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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 166 mal aufgerufen
 Tipps und Technik
hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

06.06.2019 18:14
Rettungsring am Heckbügel Zitat · Antworten

In den letzten Beitägen zum Thema "Solarmodul nachrüsten" ist auch die Wichtigkeit des schnellen Zugriffs auf den Rettungsring am Heckbügel betont worden.
Ich habe ich die Halterung für den Rettungsring abgeflext. Warum? Weil beim Einhandsegeln die Situation eine ganz andere ist. (Und die meisten von uns sind eigentlich Einhandsegeler, weil die Begleitperson meistens keinerlei Bootskenntnisse hat). Als Alleinsegler nutzt dieser Ring überhaupt nichts. Wer soll ihn werfen, wenn ich über Bord gegangen bin? Selbst eine am Körper getragenene Schwimmweste würde mir nichs nützen, denn da ist niemand der mich retten könnte. Ich darf einfach gar nicht erst über Bord fallen! Deshalb ist für mich eine (kurze)Lifeline bei jedem Wetter zwingend.
Selbst die Rettung Externer ist für einen Einhandsegler nur machbar, wenn die zu rettende Person noch aktiv mithelfen kann und von selber die Badeleiter hochkommt.
Zum "Einkreisen" einer solchen Person kann auch ein Fender an der langen Schleppleine genommen werden. Ein spezieller Rettungsring ist hierfür nicht erforderlich.
(Für gelegentliche Gäste habe ich selbstverständlich genügend "persönliche Auftriebsmittel" (vulgo, Schwimmwesten) an Bord).
Klar, ist die Situation eine ganz andere, wenn die mitsegelnde Person das Boot ebenfalls führen kann.
Helmut

Frank 09 Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 117

07.06.2019 07:07
#2 RE: Rettungsring am Heckbügel Zitat · Antworten

Guten morgen Helmut,

ich finde es sehr interessant dass du das Thema 'Einhandsegler durch Mitsegler ohne Sachkenntnis' einmal thematisiert.
Ich bin zur Zeit noch dabei unser Boot in diese Richtung zu optimieren und greife dann auch gerne zu oben genannter Erklärung.

Ich bin mittlerweile der Meinung das der Skipper immer in der Lage sein sollte sein Boot im Notfall allein zu Händeln.

Es wird sogar empfohlen das auch die eventuell ständig mitsegelnde Ehefrau auf großer Fahrt selbiges beherrscht.

Denn geht der Skipper über Bord sollte sie im Idealfall ein akurates 'Mensch über Bord' Mannöver fahren können.

Wie dann bei Gelingen die havarierte Person wieder an Bord kommt ist ein ebenfalls schwieriges Unterfangen und stellt die an Bord agierende Person oft vor schier unlösbare Aufgaben.....

Die Lifebelt Lösung finde ich gut.


VG Frank

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

07.06.2019 09:37
#3 RE: Rettungsring am Heckbügel Zitat · Antworten

Guten Morgen Frank.
Ich bin zur Zeit noch dabei unser Boot in diese Richtung zu optimieren.....
Viel kann man da nicht optimieren. Ideal wäre eine Selbstwendefock. Hat die Jantar 21 aber leider nicht, sodass der Einhandsegeler beim Wenden auch die Vorsegelschoten bedienen muss.
Eine enorme Erleichterung ist ein el. Pinnenpilot mit automatischer Wendefunktion. Und eine Fernsteuerung (die auch die Wende einleiten kann) vermeidet, dass der Einhandsegeler erst noch nach achtern zum Autopiloten und dann wieder zurück steigen muss. Ein weiteres tolles Feature wäre, wenn man den Wendewinkel einstellen könnte. (Das deswegen, weil der Kurs den der Pinnenpilot nach der Wende steuert für leichten Wind zu tief ist und man dann erst wieder korrigieren muss). Hab aber bisher sowas nicht gefunden. (Selbst habe ich die ST2000+ von Raymarine).
Helmut

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

07.06.2019 12:34
#4 RE: Rettungsring am Heckbügel Zitat · Antworten

Zitat von hgebauer im Beitrag #1
In den letzten Beitägen zum Thema "Solarmodul nachrüsten" ist auch die Wichtigkeit des schnellen Zugriffs auf den Rettungsring am Heckbügel betont worden.
Ich habe ich die Halterung für den Rettungsring abgeflext. Warum?


