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Dieses Thema hat 19 Antworten
und wurde 2.327 mal aufgerufen
 Sonstiges
Seiten 1 | 2
Jens Offline

Aktives Mitglied

Beiträge: 5

16.01.2015 22:24
Hubkiel Zitat · Antworten

Bei unserer Jantar ist die Kielführung n.i.O.
wie muss der Kiel in der Führung geführt werden?
- hinter den Führungen? (obwohl die Führungsleisten Backbord und Steuerbord um ca. 1 cm versetzt sind?)
- Zwischen den Führungsleisten?

Ist die Führungsplatte bei uns (siehe Bild) i.O. oder zu dünn? (könnte mal ersetzt worden sein).

Vielen Dank für Infos

Jens

Dateianlage:
Kiel.pptx
rehwald Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 33

17.01.2015 11:13
#2 RE: Hubkiel Zitat · Antworten

Hallo Jens,

richtig sieht das aber nicht aus. Die im Bild oberen Führung sollte nicht so gelagert sein. Das ist wohl durch die verschobene/-bogene Führungsschiene verursacht worden. Eine andere Ursache könnte eine unschöne Grundberührung sein, wobei die Führung ja nach hinten gebogen wird. Dann wird zu viel Druck auf die Schiene ausgeübt, was dann dazu führen kann, dass das Blech hinter die Schiene "flutscht". Das wäre dann das Worst-Case-Szenario.

Korrigiert werden sollte das aber auf jeden Fall, denn bei dieser Art der Führung gibt es unnötigen Verschleiß an der Rolle. Außerdem zieht das Halteblech die Schiene immer weiter fleißig nach vorne, was auch zu dem genannten Unterschied bei den Führungsschienen geführt haben kann. Dieser Versatz könnte unten im Schacht noch deutlich ausgeprägter sein, falls der Kiel in der Form schon länger gefahren wurde (Hebelgesetze!). Das muss dann auch geprüft werden.

Das kann man versuchen zu beheben. Wenn man den Kiel wirklich vollständig hochholt, ragen die Rollen und die Führungsbleche über das Deck hinaus. Dann vorsichtig wieder runterlassen und schauen ob die Führung samt Blech zwischen Vorderseite des Schachtes und die Schiene passt. Eventuell müssten allerdings die Schienen/Führungsrollenhalterung noch korrigiert werden damit die Kielführung sich nicht wieder verhakt. Wenn die Schiene im unteren Bereich aber stärker verbogen ist, kann es da zu Problemen kommen weil der Kiel bzw. die Führung dort dann verklemmt. Die große Schwierigkeit dabei ist, dass es da verdammt eng zugeht. Wenn alles fehlschlägt bedeutet das, den Kiel ziehen und alles ordentlich richten. Ist nicht ganz einfach/billig. Aber bei der Gelegenheit kannst du dann zumindest den kompletten Kiel ordentlich revisionieren (lassen).

Das Blech an der Kielrollenhalterung ist bei mir übrigens auch dünner als die Gegenseite (allerdings sieht es auf dem Bild auch aus, als ob es ein wenig verbogen wäre, kann aber täuschen).

Gruß
Thomas

PS: Bild in Powerpointdatei ist nicht so günstig, da es wieder eine extra Software braucht zum Anzeigen. Du kannst an die Beiträge doch einfach das Bild direkt anhängen.

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

18.01.2015 19:47
#3 RE: Hubkiel Zitat · Antworten

Hallo Jens,

Thomas hat schon den richtigen Hinweis gegeben, dass die Schienen verbogen sind.
Das ist jedoch nicht die Ursache, dass es klemmt, sondern eindeutig die Folge einer Grundberührung.
Wenn man mit abgesenktem kiel auf ein Hindernis donnert, verbiegt zwangsläufig die Kielmimik, also die Führung, die auf den Kiel aufgebolzt ist.
In der Regel gibt der Kielkasten nicht nach. Das ist auch gut so.
Durch den großen Hebel des Kiels und die Massenträgheit des Bootes wird eine beeindruckende Kraft auf die Kielmimik ausgeübt.
Diese kann (zum Glück) diesen hohen Hebelkräften nicht standhalten.
In der Mehrzahl der Fälle wird sie am vorderen Bolzen abreissen oder die Mimik wird zumindest deutlich verbiegen und verdrehen.

