Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Seglerforum von www.Jantar21.de

 

Seglerforum von www.jantar21.de

Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 13 Antworten
und wurde 2.324 mal aufgerufen
 Tipps und Technik
hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

24.08.2012 12:48
Log, Einbau Bodenhülse für den Geber Zitat · Antworten

Die Bodenhülse für den Loggeber (Autohelm ST50, Tridata) hat der Vorbesitzer meiner Jantar Bb neben dem Kielkasten, also unter der Kochermulde eingebaut. In diesen Bereich ist der Rumpf jedoch doppelschalig. Beim Einbau wurde leider gepfuscht, denn die Gegenmutter auf der Innenseite fehlt und der Spalt zwischen Hülse und Bohrung wurde nur mit irgeneinem Dichtmittel zugeschmiert. Dieses hat sich nun aufgelöst und es sickert langsam Wasser ins Boot. Das wäre nicht mal so tragisch und ließe sich durch erneuten korrekten Einbau beheben, aber....der Durchbruch ist ja im Bereich des Sandwichs und ich befürchte, daß der Sandwichkern schon viel Wasser aufgenommen hat.
Ist das überhaupt möglich? Ist das Kernmaterial offenporig? Aus welchen Material besteht der Kern überhaupt? Wie bringe ich ggf das eingedrungene Wasser wieder raus?

Habe mich schlau gelesen und weiß nunmehr, daß bei Sandwich-Konstruktionen der angeschnittene Kern mit Epoxi versiegelt werden muß. Damit das Epoxi eingebracht werden kann müssen aber Innenschale und Kern weiter aufgebohrt werden als der eigentliche Rumpfdurchbruch.

An Eric: Hast Du das Löchlein zur "Wasserinspektion" schon in den Rumpf gebohrt?

Immer eine Handbreit.....
Helmut

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

25.08.2012 00:17
#2 RE: Log, Einbau Bodenhülse für den Geber Zitat · Antworten

Zitat von hgebauer im Beitrag #1
Die Bodenhülse für den Loggeber (Autohelm ST50, Tridata) hat der Vorbesitzer meiner Jantar Bb neben dem Kielkasten, also unter der Kochermulde eingebaut. In diesen Bereich ist der Rumpf jedoch doppelschalig. Beim Einbau wurde leider gepfuscht, denn die Gegenmutter auf der Innenseite fehlt und der Spalt zwischen Hülse und Bohrung wurde nur mit irgeneinem Dichtmittel zugeschmiert. Dieses hat sich nun aufgelöst und es sickert langsam Wasser ins Boot. Das wäre nicht mal so tragisch und ließe sich durch erneuten korrekten Einbau beheben, aber....der Durchbruch ist ja im Bereich des Sandwichs und ich befürchte, daß der Sandwichkern schon viel Wasser aufgenommen hat.
Ist das überhaupt möglich? Ist das Kernmaterial offenporig? Aus welchen Material besteht der Kern überhaupt? Wie bringe ich ggf das eingedrungene Wasser wieder raus?

Habe mich schlau gelesen und weiß nunmehr, daß bei Sandwich-Konstruktionen der angeschnittene Kern mit Epoxi versiegelt werden muß. Damit das Epoxi eingebracht werden kann müssen aber Innenschale und Kern weiter aufgebohrt werden als der eigentliche Rumpfdurchbruch.

An Eric: Hast Du das Löchlein zur "Wasserinspektion" schon in den Rumpf gebohrt?

Immer eine Handbreit.....
Helmut


Nö. Hallo Helmut, zur Zeit ist der Kahn komplett trocken. Ausserdem will ich mir erst einen Überblick verschaffen, wo und wie die beiden Längsträger enden. Ich weiss zur Zeit nicht, ob die Dinger hohl sind, oder ebenfalls ausgeschäumt. Vielleicht ist es eine gute Idee, sich eine kleine Sonde zu besorgen, mit der man in Hohlräume gucken kann. Davon hat die Jantar ja reichlich. Diese Hobbyendoskope sind heute nicht mehr so teuer und recht leistungsstark.

