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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 788 mal aufgerufen
 Tipps und Technik
eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

17.07.2014 18:25
Jantar slippen Zitat · Antworten

Ich habe diesjahr mal einen (für mich) neuen Slipbahn-Trick ausprobiert, bei dem man den Trailer vom Zugfahrzeug abkoppelt, sobald der Aufpuff blubbert. Einige Slipbahnen sind nämlich so flach, dass die Jantar dann noch nicht schwimmt.
Erfahrene Regattasegler haben natürlich eine Verlängerungsstange , die genau zum Trailer passt - ich als Fahrtenheini habe sowas nicht, dafür habe ich aber ein Abschleppseil im Auto. Diese elastischen Seile sind in der Regel auf 2 Tonnen Zuglast ausgelegt und haben mit einer Jantar auf der Slipbahn keine Probleme.

Abhaken, Stützrad tief runterkurbeln, Abschleppseil zwischen Wagen und Trailer (zur Sicherheit), Trailerbremse lösen und den Trailer sanft ins Wasser gleiten lassen. Man kann die Bremse wieder anziehen oder nicht, der Trailer hängt ja am Seil. Also kann man sich in Ruhe ums Boot kümmern.

Das Absenken der Anhängekupplung ist bei dieser Methode der entscheidende Punkt.
Das führt dazu, dass der Kahn nicht hinten schon schwimmt und quertreibt, während er vorne noch auf den Pratzen klemmt, sondern dass er sich beinahe von allen vier Pratzen gleichzeitig löst.

Rauszu hat das auch geklappt und das hat den entscheidenden Vorteil, dass man ganz in Ruhe den Kahn so lange schieben kann, bis er perfekt gerade auf den Pratzen sitzt. Ich habe keine Seilwinde am Trailer, aber es ist leicht, den Trailer so hinzustellen, dass ein letzter Schubser genügt, damit sich das Boot auf die Pratzen schiebt und zwar so gerade und gleichmäßig, als hätte man das genau so geplant.

Dann schwingt sich einer ins Auto und zieht mal einen Meter, das genügt meist schon, um das Boot aus dem Wasser zu haben. Trailerbremse anziehen, Stützrad hochkurbeln, um den Trailer wieder an den Wagen anzuhängen - fertig.
Ich habe noch nie so schnell geslippt.

Die meiste Zeit habe ich damit verbracht, die um die Slipbahn stehenden "Berater", die sich alle einig waren - so macht man das nicht und das klappt nie -, davon zu überzeugen, dass ich nicht vorhabe, mich und mein Boot zu ruinieren und auch ganz sicher keine weitere Hilfe oder gute Tips benötige. Der daneben stehende Hafenkran kostete mit 50 Eus das Zehnfache der Slipbahn - sowas macht einem alten Sparfuchs zusätzlich gute Laune.

VG Eric

PanTau Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 80

17.07.2014 19:27
#2 RE: Jantar slippen Zitat · Antworten

Klingt interessant, die Technik.

Bei uns im Verein besteht die Slipprampe aus einem Metallgitter. Ob das kleine Bugrad des Trailers da wohl richtig rollt?

rehwald Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 33

17.07.2014 21:22
#3 RE: Jantar slippen Zitat · Antworten

Zitat von PanTau im Beitrag #2
Klingt interessant, die Technik.

Bei uns im Verein besteht die Slipprampe aus einem Metallgitter. Ob das kleine Bugrad des Trailers da wohl richtig rollt?


Naja, so ein Luftreifen bestücktes Rad könnte da schon helfen. Sind auch auf den hier üblichen "Natur-"Slippanlagen die Ausrüstung der Wahl. Leider sind die meist nicht ab Werk an den Trailern, weswegen hier auch jeder ein Ersatzstützrad mit Vollgummi- oder Kuststoffreifen in der Garage liegen hat :). Bei den Motorbootpiloten der benachbarten Angel- und Bootstegsvereine sieht das genau so aus, die machen das so wie beschrieben (in unserem Verein kranen alle, da die Slipanlage der Seglerjugend und den Cat- und Jollenseglern mit ihren flachen Hafentrailern vorbehalten ist). Die Schwergewichte arbeiten alle mit Schleppstange um den Trailer weit genug reinschieben zu können und die leichteren Boote mit Spanngurt an der Anhängerkupplung und Muskelkraft.