Das ist bei dir geschehen. Dass die beiden Schienen offenbar nicht parallel verlaufen, ist nicht ganz erklärlich. Vielleicht hatte der Dootsbauer einen blauen Montag, oder jemand hat versucht, der verbogenen Kielmimik durch das Versetzen der Schiene zu begegnen, was zwar ziemlich billig wäre, aber auch ziemlich gaga. Möglicherweise ist es nur eine optische Täuschung. Einfach mal messen, dann weisste bescheid.



Die seitlichen Führungsschienen sind jedenfalls sehr solide verbolzt, bestehen jedoch nur aus Aluminiumwinkeln.
Auch das wurde m.E. als konstruktive Sollbruchstelle eingefügt, denn wenn die Kielmimik halten würde und die Schienen ebenfalls, würde zwangsläufig der Kielkasten brechen und das wäre verheerend.

Es ist nicht möglich, die Kielmimik zu reparieren, ohne den Kiel auszubauen. Dazu würde ich dir dringend raten, denn erst dann kannst du sehen, ob die Grundberührung Folgeschäden hatte. So gut wie immer wird der untere Führungsring was abbekommen haben, vielleicht sogar aus dem Laminat gerissen sein.
Das wiederum ist ein ziemlich folgenschwerer Schaden, denn dann reisst das Bodensegment auf.
Dieses ist doppelschalig und ausgeschäumt. Hier darf niemals Wasser eindringen. Wenn das doch passiert, wird es zu Langzeitschäden führen.
Es ist es wirklich kompliziert, die Feuchte da wieder rauszubekommen. Hier nutzt draufgucken wenig, das muss man mit Vergleichsmessung feststellen. dafür misst ma die Feuchte des schaums an irgend einer trockenen Stelle und im Vergleich dazu im gefährdeten Bereich hinter der Kielabströmkante.
falls da Feuchte drin ist, gibt es verschiedene technische Verfahren, die da wieder rauszuholen. Nur drin lassen kaann man sie nicht.

Klingt erstmal schlimm, ist es meistens auch.
Wenn du jedoch den Kiel noch halbwegs bewegen kannst und Restwert und Restnutzungsdauer des Bootes unter 5 liegen, also unter 5.000 Euro und 5 Jahren, würde ich garnichts machen. Falls du jedoch vorhast, das Boot noch länger zu erhalten, musst du handeln.


Um zu erkennen, ob die Bodengruppe was abbekommen hat, muss der Kiel erstmal nur angehoben werden.
Dafür müssen der Mastspur, der Mastspurkranz und das Wellrad ausgebaut werden. Danach kann man den Kiel mit einem Heber hochdrücken, die Kielmimik hat nochmal relativ weit unten ein großes Loch. Steckt man hier ein passendes Eisen durch, kann man den Kiel daran aufhängen.
Das ist Platz genug, um die Bodengruppe mal mit Spiegel und Lampe in Augenschein zu nehmen. (Fachmann)

Falls dabei herauskommt, dass es ohne Reparatur nicht geht, hast du den Kiel ja bereits am Haken.
Mein Rat wäre dann ein Kielausbau (wie das geht, steht hier im Forum) und das Teil einem Schlosser mit gut ausgestatteter Werkstatt zu bringen. Beim Bootsbauer sind diese Arbeiten ziemlich teuer und der bringt das Ding wahrscheinlich auch nur zum Schlosser.
Der Bootsbauer erkennt aber, ob der Kielkasten und die Verbindung zur Bodengruppe was abbekommen haben und der weiss auch, wie man das reparieren kann, denn hier greifen hohe Kräfte an und es nicht nicht viel Platz da zum Laminieren.
Es wäre klug, den Kiel so dreckig zu lassen, wie er aus dem Wasser kommt, denn anhand der Schleifspuren ist schnell zuz erkennen, ob der Kiel aus eingedellt ist oder seitlich verbogen.

