel Lose? Das ist doch eine Umlaufleine, also ein Endlossystem, das ausser ein paar Handbreit für den Zugwinkel mit wenig Lose auskommt. Dann würde da nichts rumhängen, über das man fliegen kann.
Oder ist die Lose am Endpunkt des Travellers weg und taucht nur auf, wenn der Schlitten in der Mitte steht?
Sorry, hier endet grad meine Vorstellungskraft.

VG Eric

sct Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 152

05.04.2016 10:12
#3 RE: Automatik-Traveller by Harken Zitat · Antworten

Also wenn ich einen Traveller so ans Boot bauen würde, gäbe es, milde gesagt, Kritik von der obersten Heeresleitung. Wenn Travveller, dann demnontierbar und schon gar nicht auf den Sitzflächen. Auch kann man da an der Stelle schlecht sitzen. Ich halte das für eine Stolperfalle und Verursacher etlicher blauer Flecken im Schienenbeinbereich.
Ja, man kann da höher am Wind segeln, aber die Nachteile überwiegen die Vorteile leider doch erheblich. Zumindest für den Fahrtensegler halte ich einen Traveller, so montiert, für ungeeignet.

Ja, und dann habe ich mich gerade mit der Leinenführung beschäftigt. Unter der Annahme 'Hart am Wind' den Traveller immer zu mir ziehen zu wollen halte ich das für eine - so gesehen - ungünstige Leinenführung. Und dann ist mir nicht ganz klar wie die Curryklemme auf der anderen Seite gelöst wird wenn man am losen Ende zieht.

Ciao
SCT

rehwald Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 33

05.04.2016 14:48
#4 RE: Automatik-Traveller by Harken Zitat · Antworten

Zitat von sct im Beitrag #3
...
Und dann ist mir nicht ganz klar wie die Curryklemme auf der anderen Seite gelöst wird wenn man am losen Ende zieht...


Das ist ein Automatik-Traveller von Harken: Windward Sheeting. Die lösen automatisch die gegenüberliegende Seite, wenn die Last seitlich wegschwenkt (eigentlich nur ein Stift der da die Klemmbacken aufhebelt). Im Original sind da normalerweise einfache Klemmen auf einem Schlitten verbaut (diese Einheit hier) Schien man aber leider nicht passend nachrüsten/modifizieren zu können.

Gruß
Thomas

PS: der Traveller ist immer dort. Zumindest wenn einer verbaut ist... Und an die blauen Schienbeine gewöhnt man sich :-D

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

06.04.2016 02:20
#5 RE: Automatik-Traveller by Harken Zitat · Antworten

Zitat von rehwald im Beitrag #4
[quote=sct|p1759]...
... Und an die blauen Schienbeine gewöhnt man sich :-D


Stimmt, jetzt, wo du es erwähnst...
Es gibt bei der Jantar noch 275 andere Stellen, an denen man sich die Kopfhaut abschaben, die Augen ausstechen, die Zehen oder das Genick brechen, die Zähne ausschlagen und das Gesicht demolieren kann. Meine Lieblingsvorschoterin und ich sind ja auch mal auf See unterwegs, auch bei Wetter, bei dem man lieber zuhause sitzen würde und wir sind beide schon sensationell durch die Jantar geflogen - sie rückwärts in den offen Niedergang, das sind ja auch zwei Stufen, bevor man mit der Halswirbelsäule aufschlägt. Mich hat es mal mit dem Gesicht auf eine der scharfkantigen Deckswinschen geknallt. Soviel Verbandszeug hatten wir garnicht an Bord.

Nun soll der arme Traveller weg, nur weil er angeblich im Weg ist?
Warum sollte man ausgerechnet mit einem der ungefährlichsten Gegenstände beginnen?