Ja, gute Frage.
Hallo Helmut, hallo an alle anderen, die schon die Flex in der Hand haben.
Der formschöne und handwerklich makellos ausgeführte Bügel eignet sich auch zum Leinen trocknen, für die Ölzeugjacke, fürs gemütliche Windlicht an flautigen Hafenabenden und sogar das bei uns stets mitreisende Basilikumtöpfen hat dort einen super Sonnenplatz.

Nochmal so als Anregung in die Runde - natürlich ist man ziemlich im Eimer, wenn man beim Einhandsegeln den Großbaum in einer Patenthalse an den Kopf kriegt und über die Reling marschiert. In den Fall stört es dann auch nicht weiter, wenn man von einem anderen Boot aus noch einen Fender an der Leine hinterhergeschmissen kriegt.

Ich gehe mal davon aus, dass hier jeder bereit ist, auch anderen zu helfen. Was man sich bei diesen sommerlich heissen Temperaturen kaum vorstellen kann, schon ein einziger vergeblicher Rettungsversuch kann einen geschwächten, unterkühlten Segler, der mit blutender Kopfwunde im Wasser treibt, ziemlich verzweifeln lassen. Diese hufeisenförmigen Rettungsmittel sind eine zweite Chance.
Übrigens auch für eigene schlaflose Nächte, in denen man sich vielleicht fragt, weshalb man sich vorher nicht vorstellen konnte, dass sich ein ums Überleben Kämpfender nicht besser festhalten konnte an dem nassen, sich wegdrehenden, in den Wellen ohnehin nicht sichtbaren Fender.

Bevor wir hier noch Segelanfänger und Fortgeschrittene und erfahrene Endkönner darin bestärken, funktionierende Rettungsmittel einfach von Bord zu räumen, empfehle ich eine Realübung. Jetzt nicht einfach die Lieblingsvorschoterin über Bord stossen, sondern alles besprechen und dann geht mal einer rein in Ölzeug und schwimmt ein bisschen rum. Bei der Mehrzahl der Leute dürfte jetzt schon Panik ausbrechen, weil sie es kaum erwarten werden, wie besch. es sich mit vollgelaufenen Gummistiefeln schwimmt.
Hier kann man gerne mal versuchen, sich im Wasser davon zu befreien und schwimmend die eigene Badeleiter runterzuklappen und an Bord zu kommen.

Teil 2 der Übung - die Person ist nicht in der Lage mitzuhelfen. Hier kann man nur hoffen, dass die Automatikweste funktioniert.
Alles andere, was so im www und in Segelzetschriften rumgeistert, würde ich mal mit einem Fragezeichen behaften.
Mit einem Tauchimpuls die Hecktreppe hochzerren? Über die Bordwand, bei ausgehakter Reling? Grossbaum und Grossfall als Kran?
Einen nassen, schweren Segler überhaupt nur am Boot festhalten? Wie lange? Bei welchen Wetter und Wellenbild?

Ich weiss ja nicht.

Aber eins liegt doch auf der Hand, dass ein angelegter Rettungskragen eine zweite Chance ist,auch um selbst nochmal Kraft zu schöpfen für einen weiteren Versuch oder einen Moment Zeit für Plan D-F, die dann hoffentlich funktionieren.

Weil beim Einhandsegeln die Situation eine ganz andere ist. (Und die meisten von uns sind eigentlich Einhandsegeler, weil die Begleitperson meistens keinerlei Bootskenntnisse hat).

