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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 335 mal aufgerufen
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Oki Offline

Aktives Mitglied

Beiträge: 3

02.04.2018 21:11
Gaskocher Zitat · Antworten

Ich habe einen zweiflammingern Gaskocher für die Pantry, der noch nie benutzt oder eingebaut wurde. Im Schapp darunter würde die Gasflasche gut Platz finden. Aber wie den Schlauch verlegen? Sollte man in die Wanne für den Kocher ein Loch bohren oder gibt es eine elegantere Lösung?
Wäre alternativ evtl. ein Spirituskocher besser? Ist das aber nicht geruchsmäßig ein Problem?

Mario Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 37

02.04.2018 21:41
#2 RE: Gaskocher Zitat · Antworten

Also ich selber habe einen Spiritus Kocher einflammig, da ich maximal einen kaffe koche oder ein paar Frühstückseier. Wenn Gas dann würde ich eine. Wie diesen einbauen
https://www.awn.de/gaskocher-prime-brigh...ASABEgI9_PD_BwE
Keine Bohrungen, günstig und das Wasser kocht innerhalb von 2-3 Minuten also wirklich schnell.

Kochst du so viel auf der Jantar das du eine gasflasche brauchst?

Gruß

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

05.04.2018 10:12
#3 RE: Gaskocher Zitat · Antworten

Hi, das könnte eine gute Idee sein, sich für den Darwin-Award nominieren zu lassen. Leider muss man sich da was Neues ausdenken und sich mit Propangas umzubringen oder in die Luft zu sprengen gabs schon. Bedaure, aber der Ansatz war nicht schlecht.

Die Feiglinge unter den Seglern halten sich ja an die ziemlich strengen Vorschriften für Gasanlagen an Bord und sind auch zunehmend genervt, weil das alle zwei Jahre kostenpflichtig von einem zugelassenen Prüfer geprüft werden muss, spätestens alle 5 Jahre müssen im Marinebereich die Schläuche ausgetauscht werden und spätestens alle 10 Jahre die Regler. Alleine für den kann man sich schon einen richtig guten Spirituskocher leisten.

Propangas und das sog. Campinggas sind ja schwerer als Luft. Könnte man ja mal als gut lesbaren Warnhinweis draufdrucken, bevor sich wiedermal einer damit seinen Hobbykeller beheizt und nach getaner Arbeit die wohl verdiente Fluppe ansteckt.
Kommt dann meist in den Nachrichten.

Im Unterschied zu Wohnwagen kann das Gas bei Booten nicht einfach aus der Tür abfliessen, wenn man ein Leck hat.
Ob man ein Leck hat, kann man gut feststellen, wenn man abends einfach mal ein Teelicht anmacht. Könnte das letzte sein, was man macht.

Als Bootsnachbar wäre ich wahrscheinlich ziemlich sauer, wenn sich einer neben mir die Gaspulle ins Boot stellt.
Aber in Zeiten von Jutup wäre es vielleicht mal eine Bereicherung, direkt zuzusehen, wie sich einer das Kajütdach wegsprengt.

Ein nach aussen permanent belüfteter Gasflaschenkasten, dessen Abluftöffnung zwingend oberhalb der Ruhewasserlinie liegen muss, ist die Mindestvoraussetzung. Schon das ist auf vielen Booten eine echt knifflige Angelegenheit, aber nicht unlösbar.

Gilt übrigens auch für die inzwischen leider sehr weit verbreiteten, kleinen Kartuschenkocher. Scheint irgendwie nicht klar zu sein, dass es einen Unterschied gibt zwischen einem Zelt, einem Wohnwagen und einem Boot.

Nur dass da das Schadenspotential einfach mal nicht ganz so hoch ist. Für eine geile Verpuffung und verbrannte Augenbrauen reichts aber allemale.
Diese Experten würden sicher nie auf die Idee kommen, eine halbleere Spraydose Haarlack ins Lagerfeuer zu werfen. Kommt aber aufs selbe raus.
In einer Kajüte sicher ein super Effekt.