Gruß
Thomas

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

18.07.2014 12:24
#4 RE: Jantar slippen Zitat · Antworten

Zitat von rehwald im Beitrag #3
...

Naja, so ein Luftreifen bestücktes Rad könnte da schon helfen. Sind auch auf den hier üblichen "Natur-"Slippanlagen die Ausrüstung der Wahl.


Die gleichen Räder gibt es auch mit PU-Schaumfüllung. Und es gibt sie noch größer, als PU-Räder für Schubkarren. Ist eine Überlegung wert.
Allerdings vergrößert sich dann auch das Lastmoment, welches die Radaufnahmen auf die Kurbelhülse übertragen.
Kleines Stützrad hat auch den Vorteil, dass man die beschriebene Methode mit dem Kupplung absenken überhaupt ausführen kann. Die Lösung wären vielleicht Zwillingsräder.

Beinahe hätte ich weder Stützrad noch Stütze gehabt. Kurz vorm Ziel immer so ein komisches Klappern. An meiner Karre klappert aber ohnehin dauernd irgendwas so komisch. Aber diesmal hatte ich ja den Kahn am Haken, also guckt man die Gurte an und die Ratschen und den Mast - alles OK. Dass sich das Stützrad gelöst hatte und sich selbst bereits so tief runtergekurbelt hatte, dass es kurz davor war mitzufahren, bzw. eher abzuknicken, hätte ich beinahe übersehen.
Also was man auch am Trailer festzieht, wenn es fest ist, kriegt es nochmal einen Tritt - dann ist es fest.

Zitat von rehwald im Beitrag #3
...
(in unserem Verein kranen alle, da die Slipanlage der Seglerjugend und den Cat- und Jollenseglern mit ihren flachen Hafentrailern vorbehalten ist). Die Schwergewichte arbeiten alle mit Schleppstange um den Trailer weit genug reinschieben zu können und die leichteren Boote mit Spanngurt an der Anhängerkupplung und Muskelkraft.


Ich zähle die Jantar zu den leichteren Booten. Auf dem Vereinsgelände habe ich die schon mal mit meinem Kleinwagen geslippt, Golfklasse und auch nur Frontantrieb. Rein wie raus.
Ist auf öffentlichem Land nicht erlaubt, weil bei dem Wagen die Anhängelast auf eine Tonne begrenzt war, aber es geht ohne Probleme.

Wir kranen zum Sliptermin auch immer, aber nur aus Tradition und Nettigkeit, damit die Dickschiffbesitzer nicht den Mobilkran alleine bezahlen müssen.

VG Eric

rehwald Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 33

18.07.2014 16:21
#5 RE: Jantar slippen Zitat · Antworten

Stimmt, kleine Zwillingsreifen wären auch eine Idee. Dürfte zumindest die Auflagefläche schön groß halten. Ich selber kenne solche Probleme eigentlich aus praktischer Erfahrung nur mit dem Wohnwagen, der muss auch ab und an mal über eine feuchte Wiese oder einen Schotterplatz per Hand geschoben werden. Da war auch mal ein kleines Vollgummirad dran was ständig blockierte und sich am kleinsten Steinchen verkantete. Nach der Montage des Gummirad war das Geschichte und der Wagen rollt. Bei den PU-Rädern sollte aber die Tragfähigkeit geprüft werden. So ein Stützrad kann, vor allem auf den kleinen Einachsigen Anhängern, auf der Rampe oder beim Laden, ganz schnell mal mehrere 100kg Stützlast abbekommen, da sollte der Reifen nicht direkt die Grätsche machen.

mit den Dickschiffen meinte ich eher die Motorböötler von den privaten Anlegern und Angel- und Stegvereinen in der Nachbarschaft. Da sind dann auch mal schon 5Tonner mit Wohnklo und 60" Flatscreen dabei (allerdings nicht sooo häufig :-D ).
Die sind zum Teil schon zu groß für unsere kleine Krananlage (stationär im Verein, Sliptermine gibts nicht), so dass fast alle irgendeine Slipanlage nutzen. Die Vereinsmitglieder selber haben alle nur so kleine Jollenklapphubkielschwertkreuzer mit meist knapp unter einer Tonne. Die zwei, drei Kielschwerter und mit Ballast ausgestatteten sind nur ein paar Kilo schwerer. Und als echter Segelsportverein darf hier auch kein Motorboot liegen :-D

