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Dieses Thema hat 14 Antworten
und wurde 1.414 mal aufgerufen
 Tipps und Technik
eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

17.12.2015 15:33
Wantenspannerschoner Zitat · Antworten

Ich habe bei mir diese üblichen, weissen Überzieher über den Wantenspannern, die, die so schnell verdrecken, zu teuer sind, in Relation zum Herstellungsaufwand und die sich ohnehin bei jeder Wende durch die Genuaschot anheben, so dass sich die Schot nach nur 2 Saisons beidseitig an genau diesen Stellen aufgeribbelt hat und erneuert werden muss.

Ich weiss, die Fock und nur innen fahren, dann hat man das Problem nicht, aber die nehme ich nur bei rauen Seefahrten, binnen ist mir das zu lahm.
Wer hat einen Tipp, welche Schoner man nehmen kann, die wirklich ihren Namen verdienen?

VG Eric

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

19.12.2015 07:41
#2 RE: Wantenspannerschoner Zitat · Antworten

Hallo Eric.
Ich habe einfach Alurohr-Stücke (ca. 30 cm lg.) über die Wantenspanner geschoben. Die schieben sich zwar auch mal etwas nach oben, rutschen dann aber wieder in die richtige Position herunter. Außerdem verdrecken die nicht und halten ewig. In der Bucht kosten die vier Rohrabschnitte kaum was.

FSA Segelsport GmbH Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 175

14.01.2016 00:03
#3 RE: Wantenspannerschoner Zitat · Antworten

Wir haben für die Varianta 18 Wantenspannerschoner im Programm.

Diese sind aus Polyamid gefertigt und haben eine Gurt/Klettlasche, die durch
das Augpütting geführt wird, so das der Schoner nicht mehr nach oben rutschen kann.
Passen natürlich auch auf die Jantar 21. Schmutzunempfindlich und bei stehendem Mast
durch Klettband zu montieren.

http://varianta-18.de/index.cfm/nav/226/...a18/id/105.html

FSA

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

14.01.2016 17:28
#4 RE: Wantenspannerschoner Zitat · Antworten

Hallo, die Schoner sehen gut aus, danke für den Tip.

Ich befürchte nur, dass das bei mir nicht lange halten würde, denn ich fahre auf der Jantar eine überlappende Fock, das heisst Fock und Schot zerren bei jeder Wende aussen um die Wanten und da leisten die bisherigen Kunststoffwantenschoner Schwerstarbeit. Ich segel binnen, da sind Wenden die Hauptbeschäftigung.
Im Wettfahrtgeschehen wenden wir durch back stehen lassen der Fock, das kostet etwas Speed, macht aber das Wendemanöver schnell. Das braucht man oft, wenn man in vollen Feldern in enge Situationen gerät. Das heisst, ein Teil der Wenden werden mit ziemlichem Druck auf die Wantenschoner gefahren und das sieht man denen auch an. Da wird es heiss, wenn die Fockschot vorbeirauscht.
Ich vermute, dass die Taschen das nicht lange überleben würden.

Die meisten Jantars fahren die kleinere Fock, innen und auch bei der Varianta 18 ist ja nur eine kleine Fock vorgesehen, die ebenfalls innen, zwischen den Wanten gefahren wird. Hier rutscht höchstens mal die Spi-oder Gennackerschot drüber, das stecken die gepolsterten Stofftaschen sicher weg.

Die Lösung mit den aufgesteckten Rohren habe ich noch nicht ganz verstanden. Bleibt da nicht immernoch eine scharfe Kante am unteren Rohrende übrig? So wie ich das verstehe, würden die sich durch die Schot ebenfalls anheben, was ja genau mein Problem ist.

Die Überzieher ließen sich vielleicht fixieren, nur zum Mastlegen fängt man dann wieder an, das alles abzupopeln, weil man sie über den Drehunkt des Püttingeisens anheben muss.

Auf älteren Booten findet man oft Spezialspanner, die aber irgendwie nicht zu kriegen sind. Jedenfalls weiss ich nicht wo.
Hier sitzt die Edelstahlhülse passend auf dem unteren Kardangelenk des Spanners. Statt Ringsplinte gibt es Einschraubbolzen, die bündig mit dem Gabelterminal abschließen. Die Hülse ist einerseits ein glatter, reibungsarmer Wantenspannerschutz und gleichzeitig konnte man mit der Hülse den Spanner verstellen, Mittelschraube wird per Schjlüssel gedreht und mit der Hülse hält man das Gegenstück fest. Kein Kontern erforderlich. Durch Absenken der Hülse in Ausgangslage war der Spanner sofortg gegen Aufdrehen unter Last gesichert.