Bei Spirituskochern gibt es zwei Sorten, die sich von aussen und im www kaum unterscheiden lassen, nur im Preis. Die etwas teurere Version hat Steinwolletanks, die auch vollgefüllt eine harte Regatta oder eine Seefahrt überstehen, ohne auszukleckern.
Der mit den zwei Brennern passt zufällig genau in die dafür vorgesehene Öffnung. Wahrscheinlich war es sogar Absicht.

Soll man vorhandene Gaskocher und die wirklich genialen, kleinen Kartuschenkocher deshalb wegschmeissen? Nein, denn draussen im Garten oder beim live kochen sind sie eine echte Bereicherung. Nur auf Booten haben sie nichts zu suchen. Könnte ja auch mal einer draufdrucken.

VG Eric

Oki Offline

Aktives Mitglied

Beiträge: 3

05.04.2018 17:15
#4 RE: Gaskocher Zitat · Antworten

Hallo, danke für die Tipps. Die mit dem Gas verbundene Gefahr ist nicht zu leugnen, der Hinweis deshalb wichtig. Welche Marke hätte denn der Spirituskocher? Stinkt das Ding auch bei Nichtgebrauch?

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

05.04.2018 21:18
#5 RE: Gaskocher Zitat · Antworten

Schade, ich hatte mich auch ein bisschen auf das Video gefreut...

Von der Gefahr für Kinder will ich nicht weiter sprechen. Ein Leck in irgend einem Teil der Gasanlage oder des Kochers erzeugt ja zunächst nur ein quierliges Luft-Sauerstoffgemisch. Für Entkernungsarbeiten ist das am besten geeignet.
Liegt das Boot ruhig, sinkt das Gas zu Boden und verdrängt langsam aber effizient die Luft, die man zum atmen braucht.
Mit etwas Glück riecht man, was los ist. Kleine Kinder können das aber nur schwer einordnen.

Ursache der Haus-Explosion in Oberhausen geklärt
https://www.waz.de/staedte/oberhausen/ur...-id6909924.html



Propangas ist schwerer als Luft

... liefert die Erklärung. „Der Balkon war wie eine Wanne geformt“, sagt er. Sprich, er war zu allen Seiten verschlossen....


Das sind Boote in der Regel auch, jedenfalls die, die noch schwimmen.

Da hat einfach nur irgend ein Schussel seine Propanpulle auf dem Balkon abgestellt und dann hat einfach niemand gemerkt, dass sich langsam der Keller mit eine Gas-Luft-Gemisch füllt. Würde man an Bord auch nicht bemerken, es sei denn, man stellt ein Teelicht auf den Boden.
Wahrscheinlich wird das nicht besonders romantisch.

Interessant an dem Artikel ist, dass 11 kg Propan, irgendwo abgestellt, vollkommen genügen, ein komplettes Haus zu zerlegen. Wahrscheinlich war die Flasche noch nicht mal ganz leer.
Runtergerechnet auf das Volumen einer Jantar bis OK Austritt, ist mir nicht ganz klar, dass so viele glauben, dass die kleinen Gaskartuschenkocher ungefährlich sein sollen. Warum? Weil sie so niedlich aussehen?

Wieviel Innenvolumen wird die Kleine haben, bis OK Brückenschott?

1:260 ist das Eindampfungsverhältnis für Flüssiggas.
Oder anders herum - in einer Kartusche in Farbspraygrösse, 250g, stecken 65 Liter Gas.
Klingst noch überschaubar.

Die Feuerwehr sagt allerding, es braucht nur 2,1 Prozent Gas, um ein explosionsfähiges Luft-Gas-Gemisch herzustellen.
Das sind gut 3 m3 Krawumm aus nur einer Kartusche.

Das heisst, nur eine einzige unkonzentriert angeschlossene oder undichte Kartusche-Kocher-Verbindung genügt, um sich endlich von der tollen Original Jantar21-Wandbespannung zu verabschieden und vom Rest des Bootes vermutlich auch.