Barfuss in den Schotschlitten gelatsch, bin ich schon auf anderen Booten, aber so massakriert, wie von meiner Jantar, wurde ich bisher von keinem Kahn. Die hat echt Potential.
Gerade erst letztes Frühjahr ein Abflug vom Deck. Irgend eine Motorbootwelle, Kiel oben, Zeug im Arm, kein anderes Boot eiert so rum, wie die. Normalerweise fliegt mal einfach so ins Wasser und gut ist, alle an Land gebliebenen lachen, man hat seinem alljährlichen Frühjahrsbeitrag zur allgemeinenn Erheiterung geleistet und kann beruhigt zugucken, was den anderen so einfällt.
Aber nein, die kleine Jantar braucht ja unbedingt eine Reling und an der kann man so richtig schön testen, was zuerst nachgibt, Relingsstütze oder Rippenbögen. Hat beides gehalten. War aber echt knapp. Die Beine hatte ich trotzdem im Wasser. Das Relingszeug ist wohl mehr Deko.

Hatte ich schon erwähnt, dass ich bei einem der ersten Mastlegemanöver zu nah am Mast stand, mit der Idee, ich könne so das gefährliche seitliche Ausscheren des Mastes verhindern und das ohne Jüt und ohne Hilfswanten? Mein alter Physiklehrer hat an den Tag sicher geweint.
Bei einem Abstand von 60-70cm bin ich an den Mast rangekommen, als er so auf 45 grad abgelassen war. Das ist ein nahezu wirkungsloser Hebelarm, mit dem ich dem jetzt immer schneller niederkommenden Mast nichts entgegenzusetzen hatte, als meine Schulter.
Ehe ich richtig mich mitteilen konnte, dass ich es nicht schaffe, lag ich schon mit dem Hals zwischen der Kielhebelklemme und einem gnadenlos nachdrückenden Mastgewicht. Das ist da vorne ein Hebelverhältnis von mindestens 1:10, eher mehr. Das drückt man nicht mehr hoch, jedenfalls nicht mit dem Hals und schon garnicht wenn man keine Luft mehr kriegt.
Gut, dass wenigstens meine Lieblingsvorschoterin mitdenkt.

Als Abschiedsvorstellung im Herbst ist mir das nasse Kielfall durch die Hand gerauscht.
In meinem Gehirn kam zuerst der Warnruf - bloss nicht loslassen, das könnte teuer werden!!! Erst danach kam der Schmerz und blieb laaaaang, sehr, sehr lange.
Wer auf Schmerzen steht, das ist ein echter Geheimtip, tiefer Schnitt in der Innenhand und gleichzeitig Brandwunde, das haut richtig rein. Auch später, wenn man denkt, heute könnte es mal gut sein und die Finger frohen Mutes auf die Tasten legt, dann geht das wieder auf.

Natürlich alles selbstverschuldet, zu hektisch, zu - ach lass mal, das geht auch ohne Jüt, ging doch immer - Segelhandschuhe sind Mädchenkram, Segelschuhe auch im Sommer - naja - man kann nicht unbedingt dem Boot die Schuld geben. Wenn man aber seit einigen Jahrzehnten aktiv segelt und 98 Prozent aller schweren Verletzungen seit genau der Zeit aufgetreten sind, seit der man auf dieses Beast gewechselt ist, dann könnte man fast glauben, dass es doch einen gewissen Zusammenhang gibt.
Nicht falsch verstehen, die Jantar ist ein tolles Boot. Sie hat jedoch auffällig viele Eigenarten und Marotten, die andere Boote nicht zeigen. Habe mich noch immer nicht an alles gewöhnt. Aber in einem Seesturm vor Top und Takel hat sie auch gesagt, hab doch Vertrauen, wir schaffen das, auch wenn es nicht danach aussieht und es hat gestimmt.

Nein, also die Travellerschiene muss man wirklich nicht abbauen, die ist relativ ungefährlich.
An der kann man sich in einem Seesturm hervorragend mit dem Livebelt einpicken und beim Ausreiten den Fuss unterhaken

Was ich mich viel mehr frage ist - warum hält das Teil überhaupt und reisst nicht einfach mal bei einer ruckartigen Belastung ab?