Nach dem Maststellen, Hülse hoch, drei Umdrehungen,Hülse wieder runter, Masttrimm fertig, Spanner gesichert.
Das Kardangelenk verhinderte auch noch, dass sich das ganze beim Mastlegen- und stellen verhakt.



Alles schon fertig erfunden und zur Perfektion ausgereift, nur leider in Vergessenheit geraten. Jetzt fängt man wieder von vorne an, mit Rohren, Taschen und Kondomen aus PVC. :-( Ronstan hat noch einen ähnlichen Schnellspanner, nur nicht halb so zu ende gedacht, dafür 10 mal so teuer. :-(
Wenn einer noch solche Teile rumzuliegen hat, nicht wegschmeissen, ich nehmen die gerne.

Ich werde im Frühjahr mal einen Test mit einem festens Stück Canvas machen, bisschen abpolstern und Tape rum, wenn das gut geht, kaufe ich euch vier Taschen ab.

Vielleicht können wir tauschen - ich habe noch einen ganzen Satz Mastrutscher von Lindemann (Typ 558), für die VA18, ladenneu mit Aufhängeschildchen und Preisschild und dazu die guten Holt-Allen-Mastrutscherschäkel zum zuschlagen, nicht diesen Schraubkram. Zusammen kommt auf den gleichen Preis.
Für die Jantar sind die Rutscher leider zu klein.

Ist nur so eine Idee, ich kann die auch so mal im Variantaforum einstellen, das ist ja ein bisschen aktiver, als unser verträumtes Jantarforum.

Will noch mein Jantar-Wandersegel auf Mastrutscher umbauen, muss aber erstmal knobeln, wie ich mit dem Druckbeschlag der Toplatte hinkomme. Ein Rutscherwagen ist mir zu teuer und in der Luft hängen lassen, ist auch nicht das Wahre. Wie machen das eure Segelmacher bei den durchgehenden Toplatten für die Jantar? Beim Wandersegel ist es ja nur eine. Wird das Segel in der Mastkeep gefahren, stützt sich die Latte am Mast ab. Bei Mastrutschern muss es eine andere Lösung geben.

Zurück zu den Schonertaschen:
Muss man die zum Mastlegen abmachen? Um etwas Zeit zu sparen, lasse ich die eingestellte Wantenspannung, wie sie ist, dafür ist sind dann die letzten Zentimeter vorm verbolzen der Rollanlage ein ziemlicher Kraftakt.

Die PVC-Hüllen streife ich ja nur hoch, damit der Drehpunkt frei kommt. Die Schonertaschen muss man sicher abmachen. Oder auch nur hochstreifen? Welche Erfahrung habt ihr?

VG Eric

App. Erfahrung - Thema Maststellen. (in 86 Tagen )
Bei der Jantar habe ich mit schon mal ein Gabelterminal verbogen, weil sich die Wantenspanner schnell mal verkanten und man das durch den großen Hebel von Jüt und Talje nicht gleich merkt. Wenn man die Spanner aufrecht stellt und oberhalb mit einem Gummistrop fasst und nach vorne an die Reling zieht, kann das nicht mehr passieren. Ich brauche das ab und zu mal, da wir in einem Brückenrevier Wandersegel machen und das hat sich bewährt.

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

15.01.2016 14:28
#5 RE: Wantenspannerschoner Zitat · Antworten

Hallo Eric.
Keep it small and simple! And cheap too!

Zitat von eric im Beitrag #4

Die Lösung mit den aufgesteckten Rohren habe ich noch nicht ganz verstanden. Bleibt da nicht immernoch eine scharfe Kante am unteren Rohrende übrig? So wie ich das verstehe, würden die sich durch die Schot ebenfalls anheben, was ja genau mein Problem ist.