Und wieviel Pullen Reserve-Kartuschen lagert ihr so unterm Schlafpolster?

In Wahrheit genügt die kleine Kartusche natürlich auch für viel größere Boote.
Bereits 10 Liter einer explosionsfähigen Luft-Gasmischung in geschlossenen Räumen sind als gefährlich anzusehen.
Da kommt der Rettungshubschrauber, weil da mehr weg ist, als die Augenbrauen.

Warum erkläre ich das? Der Urbeitrag und die erste Antwort zeigen auf das Problem - es wird einfach gemacht. Eben weil jeder in den Baumarkt rennen kann und sich eine Propanpulle kaufen und weil jeder bei Amazon oder Globetrottel so einen Gaskartuschenkocher kaufen kann.
Man braucht nichtmal einen Waffenschein.

Das Problem ist, dass man es nicht rauskriegt aus dem Boot.
Wenn du jemanden auf dem See siehst, der eimerweise Luft aus dem Boot kippt, halt dich besser fern.

Man muss noch nicht mal selbst auf die Idee kommen, es genügt vollkommen, wenn dein Bootsnachbar in Physik nicht ganz aufgepasst hat.
Oder die Jantartapeten hasst.
Eine undichte Gaspulle auf dem Steg genügt, das Gas findet einen Weg.

Übrigens - Gas ist die schönste und schnellste Art zu kochen, auf jeden Fall. Auch an Bord.
Aber Spiritus einfach die nervenschonendere und für nur eine technische Überprüfung der Gasanlage kann ich mir 20 Liter-Flaschen Spiritus kaufen und so 4-5 verbrauchen wir in der Saison, davon fallen 3 auf den Bootsurlaub.

Die drucklosen Steinwolletankkartuschen der Kocher werden mit einem Neoprenläppchen abgedeckt. Ganz stinkfrei sind die nicht, aber ich weiss nicht, wenn ich meinen Whisky aufmache, fühlt sich auch niemand belästigt. So ungefähr "stinkt" es, wenn man Spiritus nachkippt oder das Abdeckläppchen wegnimmt. Sonst riecht man nichts.

Wir haben den schwedischen Origo, den es auch als Einflammer gibt. Macht man sich morgens nur mal rasch ein Käffchen und tostest sich hinterher die Brötchen auf, genügt der Einflammer. Will man das alles gleichzeitig oder zum Mittag nicht nur Eintopp oder Ravioli, wirds mit einer Flamme eng.

Witzig ist halt, dass der genau in die Kochermulde passt und zufällig auch in den Fussraum der Plicht (wer will schon in der Kajüte hocken, wenn es draussen schön ist) und schwups, mit einem Handgriff hat man den auch mal schnell auf de Steg gestellt.

Das kann sehr romantisch sein, da abends am Strand von Hiddensee zu sitzen, mit einem Gläschen Weisswein anzustossen und während man mal wieder darauf wartet, dass sich die Sonne endlich verzieht und den Himmel in ein flammendes Inferno verwandelt, brutzeln da zwei schöne, fangfrische Dorschfilets auf der Haut und auf der zweiten Flamme etwas zartes Wurzelgemüse - aber wir schweifen ab.

Mit einer fest verbauten Gasanlage ist die Sonne schon weg, bevor man Gaspulle und Kocher ausgebaut und an den Strand geschleppt hat.
Mit den kleinen Kartuschenkochern geht das natürlich auch und sogar noch viel besser, nur dass die m.E. aus den besagten Gründen innen in Booten nichts zu suchen haben.