Da sind links und rechts 3 Schräubchen ins dünne GfK der Sitzbänke gedreht, ohne Konterung - das ist ja die Standardbefestigung bei der Jantar, von Deckswinschen bis Ruderanlage und Klampen, mehr ist da nicht - und die halten den gesamten Schotzug, also das, was sich im Amwindgemetzel in die Hand einschneidet, zerrt verstärkt um die vierfache Kraft am Schotwagen und das ja nicht als statische Kraft, sonder gerne als dynamische Belastung in druckvollen Böen oder Patenthalsen.
Das Hölzlein unter der Schiene liegt nur auf, das hat keinerlei Zugsicherung, das Hölzchen selbst ist nur eine Biegesicherung (und Schienbeinschutz).
Also warum reisst das Ding nicht einfach ab und fliegt dem erstbesten Crewmitglied in Lee mitsamt dem teuren Automatiktraveller um die Ohren, wenn der Großnaum nach einer Patenthalse so richtig einruckt?

Wer von euch hat eine zusätzliche Zugsicherung verbaut? Meine Ruderanlage habe ich jedenfalls gekontert. Es soll auch so halten, aber ich habe keine keine Lust auf Experimente.

Frage an die FSA
Diejenigen, die einen solchen Traveller aktiv benutzen, sitzen sicher oben auf der Kante und reiten aus. Von da kommen sie aber nicht ran. Das ist ja auch das Problem beim Standardtraveller. Der nicht ganz preiswerte Automatiktraveller bietet die Möglichkeit, die Schot zu fixieren und das Gross überwiegend über den Traveller zu fahren. 2/3 des Weges sind schon beschritten - könnt ihr mal eine Lösung zeigen, die von der Kante aus zu bedienen ist? Gibt es das nicht schon bei der VA18 und Elan 210?

Hat das jemand auf der Jantar schon umgebaut?

VG Eric

sct Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 152

07.04.2016 13:19
#6 RE: Automatik-Traveller by Harken Zitat · Antworten

Ok, kann ja verstehen dass es einige Enthusiansten nicht ohne Traveller aushalten. Ich verstehe auch dass er in die Sitzfläche reinragt um die volle Länge ausnutzen zu können. Aaaaaber, und jetzt kommts: Warum um Himmels Willen hat man den Traveller nicht mit einer Snap-In Vorrichtung demontierbar gemacht? Also die ganze Schiene leicht mit einem Klick (de-)montierbar, damit man sich beim Kaffekränzchen oder beim normalen Fahrensegeln keine blauen Flecke holt. Und wenn dann mal Regatta ist, dann klickt man das Ding ein...

Achja, ich bin zwar nie angeleint und habe auch keine Segelhandschuhe aber Schuhe habe ich immer an. Nachdem ich mir mal als Kind den kleine Zeh gebrochen hatte wegen "ohne Schuhe" habe ich mir das gemerkt. Bis heute....

Ciao
SCT

schaefed Offline

Aktives Mitglied

Beiträge: 6

05.01.2018 17:27
#7 RE: Automatik-Traveller by Harken Zitat · Antworten

Ich hänge mich mal an dieses Thema dran, da es bei mir auch um den Traveller geht.

Nach dem Kranen und Winterfest machen habe ich alles an Seilen demontiert, die noch dran waren. Dabei habe ich auch einen Begenzer des Travellers abgeschraubt und die Schlitten herausgezogen. Beim Traveller selbst kamen mir dann alle (wenn ich richtig gezählt habe) 40 Kugeln entgegen.
Eine Internetsuche zur Montage bei Harken führt nur zu neueren Modellen, welche einen Haltebügel für die Kugeln besitzen. Der bei mir montierte Schlitten hat diese Haltebügel nicht. Nun meine Frage: Wie bekommt man alles wieder zusammen?
Ich habe jetzt alles auseinander geschraubt. Vom Schlitten bleiben ein Metallmittelteil und 2 aufgeschraubte Plastekappen. Wenn es keine besseren Vorschläge gibt werde ich eine Plastekappe abschrauben, den Schlitten auf die Schiene aufsetzen und an der offenen Seite die Kugeln einfüllen und zum Schluss die Plastekappe wieder montieren.
Ich versuche noch 2 Bilder anzuhängen.