Hier noch mal gaaanz ausführlich: Wie auf dem Foto ja zu sehen ist, reichen die Rohre nicht ganz bis aufs Deck und zwar deswegen, weil sie auf den Püttings aufstehen. Macht nix, die Schot liegt ja weiter oben an und reibt/rollt dort. Unten "reinzwicken"tut sie sich nicht. Und die Kante unten ist nur so scharf, wie man sich Mühe gibt, mit dem rund feilen hihi.
Man könnte aber auch einen größeren Rohrdurchmesser wählen, sodass die Rohre auch die Püttings mit abdecken.
Wenn die Schot drüber rollt rutschen die Rohre tatsächlich etwas nach oben. Warum weiss ich nicht, ist mir aber auch wurscht, denn sie fallen, sobald sie frei sind durch die eigene Schwerkraft wieder nach unten.
Ein bisschen tricky ists beim Drehen der Wantenspanner, da muß ich sie provisorich nach oben tapen. Aber ich muß das ja nur zwei mal im Jahr machen.

Helmut

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

15.01.2016 17:15
#6 RE: Wantenspannerschoner Zitat · Antworten

Zitat von hgebauer im Beitrag #5
...Macht nix, die Schot liegt ja weiter oben an und reibt/rollt dort. Unten "reinzwicken"tut sie sich nicht. ...
Wenn die Schot drüber rollt rutschen die Rohre tatsächlich etwas nach oben. Warum weiss ich nicht...



Hallo Helmut.

Bei mir heben sich die Schoner durch die loese liegende Luvschot an. Einige Wenden, dann sind die PVC-Würste so weit hochgerutscht, dass die unbelastete Schot durch die Krängung direkt runterrutscht und schon reibt sie über scharfe Kanten. Insofern ist das Zurückfallen des Schutzrohres eine interessante Lösung. Und der obere Abschluss? Hast du da eine Zentrumskappe oder einfach offen?


Zitat von hgebauer im Beitrag #5
...
Ein bisschen tricky ists beim Drehen der Wantenspanner, da muß ich sie provisorich nach oben tapen. Aber ich muß das ja nur zwei mal im Jahr machen.

Helmut



Keep it small and simple? And cheap too?

OK, da hätte ich auch was für dich.
Schieb die Hülse hoch, wenn du den Spanner einstellen willst und knips solange eine Wäscheklammer in den Wantendraht. Natürlich in das kleine Klammerloch, sonst hälts ja nicht.
Aber mit Tape rumfummeln geht natürlich auch.



... dafür nicht...

VG Eric

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

15.01.2016 17:50
#7 RE: Wantenspannerschoner Zitat · Antworten

Zitat von eric im Beitrag #6

Bei mir heben sich die Schoner durch die loese liegende Luvschot an. Einige Wenden, dann sind die PVC-Würste so weit hochgerutscht, dass die unbelastete Schot durch die Krängung direkt runterrutscht und schon reibt sie über scharfe Kanten. Insofern ist das Zurückfallen des Schutzrohres eine interessante Lösung. Und der obere Abschluss? Hast du da eine Zentrumskappe oder einfach offen?

Oben sind die Rohre offen, da darfs ja ruhig rein regnen hihi.
Und wenn das Hochrutschen wirklich störend ist, dann könnte man ja ein Loch bohren und beizeisen.

Zitat von eric im Beitrag #6

Schieb die Hülse hoch, wenn du den Spanner einstellen willst und knips solange eine Wäscheklammer in den Wantendraht.
Aber mit Tape rumfummeln geht natürlich auch.

Oh Gott, noch mal vier Teile an Bord - wo ich doch Gewicht sparen will. Das Tape muß ich ohnehin "mitschleppen" Und die Rolle wird ja jedes Jahr leichter!

Helmut

FSA Segelsport GmbH Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 175

17.02.2016 01:52
#8 RE: Wantenspannerschoner Zitat · Antworten

Die Wantenspannerschoner sind sehr robust und haben sich auch bei
überlappenden Vorsegeln bewährt.

Vor dem Mast stellen / legen muss man nur das untere Klettband lösen
und kann die Teile nach oben schieben (wie bei den PVC-Schonern).

Eine günstige Lösung für die Toplatte beim Groß wäre die Verwendung
von 2 Mastrutscher (Typ HA 158) jeweils direkt ober- und unterhalb der
Latte.