Wegen deinem Feuchteproblem tust du dir selbst einen Gefallen, wenn du dich an eine Sportbootwerft wendest. Fast alle modernen Konstruktionen sind irgendwo ausgeschäumt, das hat viele gestalterische und konstruktive Vorteile, birgt aber auch die von dir genannten Risiken.
Den Jungs von der Werft wird das Problemchen nicht neu sein und die wissen dann auch, wo sie in die Innenschale kleine Löchlein reinbohren müssen, um die relative Feuchte exakt zu messen - relativ zu definitiv trockenen Bereichen.
Ich sage das extra, weil es auch Schlitzohren gibt, die gehen mit dem Feuchtemesser an Rümpfen mit Osmoseverdacht ran und machen an jeder dickeren Laminatstelle, also dort, wo das "Osmosewarngerät" ebenfalls ausschlägt, ganz grosse Augen und Betroffenheitsgeräusche. Mit Osmose hat das aber wenig zu tun.

Wenn du dich nicht kümmerst, kann enteder garnichts passieren oder Osmose beginnt von innen, was überhaupt nicht witzig wäre oder du handelst dir sogar einen Frostschaden ein. Aber jetzt ist eine gute Zeit, das mal abzuklären, denn jetzt ist es dort feucht oder nicht. Dann weisste Bescheid.

Falls die möglicherweise eingedrungene Feuchtigkeit lokal begrenzt ist, was man über die relative Feuchtemessung herausbekommen müsste, würde ich kleine Löchlein in die Innenschale bohren, das ist statisch immer besser, als ganze Bereiche herauszusägen und von innen Salz draufpacken, Folie drüberkleben, damit du nicht die Kajütluft entfeuchtest und die halbe Erdatmosphäre, sondern nur den Bereich unter der Folie und von unten Wärme kann auch nicht schaden. Natürlich ist das eine An-Land-Prozedur.

Es ist aus physikalischen Gründen wahrscheinlicher, dass das im knackig frostklirrenden Winter besser funktioniert, als jetzt im halbwarmen Frühherbst. Hierfür würde ich mir aber fachliche Beratung holen. Die haben alle Erfahrung genug und können dir sagen, ob du was machen musst, oder ob man mit ein bisschen feuchtem Schaum leben kann. Die wissen auch, falls das Problem grossflächiger ist, an welchen Stellen man sozusagen "unsichtbar" grössere Segmente der Innenschale heraussägen kann und wie man das optisch und statisch perfekt wieder aufgebaut bekommt.

Ist der Einbau direkt neben dem Kiel eine gute Wahl? Dort stört es am Wenigsten, aber dort ist auch beschleunigte Strömung, eben wie an der Oberseite von Tragflächen. Vielleicht ist das der Grund, weshalb einige Jantarsegler von über 6 Knoten Reisetempo trotz vollem Urlaubskahn berichten...
Hat das mal einer mit GPS überprüft, also mal genau gemessen, ob man den "Fehler" überhaupt bemerkt oder in Wahrheit nur mit 4,5 Knoten unterwegs ist?

VG Eric

ninmaja Offline

Erfahrenes Mitglied


Beiträge: 122

25.08.2012 01:02
#3 RE: Log, Einbau Bodenhülse für den Geber Zitat · Antworten

Eric,
spielt doch keine Geige wo du den Geber einbaust; am Ende muss/ sollte man ohnehin das Anzeigegerät mittels GPS- Geschwindigkeit kalibrieren (natürlich unter Motor (wg. Abdrift) und ohne Strömungseinfluss. Ich habe den Geber ganz unten mittig in die Backskiste eingebaut. Dort ist der Rumpf einwandig. Zum Schutz des Gebers und zur 100%igen Abdichtung habe ich meiner Frau eine geeignete Tupperware- Dose mit Deckel geklaut, den Boden ausgeschnitten und gemeinsam mit dem Geber-Adapter am Boden vergossen.

