Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Seglerforum von www.Jantar21.de

 

Seglerforum von www.jantar21.de

Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 708 mal aufgerufen
 Sonstiges
hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

03.04.2015 21:08
Segelclub? Zitat · Antworten

Jetzt mach ich mal einen neuen thread auf, bei dem sicher die Emotionen hoch gehen werden:
Seid ihr in einem Segelclub? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?

Helmut

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

07.04.2015 16:56
#2 RE: Segelclub? Zitat · Antworten

Zitat von hgebauer im Beitrag #1
Jetzt mach ich mal einen neuen thread auf, bei dem sicher die Emotionen hoch gehen werden:
Seid ihr in einem Segelclub? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?

Helmut


Hallo Helmut, warum sollten da die Emotionen hochschnellen?
Clubs sind ja keine anonymen Wesen, die sind exakt so, wie die Menschen darin. Da gibt es prima Kumpels und Armleuchter, ganz wie im wahren Leben.
Damit lassen sie sich kaum vergleichen. Da gibt es solche und solche.

Auch privat zu liegen kann Vorteile haben, man kann aber genauso von Idioten umzingelt sein, wie in einem Verein. Darf man alles nicht so ernst nehmen.

Letzten Endes liegt es an einem selbst, was man will und was nicht. Ich selbst kenne beides und fand privat zu liegen eher trostlos und öde. Ich kenne aber auch Steggemeinschaften, die super miteinander klar kommen.
Viele stören sich an den obligatorischen Arbeitseinsätzen in Vereinen, ich selbst finde es gut, auch mal was ganz Uneigennützliches für die Allgemeinheit zu tun. Ich sehe ja, dass schon Generationen vor uns so gedacht haben. Mein Verein besteht seit über 100 Jahren und nur dadurch, dass alle mit Hand angelegt haben, sogar, als die Butter auf dem Brot fehlte und die Boote zerschossen oder geraubt waren. Dagegen ist das, was wir heutzutage in einer Sportgemeinschaft beisteuern eher Pillepalle und selbst das ist vielen noch zu viel.

Im Verein darf auch jeder mitmachen, jeder nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Im modernen Berufsleben gehts ja nur noch selten um diese Kriterien.

Selbst in ziemlich elitären Clubs geht es meist wesentlich demokratischer zu, als wenn man nur auf einen Liegeplatzvermieter angewiesen ist.
Das heisst aber nicht, dass man in Clubs und Vereinen nicht auch auf Vereinsmeierei und Standesdünkel trifft.
Liegt aber an einem selbst, sich diejenigen Segelfreunde herauszusuchen, mit denen man gut kann und die anderen sind eben die anderen.

VG Eric

Zitat von hgebauer im Beitrag RE: Meine Jantar am Selenter See
...
Versteh nicht, warum manche mit dieser Nußschale mit ihrem Hubkiel unbedingt aufs Meer wollen. Da gibt es geeignetere Boote.

Gruß aus dem Süden
Helmut


Es gibt auch geeignetere Boote, um damit auf einem Binnenteich herumzurutschen. Aber das ist auch keine Glaubensfrage.
In meiner Stadt gurken tausende SUVs rum, mit denen man jederzeit die Waldwege Bayerns umpflügen könnte, gefahren werden sie aber nur auf Asphalt von der Tiefgarage bis zum Biomarkt. In meinem Revier fahren auch riesige, seegehende Yachten herum, die noch nie Salzwasser gesehen haben.
Aber das muss jeder selbst wissen.

Für mich ist die Jantar ein toller Kompromiss, leicht trailerbar, leicht zu slippen, ich nutze sie fürs Wandersegeln und ab und an zum um die Wette fahren, man kann herrlich entspannt auf den Plichtbänken faulenzen oder bis zum Anschlag Sportsegeln zelebrieren, sie hat das Temperament einer Jolle und macht auch im Seehafen eine gute Figur.
Ich fahre meine Jantar jetzt seit 4 Jahren und war mit der Kleinen schon in Schweden und Dänemark, ohne auch nur einen Kran oder die Fähre zu bemühen.
Genau diese Vielseitigkeit finde ich so toll. Es gibt nur sehr wenige Hubkieler, die das auch so können.