Ronstan-Präzisionsspanner mit Trimmskala hat keiner "rumliegen" - die
werden mit Erfolg benutzt

FSA

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

10.02.2017 09:55
#9 RE: Wantenspannerschoner Zitat · Antworten

Habe mir die Schoner bei der FSA geordert, wurden auch prompt geliefert und sind eine schöne Überbrückung bis zum Frühjahr. :-)

Die weissen Kunstpenisse, die ich bislang drauf hatte, sind doppelt so teuer und haben mir noch nie richtig gefallen.
Rohrlösungen schuppern am Deck oder sitzen auf den Püttingen und ohne Schoner killt Fockschoten. Das ist dann noch teurer.

Mal sehen, wie die sich bewähren.

VG Eric

Mario Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 37

13.02.2017 19:42
#10 RE: Wantenspannerschoner Zitat · Antworten

Hallo,

ich finde die W-schoner von FSA nicht schlecht. Frage mich nur ob die VA-Strebe der Jüttvorrichtung auch mit einem Schoner versehen werden muss? Scheuert die schot daran?

Gruß Mario

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

14.02.2017 13:23
#11 RE: Wantenspannerschoner Zitat · Antworten

Zitat von Mario im Beitrag #10
Hallo,

ich finde die W-schoner von FSA nicht schlecht. Frage mich nur ob die VA-Strebe der Jüttvorrichtung auch mit einem Schoner versehen werden muss? Scheuert die schot daran?

Gruß Mario


Hallo Mario, da die Mastlegevorrichtungen alles Individuallösungen sind, kann das durchaus sein.
Ist zum einen eine Frage, wie groß die Fock ist und ob du sie z.B. innerhalb der Wanten fahren kannst oder ob sie überlappt.
Wenn sie überlappt wird die Schot an allem reiben oder hängen bleiben, was aus der Linie zwischen Mast und Oberwantpütting herausragt.

Z.B. an diesem sinnfrei ausgewählten Platz für die Steckverbindung für die Befeuerung des Toplichtes. So viel Platz im Kielkasten, oder hinter den Mast, aber nein, er muss mitten in den Weg.

An der Mastlegerei bin ich auch gedanklich dran. Der kleine Turm für die Hilfswanten, wie es die FSA für die Jantar anbietet, hat sich jahrzehntelang bei Dehler bewährt. Es ist naheliegend, dort auch die Jütgabel anzubringen, ist jedoch nicht zwingend notwendig. Will man jeden Tag zweimal den Mast legen, ist so eine dauerhafte Lösung garnicht schlecht. Bei allen anderen Lösungen gibt es den Zusammenhang - je weniger es kostet, um so länger dauert es, den Mast zu legen und alles anzubauen.
Dafür hat man dann das Deck frei und noch etwas Geld übrig für ein, zwei Bierchen (oder 1-2.000, je nach Lokal und Edelstahlschmied.

Ohne Hilfswanten sollte man den Mast besser nicht legen und stellen, damit auch nicht, wie im Jantar-Handbuch. Das ist was für eine eingespielte Regattacrew, aber vor Anker, im Schwell, alleine oder für eine Wandersegelmannschaft vollkommen ungeeignet und sogar gefährlich.

Was ich sagen will ist - Hilfswanten brauchst du unbedingt, aber nicht notwendig als Dauerlösung und das gleiche betrifft die Jüt oder Jütgabel. Wenn du das nur 2x im Jahr brauchst, würde ich das alles runterschmeissen. Dann reibt auch nichts.

Die Jütgabel muss auch nicht zwangsläufig so riesig sein und sie muss auch nicht im Drehpunkt angreifen. Temporäre Hilfswanten müssen auch nicht im Drehpunkt angreifen. Bei fest installierten Jütanlagen geht es wie gesagt um eine Dauerlösung, die an Geschwindigkeit zum Maststellen kaum noch zu unterbieten ist. Auf der nach oben offenen Kostenskala ist selbst bei so einer Jütanlage noch Luft. Dann geht es noch schneller, und ist - du ahnst es sicher - noch viel teurer.

