Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Seglerforum von www.Jantar21.de

 

Seglerforum von www.jantar21.de

Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 2 Antworten
und wurde 391 mal aufgerufen
 Tipps und Technik
Mario Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 37

28.02.2017 16:51
Epoxidharz Zitat · Antworten

Hallo zusammen,

habe vor einer Woche festgestellt, das ich etwas Wasser im Ruderblatt hatte. Auf Rat einer Werft habe ich Löcher ins Ruderblatt gebohrt damit das Wasser entweichen kann. Jetzt möchte ich die Bohrungen Ø5 mm mit Epoxidharz verschließen.

Kann mir jemand sagen wie ich das am besten mache? Epoxidharz mit Härter mischen und dann in die Bohrungen laufen lassen (vielleicht mit einer Spritze?), anschließend trocknen, schleifen und Antifouling streichen?


Kann ich auch so etwas nehmen? https://www.for-sail.de/media/image/prod...ixkartusche.jpg

Oder doch besser klassisch selber mischen?

Gruß an die Jantar Segler

Ulf Offline

Neues Mitglied

Beiträge: 2

28.02.2017 18:52
#2 RE: Epoxidharz Zitat · Antworten

Hallo Mario
Ich hatte das gleiche Problem. Das Ruder besteht aus 2 Hälften, bei Grundberührung können sich die Hälften etwas aufspalten,wobei dann der Länge nach Haarrisse entstehen, durch diese dann langsam Wasser eindringt. Auch die Bolzendurchführung kann Schaden nehmen. Das Blatt anbohren ist ok,sollte dann aber innen austrocknen. Die Löcher anschrägen, mit Epoxy Spachtel füllen und verschleifen. Ich habe Gelcot Feinspachtel Reparaturset hergenommen, lässt sich super verarbeiten und ist auch noch weiss.
Grüße
Ulf

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

01.03.2017 12:09
#3 RE: Epoxidharz Zitat · Antworten

Hallo,

das Wasser im Ruderblatt ist nicht das Problem, sondern dass das erst jetzt entdeckt wurde. Dazwischen lagen eine oder mehrere Frostperioden.
Es ist davon auszugehen, dass sich Schaumlage und Aussenwand dieses Sandwichbauteils durch Eisdruck voneinander verabschiedet haben. Aber auch, wenn ihr das Ruderblatt im warmen Wohnzimmer aufbewahrt, zieht sich nasser Schaum zusammen und verliert seine Festigkeit
Stichwort knistern im Laufdeck - gleiches Thema. Kleine Ursache, große Wirkung.
Für die Statik eines Sandwichbauteils ist die Verbindung zur Innenlage zwingend notwendig.

Die von euch beiden angesprochene "Reparaturmethode" ist richtig, aber nur Kosmetik und ändert nichts an der viel wichtigeren Baustelle.

Wenn ihr Glück habt, ist das Blatt nur unten nass geworden. Hier hat es wegen der geringen Abstände der beiden GfK-Schalen hohe statische Reserven. Bruchgefährdet ist der schlanke Übergang vom Kopf ins Profil. Die Stelle zeigt bei vielen Ruderblättern Überlastungsrisse. Und die ist tatsächlich im Wasser. Der Bereich um den Bolzen ist ohnehin massiv. Es sind eher die Nahtstellen der Anströmkante, die Probleme machen.

Man kann die Schadstellen im Laufdeck durch Abklopfen mit einem Karosseriehämmerchen lokalisieren. Beim Ruderblatt ist das nur sehr eingeschränkt möglich, da sich die Geometrie schnell ändert. Hier klappt es eher umgekehrt. Wenn man genau weiss, wo der Schaum hinüber ist, (anbohren, Löschpapier reinstecken. Wenns schon tropft oder sogar Wasser zu hören ist, ist es ohnehin eine größere Baustelle).
So kann man den hoffentlich noch intakten Bereich durch abklopfen lokalisieren.
Ein Ruderblatt, in dem es gluckert, würde ich konsequent aufschneiden.

Das Problem bei Sandwichbauteilen ist Beulenknicken.
In dem Moment, wo sich die Aussenschale vom Schaum entfernt, kann die Druckseite ausbeulen und dann bricht es. Und das passiert ja nie Sonntag Nachmittag, bei Sonnenschein und Bierchen am Steg, sondern dann, wenn man schon genug Probleme hat.

Das Ruder ist einfach ein wichtiges Teil.
Um es durch Grundberührung kaputt zu machen, muss man allerdings richtig auf eine Klamotte fahren oder seitlich auf Grund treiben, sonst kriegt man das nicht kaputt. Ein Schaden da unten ist auch kein Problem, austrocknen, zulaminieren, fertig.
Diese Ruderblätter gehen eher durch Überlastung kaputt und dabei spielt der schwach geratene Ruderkopf der Jantar eine nicht ganz unwesentliche Rolle. Also erst mal gucken, wo es wirklich kaputt ist, das hat Einfluss auf die Reparaturmethode.

Austrocknung kann durch Vakuumtechnik beschleunigt werden und ergibt dann eine ganz gute Kontrollmöglichkeit. Wiegen des Ruderblattes mit einer digit. Kofferwaage oder etwas Präzisererem gibt zumindest einen Referenzwert.

Das Wasser muss raus, bevor man überhaupt an Reparieren denken kann, das ist richtig, aber eine sinnvolle Reparatur muss das Innenleben stabilisieren.
Und das geht bei dieser Bauweise nur, indem man das Blatt aufschneidet oder Stützen im gefährdeten Bereich einbringt.

Die Ruderblätter 2.0 haben diese Stützen durch Füllung mit GfK-Schnipseln. Das macht das neu gebaute Blatt schwerer, im Falle eines Schadens erfüllen die Schnipsel ihre Aufgabe aber immernoch, im Gegensatz zum Schaum.