Die Führungsschienen haben auch was abbekommen. Die lassen sich jedoch nur ausbauen, wenn der Kiel ganz draussen ist.

VG Eric

Fotos kann man hier einfach als jpg einstellen.

Jens Offline

Aktives Mitglied

Beiträge: 5

19.01.2015 19:42
#4 RE: Hubkiel Zitat · Antworten

Vielen Dank Thomas und Eric.
Wir werden wohl in nächster Zeit viel zu schrauben haben.

Jens

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

20.01.2015 08:35
#5 RE: Hubkiel Zitat · Antworten

Hallo Jens, jo, das ist so.

Die Supervorteile des Hubkielers, das einfache Handling, die leichte Trailerbarkeit, Sicherheit bei Wind und Welle und trotzdem ankern in unmittelbarer Ufernähe, einfaches Winterlager, flache sommerstellplätze usw. führen leider zu einer sehr empfindlichen Konstruktion. Wie bei allen Hubkielern.

Der Einschlag der Kielachterkante in das ausgeschäumte Bodensegment ist bei einer Grundberührung nahezu unvermeidbar und muss schnellstmöglich repariert werden. Gerade an dieser Stelle wird nie einfach sein.
So weiterfahren kann man nicht. Man wird nicht untergehen, aber die Folgeschäden würden irreparabel sein.

Schau dir mal an, was hier bereits zum Kielausbau erzählt wurde. Wenn du den selber hinbekommst, wird das die Kosten dämpfen. Falls die Bodengruppe aufgerissen ist oder der untere Führungskranz herausgedrückt wurde, würde ich das einem Fachbetrieb übergeben. Das Problem ist, dass das alles elastisch ist und dass man nicht unbedingt durch Augenschein feststellen kann, ob das Segment aufgerissen ist oder nicht. Wenn du Glück hast, ist nur die Kielmimik verbogen.
Ein guter Schlosser kriegt das wieder hin.

Unterschiedlich diskutiert wird, ob man diese Kielmimik dabei gleich verstärken soll. Ich würde das nicht machen, denn irgendwas muss nachgeben, wenn in ein System zu hohe Kräfte eingeleitet werden und dann ist es besser, wenn man eine Sollbruchstelle wählt, die sich relativ einfach reparieren lässt. Mit einem verbogenen Kiel kann man auch bis zum nächsten Hafen weitersegeln, mit einem aufgeplatzten Kielkasten wäre Schluss mit lustig.

VG Eric

p.s. Wenn du dich traust, dokumentiere doch die Reparatur und den Ausbau des Kiels durch Fotos, das nutzt auch anderen.

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

20.01.2015 08:46
#6 RE: Hubkiel Zitat · Antworten

Ergänzung:

Die Kielführungsschienen würde ich mal nachmessen und anschauen, sobald der Kiel draussen ist. Falls die noch OK sind, lass sie lieber so, denn die Schrauben stecken unter der Verkleidung des Kielkastens. Wenn die Schrauben mitdrehen, beim Abschrauben, musst du auch noch die Verkleidung runtermachen. Also nur Stück für Stück vorgehen. Kiel ausbauen musst du sowieso, danach erst mal gucken, was noch pasiert ist. Vielleicht können die Leisten auch so bleiben.

VG Eric

spacedriver0 Offline

Aktives Mitglied

Beiträge: 8

20.01.2015 13:45
#7 RE: Hubkiel Zitat · Antworten

Hallo zusammen,

schaut euch mal an wie die Leisten gebohrt / verschraubt sind.

Die Löcher für die Verschraubungen sitzen ganz wo anders.

