Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Seglerforum von www.Jantar21.de

 

Seglerforum von www.jantar21.de

Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 19 Antworten
und wurde 3.777 mal aufgerufen
 Tipps und Technik
Seiten 1 | 2
Alex Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 13

02.04.2007 22:15
Erfahrung mit Kentern ? Zitat · Antworten

Nachdem ich meine Jantar jetzt im Winter gekauft habe, konnte ich sie noch nicht segeln. Mich - und vor allem meine Frau - würde deshalb interessieren, wieviel Wind sie wirklich verträgt und ob von Euch schon jemand Erfahrung mit einer Kenterung gemacht hat.
lg Alex

PanTau Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 80

03.04.2007 12:47
#2 RE: Erfahrung mit Kentern ? Zitat · Antworten
Hallo Alex,

erstmal Glückwunsch zum Neuerwerb, Du wirst hoffentlich viel Freude haben mit dem Boot. Zu Deiner Frage:

Gekenntert bin ich mit der Jantar zum Glück noch nicht (hab ich auch nicht vor!!!). Ganz so leicht dürfte das aber auch nicht sein, denn die Jantar macht recht schnell einen "Sonnenschuss", schießt also unkontrolliert in den Wind, wenn man die Segel zu dicht hat.

Grundsätzlich überzeugt mich die Jantar am meistern bei wenig Wind - da lässt man viele vergleichbare Boote hinter sich. Bei viel Wind ist das Boot jedoch recht sensibel. Wie viel Wind sie maximal verträgt ist schwer zu sagen. Das hängt vor allem von folgenden Faktoren ab:

1. Wie viel Segelfläche hast Du gesetzt ?
2. Wie viel Balast (sprich: Personen) sitzen auf der hohen Kante ?
3. Wie gut ist das Rigg auf Starkwind getrimmt ?
4. Wie gut reagierst Du auf einfallende Böen?

Meine Jantar war bei Windstärke 5 und 1 Meter hohen Wellen auf der Ostsee noch gut zu kontrollieren. (Grossegel im 2. Reff, kleine Fock, 2 Personen auf der hohen Kante). Windstärke 6 geht wohl auch noch irgendwie, ist dann aber nicht mehr so richtig gemütlich ... Bei Windstärke 7 würde ich mir definitiv lieber ein Bier im Hafen gönnen, als mit der Jantar zu Segeln ...

Bei aufkommenden Wind helfen generell folgende Tipps:

1. Frühzeitig reffen! Man verliert weniger Geschwindigkeit durchs Reffen, als wenn man mit zu starker Schräglage gegen den Wind "kämpft". Zwei Reffreihen im Groß bieten sich für die Jantar an. Wenn es ganz "böse" wird, dann lieber nur noch mit kleinem Vorsegel und ohne Groß segeln.

2. Möglichst viele Personen auf die Hohe Kante. Alleine macht die Jantar bei viel Wind überhaupt keinen Spaß, 2 sind o.k., 3 Personen machen sich aber richtig gut!

3. Bei starkem Wind sollte das Segel möglichst flach getrimmt sein. Hierzu:
- Grossfall bzw. Cunningham straff durchsetzen
- Fockfall ordenlich durchsetzen
- Unterliekstrecker des Großsegels straff durchsetzen
- Traveller nach Lee
- Stark durchgesetztes Achterstag (dadurch erhöhte Mastkrümmung = flaches Großsegel + straffes Vorliek des Vorsegels)

4. Bei einfallenden Böen umgehend anluven - das nimmt enorm viel Druck aus den Segeln!

Das ganze hilft natürlich nur, wenn der Grundtrimm des Mastes stimmt, bzw. sogar extra auf Starkwind eingestellt wurde. Hierzu kann ich die Ausführungen der Fa. Fritz-Segel empfehlen (siehe Link in der Linklist auf Jantar21.de).

Beste Grüße
PanTau
Alex Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 13

03.04.2007 20:00
#3 RE: Erfahrung mit Kentern ? Zitat · Antworten

Danke für Deine spontane und ausführliche Antwort, PanTau! kann mir jetzt schon ein wenig besser vorstellen, wie sich das "Ding" verhalten wird (und ich mich soll).
lg Alex

SonnenSegler Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 14

04.04.2007 09:48
#4 RE: Erfahrung mit Kentern ? Zitat · Antworten


Mich würde auch interessieren, ob schon jemand Erfahrung mit einer Kenterung oder Fast-Kenterung der Jantar gemacht hat.

Ganz am Rande: Bei Windstärke 5 bleibe ich mit meiner Frau auch schon im Hafen - die Stimmung an Bord wäre sonst schon sehr angespannt ;-)

cosifantutte Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 45

14.04.2007 07:12
#5 RE: Erfahrung mit Kentern ? Zitat · Antworten

Hallo Leute,

ich kann mich nur den Ausführungen von PanTau anschließen. Die Jantar segelt sich wie eine Jolle und ist sehr agil.