Helmut: du hast mein Beileid; und dann auch noch so einen Ärger zur besten Segelzeit. Ich würde den Bereich von innen ein wenig weiter öffnen um zu schauen ob der Schaum in den angrenzenden Bereichen nass ist...wenn ja würde ich mal einen Fachmann für feuchte Kellerwände kontaktieren...

Gruß Frank

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

27.08.2012 10:04
#4 RE: Log, Einbau Bodenhülse für den Geber Zitat · Antworten

Zitat von ninmaja im Beitrag #3
Eric,
spielt doch keine Geige wo du den Geber einbaust; am Ende muss/ sollte man ohnehin das Anzeigegerät mittels GPS- Geschwindigkeit kalibrieren (natürlich unter Motor (wg. Abdrift) und ohne Strömungseinfluss.


Hallo Frank, das ist ein Argument. Wollte mir ohnehin schon mal ein GPS-Gerät besorgen. Bisher nur nach der Brötchentütenmethode navigiert, also grober Überblick über die Karte und dann früh beim Bäcker gucken, was auf der Brötchentüte steht, dann weiss man auch, wo man sich befindet.

Zitat von ninmaja im Beitrag #3
... Ich würde den Bereich von innen ein wenig weiter öffnen um zu schauen ob der Schaum in den angrenzenden Bereichen nass ist...wenn ja würde ich mal einen Fachmann für feuchte Kellerwände kontaktieren...

Gruß Frank


Würde ich nicht. Die horizontalen Flächen der Innenschale sind nämlich hauchdünn, mit einem "Osmosewarngerät", also einem Feuchtemesser, wie ihn die Bootsbauer benutzen (und deren Erfahrung) kann man den Schaden sicher lokalisieren, ohne irgendwas zu öffnen. Die Kellerwandfritzen sind da eher die Grobmotoriker unter den Feuchtemessern.

Hallo Helmut, vielleicht hast du ja Glück und die eingedrungene Feuchtigkeit ist lokal begrenzt.
Entfeuchtung von kapillar durchfeuchteten Schäumen könnte nämlich auch durch Unterdruck gehen, also praktisch den Geber
ausbauen, das Loch von unten und oben luftdicht abschliessen, von oben eine Vakuumpumpe anschliessen und im trockenen Bereich um die feuchte Stelle herum, kleine Zuluftlöcher in die Innenschale bohren.
Kleine Löchlein lassen sich auf jeden Fall leichter reparieren, als wenn du ganze Stellen herausschneidest und den Schaum rausnimmst.

Die Jantar ist gewichtsreduziert gebaut. In jedem Fall hat der Verbund der ausgeschäumten Bodensektion eine tragende und aussteifende Funktion. Oberschale, Unterschale und fest verbundener Abstandschaum ergeben nämlich eine steife, tragende Platte.
Hier würde ich nicht einfach einen Teil des Verbundes öffnen und wegnehmen, jedenfalls nicht ohne fachliche Rücksprache mit einem, der das wirklich einschätzen kann.

Mit Hammer und Meissel an ein Boot herangehen würde ich auch nur, wenn elegantere Methoden versagen.

Den Kahn jetzt in der Saison mal kurz auf den Trailer zu nehmen und einen Bootsbauer um eine qualifizierte, relative Feuchtemessung zu bitten, kann ja kein grosser Akt sein, auch nicht finanziell, denn der ist maximal eine halbe Stunde beschäftigt und danach weisste Bescheid.
Ausserdem kannst du auf dem Slip schon mal Schadensbegrenzung machen und die Innenwand des Geberloches mit Pantera abdichten. Nächsten Tag wieder rein mit dem Kahn, schlimmer, als es jetzt schon ist, wird es bis zum Ende der Saison nämlich nicht mehr.