VG Eric

sct Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 152

07.04.2015 22:46
#3 RE: Segelclub? Zitat · Antworten

Ich war mal in einem Verein als Teen.Das hat fürs Leben gereicht. Nun bin ich bei einem Privaten. Kostet 100€/Monat und auch nur April bis Oktober auch wenn ich den Platz nur Mai-Sept wirklich nutze. Aber Vertrag ist Vertrag.
Dafür gibts keine Verpflichtungen. Alles macht der Hausmeister. Keine Aufbaustunden, keine Jugendarbeit, kein nettes Nicken, kein Smalltalk keine Vereinssitzungen, kein Seglerball, keine blöden Kommentare beim Anlegen, keine Schlaumeier mit denen man sich gut stellen muß. Die anderen am Steg kennen wir nicht (außer einen). Jeder lässt jeden in Ruhe. Einfach herrlich.
Im Winter bin ich dann woanders in einer Halle. Dort dasselbe für selbe Geld im Oktober bis April (überschneidet sich also um 2 Monate). Aber man kann jeden Tag kommen und rund um die Uhr Krach machen und rumsauen, auch mit Farben aller Art. Slippen ist immer möglich. Man kommt an und wird spätstens 2 Tage danach geslippt. Ist nur leider ein riesen Schrottplatz mit überall Hundescheisse aber es steht ja im Grunde nur das Boot da.

Ciao
SCT

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

08.04.2015 09:32
#4 RE: Segelclub? Zitat · Antworten

Zitat von sct im Beitrag #3
...Keine Aufbaustunden, keine Jugendarbeit, kein nettes Nicken, kein Smalltalk keine Vereinssitzungen, kein Seglerball, keine blöden Kommentare beim Anlegen, keine Schlaumeier mit denen man sich gut stellen muß...


Das ist ja echt schade, aber man kann nicht alles haben...

Die anderen am Steg kennen wir nicht (außer einen). Jeder lässt jeden in Ruhe.
Einfach herrlich.


Oder auch nicht. Bei uns kann man zu jeder Zeit jemanden auch mal um Rat oder Hilfe bitten. Wir haben Vereinskameraden, die auch jenseits der 80 noch aufs Boot steigen und zu Langfahrten aufbrechen. Logisch, dass hier jüngere Segler beim Maststellen und -legen helfen. Vereine sind heute wie von selbst Netzwerke. Habe ich ein technisches Problem oder muss mal was am Kahn bauen, was ich alleine nicht so hinbekomme (z.B. Kiel ausbauen), dann muss ich halt nicht in die Werkstatt, weil es genügend Ingenieurs- Bootsbau- und Handwerkersachverstand vor Ort gibt. Oder einfach kräftige Kerle, die mal mit anpacken, ohne gleich eine Rechnung zu schreiben.
An einem Steg, an dem man sich wie auf einem Autistentreffen vorkommt, hat man das halt nicht.

Natürlich will ich auch von den Erfahrungen anderer hören, die schon in Revieren unterwegs waren, die ich noch nicht kennengelernt habe. Ist mein Jahresurlaub durch, kann jemand anderes meine Karten nutzen und auch ich muss nicht von Dänemark bis Schweden jede Karte kaufen.
Das ist aber nicht in jedem Verein so.