Übrigens, bei Dehler und auch bei anderen sind diese Türmchen für die Hilfswanten oft nochmal nach vorne abgepannt, um die Kräfte aufzunehmen, die durch ein Pendeln des fast liegenden Mastes entstehen. Es gibt aber auch Lösungen, da vertraut man darauf, dass das Türmchen hält, obwohl es doch einen beachtlicher Hebelarm darstellt.
Marschiert der Mast durch Wellenschlag auch nur ein bisschen aus der Schiffsmitte, haben die Hilfswanten ganz ordentlich zu tun.
Lässt man diese Verspannung nach vorn weg (Bei Dehler stützt sich das Türmchen zusätzlich über einen seitlichen Arm mit einer massiven Lasche am noch massiveren Mastkoker ab) ist das ganze statisch schwieriger zu lösen, weil der Hebelarm des Türmchens eine kräftige Punktlast in das Laminat einträgt, vor allem in die Gelcoat.
Ungefähr so, als wenn man zu schnell in die Box fährt und sich vor lauter Schreck oben an der Relingsstütze abfängt, bevor der Kahn auf den Steg knallt. In dem Fall kann man sich meistens von der Gelcoat unter der Relingsstütze verabschieden.
Deshalb ist das auch so beliebt.

Lässt man diese Verspannung nach vorn weg, was bei Booten unsere Größe oft gemacht wird, führt das ganz nebenbei dazu, dass sich die Fockschot nicht noch an diesem Spannschloss reiben kann.

Letztes Jahr ist bei uns bei einem 27ft-Boot eine dieser vorderen Verspannungen der Hilfswantenaufnahme beim Mastlegen aus dem Deck geflogen. Hätten nicht mehrere gleich zugegriffen, hätte sich der einseitig von seiner Hilfswante befreite Mast elegant von Bord geschwenkt und im Maststuhl garantiert eine größere Baustelle hinterlassen. Marschiert der Mast einer Jantar auf die gleiche Weise ab, fliegt der Skipper mit von Bord. Der wiegt ja nicht viel, ist aber auch nicht zu halten. Jedenfalls nicht so wie im Handbuch.
Das liegt an den ungünstigen Hebelarmen zwischen Arbeitsbereich beim Mastlegen und verbleibender Restlänge des Spargels.
Solange der Mast in der Mitte bleibt, ist alles schick. Es entstehen praktisch gar keine Kräfte an den Hilfswanten.
Marschiert er ab, kann man ihn alleine nicht halten und die spillrige Mastspur dürfte dahin sein.

Wir stellen viele Masten, auch längere als bei der Jantar und viele davon ohne Hilfswanten. Aber wer Stress gerne vermeidet, der lässt das bei der Jantar lieber sein.

Hilfswanten sind wichtig, aber auch die Verankerung der Hilfswanten.

So hat alles Vor- und Nachteile und man muss abwägen zwischen Kosten und Zeitaufwand. Je höher die Kosten einer Dauerlösung, um so schneller geht die Mastlegerei.

Und nein, keinen eigenen Wantenschoner für die Jütanlage.

Halt, ich widerrufe und behaupte das Gegenteil.
Einige haben dort auch Wantenspannerschutz. Sieht aber bisschen komisch aus.


Mit dieesen Nylonschonern an Ober- und Unterwanten muss man die Art zu Wenden überdenken. Wir wenden auf Amwindkurs meist unter Winddruck. Dabei lehnt sich die alte Leeschot an die Wantenspanner und reibt da auch, erzeugt Hitze und Abrieb. Das würden die Nylonschoner sicher nicht lange überleben.

Wenn man trotzdem unter Windruck wenden will, also die Genua vom Wind auf die neue Seite drücken lässt, dann muss man die alte Leeschot erst backhalten und dann deutlich loswerfen und dann fliegt sie auch über die Jütanlage, ohne sich am Gelenk zu reiben.
Wenn du nur eine Fock fährst, ist die ohnehin innen und dann brauchst du das alles nicht zu beachten.

VG Eric

Für kommende Fragen - Fotos helfen auch, das Problem zu verstehen.