VG Eric

https://www.svb.de/de/waeco-origo-spirit...-1500-3000.html
Den Brennspiritus muss man nun wirklich nicht beim Yachtausstatter kaufen.

ollie Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 40

06.04.2018 07:21
#6 RE: Gaskocher Zitat · Antworten

Hallo,
was die Gefahr durch Gas im Boot angeht kann ich mich Eric nur anschliessen.
Wenn wir im Winter mal ein Wohnmobil leihen, bin ich immer wieder erstaunt, wie lange die dort verbauten Gaskocher brauchen, um den Kaffee heiß zu bekommen.
Ich verwende auch den Origo 3000, 2-flammig.
Konstruktion seit über 20 Jahren unverändert, hat sich anscheinend bewährt.
Kocht erstaunlich schnell, wie oben geschrieben sehe ich keinen großen Unterschied zum Gas-Campingkocher.
Bei Verwendung von gereinigtem Alkohol stinkt es fast gar nicht.
Gereinigter Alkohol wird meist als „Bio-Ethanol“ für die modernen Wohnzimmerkamine verkauft. Anscheinend kann man sauberen Alkohol doch irgendwie an der Branntweinsteuer vorbeischleusen, wobei ich bisher auf die Geschmacksprobe verzichtet habe.
Achtung: keinen Spiritus aus der Putzmittelabteilung des Supermarktes nehmen, das Zeug ist extrem stark vergällt, wodurch es dann wirklich stinkt.
Wir nutzen auf dem Origo auch den Omnia-Backofen(http://omniasweden.com/de/home/). Wenn der Kocher 5 min warmgelaufen ist, geht das ohne irgendwelche Geschmacksbeeinträchtigung.

In die Kartuschen vom Origo passt etwa je ein Liter Alkohol, ohne daß ein Auslaufrisiko besteht. Damit kocht das Ding dann viele Tage. Ein bis zwei Reserveflaschen in der Backskiste und der Espresso für den Urlaub ist gesichert.

Gruß
Ollie

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

06.04.2018 09:42
#7 RE: Gaskocher Zitat · Antworten

Hallo Olli,

interessante Tipps. Ich verwende tatsächlich den guten Alkohol aus der Putzmittelabteilung - was die Putzfrau nicht umbringt kann ja nur Bio sein, oder? Ich trinke das ja nicht. Aber das langsame verrußen des Teekessels zählt für mich schon zu den Nachteilen.

Wo kaufst du deinen Bio-Sprit?

Da gibts ja gewaltige Preisunterschiede, 100%, 96%, sogar mit TÜV-Siegel.
Wie testen die den? Auch ´n harter Job.
Brennt voll gut...Siegel erteilt, nächste Flasche...




Wir bei ...-Chemie
Wir bei ... Chemie haben unsere gesamte Produktion und Entwicklung speziell darauf ausgerichtet, eine optimale Bioethanol-Qualität für Ethanol-Kamine anbieten zu können und lassen regelmäßig die Qualität von einem unabhängigen Labor untersuchen. Diese Untersuchungen beinhalten sowohl die sensorische Prüfung ...

Hab ich´s doch geahnt.



Man wirft ja "Bio" und gesunde Ernährung gerne mal in einen Topf. Da bin ich mir bei den braunfleckigen Bananen aus der Region schon nicht so sicher, ob das stimmt.
"Bio" und teuer scheinen aber zusammenzupassen.

App. Topf. Auch ein guter Tipp, der Omnia-Ofen war mir unbekannt und dabei waren wir grad in Schweden.
Hätten wir ja mal einen mitbringen können.

Olli, gerne mal mehr davon, was du damit so machst.
Und auch, wo du ihn danach in der Jantar verstaust.

VG Eric

ollie Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 40

09.04.2018 07:27
#8 RE: Gaskocher Zitat · Antworten

Hallo Eric,

meinen Brennstoff kaufe ich meist im Supermarkt in Lemmer. Dort findet sich „Spiritus“ in der stark vergällten Form bei den Putzmitteln, „Bio Ethanol“ bei den Haushaltswaren irgendwo zwischen Kerzen und Grillzubehör.

Der Omnia ist nicht soo groß, daß wir damit ein Stauproblem haben.

Das ganze Kochgeschirr ist bei uns in einem Wäschekorb unter der Plicht, da kommt auch der Spiritus (der Rotwein, die Zwiebeln,....) hin.

Gruß
Ollie

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