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Dieses Thema hat 6 Antworten
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 Tipps und Technik
rehwald Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 33

16.06.2014 12:02
Unterschiede Grundversion vs. Race Zitat · Antworten

Hallo Allerseits,

ich bin derzeit (noch) auf der Suche nach einer schön erhaltenen, aber günstigen Jantar und bin dabei über folgendes Angebot gestolpert:
Kleinanzeigen:sportliche Jantar 21!!!! Liebhaberboot

Nach ein wenig herumgegoogle war mir dann klar, dass dies eine der seltenen Grundversionen sein müsste. Viele Infos dazu gibt es aber nicht wirklich im großen Netz, daher wollte ich mal die Fachleute hier fragen, was denn die größten Unterschiede zwischen den Versionen sind. Dass dieses Modell über außen geführte Wanten verfügt konnte ich noch den Bildern entnehmen, aber was gibt es sonst noch für konkrete Unterschiede/Nachteile zur Race-Variante?

Gruß
Thomas

PanTau Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 80

17.06.2014 11:17
#2 RE: Unterschiede Grundversion vs. Race Zitat · Antworten

Die größten Unterschiede nach meinem Wissen:

- Die Grundversion hat einen Stahlkiel, bei der Race-Version ist es nicht-rostender Edelstahl
- Die Grundversion hat bessere (selbstholende) Winschen
- Die Race-Version hat einen Traveller für die Großschot (die Grundversion nicht)
- Der Baum der Race-Version hat Aussparungen und ist leichter

Besonders der erste Punkte (Edelstahlkiel) ist aus meiner Sicht DER große Vorteil der Race-Version. Wie Du aus verschiedenen Einträgen hier im Forum sehen kannst, ist ein rostender Stahlkiel keine schöne Sachen und verursacht u.U. bei einer Sanierung höhere Kosten.

Frage an die anderen: Habe ich etwas vergessen?

Gruß
Bernhard

ninmaja Offline

Erfahrenes Mitglied


Beiträge: 122

26.08.2014 00:36
#3 RE: Unterschiede Grundversion vs. Race Zitat · Antworten

Hallo ,
wer kann hier mehr über außen liegende Wanten berichten? Von solch einer Ausführung hab ich ja noch nie was von gehört!!
Unsere Spice hat sowohl die normalen Anschlagpunke als auch die äußeren Beschläge am Rumpf!?

Frank

ninmaja Offline

Erfahrenes Mitglied


Beiträge: 122

26.08.2014 00:37
#4 RE: Unterschiede Grundversion vs. Race Zitat · Antworten

Hallo ,
wer kann hier mehr über außen liegende Wanten berichten? Von solch einer Ausführung hab ich ja noch nie was gehört!!
Unsere Spice hat sowohl die normalen Anschlagpunke als auch die äußeren Beschläge am Rumpf!?

Frank

rehwald Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 33

27.08.2014 21:00
#5 RE: Unterschiede Grundversion vs. Race Zitat · Antworten

Hallo Frank,

bei uns im Verein haben wir ja nun mit unserer die dritte Jantar. Bei einer sind ebenfalls die Wanten ganz außen angeschlagen. Oder besser gesagt, sie waren es. Denn die Unterwante wird hier innen, auf dem Deck, angeschlagen. Laut Aussage des Eigners hat einer der Vorbesitzer dies umrüsten lassen, als er den Mast irgendwann mal austauschen musste (warum auch immer). Es ist aber auch keine Race-Version, sondern eine Standard mit beigen Polstern und der Baum ist auch nicht der gelöcherte, sondern ein dünnerer ohne Durchbrüche. Der Mast selbst ist, zumindest sieht es von unten so aus, kein oben verjüngter und die Pütinge sind viel breiter, dünner und stärker nach hinten gepfeilt als an unserer. Das Baujahr ist irgendwas bei '91 herum.

Scheinbar waren diese äußeren Wanten wohl die Standardvariante. Welchen statischen Unterschied das macht (im Verhältnis zur bei der Race verbauten Variante) kann ich aber nicht sagen. Ich denke das hängt mit der Materialstärke und dem Flex-Verhalten des jeweils verbauten Mastes zusammen. Aber da sind wohl die Trim-Spezies besser bewandert und können hier noch ergänzend/korrigierend was zu sagen.

Gruß
Thomas

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

28.08.2014 01:17
#6 RE: Unterschiede Grundversion vs. Race Zitat · Antworten

Zitat von rehwald im Beitrag #5
...Der Mast selbst ist, zumindest sieht es von unten so aus, kein oben verjüngter und die Pütinge sind viel breiter, dünner und stärker nach hinten gepfeilt als an unserer. ...