Tatsächlich? Wer mit kleiner Crew fährt und entweder nicht bereit ist oder nicht in der Lage, seinem Segelgast elementarste Kenntnisse zu vermitteln, wie man ein Boot unter Segel zum Stehen kriegt und wie man es steuert, dem ist auch nicht zu helfen.
Leider neigen heute auch jüngere Männer dazu (bei den älteren ist es genetisch bedingt), ihre oft weiblichen Mitseglerinnen für nicht aufnahmefähig oder irgendwie unterbelichtet zu halten. Sorry, aber das ist wie beim Autofahren - Platzhirschgehabe ist irgendwie nicht mehr ganz zeitgemäss.

Selbstverständlich kann die moderne Frau Autofahren, einparken, das Trailergespann rückwärts sauber die Slipbahn runterbringen, wenn der gestresste Skipper wieder mal am Durchdrehen ist, (was übrigens die dämlichen Slipbahnzuschauer und Klugscheisser verstummen lässt) sie kann an Bord nicht nur Schnittchen machen und Kaffee kochen, sondern weiss auch mit dem Boot umzugehen.
Wenn man das nicht partnerschaftlich hinkriegt, sollte man eher die eigenen Fähigkeiten zur Kenntnisvermittlung hinterfragen, als die Intelligenz der Partnerin.
Wenn man es natürlich geschafft hat, ihr die Freude am Segeln zu vermiesen oder nicht mal annähernd wecken zu können, ja, dann segelt man irgendwann alleine rum. Dann widerspricht auch keiner.

Ganz nebenbei - "Skipper of the day" trainiert nicht nur die Fähigkeiten im Bootshandling, sondern auch den auf Vorschotplatz verbannten Skip, einfach mal einen ganzen Tag lang die Klappe zu halten und sich nach ihr (oder seinem Mitsegler) zu richten. Gar nicht so leicht.
Die Befehlkette bleibt erhalten - der Vorschoter gibt Hinweise zum Revier, zu Vorfahrtsituationen, Böen usw, der Skip sagt, was gemacht wird. Ausführen, setzen.
Diskutiert werden kann hinterher, falls der Skip das möchte. Nicht ins "Lenkrad" greifen, nicht in Panik verfallen, wenn sich der Kahn mal auf die Backe wirft. Alles halb so wild. Und auch nicht durchdrehen, wenn der Skip jetzt mal einen Kaffee haben will.
Einzige Ausnahme, man bedient auch hier den Anker und hält sich nicht wie ein Pascha an der Pinne fest, während sie das Eisen aus dem Kreidegrund bricht oder den Modder abspült.


Als Alleinsegler nutzt dieser Ring überhaupt nichts. Wer soll ihn werfen, wenn ich über Bord gegangen bin? Selbst eine am Körper getragenene Schwimmweste würde mir nichs nützen, denn da ist niemand der mich retten könnte.

Ich lese nur ich, ich, ich und ich...

Wenn schon nicht am Heckkorb zu führen, dann wenigstens wurfbereit. Wenn man nur auf dem Baggersee bis bft 3 unterwegs ist, ist das hellgelbe Hufeisen am Heckkorb vielleicht übertrieben. Wir fahren es nur auf See und auf Wanderfahrt auf den einheimischen Grossseen.
Dort kann auch mal Wetter kommen, bei dem man nicht im sicheren Hafen hockt und dann wird sich ein gekenterter Paddler mitten auf der Müritz oder am Bodensee freuen, wenn du ihm helfen kannst, nicht nur mit tröstenden Worten.



Ich darf einfach gar nicht erst über Bord fallen!
Ja, das ist noch nicht der Untergang. Vielleicht kommt ja noch einer vorbeigesegelt und schmeisst dir erstmal seinen Rettungskragen zu, damit du dich beruhigen kannst. Aber generell gebe ich dir Recht. Das betrifft aber auch ICEs, S- und U-Bahnen, Achterbahnen und Kettenkarussells, Flugzeuge sowieso, man darf einfach nicht rausfallen.