Mario Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 37

14.02.2017 20:34
#12 RE: Wantenspannerschoner Zitat · Antworten

Hallo Eric,

ich denke ich kann hier nicht auf alles antworten aber ein paar Sachen sind hängen geblieben. Zuerst muss ich meine alte und treue Dame Dehlya 25 verteidigen, die eine Jütvorrichtung mit oben beschriebenen "Türmen" und Verstrebungen zum Mastfuß hatte. Das System von Dehler ist wirklich sehr gut. Habe in 30 Minuten mit 2 Personen den Mast legen und stellen können.
Vergleichbar gut, finde ich die Mastlegevorrichtung auf meiner Jantar, die es genauso problemlos ermöglicht den Mast zu legen und zu stellen. Wie auf dem Bild zu erkennen bleibt dieser Jütgabel-Aufnahmeturm immer an Deck, der jedoch nicht wirklich stört.
(Das Bild wurde beim Mast legen gemacht)
Bezüglich der Wantenschoner habe ich mich entschieden, aus optischen Gründen einfach 4 stück zu bestellen, da der Preis wirklich okay ist.

Die Genua fahre ich wirklich nur bei leichtestem Wind. Bei allen anderen Windstärken kommt mir nur die Fock ins Haus. Bin ein Freund von Höhe am Wind und wenig luvgierigkeit;-)

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

15.02.2017 10:20
#13 RE: Wantenspannerschoner Zitat · Antworten

Hallo Mario, siehste, mit Bild ist gleich viel besser.

Das ist zufällig so ein "Türmchen" von denen ich geschrieben hatte und wenn du die Dehler 22-25 kennst, erkennst du auch den Unterschied. Hier steht das Türmchen frei und wird nur über die Fussplatte gehalten, bei Dehler stützt er sich über die Querstange am Mastkoker ab.

Bei stehenden Mast gibt es gar kein Problem, solange du deine Wantenspannung im Blick hast. Auf keinen Fall sollte Last auf die Sache kommen.
Auch wenn du die Hilfswanten dauerhaft draufhast, gehören sie trotzdem nicht zum Trimmkonzept des Mastes. Auch bei Drückern verrichten die Ober- und Unterwanten ihre Arbeit, die dünnen Drähtchen vom Hilfswant sollten dann nicht noch mitzerren. Bei den ersten Trimmschlägen würde ich die noch lose lassen, bis du mit der Wantenspannung zufrieden bist und selbst dann weicht das schlanke Mastprofil nach Lee aus. Geht nicht anders, wegen der Anordnung der Püttinge, es sei denn, man setzt eine Wante genau neben den Mast. Hast du jetzt. Aber die ist dafür nicht vorgesehen und nicht ausgelegt.

Kritisch wird es bei beinahe gelegtem Mast. Wenn du auf den Plichtbänken läufst und/oder ein Motorboot vorbeifährt, gerät der lange Mast schnell ins taumeln und die Hilfswanten haben ordentlich zu tun. Genau dafür braucht man die, denn aus dem Mastfuss kommt keine Unterstützung. Im Gegenteil, der ist selbst ziemlich gefährdet. Diese Kraft wird oben am Türmchen eingetragen und mit 30 cm Hebelarm in dein Deck eingeleitet.
Mit 30 cm Hebelarm kann man auch festsitzende Radmuttern lösen.

Solide Metallarbeit, gute Optik, passt zur Jantar, keine Frage, aber alle anderen fangen die Kräfte des beinahe gelegten Mastes nochmal irgendwie an diesen Drehpunkttürmchen ab. Als Zugentlastung nach vorn oder als Druckstütze nach achtern. Oder wie bei Dehler gleich in beide Richtungen.
Haben die Konstrukteure dieser Mastlegevorrichtung sonst auch so gebaut.

Vielleicht gibt es die Abfangung des Hebelarmes unter Deck und da es ein Sandwichdeck ist, siehst du nicht, wie es gemacht wurde.
Kannst ja mal nachfragen.
Beschädigungen in diesem Bereich beginnen als kleine Spinnenrisse in der Gelcoat, können aber fatale Spätfolgen haben - siehe der Beitrag, wo das Püttingeisen durchs morsche Deck geflogen ist.

Das dazu. Bist erlöst.

Eine technische Lösung, bei der man auch ein so hohes Augenmass auf eine grazile, elegante Optik gelegt hat, willst du nicht mit einem Wantenspannerschoner verdecken. Zum einen würde es seltsam aussehen, zum anderen ist der Spanner der Hilfswanten auch weit genug aus der Schusslinie. Alle Splinte abtapen, dann kannst du auch die Fock dran vorbeiziehen. Vorher natürlich die lose Kontermutter festziehen.