Ich segel auch viel und gerne alleine und habe noch nie das Gefühl gehabt zu kentern. Mann sollte allerdings wie beschrieben frühzeitig reffen. Ansonsten schießt mann in den Wind. Ich habe die Jantar schon mal um ca. 80° aufs Wasser gelegt und Sie hat sich wieder aufgerichtet, dabei muß wie bei einer Jolle nur aufpassen, das man selber auf dem Boot bleibt.

Ich bin jahrelang auf dem Harkortsee gesegelt und konnte hier nur mit 90cm Tiefgang, also 3/4 Kiel segeln, macht auch kein Problem.

In 2005 war ich dann auf der Ostssee und bin mit einem Kollegen bis nach Kopenhagen (Männertour, Meilenfressen), auch hier kein Probleme.

Vor der Jantar hatte ich eine Dehler 18. Im Vergleich zur Dehler ist die Jantar besser für stark Wind geeignet.

Generell bin ich der Meinung, ab 6 sollte mann nicht mehr raus (steht auch in jedem Chartervertrag) es macht auch auf Großen Schiffen nicht mehr unbdeingt Spaß. Wenn man unterwegs überrascht wird ok aber nicht mehr losfahren wenn es nicht unbedingt sein muß.

PanTau Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 80

14.04.2007 12:46
#6 RE: Erfahrung mit Kentern ? Zitat · Antworten

Cosifantutte: Du schreibst, dass Du gerne mit der Jantar auch alleine segelst. Wie bekommst Du alleine die Fockschot bedient? Mein Problem ist immer, dass die Winsch in Lee (in der die Schot beleg wird) so schlecht alleine zu bedienen ist. Hast Du einen heißen Tip? Hast Du eine Pinnenarretierung montiert? Oder eine zusätzliche Klemme in Luv?

Sonnige Grüße
PanTau

P.s.: Eigentlich sollte man bei so einem Wetter nicht vor dem Rechner, sondern an Bord sitzen ;-)

cosifantutte Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 45

21.04.2007 07:03
#7 RE: Erfahrung mit Kentern ? Zitat · Antworten

Hallo Pan Tau,

ich habe mir einen längeren Pinnenausleger montiert. D.H. ich komme mit einer Hand an die Winsch, währen ich mit der anderen Hand die Pinne halte kann. Das ist aber eigentlich nur notwendig, wenn ich die Wende verpatzt habe und die Fock nachsetzen muß.

Es ist aber eher eine Frage der Vorbereitung und Technik beim Wenden. Vor der Wende lege ich die Schot 2 mal um die Luv Winsch. Dann lege ich Ruder, wobei ich den Pinnenausleger gleich auf die richtige Schotseite (noch Lee) übergebe und löse gleichzeitig die Luv Schot der Fock. Wenn das Schiff durch den Wind geht lasse ich die Pinne los und setze die neue Luv Fockschot beidhändig schnell durch, solange noch kein Druck auf dem Segel ist. Notfalls gehe ich noch mals etwas in den Wind, oder benutze die Winschkurbel, hierzu brauche ich dann aber den langen Pinnenausleger. Das ganze geht mit ein bischen Übung genauso schnell wie zu zweit und auch bei jedem Wind (frühzeitig gerefft und kleiner Fock, ansonsten fährt mann ganz schön Lage). Mit dieser Technik bin ich schon Clubregatten mitgefahren.

Eine Pinnenaretierung habe ich mir auch montiert, diese benutze ich aber beim Wenden nicht, sondern nur um z. B. zum Reffen, Fender anzubringen oder mal Königstiger zu gehen.

Danke für Deine Grüße, vielleicht tröstet es Dich ein bischen, aber ich mußte am 14/15 auch arbeiten.

Wenn ich nur segeln gehen würde wenn ich einen Schoten hätte wäre das arg wenig, von daher habe ich schon immer meine Schiffe (S-Zugvogel, Dehler 18 und jetzt die Jantar) so ausgerüstet, das ich konsequent einhand segeln kann.

Ich wünsche eine schöne Segelsaison

PanTau Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 80

23.04.2007 10:26
#8 RE: Erfahrung mit Kentern ? Zitat · Antworten

Vielen Dank für die Beschreibung. Dann weiss ich jetzt, was ich diese Saison mal üben kann ...

Alex Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 13

02.05.2007 02:12
#9 RE: Erfahrung mit Kentern ? Zitat · Antworten

Hallo Cosifantutte
Welche Pinnenarretierung hast Du dir da montiert? Bin nämlich auch am Überlegen, da ich oft alleine segeln werde.

cosifantutte Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 45

06.05.2007 14:32
#10 RE: Erfahrung mit Kentern ? Zitat · Antworten

Hallo Alex,

ich habe einen einfachen Edelstahlkamm montiert (siehe Foto) und einen länegeren Pinnenausleger 1200s.

Bei den Wenden stehe ich vor dem Traveller.