VG Dirk|addpics|gwc-5-439b.jpg,gwc-6-08e7.jpg|/addpics|

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

05.01.2018 21:57
#8 RE: Automatik-Traveller by Harken Zitat · Antworten

Zitat von schaefed im Beitrag #7
Ich hänge mich mal an dieses Thema dran, da es bei mir auch um den Traveller geht.

Nach dem Kranen und Winterfest machen habe ich alles an Seilen demontiert, die noch dran waren. Dabei habe ich auch einen Begenzer des Travellers abgeschraubt und die Schlitten herausgezogen...


Schon falsch.

Tröste dich, ist mir auch passiert. Harken scheint davon auszugehen, dass jeder gerade dann so ein Stückchen Plastikschiene in der Hand hat, wenn er den Trallala das erste mal von der Schiene zieht.
Aber wer hat das schon. Aber du musst auch zugeben, es klinkt doch nicht schlecht, wenn eine Handvoll Kugeln lustig klackernd in den Dielenritzen verschwinden. Oder vielleicht in der Plicht? Und mindestens eine davon im durchhängenden Ablaufschlauch der Plichtentwässerung? Ungefähr da, wo man nicht rankommt?
Tröste dich - wenn du denkst, das war der ärgerliche Teil, dann warte mal auf den Moment der Neubestückung. Da wird´s dann richtig lustig.

Ja, erst die neueren Modelle sind geklammert. Weiss auch nicht, was die sich dabei gedacht haben.
Ich vermute mal nichts. Montagsidee.

Nun meine Frage: Wie bekommt man alles wieder zusammen?
Mit unendlicher Geduld...
Man könnte sie theoretisch mit etwas Fett anpappen, aber mach das bitte nicht. Fett zerstört die Kugeln. Die lösen sich regelrecht auf.
Das weiss ich deshalb, weil ich meinen Kahn mit nahezu vollständig zerbröselten Kugeln gekauft habe und sowohl die Kugeln der Fockreffanlage, als auch die Travellerschlittenkugeln ersetzen musste.
DAS ist teuer. Frag mal deinen Ausstatter nach Torlonkugeln, da leuchten dem die Augen.

Und schön aufpassen, Harken hat natürlich eine Sondergrösse und die ist natürlich nicht metrisch.

Ich habe jetzt alles auseinander geschraubt. Vom Schlitten bleiben ein Metallmittelteil und 2 aufgeschraubte Plastekappen. Wenn es keine besseren Vorschläge gibt werde ich eine Plastekappe abschrauben, den Schlitten auf die Schiene aufsetzen und an der offenen Seite die Kugeln einfüllen und zum Schluss die Plastekappe wieder montieren.

Ist schon eine Weile her bei mir, aber es ging mit einem Hauch von Spalt am Ende der Schiene, Kugel für Kugel nachladen und die beiden letzten auf jeder Seite irgendwie reinzaubern. Vielleicht ersparst du dir, zu testen, ob der Schlitten dann gut läuft. Dabei habe ich ihn nämlich gleich zur anderen Schienenseite rauskatapultiert und konnte von vorne anfangen. Einschliesslich Kugeln suchen.

Ich habe übrigens etliche Fehlkugeln durch Kugellagerkugeln ersezt, weil es mir nicht auf jedes mg ankommt. Im Wechsel mit den Torlonkugeln macht das keinen Unterschied in der Funktion und die kosten praktisch nix.
Genau wie Torlonkugeln. Nur dann muss man 20000 Stück kaufen.
Ich sehe schon, wie mein Torlondealer nachts in seiner Hochsicherheitsbude sitzt, beschützt von zwielichtigen Gestalten und mit Latexhandschuhen und Präzisionswage winzige Tütchen abpackt...

Diese Plastikschiene, von der ich spruch, ist bei der Auslieferung dabei und weil bis dahin ja keiner kapiert, wozu das Ding gut sein soll, wird sie in der Regel irgendwohin gelegt, wo sie nie wieder jemand findet. Harken nennt das Ding aber geheimnisvoller weise Carloader.