Deshalb ist für mich eine (kurze)Lifeline bei jedem Wetter zwingend.
Naja, manche schnallen sich auch auf dem Weg von der Einfahrt in die Garage an, weil ihr modernes Auto das so vorsieht und seinem Besitzer nicht zutraut, das situationsbedingt selbst zu entscheiden.

Selbst die Rettung Externer ist für einen Einhandsegler nur machbar, wenn die zu rettende Person noch aktiv mithelfen kann und von selber die Badeleiter hochkommt.

Nein, siehe oben. Selbstverständlich kann und muss man eine ohnmächtige oder verletzte Person vor dem Tod durch Ertrinken retten, es zumindest versuchen. Dabei geht es um Leben und Tod. Ein harter Akt, bei dem sicher ein paar Rippen draufgehen. Deshalb kann man das auch nicht üben.
Es kann sogar scheitern, eine mithelfende Person aus dem Wasser zu kriegen. Habe ich mal beschrieben, mit der entkräfteten Schwimmerin.
Nass, schwer und keine Kraft mehr. So jemanden muss man sichern und psychisch stabilisieren. Hier wäre der Rettungskragen sogar der Idealfall, weil derjenige dann versteht, dass er nicht untergeht, während man am Plan B und C knobelt. Uns ist es in einsamer Flusslandschaft passiert und wir konnten die Schwimmerin, die ihre Kräfte überschätzt hatte, bis in ihren Ort mitnehmen. Wir hatten sie nicht an Bord gekriegt, ohne sie dabei zu verletzen. Man kann auch bei vollkommen sicheren Wetterlagen in die Situation kommen, Hilfe leisten zu müssen.

Zum "Einkreisen" einer solchen Person kann auch ein Fender an der langen Schleppleine genommen werden. Ein spezieller Rettungsring ist hierfür nicht erforderlich.

Wieder Nein, nass, nicht zu sehen, nicht zu greifen, rollt weg. Aber besser als nichts.

(Für gelegentliche Gäste habe ich selbstverständlich genügend "persönliche Auftriebsmittel" (vulgo, Schwimmwesten) an Bord).

Gute Idee, nutzt aber wenig, wenn es bläst und es hat einen Paddler aus dem Boot, oder zwei.

Klar, ist die Situation eine ganz andere, wenn die mitsegelnde Person das Boot ebenfalls führen kann.

Ja, ist ja kein Hexenwerk. Ich meine, wir haben es ja auch irgendwann kapiert und lernen immernoch dazu. Gerade bei der Jantar.
Aber die elementaren Kenntnisse sind schnell erklärt und dann gilt - einfach machen lassen.
Hier setz dich mal dahin und dann fahre einfach so weiter und schau mal, ob du erkennst, woher der Wind kommt.
OK und jetzt versuche mal, die Spitze vom Boot genau da hin zu drehen.
OK, super. Siehst du, genau so hält man ein Boot an.
Das versteht ein Dreijähriger.

Also Helmut, ich weiss ja, dass du ein erfahrene Segler bist, ich wollte nur auf die Rettungsmöglichkeiten hinweisen, auf die zweite Chance, die so ein Kragen bietet und eine Lanze brechen, dass Mitseglerinnen nicht nur Sexualproviant sind oder nervlich belastende Störfaktoren, sondern gerade bei kleiner Crew fester Bestandteil der Mannschaft und selbstverständlich in der Lage sein sollten, bei Wellengang und bft 5, zeitnah den Kahn wieder da hinzusteuern, wo gerade der Skipper beim Segelreffen von Deck geflogen ist.

VG Eric

Frank 09 Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 117

07.06.2019 13:07
#5 RE: Rettungsring am Heckbügel Zitat · Antworten

Hallo Helmut,

noch ein bisschen OT:

So ein elektrischer Pinnenpilot ist bestimmt nicht das Schlechteste. Denke über eine Nachrüstung nach.