Genua oder Fock.
Vielleicht sehen wir uns ja mal beim Wettesegeln. Dann finde ich es auch gut, wenn du nur die Fock fährst und immer schön Höhe knüppelst. Das Tuch ist doch bei der Jantar keine Genua, das heisst nur so, weil man dem irgendwie einen Namen geben musste.

DAS ist eine Genua.



VG Eric

Mario Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 37

15.02.2017 18:27
#14 RE: Wantenspannerschoner Zitat · Antworten

Hallo zusammen,

ja, du hast recht. Bei der Dehlya werden die Kräfte durch Streben abgeleitet. Aber auch da mussten wir besonders darauf achten, dass das Boot absolut ruhig liegt beim Mast legen/stellen. Der Mast der Dehlya ist ca 75 Kg schwer und der Mast der Jantar? Man muss immer besonders vorsichtig sein wenn der Mast gelegt werden soll.
Denke nicht, das im Deck irgendwelche Verstärkungen für die Mastlegevorrichtung einlaminiert sind denn die Jütvorrichtung wurde bei meinem Boot nachgerüstet. vertraue der Sache aber.

Thema Genua: Nett ausgedrückt, gibt es auch eine Genua 0? wenn ja dann ist das eine Genua -1:-D Würde das schon eher Gennacker nennen;-) Wie gestern schon beschrieben bin ich halt ein Freund von kleinen Vorsegeln die dafür richtig gut stehen

Ja, ich weiß der Holepunkt der Sturmfock hätte in diesem Fall weiter nach vorne gesetzt werden;-)

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

16.02.2017 00:40
#15 RE: Wantenspannerschoner Zitat · Antworten

Zitat von Mario im Beitrag #14
Hallo zusammen,

ja, du hast recht. Bei der Dehlya werden die Kräfte durch Streben abgeleitet. Aber auch da mussten wir besonders darauf achten, dass das Boot absolut ruhig liegt beim Mast legen/stellen.


Hallo Mario, bei den Dehlers mit dieser unverstagten Version der Hilfswantentürmchen ist die Ableitung der Hebelkräfte über einen weiteren Hebel natürlich nur ein fauler Kompromiss.
Bei den größeren Dehlers sind diese Hilfswantenkonstruktionen selbstverständlich auch nach vorne verstagt. Übrigens abnehmbar, was ich für die elegantere Lösung halte. Was nicht da ist, stört auch nicht das Auge.
Es sei denn, man braucht die Mastlegevorrichtung andauernd. Aber bei einer 29er oder 31er den Mast zu stellen, ist jetzt auch nichts, womit man sich abhetzen soll. Da ist es dann auch kein "Zeitverlust", wenn man die Hilfswanten und die Jüt nach der Benutzung wieder wegpackt.

Im Vergleich zur Jantar hat selbst die kleinste Dehler einen mächtigen Mastkoker, der den Mast doch weitestgehend im Griff hat. Dass man bei Dehler dafür konstruktive Probleme hat, wenn der Mast in der "beinahe gelegt Position" ist und dort hohe Schubkräfte auf den Mastkoker ausübt, ebenfalls wieder mit einem Hebelarm, das steht auf einem anderen Blatt.
So wird man bei einer Jantar kaum erleben, dass es in dieser Position die gesamte Mastspur rausfetzt oder dass das Gussteil vom Mastfuss bricht. Bei Dehler ist das aber schon vorgekommen. Dabei schleudert es den Mast nach vorn. Gut, wenn da keiner im Weg rum steht.
Die verflixten Hebelkräfte.

Der Mast der Dehlya ist ca 75 Kg schwer und der Mast der Jantar?
Vergleichbar. Ich habe noch eine Rollreffanlage dran und volles Fallenmaterial, wo andere schon Dyneemaschnürchen fahren, aber ich kriege das Gerödel mit Wanten und Stagen gerade noch so auf die Schulter gepackt und übern Steg geschleppt. Natürlich nur, wenn grad Frühling ist und genügend Weibsvolk zuguckt.
Sonst hole ich mir auch einen Kerl, der mit zupackt.


Man muss immer besonders vorsichtig sein wenn der Mast gelegt werden soll.