Da kommt man der Sache schon näher. Es scheint total einfach zu sein, den Schlitten mit dem Carloader zu befüllen, denn diese Ersatzschiene hat extra dafür zwei kleine Löchlein. (jetzt bloss nicht hektisch zum Dremel stürzen und in die echte Schiene Löcher fräsen! Das geht schief.)

Man dreht dafür den Schitten kopfüber und wenn alle Kugeln drin sind, wird der Carloader verschoben und fixiert. Danach setzt man ihn deckungsgleich an die echte Schiene und schiebt den Schlitten einfach rüber. easy going.
Aber seien wir doch mal ehrlich - das ist doch was für Mädchen. Warum sollte man es sich denn sooo einfach machen?!

VG Eric

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

16.05.2019 16:37
#9 RE: Automatik-Traveller by Harken Zitat · Antworten

Hall Frank und alle anderen,

Bei Franks schönem Travellermakramee ist mir wiedermal eingefallen, dass der Traveller der Race-Version irgendwie nicht zuende gedacht ist.
Wahrscheinlich war grad Freitag Mittag und später hat auch keiner mehr irgendwelche Beschläge verbaut oder Unterlegplatten einlaminiert, so dass man diesen Traveller während des Segelns kaum verstellen kann, ohne sich dabei von der hohen Kante ins Boot zu begeben und das nimmt Jantarchen ja übel, wenn man da so gemütlich auf der Bank klebt.

Es ergibt auch wenig Sinn, ein Boot mit einem so mächtigen und teuren Trimmwerkzeug auszustatten und dann irgendwie an den letzten Umlenkblöcken und Currieklemmen zu sparen.

Also falls dir und anderen auch auffällt, dass das irgendwie suboptimal gelöst ist - die Leute von der FSA haben sich da mal mit beschäftigt und was dazu gepostet. In diesem Beitrag auch die Fotos zur Nachrüstung.

VG Eric

Zitat von FSA Segelsport GmbH im Beitrag #1
Nachrüstung / Update auf optimales Handling
des Travellers mit neuester Hardware.

Das System kann komplett aus Luv bedient werden.
Ein vorheriges Lösen der Lee-Leine entfällt, da
der Mechanismus des Automatik-Travellers die
Klemme in Lee eigenständig und zuverlässig frei gibt.

FSA

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

21.05.2019 17:59
#10 RE: Automatik-Traveller by Harken Zitat · Antworten

Na, ob das wirklich jemand braucht?
Höchstens Spielernaturen und Bootstheoretiker.
Wie wird denn der Traveller normalerweise gefahren?
Starkwind: Der Travellerschlitten wird in Lee gefahren, in Böen varierend (das geht auch mit dem Standard-Traveller).
Mittelwind: Der Travellerschlitten bleibt in der Mitte stehen (das geht natürlich auch mit dem Standard-Traveller).
Leichtwind: Der Travellerschlitten wird nach Luv gezogen und dort evtl. etwas bewegt.(Bei wenig Wind ist in der Wende jedoch genug Zeit, die Travellerschot im (alten) Luv zu lösen).
Gemütliche "Fahrtensegler": Gar nicht(Entweder bleibt hier der Schlitten in der Mitte belegt, oder die Schiene wird konsequenterweise gleich ganz ausgebaut, damit sie nicht stört).

Viel wichtiger erscheint mir für den ambitionierten Segler zu sein, dass er auch in der Ausreitpostion den Traveller bedienen kann. Das geht nur mit Führung/Klemme am oberen Rand der "Rückenlehne" der Plichtbank.

Helmut

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

21.05.2019 21:07
#11 RE: Automatik-Traveller by Harken Zitat · Antworten

Zitat von hgebauer im Beitrag #10
Na, ob das wirklich jemand braucht?
Höchstens Spielernaturen und Bootstheoretiker.