Als ich das Revier gewechselt habe, habe ich lange gesucht. Das geht nicht im Internet, da muss man mal hingehen und Kontakt aufnehmen.
Es gibt nämlich auch ziemlich seltsame Vereine, an denen man Sonntag stocksteif im blauen Zweireiher rumlatscht, mit polierten Knöpfen, in einem anderen hängen die Neumitglieder sogar ihre Bewerbungsschreiben aus, mit Lebenslauf und Passbild, als ginge es um einen Job.
In einem Club, unserer Schmiede für Olympiasieger und Admiralscupper, hielt man mich für unsportlich, da ich weder eine Seglerkarriere noch Medaillen vorweisen konnte.
Andere kriegen vor lauter Standesdünkel Brechreiz, wenn man da mit einer polnischen Plastikschüssel der 6m-Klasse aufschlagen will. Bei denen fangen Boote erst jenseits der 30 ft an. 100 m weiter fährt man aber die gleichen Boote, wie die Herren Sonntagssegler, nur eben auf weltweiter Fahrt und nicht nur Sonntag Nachmittag übers Wannsee. Es liegt also auch nicht an der Bootsgröße, sondern nur an den Leuten.
Wie im Seehafen, da hat man auch mit echten Seglern zu tun und mit Möchtegernseglern, die sich einmal im Jahr einen Kahn leisten, den sie sich am Stück nie leisten könnten.
Mit den echten Seglern hatte ich noch nie Probleme, mit denen kommt man auch ins Gespräch und hat man selbst mal wetterbedingt Stress beim Anlegen, dann helfen die auch tatkräftig und unaufgefordert. Die anderen glotzen nur oder filmen mit.

Die Bandbreite der Clubs oder Vereine ist so riesig, dass man das einfach nicht über einen Kamm scheren kann. Der Unterschied liegt bei den Menschen.

Den Unterschied kriegt man aber erst mit, wenn man mal hingeht.
Einmal im Jahr gibt es eine Großveranstaltung in einem Verein, nach aussen hin stockkonservativ und beinahe reaktionär wirkt, aus dem man nie mehr austritt und die Mehrzahl der Mitglieder gar kein eigenes Boot haben. Mit "solchen Leuten" würde ich mich freiwillig nie abgeben. Ist aber ein Vorurteil, denn im inneren ist dieser Verein einfach nur traditionsbewusst und die Mitglieder und die Veranstaltung mehr als cool und modern. Merkt man aber erst, wenn man mal mit den Leuten redet. Und das sollte man in jedem Fall tun. Hat noch keinem geschadet und hilft, die Dinge auch mal aus einer anderen Richtung zu betrachten.

Die Frage ob Privat oder Club stellt sich aus meiner Sicht nicht.
Es wird ja auch nicht jeder in einem Verein genommen. Wer nur sein Boot preiswert unterstellen will, fliegt schnell wieder raus.

Wie gesagt, es gibt auch sehr nette Steggemeinschaften, wo die Segler auch mal abends zusammen grillen oder einfach nur ein Bierchen aufmachen und klönen. Das ist aber keine Pflicht.

Ich habe ja das Glück in einem Traum-Wanderrevier beheimatet zu sein, auf dem ich auch ohne zu Trailern in die Boddenlanschaft, das Watt, in Nord oder Ostsee fahren kann und wenn der Urlaub mal wieder nicht reicht, gleich nach nebenan ins größte Binnerevier Europas.

Durchs Wandersegeln kenne ich ziemlich viele Vereine und Steggemeinschaften und weiss daher, dass man auch gespiegelt wird. Verhält man sich zurückhaltend und freundlich, wird man auch zurückhaltend und freundlich behandelt. Verhält man sich eher merkkwürdig, wird man schnell geschnitten, egal ob privat oder Verein.

Preislich gibt es die Grenze zwischen Privat oder Club auch nicht. Ich zahle in meinem Verein zwar weniger als die Hälfte von SCTs Beispiel (leider ohne Hundekacke und Schrottplatz), aber es gibt auch Vereine gleich nebenan in eben jenem fantastischen Binnenrevier, die nur die Hälfte von meinem Verein kosten und es gibt Steggemeinschaften, die noch weiter runter kommen.
Für ein trailerbares Boot mit 25 cm Tiefgang braucht man ja im Grunde genommen weder einen Verein, noch eine Steggemeinschaft.
Ist einfach nur schöner, wegen der Leute.