VG Eric

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

30.08.2012 18:52
#5 RE: Log, Einbau Bodenhülse für den Geber Zitat · Antworten

Hallo.
Herzlichen Dank ihr beiden für Eure guten Ratschläge.
Aktuell habe ich erst mal wieder mit Tikal zugeschmiert. Es kommt kein Wasser mehr rein und ich kann segeln. Das ist natürlich keine Dauerlösung!
Bei näherer Betrachtung der Einbaustelle (siehe Bild) habe ich den Eindruck, daß hier überhaupt kein Kernmaterial zwischen Aussen- und Innenschale ist. Ob die beiden Schalen hier verklebt sind? Dazu könnte wohl nur FSA was sagen? Und wenn doch Kernmaterial dazwischen ist bleibt immer noch die Frage, ob dieses Wasser aufnehmen kann. Nach Ende der Saison werd ich jedenfalls die Bodenhülse ausbauen, Dann seh ich evtl. mehr.

Noch was zu Einbauort und Genauigkeit der Loganzeige.
Hab anhand GPS-Vergleich versucht das Log zu kalibrieren. Leider ohne Erfolg, denn wenn es bei einer bestimmten Geschwindigkeit stimmte zeigte es bei anderer Fahrsstufe wieder falsch. Und bis zu ca. 1 kn zeigt es nur 0. Verwende daher nur noch ein GPS-Handgerät (Garmin GPS76 map) zur Geschwindigkeitangabe. Den Borddurchlass des Loggebers habe ich mit dem Blindstopfen verschlossen.(Achtung: Wer ein GPS-Handgerät in der Nähe des Steuerkompass anbringen möchte sollte die Batterien herausnehmen und stattdessen das Gerät an die Bordbatterie anschließen; der Stahlmantel der Batterien lenkt den Kompaß ab).
Da ich den Loggeber nun nicht mehr benütze, wäre es eine andere Option, den Borddurchlass ganz zuzulaminieren.

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

30.08.2012 19:01
#6 RE: Log, Einbau Bodenhülse für den Geber Zitat · Antworten

Hier die Fotos.
Sorry

Angefügte Bilder:
PIC_0034.JPG   PIC_0031.JPG  
eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

31.08.2012 00:39
#7 RE: Log, Einbau Bodenhülse für den Geber Zitat · Antworten

Herzlichen Dank ihr beiden für Eure guten Ratschläge.
Aktuell habe ich erst mal wieder mit Tikal zugeschmiert. Es kommt kein Wasser mehr rein und ich kann segeln. Das ist natürlich keine Dauerlösung!


Hallo, natürlich nicht, denn wenn ich es richtig sehe, hast du die Pampe innen draufgeschmiert.
Aber, aber, was haben wir denn in Physik gelernt - Abdichtungen gegen Wasserdruck erfolgen auf welcher Seite? Richtig, auf der Druckseite... dann läuft nämlich auch nichts mehr in den Schaum.

Übrigens, wenn deine Bohrlochpfuscher das angebohrte GFK nicht geschützt haben, ist das mindestens genauso schlecht, egal ob an der Stelle ein Schaumkern ist oder nicht. Wenn diese Bereiche ungeschützt bleiben, dringt Wasser durch Kapillarwirkung an den Glasfasern tief ins Laminat.

Wo liegt denn das Problem, dass du dich zum Zwischenpfusch entschieden hast? Ran mit dem Trailer, rauf mit dem Kahn, das ist doch kurz mal zu erledigen, dann lässt du ihn über Nacht stehen und nächsten Tag gehts wieder rein ins Wasser und alle deine Vermutungen weichen bitterer Erkenntnis oder froher Entwarnung.

Nach Ende der Saison werd ich jedenfalls die Bodenhülse ausbauen, Dann seh ich evtl. mehr.
Zu den schnell Entschlossenen zählst du wohl nicht? ;-)

Übrigens, wenn du den Blindstopfen wieder rausnimmst und statt dessen einen Zollstock reinhältst und innen ebenfalls misst, wirst du eine Differenz feststellen. Die dürfte sich aus dem Maß des Auflageflansches des Gebers und der Rumpfdicke an der Einbaustelle zusammensetzen und die Frage klären, ob da Schaum drin ist oder nicht.
Die Logge bekommt man ausgebaut, die Echolotgeber sind meistens fest eingeklebt. Warum das so ist, weiss ich auch nicht.