Deswegen auch der Versatz um 1cm!

Wie es ausschaut müssen die Leisten ( Winkel ) raus!!

mfg

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

21.01.2015 11:33
#8 RE: Hubkiel Zitat · Antworten

Wo genau sollen wir uns das denn anschauen? Bei dir im Winterlager?
Die Leisten versetzen sich nicht einfach so um 1 cm, da muss schon jemand nachgeholfen haben.
Mach doch mal ein Bild als jpg und dann rechts unten bei "Datei anhängen" einfach als Datei anhängen.
Dort kommt dann einfügen, da draufdrücken, dann wird es eingefügt.

Wo sind eigentlich diese hässlichen Emoticons her?

VG Eric

p.s. Wenn die Leisten raus müssen, muss auch der Kiel raus, vorher Wellrad und Achse und die Mastspur, der Mastspurkranz (Silikondichtung sorgfältig raustrennen, sonst verbiegt der Kranz) und die Verkleidung des Kielkastens muss bis zu den Leistenschrauben gelöst werden.
Das ist der einfache Teil der Maßnahme.

Jens Offline

Aktives Mitglied

Beiträge: 5

22.01.2015 21:28
#9 RE: Hubkiel Zitat · Antworten

Hier Bilder der Führungsleisten.
Die Leisten sind unterschiedlich gebohrt. Der Versatz (Der Löcher und der Abstand zwischen Vorderkante Kielkasten und Leiste) beträgt ca 9mm.

Angefügte Bilder:
Backbord.jpg   Steuerbord.jpg  
eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

23.01.2015 13:11
#10 RE: Hubkiel Zitat · Antworten

Zitat von Jens im Beitrag #9
Hier Bilder der Führungsleisten.
Die Leisten sind unterschiedlich gebohrt. Der Versatz (Der Löcher und der Abstand zwischen Vorderkante Kielkasten und Leiste) beträgt ca 9mm.


Keine Panik. 9mm, das ist weniger als 1 cm. Millimeter ist eine Maßeinheit, die ein Bootsbauer ohnehin nicht kennt.

Das ist mit Sicherheit nicht das einzige Schiefe an deiner Jantar. Solange der Kahn nicht im Kreis fährt, ist doch alles in Ordnung. Jedes Boot hat eine Schokoseite, die besser läuft oder besser aussieht. Boote sind eben auch nur Menschen.

Der Kiel hat auch Spiel, also im normalen Segelalltag drückt es den auch an den Führungskranz und dann ist der weder exakt im Lot, noch überhaupt in der Schiffsmitte. Fällt das auf? Uns Normalseglern sicher nicht.
Eine der letzten Jantarserien hat ein verlängertes Kiel und dazu auch eine deutlich längere Kielmimik. Aber auch das drückt sich auf Amwindkursen weg. Wenn sich oben die Kielrollen bei Lage an die Kielkastenwand quetschen, gerät der unten rausragende Teil um das vielfache dieses Hebels aus dem lot. Das düften zwischen 3 und 6 cm sein. Merkt man das? Ich nicht. In der Welle klappert und rumpelt das Ding ohnehin lustig vor sich hin. Die Art der Kielführung ist sicher nicht das Highlight der Jantar. Da gibt es besseres.
Aber sie ist einfach, billig und robust und wenn sie unterwegs mal was abbekommt, lässt sie sich mit einem Traktor und einem Vorschlaghammer reparieren.
9mm kann man dabei natürlich nicht abmessen.

Nicht mal bei in Serie gebauten Festkielern gelingt es, so ein Bleiteil exakt unterm Schiff zu positionieren, trotz Laserstrahl. Die segeln trotzdem.

Versatz heisst ja nur, dass du irgendwo zwei Reihen Löcher hast. Hast du aber nicht.
Im schlechtesten Fall hat der Experte, der den Kahn vor dir hatte, statt die verbogene Kielmimik zu reparieren, einfach eine neue Führungsleiste eingebaut. Das wäre natürlich ein bisschen schräg, aber auch kein Drama.