Viel Spaß

Peter

Angefügte Bilder:
DSC03338.JPG  
hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

17.08.2007 09:53
#11 RE: Erfahrung mit Kentern ? Zitat · Antworten

Hallo Alex.
Also eine Kenterung der Jantar21 könnte ich mir nur bei extrem hoher Welle (bei der das Boot ohnehin nicht mehr segelbar ist) vorstellen.
Was mich zu dieser Ansicht bringt:
Musste vorgestern die Jantar21 im Flachwasser voll auf die Seite (90 Grad)legen um an ein verklemmtes Spifall heranzukommen. Das Gewicht zweier erwachsener Männer am Masttopp reichte gerade aus, um sie in dieser Lage zu halten. Und das bei vollständig aufgeholtem Kiel!
So gesehen wird Dir wohl niemand über Erfahrungen mit Kentern berichten können.
Viel ungetrübten Segelspass mir der Jantar21 wünscht
Helmut

Ralf Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 48

24.09.2007 08:09
#12 RE: Erfahrung mit Kentern ? Zitat · Antworten

Hallo,
ich bin Ralf und neu hier im Forum. Ja ich hatte vor einigen Jahren auf dem Ammersee eine Kenterung erlebt. Bei einer Regatta kam ein Gewitter auf, wir hatten alles vorbereitet (keine Fock mehr, Schwimmwesten an) und plötzlich fegten 4-5 Hammerböen über den See. Obwohl wir sofort das Groß komplett auffierten, drückte uns die erste Böe auf´s Wasser. Die nachfolgenden Böen legten uns absolut flach auf´s Wasser. Und dann kam mit einem Rumms der Kiel hochgesaust und damit war es dann vorbei mit der stabilen Seitenlage. Die Jantar kenterte sofort mit Mast nach unten und blieb liegen. Die Wasserwacht hatte dan viel Mühe und wieder aufzurichten und leerzupumpen. Jedenfalls eins weiß ich nun: Die Jantar schwimmt immer!! ACHTUNG: DIeses Gewitter war der absolute Ausnahmefall. Wir hatten an dem Tag 2 Tote am See, 35 gestrandete Boote, ettliche Schäden an vielen Booten und ca. 3 Totalverluste von Kielbooten (gesunken), die Presse schrieb von bis zu Windstärke 11 in den Böen

Aber seitdem fahr ich eine Hochrutschsicherung für meinen Kiel, damit der nicht mehr hoch kommt.

Gruß Ralf

Alex Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 13

01.10.2007 23:29
#13 RE: Erfahrung mit Kentern ? Zitat · Antworten

Hallo Ralf
... wie funktioniert eine "Hochrutschsicherung" für den Kiel ohne das die Vorteile eines aufholbaren Kiels verloren gehen?
lg Alex

Ralf Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 48

02.10.2007 08:06
#14 RE: Erfahrung mit Kentern ? Zitat · Antworten

Hey Alex,

schau doch mal in der Rubrik "Kielklappern". Da hab ich´s kurz beschrieben.
Bei Fragen, einfach melden.

gruß Ralf

Tesechs Offline

Neues Mitglied

Beiträge: 3

12.10.2008 23:25
#15 RE: Erfahrung mit Kentern ? Zitat · Antworten

Hallo zusammen, ich (vom Ammersee) bin auch neu hier - noch besitze ich auch noch keine Jantar, aber evtl. bald, wenn ich vielleicht hier einige Antworten auf offene Fragen finde:
1.) Könnte ich eine J21 unbesorgt mit hochgeholtem Kiel an einen Flachwasser-Liegeplatz legen? oder wie ich von einem Jantar-Eigner (mit Landliegeplatz!) gehört habe, sei "das Schiff quasi nicht zu betreten oder gar alleinzulassen, weil es sofort kentern würde, wenn das Seitendeck betreten wird, da ja schließlich 200kg Kiel über der Wasserlinie stehen" ... im Widerspruch zum Erfahrungsbericht von hgebauer weiter oben.
2.) Gibt es bauliche Unterschiede bei den Kielen, evtl. baujahrabhängig, zB. bzgl. der Füllhöhe an Ballast in der hohlen Edelstahlflosse? oder beim Füllmaterial zB. Blei oder Eisen?
3.) Hat schon mal jemand die nachträgliche Montage einer Kielbombe in Erwägung gezogen bzw. evtl. realisiert?
4.) Bestünde evtl. die Möglichkeit mal ralf oder hgebauer am Ammersee zu treffen, um solche Überlegungen vielleicht einmal live zu erfühlen, sofern die Schiffe jetzt noch im Wasser sind?

Danke und Gruß
Tesechs

Seiten 1 | 2
«« Segelmacher
 Sprung  
Diskussionsforum von www.Jantar21.de

 

Weitere Informationen über die Jantar 21 findest Du unter www.jantar21.de

Xobor Forum Software von Xobor.de
Einfach ein Forum erstellen
Datenschutz