Wenn du den Kiel ganz hochnimmst und zwei, drei deiner mittelschweren Segelfreunde zum Bierchen einlädst, wobei sie es sich mittschiffs auf einer Seite an der Reling gemütlich machen sollen und sich eine halbe Stunde mal nicht bewegen sollen, bekommst du die Jantar soweit gekrängt, dass du die Hülse auch im Wasser ausbauen kannst. Mumpe rein, Hülse wieder einsetzen, handwarm anziehen und herausquetschendes Dichtungszeugs abwischen, wie lange soll das dauern? M.W. härtet Pantera auch unter Wasser. Aber auf dem Trailer oder in den Kranseilen geht das sicher entspannter.

VG Eric

(Achtung: Wer ein GPS-Handgerät in der Nähe des Steuerkompass anbringen möchte sollte die Batterien herausnehmen und stattdessen das Gerät an die Bordbatterie anschließen; der Stahlmantel der Batterien lenkt den Kompaß ab).
Da ich den Loggeber nun nicht mehr benütze, wäre es eine andere Option, den Borddurchlass ganz zuzulaminieren.

Ein Loch im Rumpf von der Grösse des Loggebers wieder zuzumachen, ist eine mittelgrosse Operation, sowas mit tellergrossem Trichter schleifen, lagenweise Gewebeflicken reintuppeln, bis alles wieder aufgefüllt ist, verschleifen, Unterwasserschiff an dieser Stelle neu aufbauen. Das macht man nun wirklich nicht nebenher. Im Prinzip lässt man möglichst keine Löcher im Rumpf, wenn man sie nicht benötigt.

Guter Tip mit den Batterien, gilt auch für Radios in der Kajütkramtasche innen am Schott direkt hinterm Kompass.

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

31.08.2012 13:41
#8 RE: Log, Einbau Bodenhülse für den Geber Zitat · Antworten

Hallo, nur interessehalber, wo geht es denn da hin, zwischen Kiel und Innenschale?
Und was machst du, wenn dir da mal Wasser reinläuft und wo läuft das dann hin? In den Weinkeller?



Rechts im Bild ist doch das Kielkastensegment. Hier dürfte es doch gar keine Lücken geben.
Das komplette Kielgewicht einschliesslich aller auftretenden dynamischen Belastungen wird ja bei der Jantar direkt über die flache Bodengruppe übertragen, bis es in die angrenzenden Längsträger und den vor dem Kiel sitzenden Querträger abgeleitet werden kann. Mich würde es jedenfalls nervös machen, wenn da solche Lücken sind.

Irgendwie sieht das abenteuerlich aus, so wie die fehlende Überwurfmutter auf der Geberhülse.
Sag jetzt nicht, die hat da nicht mehr hingepasst, weil der Geber zu dicht am Rand sitzt...


App. Trägergruppen, die Kräfte ableiten:

Ich habe mit der Jantar das erste mal ein Boot gesehen, bei dem die Zugstangen, die den Wantenzug in die Rumpfschale einleiten müssen, die eigentliche Zugrichtung mal eben so deutlich verlassen.
Das heisst doch, dass durch Wantenzug und Gegenreaktion der weit abgewinkelten Zugstangen eine Schubkraft auf die Deckskonstruktion ausgeübt wird. Wer hat sich denn das ausgedacht?

Achtern im letzten Drittel gibt es ja nochmal zwei austeifende Wrangen, die die leichte Rumpfschale in Form halten. Sollte es zumindest geben.
Tatsächlich ist es aber nur eine, auf der Stb.-Seite. Komisch, wo ist denn die andere hin? Also entweder es sind zwei erforderlich oder keine.
Kann mir doch keiner erzählen, dass man den Rumpf auf der einen Seite steifer gebaut hat und deshalb die Aussteifung einsparen konnte.