[Klugscheissmodus an]
Heiteres Begrifferaten...an meiner Jantar sinds die Salinge, die nach achtern gepfeilt sind.
[Klugscheissmodus aus]

Zitat von rehwald im Beitrag #5
Scheinbar waren diese äußeren Wanten wohl die Standardvariante. Welchen statischen Unterschied das macht (im Verhältnis zur bei der Race verbauten Variante) kann ich aber nicht sagen. Ich denke das hängt mit der Materialstärke und dem Flex-Verhalten des jeweils verbauten Mastes zusammen. Aber da sind wohl die Trim-Spezies besser bewandert und können hier noch ergänzend/korrigierend was zu sagen.

Gruß
Thomas


Die Jantar war offenbar für außenliegende Wanten konzipiert. Das hat einige deutliche segeltechnische Nachteile. Offenbar ist man da erst später drauf gekommen, denn anders kann ich mir die fragwürdige Krafteinleitung von den Püttingen unter Deck nicht erklären. Die Rods folgen ja nicht der Kraftlinie, wie bei allen anderen Booten, sondern gehen in zwei sehr unterschiedlichen Winkeln irgendwie schräg an die U-Spanten.
Wenn zwei Kräfte an einem Punkt angreifen und nicht genau entgegengesetzt liegen, entsteht eine Resultierende und diese Kraft wird durch nichts weiter aufgenommen, als durch das Deck. Das das nicht funktionieren kann, sieht man daran, dass so ziemlich jede Jantar um die Püttingeisen herum Spannungsrisse im Deck hat, einige haben sogar Beulen.

Statisch gesehen erhöht sich der Wantenzug, je näher die Wanten am Mast sind, wenn sie ganz am Mast wären, theoretisch ins Unendliche. Mit dem Flex des Mastes hat das erstmal nichts zu tun. Bei außen liegenden Oberwanten sind wahrscheinlich die Salinge länger und dicker. Sie haben dann zwar weniger Druck aufzunehmen, haben aber eine größere Knicklänge und müssen das über den Querschnitt ausgleichen.

Eine überlappende Genua kann man jedenfalls nur fahren, wenn die Oberwanten ebenfalls innen liegen und ohne ein ordentliches Vorsegel, braucht man nicht zu einem Race anzutreten.
Weitere Unterschiede:
Der Großbaum mit den Löchern ist im Sturm ein tolles Blasinstrument, irgendwas zwischen Pan- und Querflöte. Wenn man das hört, weiss man unmittelbar, jetzt wirds richtig schlimm. Andere sagen, da wollte man Gewicht einsparen. Kann natürlich auch sein.
Die Race hat eine verbesserte Abrisskante und eine verbesserte Ruderaufhängung und die letzten Races haben den längeren Kiel, eine längere Kielführung, verjüngten Mast, Top-Beschläge, nur vom Feinsten und eine dünnere, heisst leichtere Rumpfschale mit einer noch schärferen Abrißkante. Ach ja und schickere Fenster haben die auch, sehr edel flächenbündig eingelassen und die komische Aluhülse als Stemmkante in der Plicht gibts da auch nicht mehr. Einige haben eine verbesserte Decksform, bei der das Regen- und Spritzwasser besser abläuft, bessere Relingsführung, so dass man im Plichtbereich ausreiten kann und der Relingsdraht davor trotzdem gespannt bleibt.


Zurück zu den innen liegenden Wanten:
Bei der Fock wirds schwierig, die muss im Achterliek so hohl geschnitten sein, dass sie an den Salingen nicht einstaucht. Dann kann sie auch innen gefahren werden, da wo ja auch die Fockleitschienen verbaut sind. So kann man deutlich mehr Höhe fahren. Leider funktioniert das dann auf raumen Kursen nicht so schön, da ja auch die Fockschoten innen um die Wanten gehen und damit einen suboptimalen Holepunkt für die Fock erzeugen. Heisst, auf Amwind tolle Sache, auf Halbwind Murks.

Würde mich interessieren, wie ihr welche Vorsegel fahrt, wann innen, wann aussen um die Wanten und falls jemand die Fock innen fährt, wie er das Halbwindproblem gelöst hat. Das ist bei uns auch mit der Genua ein elendes Gemurkel, denn damit die Raum halbwegs steht, müssen wir die Schot außen fahren, also außerhalb der Reling. Wir hatten hier am Wochenende zum Wettesegeln Böen über bft 6 und da ist das nicht mehr zu halten.
Ich denke da über einen Barberholer nach, weiss aber auch nicht, wo und wie man den platzieren müsste, um die Genua auf Halb- und Downwind einigermaßen zum Stehen zu kriegen.