Ich fahre zur Zeit einen permanenten Gummistrop auf der Pinne und kann im Prinzip jederzeit das Ruder los lassen da es sich in einem gebremsten Zustand befindet der sich bei beherztem Zugriff aber noch steuern lässt.
Gewichtsverlagerungen muss man natürlich selbst korrigieren.
Bei dieser Art zu segeln hat sich jedoch herausgestellt dass es in der Tat von Vorteil ist wenn man tatsächlich einhand unterwegs ist; das Cockpit ist zum hin und her springen schön frei. Mitsegler ohne Eigeninitiative sind dann im Weg.....

Leider muss man beim Holepunktverstellen noch weiter nach vorne so dass ich über eine zentrale Genuaschlittenverstellung nachdenke.
Ist wohl relativ leicht nachzurüsten.

Die Rollreffgenua lässt sich ja prima vom Cockpit aus bedienen habe aber dabei übersehen das ja beim Ein-u. Ausreffen auch der Holepunkt optimiert werden muss.


VG Frank

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

07.06.2019 13:36
#6 RE: Rettungsring am Heckbügel Zitat · Antworten

Zitat von Frank 09 im Beitrag #2


Ich bin mittlerweile der Meinung das der Skipper immer in der Lage sein sollte sein Boot im Notfall allein zu Händeln.


Hallo Frank, wer ein Boot alleine segeln kann, bereichert ja auch sein Leben. Also nicht nur für Notfälle üben, sonst ist es so negativ belegt.
Es kann auch ziemlich unterhaltsam sein (eher für andere) wenn man sich zwischen Anker auf und Segel hoch, Ruderblatt rein, mal wieder für die falsche Reihenfolge entschieden hat oder sich zum xten mal eine dritte Hand wünscht.
Jantar und Wind im Hafen und alleine an Bord sind auch Kombinationen, die schnell für Hafenkino sorgen.
Das schaffe ich aber auch mit 2 eingespielten Leuten an Bord.

Es wird sogar empfohlen das auch die eventuell ständig mitsegelnde Ehefrau auf großer Fahrt selbiges beherrscht.
Siehe Beispiele oben. Ist eher wie beim Autofahren. Wenn sie nur Sonntags beim Mamabesuch auf der Kuhbläke randarf, wird sie auch so fahren, wenn sie mal in der grossen Stadt ist, verängstigt, bereit zu fatalen Fehlentscheidungen und allen anderen im Weg.
Aber wir haben alle so angefangen. Das Einzige, was hilft, ist regelmässig ran und wenn Sie dann an der Pinne sitzt, Klappe halten und einfach mal machen lassen, bestärken statt nörgeln.
Ist alles keine Raketentechnik.

Was sehr hilfreich ist für dauerhaft mitsegelnde Partner, ist ein eigener Segelkurs auf Jollen, im Idealfall mit Segelschein.
Ohne den gehts ja in der dicken Stadt nicht.


Denn geht der Skipper über Bord sollte sie im Idealfall ein akurates 'Mensch über Bord' Mannöver fahren können.
Sollte man auch ab und zu selber mal üben.

Wie dann bei Gelingen die havarierte Person wieder an Bord kommt ist ein ebenfalls schwieriges Unterfangen und stellt die an Bord agierende Person oft vor schier unlösbare Aufgaben.....

Deshalb habe ich ja so ausführlich auf den Rettungskragen hingewiesen. Nicht helfen zu können, ist nicht nur für das Opfer tragisch, sondern wird i.d.R. auch zu einer traumatischen Erfahrung für den Hilfswilligen.

Alleine schon die Idee, den Verletzten im Wellengetöse eines Sommergewitters an der messerscharfen Abrisskante der Jantar zu sichern, scheidet von vornherein aus. Ihn über Kante und Badeleiter unter dem Hahnepott des Achterstags durchzuzerren, während die Jantar aus dem Ruder läuft, wird nicht ohne weitere Verletzungen funktionieren.
Hier kann der Rettungskragen helfen, als Schwimmhilfe, Abpolsterung, Sicherung bei Ohnmacht, in Signalfarbe auch mitten im Gewitter besser zu sehen und als Hilfe besser zu verstehen, als wenn ich mit dem Fender im Schlepp jemanden suche, den ich in dem ganzen Lärm eben noch gesehen oder rufen gehört habe.