Man könnte jetzt nachmessen, aber das würde unterstellen, dass dein Kielkasten genau in Schifflinie ausgerichtet einlaminiert wurde. Wie wahrscheinlich ist das, bei einer Kleinserie? Soll man zur Bordwand messen? Hihi. Dann würde man ja glauben, dass bei Booten die linke Bordwand exakt der Spiegel der rechten ist. Sowas geht nur bei AutoCad. Im realen Leben gibt es da nur Annäherungen uns auch da sind Millimeter keine Maßeinheit.
Steht der Mast in der Mittschiffslinie? Wäre eher Zufall.

Aber das alles macht garnichts. Es gibt so viele Segler, die noch nicht mal in der Lage sind, den Mast überhaupt grade auf ihren Kahn zu stellen. Das ist auch nicht so einfach, aber wer hier im Millimeterbereich operiert, der macht sich was vor. Noch nicht einmal die Püttingeisen der Jantar sind links wie rechts gleich. Die meisten sind verdreht, warum auch immer. Geht aber trotzdem.

Ich würde das als nicht vorhandenes Problem ein bisschen weiter nach unten auf der to-do-Liste verschieben.
Kiel angucken und ob es im Bodensegment einen Einschlag gab, das ist wichtig.

VG Eric

spacedriver0 Offline

Aktives Mitglied

Beiträge: 8

28.01.2015 12:07
#11 RE: Hubkiel Zitat · Antworten

Hallo Eric,

willst du eigentlich die Bootsbauer beleidigen?

9mm am gesamten Boot mag ja noch gehen, aber 9mm im Ausmaß des Kielkastens ist schon eine Größe.

Du schreibst von verbogenen Leisten und einer eindeutigen Grundberührung (deine Worte)>> warst dabei?
................................................................................................................................

und dann deine Worte:

<<Ich würde das als nicht vorhandenes Problem ein bisschen weiter nach unten auf der to-do-Liste verschieben.<<
..................................................................................................................................

na was denn nun?

Ich würde der Sache auf den Grund gehen und es nicht so lassen.

mfg
Martin

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

28.01.2015 23:57
#12 RE: Hubkiel Zitat · Antworten

Hi, wieso beleidigen? Hast du schon mal Boote nachgemessen? Oder schonmal eine Schablone für Innenmaße abgenommen und geglaubt, die passt dann auch auf der anderen Seite? Oder mal über die Schiffsmitte gepeilt, wo sich Mast und Kiel so befinden?

Das ist doch nicht böse gemeint, mich würde nur interssieren, wie die 9 mm gemessen wurden. Das kann man ja nicht im Kielschacht messen, denn der kann ja sonstwohin getuppelt worden sein. In Serie werden nur die beiden Halbschalen gebaut. Wie exakt die dann von Hand ins Boot laminiert werden, hängt mehr oder weniger von der Tagesform des Laminierers ab. Ich würde jetzt nicht zu jedem Strolch, der halbwegs GfK zusammengepappt bekommt gleich Bootsbauer sagen und wenn der Laminierer so exakt arbeitet, dass der Kahn symmetrisch aussieht und Decksschale, Innenschalen und Rumpf halbweg zusammengewürgt werden können, dann ist das schön, aber im Millimeterbereich nachmessen sollte man das nicht. Das verlangt auch niemand.

Falls der Kielkasten also halbwegs in der Schiffsmittellinie sitzt, kann man von dort einen rechten Winkel abtragen und dann ergibt sich das Maß des Versatzes. Es ergibt sich eben nicht einfach, indem man mit dem Zollstock im Kielkasten misst.

Wenn ich es richtig verstehe, wären das dann + 4,5 mm für die eine Schiene und - 4,5 mm für die andere.
Solche Einheiten sind auf Bootsbauerzollstöcken ohnehin nicht drauf. Also lieber das eigene Boot (und alle anderen Boote) nicht zu kritisch nachmessen.