Aber man kann jeden Tag kommen und rund um die Uhr Krach machen und rumsauen, auch mit Farben aller Art. Slippen ist immer möglich. Man kommt an und wird spätstens 2 Tage danach geslippt. Ist nur leider ein riesen Schrottplatz mit überall Hundescheisse aber es steht ja im Grunde nur das Boot da.


Willst du das denn, als umweltbewusster Wassersportler? Mit Farben rumsauen? Braucht man fremde Hilfe beim Slippen einer Jantar? Ich habe ja das gleiche Boot und muss da nicht mit Farben rumsauen und wenn ich mein trailerbares Boot mal ausserhalb des gemeinsamen Krantermins aus dem Wasser ziehen will, dann hake ich halt den Trailer an, stells drauf und ziehe es die Slipbahn hoch. Das machen wir zu zweit, auch auf Trailerfahrten, die Frau fährt den Wagen, weil das Frauen einfach gefühlvoller hinkriegen, ich passe lieber aufs Boot auf oder ich suche mir einen der 27 anderen Bootskräne im Revier, drücke 30 Eus ab und lasse ihn mir sanft auf den Trailer stellen. Schont die Kupplung.

Ich kann nur empfehlen, auf Wanderfahrten einfach mal privat anzulegen (natürlich erst fragen) oder in einem Verein zu übernachten. Das räumt sicher einige Vorurteile aus.

VG Eric

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

11.04.2015 12:36
#5 RE: Segelclub? Zitat · Antworten

Hallo Eric.
Das hast Du aber gut rübergebracht. Druckreif!
Nur einen Aspekt hast Du vergessen: Regattasegeln. Wer das will MUSS ja in einem Verein sein.

Helmut

sct Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 152

11.04.2015 22:08
#6 RE: Segelclub? Zitat · Antworten

Regatta? Damit kann man mich jagen. Das mußte ich als Spund schon in dem Verein in dem ich damals war. Mir hat das nie wirklich gefallen.

Mit Farben rumsauen damit meine ich Antifouling abschleifen, Schleifen überhaupt und Farbneuaufbau. Oben und unten. Habe ich alles da gemacht wo ich im Winter immer bin. Einige kommen extra deswegen dahin, mieten einen Monat oder so und machen da ihr Boot obwohl die eigentlich in einem Verein sind, das aber da nicht dürfen, weil das staubt und stundenlangen Lärm macht (um beim Thema "Segelclub?" zu bleiben). Ich habe letzte Woche vier Tage 6-7 Stunden jeweils hintereinander das Oberdeck abgeschliffen und dann weitere zwei Tage neu lackiert.

Die Disussion mit dem "trailerbaren" Boot hatten wir schon mal und ich muß zugeben daß ich mich damals schon darüber geärgert habe: Viele haben keinen Trailer und auch kein entsprechendes Auto mit Kupplung dazu. Will heißen, viele sparen sich gerade mal das Boot vom Munde ab, so daß da kein Geld mehr bleibt für einen Trailer geschweige denn für ein entsprechendes Auto. Es soll sogar Segler geben die verzichten aufs Auto um sich das Boot leisten zu können. Ich bitte das zu respektieren. Um zum Thema zurück zu kommen, sind diese Leute dann auf hochflexible Slipzeiten angewiesen, wenn das Boot mal raus/rein muß. Das ist in vielen Vereinen oft nicht gegeben.

Viele Grüße
SCT

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

13.04.2015 08:31
#7 RE: Segelclub? Zitat · Antworten

Zitat von hgebauer im Beitrag #5
Hallo Eric.
...
Nur einen Aspekt hast Du vergessen: Regattasegeln. Wer das will MUSS ja in einem Verein sein.

Helmut


Hallo Helmut, die Kreuzerabteilung hat ein Herz für alle, die schon beim Gedanken an Vereine Schüttelfrost kriegen.
Deshalb hat dieser Verein (haha) einen anderen Verein gegründet , den CKA.