Hier können Stützen durch GfK Strings gebaut werden, sprich bleistiftdick reinbohren bis zur Unterseite, das Bohrloch auffächern (z.B. mit einem umgebogenen Nagel in der Bohrmaschine).
In das Loch eine Gfk-Stütze einbauen, die sich auf beiden Seiten mit der GfK-Schale des Blattes verbindet. Paar Bleistifte mit Trennwachs vorbereiten, die bis zur Aushärtung im Inneren des Säulchens stehen bleiben.
Sandwichdecks kann man durch engmaschige Bohrlochinfusionen ertüchtigen, das ist bei einem Ruderblatt leider nicht möglich. Hier muss das Säulchen Druck und Zug übertragen, ohne selbst dabei zu knicken oder abzureissen. Ein reiner String aus Epoxy kann keine Zugkräfte aufnehmen.

Ulf hatte das unbedingt erforderliche Anschrägen der Bohrlöcher bereits erwähnt.
Bei 1:10 zur Dicke der Seitenwand hält darin dann auch die andere Seite der Stütze. Dadurch entsteht ein statisch sehr stabiler, glasfaserverstärkter kleiner Stempel, der auch bei Druck und Verwindung nicht wegbrechen kann und dessen Aufgabe es ist, die Verbindung der Ruderblatthälften im gefährdeten Querschnitt wieder herzustellen.

Ja und davon mehrere und die von beiden Seiten versetzt und nicht genau im Übergang vom Kopf zum Profil, sondern darüber und darunter.
Die Anströmkante wird von aussen repariert, die Abströmkante geht nur durch Frost kaputt, sonst ist die stabil. Die Saülchen ertüchtigen also den dicken Bereich des Profils.

Große Ruderblätter werden von aussen repariert- Seite um die dicke Fläche im Profil auftrennen, Schaum rauspopeln, die erforderlichen Schäftung auf der Innenseite herstellen, zusätzliche Aussteifungen einbauen, neuen 2K-Flüssigschaum reinkippen, anschliessend shapen und alles wieder kraft- und formschlüssig zu laminieren, spachteln, schleifen, streichen...

Aber die Dinger kosten auch schnell mal ein paar Tausender, da lohnt sich der Aufwand.
Bei so einem kleinen Blatt, wie bei der Jantar kommt man mit so einer Ertüchtigung vielleicht dran vorbei.

Plan B wäre also das großflächige Öffenen und Reparieren von aussen, Plan C Neukaufen.
Die FSA hat hier mal Ruderblätter in der neuen Bauweise angeboten.

Ein Filmchen sagt mehr als 1000 Worte und der freundliche Werftmensch erzählt schon genug.
Genau wie ich.
https://www.youtube.com/watch?v=MRXNnFx7DBQ

Der bei Min 5 gezeigte Druckluftstoß ist schädlich und beim Jantarblatt unbedingt zu vermeiden, wenn ihr die Säulchenmethode wählt. Hier soll sich der Schaum von der GfK-Schale lösen, bei der Ertüchtigungsmethode ist das unbedingt zu vermeiden.
Der Rat der Werft für Ulf ist erstmal ok, im Film sieht man aber, dass die Löcher allein garnichts bewirken. Ohne Unterdruck ist das nicht trocken zu kriegen. Und auch da gilt - weniger ist mehr. Auf keinen Fall darf das Profil nach Innen sinken - heisst, den Schaum pressen. das ist dann auch kaputt, genau wie beim Ausbeulen durch Druckluft.

Ab Minute 8 erkennt man auch, warum die Ablösung des Schaums so gefährlich ist. Aus dem ehemals stabilen Bauteil ist nach der Ablösung ein labbriger Lappen geworden. Hier ist aber noch Stahl drin.

Unsere Ruder würden einfach wegknicken.

Warum erzähle ich das alles?
Am Ruderblatt zu pfuschen, kann Folgeschäden nach sich ziehen, die die Kosten für ein neues Blatt weit übersteigen.
Schmiert man die Löcher also einfach wieder zu, hat man am eigentlichen Problem nichts repariert.

Zum Produkt - würde ich nicht verwenden. Das ist relativ teuer (je einfacher was ist, um so teurer ist es) bevor man das nimmt, sollte man tatsächlich erst das Bohrloch bis zum Grund und speziell die angeschliffenen GfK-Flächen am Bohrloch mit unverdünntem Epoxi einpinseln und erst danach die Mischung andicken. Das Zeug ist aber bereits angedickt.

Wofür streicht ihr das Ruderblatt mit Antifouling? Das ist doch nur zum Segeln im Wasser. Abgeguckt von Kielbootseglern?
Die können ihr Ruderblatt auch nicht rausklappen und müssen antifoulen, wir dürfen weiss lassen oder in Edelholz, je nach Ausführung.

VG Eric

Plan D ist übrigens Neubau.

Das haben wir alles schon paarmal erklärt, siehe Beiträge Ruderlatt hier im Forum.
Die Funktion Suche findet man ganz leicht unter "Suche" oben in der Leiste.

Ist deshalb hier am Thema vorbei, ist aber wichtig, weil die Reparaturmethode das Problem nicht löst.

Fragen an die beiden und an andere, die schon mal ins Innenleben ihres Ruderblattes geschaut haben - welche Version des Ruderblattes habt ihr und wie dick war die Wandung der GfK-Schale? Interessant wäre auch das Gewicht des reinen Blattes.

 Sprung  
Diskussionsforum von www.Jantar21.de

 

Weitere Informationen über die Jantar 21 findest Du unter www.jantar21.de

Xobor Forum Software von Xobor.de
Einfach ein Forum erstellen
Datenschutz