Genau.
Hallo Helmut, um nicht in den Verdacht zu geraten, eine Spielernatur oder gar ein Bootstheoretiker zu sein, habe ich meinen Tralalla seit vielen Saisons einfach am Reitbalken angebunden. Nichts nervt mehr, als wenn das Ding im falschen Moment abrauscht.

Aber - wenn wir jenseits der bft 4 zu einer Wettfahr antreten, dann wird das Gebändsel gelöst, denn die Fahreigenschaften der Jantar und damit ihr Geschwindigkeitspotential ändern sich ziemlich deutlich, wenn man den Traveller aktiv nutzt. Nicht nur theoretisch.

Die verbaute Mimik, bzw. die nicht verbauten Teile zwingen die Crew jedoch runter von der Luvkante und da man das Ding damit praktisch kaum noch handhaben kann, erschliesst sich der Sinn vielleicht nicht so ohne weiteres.
Im nomalen Renngeschehen werden einfallende Böen jedenfalls nur dann mit der Grossschot pariert, wenn es garnicht mehr anders geht, ansonsten wird nur über den Traveller gefahren.
Ob man das jetzt auch ohne die nicht ganz billigen Umlenkblöcke und Automatiktraveller machen will, hängt von min. 2 Punkten ab.
A-ob es einem egal ist, dass die anderen davonsegeln oder
B- man ohnehin mehr Schaden anrichtet, weil man zum Verstellen ins Boot muss, statt sich rauszuhängen.

Wie wird denn der Traveller normalerweise gefahren?
Starkwind: Der Travellerschlitten wird in Lee gefahren, in Böen varierend (das geht auch mit dem Standard-Traveller).

Nicht bei unseren Böen. Nein, im Ernst, ich stimme dir voll zu.
Richtig ist aber, dass ich bei grösseren Wettfahrten doch 2,3 Jantars ziehen lassen muss, komischerweise immer die selben und die fahren nicht nur konsequent über den Traveller, die treten auch in Wettfahrtstärke und Gewicht an und bei denen findet sich auch nicht ein Seepöckchen am frisch abgerubbelten Unterwasserschiff. Ausserdem haben die segeln gelernt. Ich habe es mir nur selbst beigebracht. Wir fahren auch als Zweiermannschaft und vielleicht hänge ich den Aussenborder ab und nehme den Tank raus, aber in der Regel kann ich genau so ins Wochenende starten und die sind reine Kampfsegler.
Es gibt unzählige Stellschrauben, einen Wettkampf zu vergeigen oder den schnellen Jungs mal ein bisschen auf die Pelle zu rücken.
Traveller ist aber eine der segeltechnisch nicht ganz unwichtigen Stellschrauben. Solange man die anderen 27 Fehlermöglichkeiten einfach mal weglässt.

Mittelwind: Der Travellerschlitten bleibt in der Mitte stehen (das geht natürlich auch mit dem Standard-Traveller).
Stimmt - siehe mein Standardmakramee um den Reitbalken herumgewurschtel.

Leichtwind: Der Travellerschlitten wird nach Luv gezogen und dort evtl. etwas bewegt.(Bei wenig Wind ist in der Wende jedoch genug Zeit, die Travellerschot im (alten) Luv zu lösen).

Naja, das ist ja das Gemeine - etwas bewegt, praktisch andauernd und nicht nur in der Wende.
Ich fahre noch ein anderes Kielboot, bei dem wird der Flügel des Grosssegels eingestellt (und in der Wettfahrt 1 mio mal umgetrimmt), aber das meiste passiert über den Traveller. Dort ist das jedoch ein mächtiges Werkzeug.
Übrigens ohne Automatikschlitten, aber gut erreichbar und solide ausgelegt.
Im Ergebnis wird eine Böe in Fahrt umgesetzt und nicht nur in Krängung.
Ich kann den Kahn auch über die Grossschot fahren, aber dann wird es eher Gehampel, denn reffen ist hier nicht vorgesehen und der hat ziemlich viel Tuch.
Das geht nicht nur viel effektiver über den Traveller, das Ergebnis ist auch besser.
Bei Leichtwind würde ich das Profil definitiv verziehen oder zu weit öffnen, wenn ich den Traveller in der Mitte ruhen lasse.