Die Lifebelt Lösung finde ich gut.
Aber sowas von. Daumen hoch.
OK, den kekenterten Ruderer hilft das weniger, aber man selbst bleibt mit der Jantar verbunden und das möglichst im Schiff.
Legen wir nur an bei Sturm auf See und wenn in dem Hack einer an den Mast oder gar aufs Vorschiff muss.

Vorher unbedingt mal klarmachen, wo man sich auf gar keinen Fall einpicken darf. Reling fällt z.B. aus, Bugkorb, Heckkorb, Winschen...
Ob die Fallen einen Segler retten, der von einer Welle abgeworfen wird - Prinzip Hoffnung.
Ähnlich auf den grossen Charteryachten die 10m Streckgurte. Viele Punkte zum Einpicken hat die Jantar nicht, wenn man aufs Vorschiff muss.

Ich werde z.B. gerne mal seekrank. Deshalb ist es für uns elementar wichtig, dass die Lieblingsvorschoterin nicht nur segeln kann, sondern auch navigieren und dass ich mich am kurzen Ende einpicke, wenn ich die Fische füttern muss.

Lifebelt taugt nur soviel, wie die Haltegurte taugen und wer plötzlich ausserhalb der Reling hängt, muss sich unter Last auspicken, um zur Badeleiter zu kommen.

VG Eric

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

07.06.2019 14:18
#7 RE: Rettungsring am Heckbügel Zitat · Antworten

Zitat von Frank 09 im Beitrag #5


noch ein bisschen OT:



Bin ich dabei

So ein elektrischer Pinnenpilot ist bestimmt nicht das Schlechteste. Denke über eine Nachrüstung nach.

Hatte ich mitgekauft, musste gehen. Binnen ist viel zu viel los, um vieleicht in der Sonne einzudösen und auf See ging mir die ständige Sägere des Ruderknechts auf die Nerven. Hier zeigt sich der Nachteil des Hubkielers - nervöses Fahrverhalten in der Welle. Aber auch auf größeren Booten haben wir das Ding irgendwann abgeschaltet. Meist wegen Langeweile. Sonst hat man ja über Stunden garnichts zu tun.

Ich fahre zur Zeit einen permanenten Gummistrop auf der Pinne und kann im Prinzip jederzeit das Ruder los lassen da es sich in einem gebremsten Zustand befindet der sich bei beherztem Zugriff aber noch steuern lässt.

Interessante Lösung. Kannst ja bei Gelegenheit mal ein Foto machen.

...Mitsegler ohne Eigeninitiative sind dann im Weg.....
Nun, daher auch die Überlegungen zur Selbstwendefock? Wärst du mein direkter Regattagegner, ich würde dir unbedingt zuraten.
Aber im Ernst, was meinst du denn mit Eigeninitiative? Dafür gibt es ja die sog. Befehlskette, bei der nur einer gute oder blöde Ideen hat und die anderen müssen das erstmal machen. Dabei wird heutzutage nur noch auf Charteryachten rumgebrüllt und auf Familienyachten, auf denen sowieso jeder jeden hasst. Alle anderen schaffen das leise oder sogar mit Handzeichen.

Die Eigeninitive der Lieblingsvorschoterin führt ab und zu zu Irritationen, andererseits hat sie uns schon ein paarmal den A... gerettet.
Jedenfalls weiss sie Sekunden, bevor ich das weiss, ob es in einer brachiale Böe genügt, die Genua zu öffnen, oder ob die Fockschot losgeschmissen werden muss.
Ich selbst bin Experte für viel zu spät reffen und viel zu früh ausreffen. Aber nach etlichen leidvollen Lektionen höre ich jetzt auf sie, auch wenn die Gewittertürme eigentlich noch voll weit weg aussehen und man die dunkle Wand da hinter uns, schweres Wetterleuchten und das plötzliche einschlafen des Windes auch als schön empfinden kann und nicht unbedingt als vollkommen untrügliche Vorboten eines schweren Sturmes.