Bei Regattacrews schicken sie einen vor, der das Bein in die Fockschot stemmt, bis das Profil stimmt. Aber es muss ja noch eine Lösung für normale Fahrtensegler geben, die alleine oder zu zweit unterwegs sind, also eher was technisches. Falls einer eine Lösung hat, immer her damit. Ich bin leider kein Regattasegler und Trimmexperte, also bitte schön langsam und deutlich schreiben.
Fotos wären natürlich auch toll.

VG Eric

rehwald Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 33

28.08.2014 14:00
#7 RE: Unterschiede Grundversion vs. Race Zitat · Antworten

Zitat von eric im Beitrag #6
Zitat von rehwald im Beitrag #5
...Der Mast selbst ist, zumindest sieht es von unten so aus, kein oben verjüngter und die Pütinge sind viel breiter, dünner und stärker nach hinten gepfeilt als an unserer. ...


[Klugscheissmodus an]
Heiteres Begrifferaten...an meiner Jantar sinds die Salinge, die nach achtern gepfeilt sind.
[Klugscheissmodus aus]



:-D Ja, das wars, was ich eigentlich meinte :-D (man verzeihe mir die noch gelegentliche Begriffsverwirrung)

Zitat von eric im Beitrag #6

Statisch gesehen erhöht sich der Wantenzug, je näher die Wanten am Mast sind, wenn sie ganz am Mast wären, theoretisch ins Unendliche. Mit dem Flex des Mastes hat das erstmal nichts zu tun. Bei außen liegenden Oberwanten sind wahrscheinlich die Salinge länger und dicker. Sie haben dann zwar weniger Druck aufzunehmen, haben aber eine größere Knicklänge und müssen das über den Querschnitt ausgleichen.



Länger sind sie, aber vom Querschnitt sehen diese viel Filigraner aus, als unsere. Das könnte aber durch andere Wandstärken kompensiert worden sein. Aber um das festzustellen, müsste man die ja erst mal in die Finger bekommen...

Zitat von eric im Beitrag #6

Weitere Unterschiede:
Der Großbaum mit den Löchern ist im Sturm ein tolles Blasinstrument, irgendwas zwischen Pan- und Querflöte. Wenn man das hört, weiss man unmittelbar, jetzt wirds richtig schlimm. Andere sagen, da wollte man Gewicht einsparen. Kann natürlich auch sein.
Die Race hat eine verbesserte Abrisskante und eine verbesserte Ruderaufhängung und die letzten Races haben den längeren Kiel, eine längere Kielführung, verjüngten Mast, Top-Beschläge, nur vom Feinsten und eine dünnere, heisst leichtere Rumpfschale mit einer noch schärferen Abrißkante. Ach ja und schickere Fenster haben die auch, sehr edel flächenbündig eingelassen und die komische Aluhülse als Stemmkante in der Plicht gibts da auch nicht mehr. Einige haben eine verbesserte Decksform, bei der das Regen- und Spritzwasser besser abläuft, bessere Relingsführung, so dass man im Plichtbereich ausreiten kann und der Relingsdraht davor trotzdem gespannt bleibt.



Diese "Stemmkannte" ist bei unserer Race eine in die Schale mit einlaminierte Rinne an der vorderen Sitzkante (da wo andere das Alurohr haben). Die anderen beiden Schiffe hier haben das Alurohr und die andere gar nix dort angebracht. Ich habe aber auch schon eine Holzleiste an der Kante mal gesehen, die aber wahrscheinlich eher "nachgerüstet" worden ist. Der Bugkorb ist bei unserer zwar schon der geteilte (und keine Ankerrolle vorne dran), aber die letzte Stütze vor der Pflicht ist noch eine einfache (ausreiten nur mit baumelndem Relingdraht). Mal schauen ob ich das im Winter noch nachrüste, denn der dürren Stütze, bzw. dem Fuß, traue ich nicht zu mich zu halten, wenn ich diesen Gurt als Rückenlehne nutze. Flächenbündig eingelassene Fenster habe ich aber noch nicht gesehen. Ich glaube mittlerweile aber sowieso, in diesen Details ist fast jedes Boot irgendwie "anders" in der Zusammenstellung.

Gruß
Thomas

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