Was sich ein bisschen wie eine Organisation Christlicher Kreuzersegler anhört, ist einfach nur eine Art Serviceclub, was auch immer das sein soll, in den man fürn Appel und ein Ei eintreten kann und die Mitglieder des Serviceclubs gelten dann als organisierte Segler und dürfen damit auch an Regatten teilnehmen.

Keine Arbeitsstunden, keine Vereinsmeierei, keine Stegkontakte und das auch noch für ein Viertel der jährlichen GEZ-Abgabe.

Tja, jetzt gibts keine Ausrede mehr fürs Schwänzen von Vereinsregatten.

VG Eric

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

13.04.2015 09:32
#8 RE: Segelclub? Zitat · Antworten

Zitat von sct im Beitrag #6
Regatta? Damit kann man mich jagen. Das mußte ich als Spund schon in dem Verein in dem ich damals war. Mir hat das nie wirklich gefallen.


Regattaphobie kann ich gut verstehen, hier geht es oft ziemlich rau und schonungslos zu. Gerade bei großen Regatten fallen die echten Regattasegler oft unangenehm auf. ich habe schon eine Menge Reparaturarbeiten gehabt, nur weil einige Idioten einen gemeinsamen Wettkampf mit einem Kriegsschauplatz verwechseln. Wahrscheinlich benehmen die sich auch auf der autobahn und im Job wie Armleuchter. Hier wird eine Korrelation zur Schwanzlänge vermutet, die Studienergebnisse werden aber unter Verschluss gehalten. Es gibt tatsächlich eine Großveranstaltung, an der ich nicht mehr teilnehme. Hier kommen die reichen Jungs aus halb Deutschland mit ihren Edelspielzeugen angekarrt, das wird zunehmend zum Arschkrampentreffen. Irgendwie nicht meine Welt.
Die nächsten Regatten, ein Level tiefer, sind nicht weniger spannend, nur da diese spezielle Klientel fehlt, geht es sportlich und fair zu.

Als Segler bin ich Autodidakt. Das heisst, ich habe es nie richtig gelernt. Als junger Erwachsener ergab sich die Gelegenheit eine halbtote Sportjolle zu retten, an der habe ich ein gutes Jahr gebaut und dann haben wir noch zwei Saisons gebraucht, um uns aneinander zu gewöhnen. In der Zeit habe ich nur privat gelegen und das als trostlos empfunden. Aus der Rückschau vermute ich, dass ich deshalb auch so lange gebraucht habe, um zu kapieren, wie man ein Segelboot bewegt, mit dem auch erfahrene Segler gerne mal überfordert sind.

Dass man einen Segelschein braucht, wusste ich lange nicht und als ich es wusste, da konnte ich schon mehr, als man in Segelschulen lernt.
Mit dem nächsten Boot habe ich in einen Verein gewechselt. Da konnte ich für meine Begriffe schon ganz ordentlich segeln. Es hatte genügt, mit einer offenen Jolle in Jantargröße nicht zu kentern, mehrwöcheige Urlaubsfahrten mit allen Wetterunbilden heil zu überstehen und auch ungefähr da anzukommen, wo man hinwollte.
Trotzdem habe ich auf den Vereinsregatten als Kanonenfutter angefangen. Ich bin so gnadenlos versägt worden, das mich das echt genervt hat.
Jetzt kann man ein bisschen lesen und sich informieren, aber nur wenn man mal hinguckt, was die anderen anders machen, die da an einem vorbeifahren, lernt man was. Auf größeren Regatten werde ich immernoch versägt, aber 2/3 des Feldes sehen inzwischen nur mein Heck.

Ich will damit ein paar Argumente liefern, weshalb das ganz nützlich sein kann, seine sogenannten Segelkünste ab und zu mal mit anderen zu messen und das geht nur da, wo andere das auch wollen. Im Verein.