Wenn die Gleitflächen der Kielführungswinkel tatsächlich 9 mm Versatz haben, kann ja nur eine Seite der Kielmimik dagegen gedrückt haben. Es sei denn, die Kielmimik wurde bereits verbogen ausgeliefert. Aber in der Regel wird das erstmal so gerade wie möglich gebaut.

Auf mehr habe ich nicht hingewiesen, als dass man ein so exakt gemessenes Maß an einem Boot durchaus nochmal in Relation zur allgemeinen Symmetrie des Kahns setzen kann.

Und das mit der verbogenen Kielmimik und den anderen Schäden ist auch nur Ferndiagnose.
Das heisst natürlich auch, dass ich nicht dabei war, bei der heftigen Grundberührung. Ist nur so eine Annahme. Wie alles Annahmen sind, wenn der eine ein Foto zeigt und der andere sich dazu Gedanken macht.
Hier im Forum sind ohnehin alles nur Annahmen.

In einem Forum muss man davon ausgehen, dass das allen Teilnehmern bekannt ist. So ist man z.B. gut beraten, selbst nochmal über Tips und Ratschläge nachzudenken, bevor man das, was man da beim Lesen glaubt verstanden zu haben, 1:1 umsetzt.

Ich habe als angenommen, dass es eine Grundberührung gab. Nun ja. Falls dir jedoch noch andere Methoden bekannt sind, mit denen man eine Kielmimik so deutlich sichtbar verbiegen und vertörnen kann, dann freue ich mich auf Erkenntnisgewinn und jetzt sag bitte nicht, das Boot aus den Krangurten fallen lassen oder mit dem Trailergespann in die Leitplanke semmeln, das gilt nicht.

Also wie wurde deiner Meinung nach die Kielmimik so brachial verbogen, dass sie aus den Führungsschienen gedrückt wird?

Welches Detail dieses sehr komplexen Problems ein wenig nach hinten verschoben werden kann und um welche vielen Randprobleme, die noch nicht erwähnt waren, man sich zusätzlich kümmern sollte, was man einem echten Bootsbauer vorstellen sollte, was man selber machen kann, was gleich, was später passieren kann, habe ich m. E. mehr als deutlich beschrieben. Sogar wie es gemacht wird.

VG Eric

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

10.03.2015 18:18
#13 RE: Hubkiel Zitat · Antworten

Hallo Jens.
Erst mal konkret zu Deinen Fragen:
Nein, die Kielführung ist nicht in Ordnung. Die Niroplatte des Kieloberteils müsste auf beiden Seiten vor den Führungsschienen laufen.
Nein, die Führungsplatte ist offenbar nicht zu dünn. (She. Foto, so schauts bei mir aus).
Was auf den Fotos zu erkennen ist:
Die stb-seitige Schiene ist ca. 1 cm zu weit vorne.
Die beiden Schienen laufen parallel und sind geradlinig.
Der Schenkel der stb-seitigen Schiene ist oben nach hinten verbogen.
Die Stb-seitige Gummirolle ist eingequetscht.
Vermutungen:
Der Kiel lässt sich sehr schwer bewegen (Gummirolle eingequetscht).
Die Stb-Schiene wurde bereits in der Werft so falsch montiert.
Grundberührung:
Könnte es zwar gegeben haben, kann aber nicht Ursache den falschen Kielführung sein (Weil die Kraft in Höhe der Rollen beim Auflaufen nach vorne wirkt, es also das Kieloberteil an die vordere Kielkastenwand drückt und nicht an die Schienen).
Meine Empfehlungen:
Falls es kein Problem mit dem Kielhochholen (Schwergängigkeit) gibt, dann lass es so. Falls doch, dann muß die Stb-Schiene nach achtern versetzt werden.
Natürlich schadet es nicht (so wie Eric es empfiehlt) den Kielausschnitt im Bootsboden auf Grundberührungsschäden zu untersuchen. Falls sich Anzeichen einer Grundberührung ergeben, sollte der Kiel gezogen werden und es sollten Kieloberteil (hier insb. die vorderen Befestigungsschrauben)sowie der untere Bereich der Führungsschienen inspiziert werden.