Ich weiss nicht, wie ich das einschätzen soll, bei uns muss die Jantar auch auf die raue See raus, braucht sie da unterstützende Massnahmen oder hält das alles auch so irgendwie? Wie seht ihr das?
Hier im Forum wurde ja mal der Einbau einer zweiten Wrangengruppe nebst ergänzender Zugstangen vorgestellt, wodurch sich die Zuglast der Wanten zwischen jeweils zwei Stangen aufteilt.
Konstruktiv einleuchtend, da dadurch die Zugrichtung wieder stimmt, aber ist diese nicht ganz preiswerte Verstärkung auch notwendig, sprich - gibt es ohne diese Verstärkung irgendwann Probleme mit der Mastverstagung?

Ich habe schon mal eine gebrauchte Jantar besichtigt, bei der der Eigner (hatte er ganz vergessen zu erwähnen) einen durchgehenden Riss zwischen Schale und Spiegel hatte, komplett übers gesamte Heck, nebst frisch grünender Moosbepflanzung, also nicht erst seit ein paar Tagen.
Bei dem war einiges nicht ganz tacko, nicht nur am Boot, aber was muss man machen oder unterlassen, um die Jantar so grundlegend kaputt zu machen?

VG Eric

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

31.08.2012 17:37
#9 RE: Log, Einbau Bodenhülse für den Geber Zitat · Antworten

Hallo Eric

Hallo, nur interessehalber, wo geht es denn da hin, zwischen Kiel und Innenschale?
Und was machst du, wenn dir da mal Wasser reinläuft und wo läuft das dann hin? In den Weinkeller?
Rechts im Bild ist doch das Kielkastensegment. Hier dürfte es doch gar keine Lücken geben.

Das ist auf dem Foto schlecht zu sehen: Das "Abgerupfte" ist nur die Verkleidung des Kielkastens. Der Kasten selbst ist mit dem Boden verklebt. Der schwarze Streifen ist herausgedrücktes und "verspachteltes" Klebmaterial, das ist schlecht zu erkennen. Wasser das in diese "Rinne" gelangt läuft nicht in die Zwischenschale

Ich habe mit der Jantar das erste mal ein Boot gesehen, bei dem die Zugstangen, die den Wantenzug in die Rumpfschale einleiten müssen, die eigentliche Zugrichtung mal eben so deutlich verlassen.
Das heisst doch, dass durch Wantenzug und Gegenreaktion der weit abgewinkelten Zugstangen eine Schubkraft auf die Deckskonstruktion ausgeübt wird.

Richtig. Aber das Deck scheint in diesem Bereich stabil genug zu sein. Habe das mit einigen Aufwand untersucht. Siehe meinen Beitrag vom 11. 4. 2011 im threat "Optimal Maststellung?"

Hier im Forum wurde ja mal der Einbau einer zweiten Wrangengruppe nebst ergänzender Zugstangen vorgestellt, wodurch sich die Zuglast der Wanten zwischen jeweils zwei Stangen aufteilt.
Konstruktiv einleuchtend, da dadurch die Zugrichtung wieder stimmt, aber ist diese nicht ganz preiswerte Verstärkung auch notwendig, sprich - gibt es ohne diese Verstärkung irgendwann Probleme mit der Mastverstagung?

Meine Meinung steht im o.g. Beitrag.

Abdichtungen gegen Wasserdruck erfolgen auf welcher Seite? Richtig, auf der Druckseite... dann läuft nämlich auch nichts mehr in den Schaum.
Das haben sich die damaligen Pfuscher wohl auch gedacht.

Wo liegt denn das Problem, dass du dich zum Zwischenpfusch entschieden hast? Ran mit dem Trailer, rauf mit dem Kahn
Mein Trailer hat eine GFK-Schale in der das Boot liegt. Daher komme ich auf diese Weise nicht an die Hülse.

Übrigens, wenn du den Blindstopfen wieder rausnimmst und statt dessen einen Zollstock reinhältst und innen ebenfalls misst, wirst du eine Differenz feststellen. Die dürfte sich aus dem Maß des Auflageflansches des Gebers und der Rumpfdicke an der Einbaustelle zusammensetzen und die Frage klären, ob da Schaum drin ist oder nicht.
Gute Idee, Danke.