Nicht nur weil der Mast ganz schön teuer ist, sondern weil auch richtig was schief gehen kann.
Als ich die Jantar noch neu hatte und keine Ahnung, dass man hier beim Mastmanöver garnicht vorsichtig genug sein kann, bin ich durch eigene Dummheit - Hebelgesetze gelten auch Sonntag Nachmittag, nur das sagt einem ja in der Schule keiner - in eine Situation geraten, in der ich fast draufgegangen wäre.
Hilfswanten hatte ich noch nicht, Jüt wollte ich nicht anbauen, drängelig war ich, weil ich endlich in den Urlaub fahren wollte und der ganze Abend mit Einkauf und Packerei, Motor anbauen, Sprit bunkern usw. draufgegangen war, ja und dann noch mal eben schnell den Mast legen und in dieser stressigen, genervten Situation habe ich was ganz neues erfunden.

Was noch nie einer gemacht hat und hoffentlich auch nie einer machen wird.

Ich dachte, ich könne den schwankenden Mast einfach eher packen, wenn ich mich auf den Tritt vom Niedergang stelle und ganz weit nach vorne lehne. Das ist auch so. Ruck zuck hatte ich den Mast auf der Schulter. So weit so gut.
Gegen das pendeln konnte ich da unten im Abstand von 60-70 cm überhaupt nichts ausrichten, und erst recht nichts gegen den brachialen Hebelarm des restlichen Mastes. Da kommen ja nochmal knapp 8 m, die mich mit einer teuflichen Präzision zusammengefaltet haben, wie ein Schweizer Taschenmesser und im nächsten Moment lag ich mit dem Hals zwischen der weit vorn sitzenden Kielfall-Hebelklemme und dem Mast und dachte, das wars jetzt. Mist.
Ist immernoch Topgewicht x Kraftarm/Lastarm. Seit Archimedes unverändert. Hatte ich nur kurz mal vergessen und wenn einem mehr als eine halbe Tonne auf die Halsschlagader drückt, nutzt die späte Erkenntnis auch nichts.

Gerettet hat mich meine Partnerin, die mein Röcheln richtig interpretierte und das ganz ohne, dass ich ihr erklären konnte, was sie tun soll.

Das war zwar das bislang schnellste Mastlegemanöver auf meiner Jantar, aber an diesem Abend hatte ich plötzlich viel Zeit, um mal so ganz allgemein über mein Leben nachzudenken und die Lieblingsvorschoterin zu kuscheln und etliche Gläser Whisky in mich reinzuschütten.

Das gleiche mit der Talje. Da zerren deutlich über 300 kg. Das ist für manche Blöcke Grenzlast und auch für so manchen Blechschäkel. Wie viele mit hochglanzpolierter Mastlegevorrichtung fahren eine dauerhafte Talje, die immer die gleichen Stellen im UV-Licht hat, Saison für Saison. Einige bei uns haben dort auch angesetztes Moos. Vielleicht schützt das vor der materialzersetzenden UV-Einstrahlung.

Kann man die dynamische Last des fallenden Mastes fangen oder springt man lieber von Bord und kauft danach einen neuen? Kann man ruhig vorher mal drüber nachdenken. Auch mit viel Routine kann noch viel passieren.

Denke nicht, das im Deck irgendwelche Verstärkungen für die Mastlegevorrichtung einlaminiert sind denn die Jütvorrichtung wurde bei meinem Boot nachgerüstet. vertraue der Sache aber.

Das sage ich ja beim TÜV auch immer, ihr müsst auch mal ein bisschen Vertrauen haben, das hält schon. Aber nein, die wollen es immer ganz genau wissen.

Thema Genua:
...bin ich halt ein Freund von kleinen Vorsegeln die dafür richtig gut stehen



Ja, verstehe ich, zeig doch mal.

Ja, ich weiß der Holepunkt der Sturmfock hätte in diesem Fall weiter nach vorne gesetzt werden;-)

Definiere "vorn"

Ich sehe, dass die Achterliek anfängt zu krallen und gleichzeitig die Unterliek für einen Amwindkurs ziemlich offen ist. Da würde ich mit dem Wagen weiter nach achtern rutschen.
Allerdings würde das dann weniger Krängung erzeugen und ich müsste abends mein Deck selber schrubben, während du mit frisch gespültem Deck in den Hafen einläufst.

Tröste dich. Meine eigenen Trimmfehler sehe ich auch erst auf den Fotos der anderen.

VG Eric

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