Helmut

Angefügte Bilder:
IMGP1165.jpg  
eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

10.03.2015 20:22
#14 RE: Hubkiel Zitat · Antworten

Zitat von hgebauer im Beitrag #13
...
Nein, die Kielführung ist nicht in Ordnung.


Bis hierhin würde ich der Argumentation folgen.
...

Vermutungen:
Der Kiel lässt sich sehr schwer bewegen (Gummirolle eingequetscht).
Die Stb-Schiene wurde bereits in der Werft so falsch montiert.


Die Werft hat eine verbogene Kielführung montiert und damit der Kiel nicht klemmt, eine der Kielführungsschienen entsprechend schief eingebaut?
Wie wahrscheinlich ist das? (ich glaubs nicht)

Grundberührung:
Könnte es zwar gegeben haben, kann aber nicht Ursache den falschen Kielführung sein (Weil die Kraft in Höhe der Rollen beim Auflaufen nach vorne wirkt, es also das Kieloberteil an die vordere Kielkastenwand drückt und nicht an die Schienen).

Das ist soweit korrekt.
Dabei wird der Kiel mit einem mächtigen Hebelarm von 1,20m nach achtern gedrückt und das deutlich kürzere Kieloberteil an die Kielkastenfront.
Irgendwas muss dann nachgeben. Die Energie wird durch heftiges Eintauchen des Bootes kompensiert und zwischen Kiel und Kieloberteil abgetragen. Es wird zu Verbiegungen kommen.
Die FSA hatte hier schon Fotos von so beschädigten Kielen gepostet, verbogene Kieloberteile, sogar abgerissene Kielspitzen (Gusskiel) und abgerissene Schrauben.
Der Aufprall wird wegen der beschriebenen Kraftwirkungsrichtungen die Kielführung nach achtern knicken.
Wenn jedoch der 230 kg schwere Kiel nach dem Aufschlag wieder zurück fällt, hebelt er dabei die verbogene Kielführung massiv gegen die Kielführungsschienen. Wenn die Verbiegung stark genug war, springt das hintere Leitblech auch hinter die Schiene.

Meine Vermutung ist daher, dass jemand statt die Verbiegung zu reparieren, einfach die Schiene versetzt hat. Dass das von Anfang an so war, glaube ich nicht.

Die andere Vermutung ist aber, dass der gemessene Versatz von 1cm täuscht, da es so gut wie unmöglich ist, im Nachhinein die exakte Parallelität der beiden Schienen festzustellen.
Schiffbau ist Schiefbau. Wo soll man messen?
Dass der aus zwei Halbschalen zusammengetuppelte Kielkasten nicht ganz hundertprozentig exakt die Schiffsmittellinie gesetzt wurde, ist jedenfalls wahrscheinlicher, als dass die Werft einfach einen schiefen Kiel ausliefert und die Schienen gleich mit schief anbaut.

Will man der Sache auf den Grund gehen, wird man wohl nicht daran vorbei kommen, einfach mal nachzusehen und dafür den Kiel mal rauszunehmen.
Wie es gemacht wird, wurde hier schon beschrieben.


[i]Meine Empfehlungen:
Falls es kein Problem mit dem Kielhochholen (Schwergängigkeit) gibt, dann lass es so.


Lieber Helmut, es ist ja nicht mein Problem, insofern könnte ich mich auch zurücklehnen und sagen, na macht doch. Aber ich möchte nochmal daran erinnern, dass der Kiel eine Art Lebensversicherung darstellt und Ober- und Unterteil nur geschraubt sind. Falls es eine Grundberührung gab, kann es auch die Frontschraube des Kiels entschärft haben. Dann hängt das Teil nur noch an drei Schrauben und man kann m.E. nicht empfehlen, einfach so weiter zu fahren.
Nachgucken schafft Gewissheit.