Gemütliche "Fahrtensegler": Gar nicht(Entweder bleibt hier der Schlitten in der Mitte belegt, oder die Schiene wird konsequenterweise gleich ganz ausgebaut, damit sie nicht stört).


Besser für die Schienbeine.
Ich stimme dir unbedingt zu, ich bin ja auch Fahrtensegler, total gemütlich - aber du weisst ja, 1 Teich, 2 Boote - eine Regatta.
Also Ausbauen, würde ich dir unbedingt zuraten, wenn du mein ebenfalls wie ich gemütlich wandernder Regattagegner wärst. Achterstag, stört auch nur und Unterliekstrecker und Niederholer - vollkommen überbewertet. Bau aus den Mist.

Jantarchen ist ja erfreulich sportiv ausgerüstet, das nutzt auch uns Fahrtenseglern.
Nur eben beim Traveller haben sie ein sündhaft teures Teil verbaut und vergessen, was dranzutüdeln, um das effektiv zu bedienen.

Viel wichtiger erscheint mir für den ambitionierten Segler zu sein, dass er auch in der Ausreitpostion den Traveller bedienen kann. Das geht nur mit Führung/Klemme am oberen Rand der "Rückenlehne" der Plichtbank.

Jain, wäre natürlich toll, aber gerade die freie Bordseite und das aufgeräumte Seitendeck mit den genial ausgerundeten und abfallenden Sitzflächen, deren Höhenlinien nicht nur relativ trockenes Segeln ermöglichen, sondern auch wirksamen Längs- und Quertrimm, deren Schnittlinien sich auf ästhetische Weise in der Teilung des Steckschotts wiederfinden und mit den abfallenden Heckkanten harmonieren...
Nein - aus genau diesem Grund habe ich es noch nicht übers Herz gebracht, da was draufzuschrauben. Obwohl ich zwei Genuawinschen fürs Seitendeck zu liegen habe. Der Praktiker sagt, mach doch, segelt sich einfach besser, als das Rumgewürge auf den mächtigen Kajütdachwinschen.
Der Ästhet in mir sagt - lass es.

Die FSA zeigt ja eine Lösung, die ich so ähnlich schon mal auf einem etwas grösseren Boot hatte. Automatiktraveller, nur dass meine umlaufenden Leinen unterm Seitendeck verschwunden sind, federbelastet und nicht in der Plicht rumgehangen haben. Aber da geht das Theater gleich weiter. Die Seitenbordwand ist ausgeschäumt, jedenfalls auf Höhe des Travellers und sie ist geneigt, so dass es durch die Leitösen tropfen könnte, wenn man bei Regenwetter Lage schiebt.
Ausserdem ist auch die ultraflache Travellerschiene - die flachste, die Harken im Programm hat, ein Geniestreich.
Wir liegen gerne in der Plicht und es widerstrebt mir, da noch höhere Umlenkrollen dranzubauen.

Deshalb wird der wohl so bleiben, wie von dir beschrieben. In der Mitte angebunden.

VG Eric

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

21.05.2019 21:48
#12 RE: Automatik-Traveller by Harken Zitat · Antworten

Man muss wissen was man will: Schnell segeln, oder gemütlich und bequem. Lässt sich schlecht miteiander vereinbaren.
Als (Ex-) Regattasegler hat man es eben drin, ewig rumzubasteln, mit dem Ziel, das Ding (und die Manöver) noch ein bisschen schneller zu kriegen. Der Mensch und seine Bequemlichkeit sind da Nebensache. Die Funktionalität zählt!
Schon klar, dass diese Vorgehensweise fürs gemütlich segeln und fürs Törn-Segeln nicht taugt. Da gelten andere Prioritäten. Und letztlich ist es die Erfahrung, die zählt. Hier wie dort.
(Bin auch schon viel auf seegehenden Schiffen gesegelt und weiss daher von was ich rede).
Helmut

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