Die Logge bekommt man ausgebaut, die Echolotgeber sind meistens fest eingeklebt. Warum das so ist, weiss ich auch nicht.
Weil man das Loggeberrädchen bei Bedarf säubern mus, den Echolotgeber nicht.

Immer ein Handbreit.....
Helmut

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

31.08.2012 18:38
#10 RE: Log, Einbau Bodenhülse für den Geber Zitat · Antworten

Hallo Helmut,
danke für deine raschen Antworten, den Beitrag zum Masttrimm kann ich mir ja bei Gelegenheit nochmal raussuchen. Jedenfalls würde es mich beruhigen, wenn die vorgesehene Wantenzugeinleitung hält, auch wenn der Konstrukteur da nicht seinen genialsten Moment gehabt haben kann.
Mein Vorbesitzer hatte in einem der Rods eine kleine Inbusschraube vergessen, so dass die Zugsatange praktisch keine Verbindung zum Rumpf hatte (sah nur so aus als ob, so dass ich nicht gleich drauf gekommen bin. :-(

Das hat mir ein paar Spannungsrisse im Deck eingebracht, die repariert werden mussten, was bei dem profilierten Deck garnicht so einfach ist. Kleine Ursache, grosse Wirkung :-(

Aber gehalten hat der Mast auch ohne die Schraube, praktisch nur im Deck.
Nachahmung ist aber nicht zu empfehlen.

Wasser das in diese "Rinne" gelangt läuft nicht in die Zwischenschale

Bei mir ist das verkleidet, werde aber mal vorm Einwintern drunterschauen.


Abdichtungen gegen Wasserdruck erfolgen auf welcher Seite? Richtig, auf der Druckseite... dann läuft nämlich auch nichts mehr in den Schaum.
Das haben sich die damaligen Pfuscher wohl auch gedacht.

Hätten die sich beim Pfuschen Mühe gegeben, wäre auch nichts in den Schaum gelaufen.
Mach doch bei Gelegenheit mal die Differenzmessung innen und aussen von der Geberhülse. Würde mich auch interessieren, ob an der Stelle Schaum ist oder nicht. Bei mir sind die Geber mittig vorm Kiel eingebaut, wo sie herrlich stören. Muss ich mir noch was überlegen, damit sie nicht durch herumrutschenden Kram in der Vorschiffsstaukiste kaputtgehen können. Dort müssen jedenfalls die schweren Urlaubssachen rein, wie Konserven und Getränke, wegen Längstrimm.

Wo liegt denn das Problem, dass du dich zum Zwischenpfusch entschieden hast? Ran mit dem Trailer, rauf mit dem Kahn
Mein Trailer hat eine GFK-Schale in der das Boot liegt. Daher komme ich auf diese Weise nicht an die Hülse.

Wer macht denn sowas? Ich glaube noch nichtmal, dass das gut ist, abgesehen davon, dass ich mich frage, ob es notwendig ist oder besonders vorteilhaft beim Unterwasseranstrich.
Bei mir liegt der Kahn beim Trailern auf vier Pratzen und gut ist, ohne Druckstellen oder Probleme. Im Winter bleibt er so auf dem Trailer, da lasse ich nur das Kiel runter, dann sind auf jeder Pratze 50 kg weniger, weiss nicht, ob die das bemerken.

Die Logge bekommt man ausgebaut, die Echolotgeber sind meistens fest eingeklebt. Warum das so ist, weiss ich auch nicht.
Weil man das Loggeberrädchen bei Bedarf säubern mus, den Echolotgeber nicht.

Das ist nur die halbe Wahrheit, denn das einkleben betrifft bei mit auch die Hülse. Ich kann zwar die Logge ausbauen und auch die Hülse der Logge, die dann natürlich wieder neu eingedichtet werden muss, aber beim Echolot kann ich garnichts ausbauen.
Wenn ich das Teil mal raus haben will, muss ich es zerstören.
Das würde ich aber lieber selbst entscheiden, ob ich das fest eingeleimt haben will oder nicht.