Wie gesagt, die Clubs und Vereine sind nicht per se schlecht oder gut. die sind auch nur ein Querschnitt der Gesellschaft.
Ich kenne beides, privat und Verein und beides hat seine Berechtigung. Ist heute auch keine Preisfrage mehr.

Zitat von sct im Beitrag #6
Mit Farben rumsauen damit meine ich Antifouling abschleifen, Schleifen überhaupt und Farbneuaufbau. Oben und unten. Habe ich alles da gemacht wo ich im Winter immer bin. Einige kommen extra deswegen dahin, mieten einen Monat oder so und machen da ihr Boot obwohl die eigentlich in einem Verein sind, das aber da nicht dürfen, weil das staubt und stundenlangen Lärm macht (um beim Thema "Segelclub?" zu bleiben). Ich habe letzte Woche vier Tage 6-7 Stunden jeweils hintereinander das Oberdeck abgeschliffen und dann weitere zwei Tage neu lackiert.



Es gibt tatsächlich Clubs, da ist das komplett verboten. In diesen Clubs haben oft die Geldsäcke das Sagen, die selbst noch nie Schleifstaub geschluckt haben. Die reichen einen dicken Schein rüber und dann kommt irgend eine Servicebude mit einem unterbezahlten scheinselbständigen Subsubsubunternehmer und der macht ihnen den Kahn. Über mehr denken die nicht nach und mehr wollen die auch nicht wissen.
In den meisten Vereinen sind aber ganz normale Menschen organisiert, bei denen die Arbeit am Boot selbstverständlich dazugehört, wenn man Bootseigner ist.

Ist es ein Vorteil, wenn man sich beim Umgang mit Farben und Stäuben keinen Gedanken machen muss? Das halte ich nicht für zeitgemäss. Hier darf man ruhig ein bisschen nachdenken und wer das nicht kann oder will, dem kann man dabei auch helfen. Diese Arbeiten sind ja nicht ganz ungefährlich.

Ich habe auch schon mal Zoff mit einem Vereinskameraden gehabt, der der Meinung war, er könne seine Kupferfeinstaub vom Untrewasserschiff-Abschleifen einfach in die Halle blasen, nur weil er zu geizig war, sich eine ordentliche Absaugung zu kaufen. Das gehört aber dazu.
Er selbst hatte sich mit einem guten Atemschutz versorgt, weil Kupferstaub ja so gefährlich ist. Nur alle anderen in der Halle waren ihm egal.
Dumm war der nicht, nur dessen Weltsicht hat sich nur unmittelbar um seinen eigenen Bauchnabel gedreht. Wenn jeder an sich denkt, ist auch an alle gedacht.

Ich sags mal so, solche Typen halten sich auch nicht lange in einem Verein.
Ansonsten ist auch ein elitärer Club keine deppenfreie Zone. Die habe ich aber auch nicht, wenn ich morgens in die Bahn steige.

VG Eric

Kosten sparen im Verein:

Wir teilen und zum Beipiel Trailer im Verein. Da findet sich auch immer einer mit einer leistungsfähigen Geländekarre oder einem zugstarken Diesel, der eben mal hilft, wenn man nicht die Slipbahn hochkommt. (die ich Tag und Nacht nutzen kann, sobald kein Eis liegt)
Gemeinsam zu arbeiten und sich Kosten zu teilen macht nicht nur mehr Spass, sondern lässt auch das Portemonaise länger zu. Ich muss eben nicht für den Kielausbau in eine Servicebude, ich spendiere ein paar frisch Gezapfte oder haue ein paar Steaks auf den Grill. Meistens genügt aber ein einfaches Dankeschön. Ich helfe ja auch anderen. Das ist in den meisten Vereinen eine Selbstverständlichkeit, leider nicht in allen.

 Sprung  
Diskussionsforum von www.Jantar21.de

 

Weitere Informationen über die Jantar 21 findest Du unter www.jantar21.de

Xobor Forum Software von Xobor.de
Einfach ein Forum erstellen
Datenschutz