Es gibt noch eine zweite Möglichkeit, den Kiel auszubauen, bei der man den Kielkastenkranz da lassen kann, wo er ist.
Aber das ist dann nichts, was man alleine machen kann. Ohnehin ist ein wenig Besonnenheit und solides Hebezeug anzuraten, denn wenn man sich einen Metallblock von 230 kg auf den Fuss schmeisst, nutzt es auch nichts, nach dem Gartennachbarn zu rufen. Der kann den auch nicht mal eben anheben.


Falls doch, dann muß die Stb-Schiene nach achtern versetzt werden.

Auch dieser Empfehlung würde ich nicht folgen wollen. Die richtige Vorgehensweise sollte doch Sicherheit zuerst sein. Das heisst, ausbauen, nachsehen und prüfen und wenn sich eine Verwindung und/oder Verbiegung des Kieloberteils feststellen lässt, dann sollte man das richten und nicht das schiefe Oberteil durch eine noch schiefere Führungsschiene kompensieren.
Hat man den Kiel erstmal so weit draussen, dass man die Verbindung inspizieren kann, dann kann man ihn auch ganz rausnehmen.

Bei einer versetzten Schiene müssten die alten Bohrlöcher verschlossen werden, was nur schwer möglich ist, da ja die Führungsrollen innen gegen die Spachtelmasse drücken würden, überstehendes Material verbietet sich daher und dann wird es schon schwierig, bis an die unteren Löcher zu kommen.
Die Löcher offen zu lassen, geht auch nicht, da der Kielkasten im Seegang bis zur Mastspur nass gespritzt wird.
Es ist praktisch aussichtslos, die Kielschiene zu versetzen, wenn der Kiel und das Oberteil noch im Schacht stecken.

Eine eventuelle Beschädigung der Bodengruppe zu prüfen ist wichtig. Da sind wier wieder einer Meinung.

Die FSA hatte hier mal Bilder gezeigt, wie so eine Beschädigung aussehen kann. Echt übel.
Aber auch wenn nichts zu sehen ist, muss das nicht bedeuten, dass nichts da ist. Hier entsteht das übliche Rissproblem, bei dem der Einschlag der Kielhinterkante einen Riss erzeugt haben kann, der danach nicht mit dem bloßen Auge zu sehen ist. Auch ein Riss, der sich ohne Belastung optisch schliesst, bleibt ein Riss, in den Wasser sickern kann und Wasser in der ausgeschäumten Bodengruppe ist kein kleines Problem und sicher nicht so leicht zu beseitigen. Hier hilft nur der Blick des Fachmanns.

Wasser im Ruder
Das Ruder ist ausgeschäumt. Mir ist nicht plausibel, wie man das in den Schaum diffundierte Wasser da wieder rausbekommt, offensichtlich gelingt es aber mit viel Geduld und Wärme. Interessant wäre der Gewichtsunterschied zwischen einem nassen Ruderblatt und einem fabrikneuen.

Die beschriebene Sanierungsmethode schwebte mir schon vor als Vorsorgemaßnahme, aber wie immer, ist plötzlich überraschend Frühling...
Wir haben Ende März Krantermin. Das wird knapp. Na, vielleicht nächstes Jahr.

VG Eric

hirschi Offline

Aktives Mitglied

Beiträge: 9

10.03.2015 21:10
#15 RE: Hubkiel Zitat · Antworten

ich habe ach schon mal grundberührung gehabt,grund war zwei seilrunden im kielschacht.da ich aber das boot auf sinem plaz brachte war viel grundberührung aber das kiel muß ja laufen ich richtete es und drückte es wieder hinter der schiene aber hier scheint der platß zu fehlen dann muß erstmal platß gemacht werden und gegebener weise die schiene neu gesetst werden,denn das kiel muß rein passen.viel glück g hirschi

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