Immer ein Handbreit.....
Helmut


ebenso :-)
VG Eric

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

01.09.2012 12:32
#11 RE: Log, Einbau Bodenhülse für den Geber Zitat · Antworten

Der Geber für das Echolot sollte senkrecht im Boot sitzen, dann gibt es (bei aufrechter Schwimmlage) keinen Anzeigefehler und bei Lage ist er auf den beiden Bugen wenigstens gleich groß , falls dann überhaupt noch was angezeigt wird . Am einfachsten wird das durch mittigen Einbau vor dem Kiel erreicht. Hier erfolgt auch keine Abschattung durch den Kiel. (Mein Echolot geht übrigens sehr genau - überprüft mit Handlot).

Die Einbauweise Deines Lotgebers (eingeklebt) ist sehr ungewöhnlich. Sieht mir auch nach Pfusch aus. Bei mir ist er nach dem gleichen Prinzip wie der Logge-Geber eingebaut, jedoch ohne seperate Bodenhülse. Er sitzt auch bei mir mittig vor dem Kiel. Habe in dem Stauraum unter der Vorschiffskoje mein "Weinlager" . Bis jetzt hat der Geber das Herumrollen der Flaschen überstanden.

Wahrscheinlich hast Du schon selbst bemerkt, dass die Rods für die Püttingabspannung in der Länge verstellbar sind. Hab sie bei mir ganz zugedreht, sodaß etwas Vorspannung für das Deck nach unten gegeben ist.

Trailer mit großflächigen Auflageschalen sind beim modernen Leichtbau inzwischen Standard. Sie sind gerade bei Sandwichbauweise wegen der dünnen Außenschale vorteilhaft, weil Punktbelastung vermieden wird. Haben bei uns im Club viele Regattasegler mit Leichtbauten. Bei der "gewichtigen" Jantar 21 wohl nicht unbedingt nötig.

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

11.09.2012 19:47
#12 RE: Log, Einbau Bodenhülse für den Geber Zitat · Antworten

Habs nachgemessen: Das Maß Außenschale außen bis Innenschale innen ist 18 mm. Ein Schaumkern dürfte an dieser Stelle dann wohl kaum zwischen den Schalen sein, oder?
Wie in einen Sandwichrumpf der Geber korrekt eingebaut wird ist hier gut beschrieben: http://www.hippopotamus.de/Schiff/Naviga...nsanleitung.pdf

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

12.09.2012 01:14
#13 RE: Log, Einbau Bodenhülse für den Geber Zitat · Antworten

Zitat von hgebauer im Beitrag #12
Habs nachgemessen: Das Maß Außenschale außen bis Innenschale innen ist 18 mm. Ein Schaumkern dürfte an dieser Stelle dann wohl kaum zwischen den Schalen sein, oder?
Wie in einen Sandwichrumpf der Geber korrekt eingebaut wird ist hier gut beschrieben: http://www.hippopotamus.de/Schiff/Naviga...nsanleitung.pdf


Ich glaube, wenn man das kleine 6m-Bootchen mit knapp 2cm GfK-Schale ausgerüstet hätte, würdest du einiges mehr an Unterwasserfarbe benötigen und würdest so ziemlich alles, was da auf dem Wasser rumgurkt vor dir hertreiben.
Nein, da ist mit Sicherheit Schaum drin, oder wie wir Mathematikertöchter sagen würden, "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit".

VG Eric

FSA Segelsport GmbH Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 175

02.11.2012 00:54
#14 RE: Log, Einbau Bodenhülse für den Geber Zitat · Antworten

Auch in dem Bereich unter dem Staufach Pantry/BB neben Kielkasten ist der
Rumpf zwischen Innen- und Aussenschale mit PU-Schaum ausgefüllt.

FSA Segelsport

«« Rumpf weich
 Sprung  
Diskussionsforum von www.Jantar21.de

 

Weitere Informationen über die Jantar 21 findest Du unter www.jantar21.de

Xobor Forum Software von Xobor.de
Einfach ein Forum erstellen
Datenschutz