Gruß
Thomas

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

19.07.2014 19:08
#6 RE: Jantar slippen Zitat · Antworten

Hallo Thomas, die Anhängekupplung deines Wagens darf höchstens 75 kg Stützlast abbekommen, beim SUV sind es meistens auch nur 100kg. Es wäre verheerend, wenn da mehrere 100kg draufkommen. Ich habe so eine Deichselwaage und musste die Jantar schon mal weiter nach achtern versetzen, weil die Bugstütze des Trailers verstellt war. Aber wenn man sich das einmal auf die 75 kg einstellt, ist man auf der sicheren Seite.
Die schweren Gepäcksachen und den Motor packe ich sowieso ins Auto.

VG Eric

rehwald Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 33

21.07.2014 11:50
#7 RE: Jantar slippen Zitat · Antworten

Moin Eric,

ja, dass mit der Stützlast ist richtig. Ich muss also meine Aussage ein bisschen relativieren :-D. Aber ich turne ja auch mal da vorne auf der Deichsel rum oder verlade ungeschickt alles schwere im Boot :-D . Das erhöht dann natürlich (temporär) die Last auf dem Rad. Die Motorboote bieten da ja auch extrem viele Möglichkeiten zu überladen. Ich durfte schon dem ein oder anderen Vorderrad beim leisen Aushauchen des letzten Atems zusehen. Und so ein Trailer mit Boot und plattem Stützrad zieht sich ganz bescheiden wieder über den Sand aus dem Wasser. Da gibts dann ruck zuck gröbere Erdarbeiten auf der unbefestigten Anlage.
Solche extreme Fehlbeladung ist bei unseren kleinen Jantars tatsächlich etwas schwieriger.

Beim unserem Wohnwagen ist das eigentlich auch viel schlimmer mit der Stützlast. Da muss man nur mal die hinteren Stützen beim kurzen Abstellen auf dem Parkplatz zu stark hochkurbeln (die vorderen bleiben oben, da man ja vorne das Stützrad hat ;-) ) und schon gibts einen schönen Platten.

Motor, Anker, die Münzsammlung,... kommen aber normalerweise auch bei uns in den PKW.

Gruß
Thomas

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

24.07.2014 13:00
#8 RE: Jantar slippen Zitat · Antworten

Zitat von rehwald im Beitrag #7
...
Beim unserem Wohnwagen ist das eigentlich auch viel schlimmer mit der Stützlast. Da muss man nur mal die hinteren Stützen beim kurzen Abstellen auf dem Parkplatz zu stark hochkurbeln (die vorderen bleiben oben, da man ja vorne das Stützrad hat ;-) ) und schon gibts einen schönen Platten.

Motor, Anker, die Münzsammlung,... kommen aber normalerweise auch bei uns in den PKW.

Gruß
Thomas


Hallo Thomas, natürlich ist das dann platt, denn das heisst ja auch Stützrad und nicht Hauptlasttragrad.
Um noch mal auf die Doppelbereifung zurückzukommen, für schwierigen Untergrund beim Slippen oder Wohnwagen umparken... gibts schon.
http://www.ebay.de/itm/Zwillingsstutzrad...=item58b10adf16

Die unkaputtbaren PU-Räder gibt es in dem selben Laden, hier mal bis 160kg Traglast pro Rad:
http://www.ebay.de/itm/2x-PU-Sackkarrenr...=item23361d61c5

Meine Münzsammlung ist nicht so groß. Am Ende des Sommerurlaubs besteht sie in der Regel aus irgendwelchen Kronen und Ören und verschiedenen Duschmarken aus diversen Gastlandhäfen, die man zuhause alle nicht gebrauchen kann. Eine zeitlang schleppe ich die mit mir rum, denn dann fühlt es sich im Portemonaise an, als hätte man Geld.

VG Eric


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