Von null auf bft 8, kentern, aufrichten und dann in infernalischem Lärm unter Vollzeug, im Schlagregen mit Null Sicht in die Flachwasserzone vor Hiddensee zu rasen - ok, sie hatte Recht und ich hätte auf sie hören sollen, dann wäre uns das erspart geblieben.

Sie war es auch, die vor Mön die Böenwalze gesehen hat, quer über den Horizont und uns noch wertvolle Sekunden der Sturmvorbereitung verschafft hat, als es mitten im Sturm nochmal richtig übel wurde.
Mitsegler ohne eigene Meinung und Bereitschaft zu handeln - wozu soll das gut sein?

Leider muss man beim Holepunktverstellen noch weiter nach vorne so dass ich über eine zentrale Genuaschlittenverstellung nachdenke.
Ist wohl relativ leicht nachzurüsten.


Ist wohl relativ teuer, denn um die unter Last zu verstellen, braucht man kugelgelagerte Schlitten. Verstellst du sie drucklos, so wie bisher, genügt es doch, sich 1-2 Schlitteneinstellungen zu merken und den Luvschlitten vor der Wende da hinzusetzen.
Klack, vier Löcher vor auf Halbwind, aus die Maus. In der Regel zerrst du dann Amwind die Fockschot über die Winsch, bevor dir auffällt, dass das Segel nicht dichter zu kriegen ist, wenn der Holepunkt noch auf halb Acht sitzt.
Passiert bei uns nie, ausser in Regatten, wenn es wirklich mal drauf angekommen wäre.

Gerade beim Alleine Segeln hast du ja ohnehin schon die Mehrzahl der Trimmeinrichtungen auf Mittelwerte belegt. Glaube nicht, dass du dann zusätzlich noch mit den dünnen Strippen der Holepunktzüge rumhantieren magst. Das ist Regattatechnik und nichtmal die haben es alle.

Die Rollreffgenua lässt sich ja prima vom Cockpit aus bedienen habe aber dabei übersehen das ja beim Ein-u. Ausreffen auch der Holepunkt optimiert werden muss.

Das siehst du doch aber, wie die steht und dann machst du es eben. Hier gibt es aber noch zahlreiche Stellschrauben, bevor eine Refffock unter Last gut steht, oder wenigstens akzeptabel. Die einzustellen kann eigentlich nur der Vorschoter, denn nur er kann ja die Achterliek sehen und die Holepunkte entsprechnd stellen. Keine zusätzlichen Leinen an Deck, statt eingeschnürter Finger vom Hantieren mit reckarmen Streckern.

Das nachzurüsten hat nicht nur Vorteile. Ob es sich lohnt?

Wenn du fertig bist, berichte mal.


VG Eric

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

07.06.2019 14:44
#8 RE: Rettungsring am Heckbügel Zitat · Antworten

Noch ein bisschen OT - wir gehen auf Wanderfahrt, sind eigentlich schon, mussten nur nochmal eine Woche Anwesenheit vortäuschen und ein paar Termine, dann gehts weiter. Mit dem vollgepacktem Urlaubskahn nehmen wir noch eine größere Regatta mit, na das wird ja was werden.
Wir werden das Feld konsequent vor uns hertreiben.
Aber mal sehen, bei angesagten bft 5 mischen sich die Karten neu.
Ihr habt also eine Woche Ruhe vor Beschlauungen. Allen schöne Pfingsten und schöne Brückentage.

VG Eric

p.s. Woher kommt das eigentlich? Vom Mastlegen in einem der größten und schönsten Binnenreviere Eur...
Bin ja schon still...

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