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Dieses Thema hat 17 Antworten
und wurde 1.465 mal aufgerufen
 Tipps und Technik
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eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

03.03.2018 13:03
#16 RE: Dein reales Januar 21 - Gewicht Zitat · Antworten

Hallo Freunde des Trailerns,

ich gebe mal meinen Senf dazu.

"Schwert" der Jantar ausbauen ist möglich, allerdings ist es nicht ganz einfach, das danach in den Kombi zu wuchten.

Die hier real aufgetauchten Bootsgewichte decken sich mit meiner Urlaubserfahrung. Kaum Krämpel im Boot und schwups, wiegt das Gerät samt Trailer 1,5 t oder mehr.

Von den leider schon oft gehörten und gelesenen Mathekunststückchen, wie man das überladene Urlaubsgespann rein rechnerisch doch noch mit dem schwächelnden Zugwägelchen bewältigen kann, möchte ich dringend abraten. Fährt man nur ein kurzes Stück zwischen Winterlager und Slipbahn, kann man sich sicher ein besser motorisiertes Zugfahrzeug leihen.

Geht es richtig in den Urlaub, sollte man auch berücksichtigen, dass das Aufschaukeln des Trailers in LKW-Spurrillen (gibt es überall auf hiesigen Autobahnen, ausser in Bayern), das etwas zu spät bemerkte Stauende und der erstaunlich längere Bremsweg genauso zur Realität gehören, wie der Stau auf der Rügendammbrücke und aufslippen an einem verregneten Morgen auf der ohnehin schon rutschigen Slipbahn.
Das alles muss das Zugfahrzeug wegstecken können und das schafft es eben nicht, wenn es bei einer Vollbremsung vom eigenen 1,5t-Anhänger zwischen den Leitplanken über die Piste geschoben wird.

Ansonsten trailert sich die Jantar wirklich brav, weil sie sehr tief auf dem Trailer liegt.

Die Polizei auf den Kontrollstellen hat mobile Waagen und die haben auch einen geschulten Blick, wen sie durchwinken oder rausziehen müssen. Die rechnen nicht, die lassen dich einfach mal auf ihre schicken, mobilen Flachwaagen drauffahren.

1300 kg steht auf dem Jantartrailer als Zuladung und da muss man im Urlaubsmodus schon was weglassen. Was ohnehin sinnvoll ist. Man überlebt auch in Dänemark und Schweden, wenn man nicht den Kahn vollstapelt mit Dauerwurst, Büchsenbier und Spritkanistern.
Ratschenzurrgurte lockern sich gerne mal unterwegs, genau wie das Stützrad.

Und es kann nicht schaden, die Endkontrolle des verzurrten Bootes nur einer Person zu überlassen. So haben wir mal beim Einschwenken auf den Rastplatz zur Kontrolle der Gurte feststellen müssen, dass nur noch Zentimeter gefehlt hätten, dann wäre der an der Bugkorbauflage nicht angebundene Mast auf die Autobahn geknallt. Nicht auszudenken, wo es den hingeschnippt hätte, wenn der sich mit 100 km/h in den Asphalt bohrt.
Hinten hatten wir ihn beide festgezurrt - vorne gab es offenbar eine Kommunikationslücke. Im Sinne von "ich dachte du hast - nee, du solltest doch...usw."

Bei den meistens Kombis wird es schon eng mit der Gepäckstapelei, wenn als erstes ein 4-Takt-Langschafter diagonal im Kofferraum liegt. Trotzdem ist die dynamische Belastung an der Motoraufhängung brachial. Ich würde den da hinten nicht dran lassen. Ruderblatt wiegt ja nichts, das bleibt gut verpackt im Boot, wird aber vom Heck abgemacht.
Stützlast 100 kg schaffen nur SUVs und schwerere Mittelklassekisten, die meisten normalen Hängerkupplungen haben deutlich weniger Stützlast. Steht aber drauf.

Den Trick mit der Handseilwinde am Heck habe ich nicht ganz kapiert. Auf den Fotos sah es aus, als ob die Seilwinde am Haken eines Fahrzeugs hängt,
mit > 150PS. Warum sollte man da noch von Hand kurbeln? Um den beladenen Trailer rauszuzerren, eignen sich die Spanngurte bestens. Aber auch die Abschleppseile, die sich so auseinander und zusammenziehen sind für 2t ausgelegt. Das ist mehr als jede Handseilwinde zieht.

Übrigens - die Seilseite mit den Karabinerhaken gehört ans Fahrzeug. Die neigen dazu, exakt in die Front- oder Heckscheibe einzuschlagen, wenn man nur der Motorkraft vertraut und dabei das Seil zerfetzt. Aber mit einem normalen Slipvorgang bekommt man Abschleppseil oder Ratschengurt nicht mal annähernd an die Belastungsgrenze.

So ein gestresster Powerangler in seiner übermotorisierten Gummiflutsche hat mich auch mal in Schaprode darüber informiert, dass aufslippen bei ihm höchstens 5 min dauert und er den Eindruck hat, diese Segler würden sich alle besonders bescheuert dabei anstellen und ich im Besonderen.
Ich habe erst weggehört, dann die eigene Schnappatmung unterdrückt und dann habe ich ihm angeboten, dass ich gerne so auf der Slipbahn stehen bleiben kann und wir das mal ganz in Ruhe ausdiskutieren können, warum das so sein könnte, dass das bei Segelbooten ein paar Minuten länger dauert.
Das wollte er dann aber auch nicht.

Auch wenn mir jedes Verständnis dafür fehlt, warum man mit 2x 200 PS am Heck einem Hobby nachjagt, bei dem es um Ruhe und Tiefentspannung geht, so bemühe ich mich doch um freundlichen Kontakt zu diesen seltsamen Zeitgenossen, von denen es in Schaprode einen ganzen Hafen voll gibt. Armer Dorsch.
Entweder die fangen garnichts oder sie sind im Blutrausch, weil sie offenbar ihre ganze Dorfsippe miternähren müssen - über Jahre hinaus, nur Dorsch.

Wenn man zu denen nett ist, geben sie auch mal was ab vom Fang. Grill habe ich ohnehin immer dabei und dann gucken die ganzen Fleischgriller auf Hiddensee nicht schlecht, wenn es nach gegrilltem oder besser noch auf der Haut gebratenem Raubfisch duftet.

VG Eric

p.s. die angesprochenen Bootstypen sind mir leider vollkommen unbekannt. Möglicherweise zieht die Jantar einfach zu schnell dran vorbei, um sie richtig wahrzunehmen?
Aber es ist auch so - auch wenn mir der Kahn bis heute viel Spass macht, sich als als eierlegende Wollmilchsau entpuppt hat, mit der man echt Sportsegeln UND gepflegtes Rumgammeln haben kann zu einem durchaus akzeptablen Anschaffungspreis, so gibt es inzwischen in der 21ft-Klasse modernere Risse, denen man nur hinterherguckt.
In der Regel sind das aber reine auf Racing gebaute Yogurtbecher mit einem grauenvollen Seeverhalten. Gerade in der Welle punktet die Jantar entscheidend.
Es ist absolut kein Anfängerboot. Aber es ist aus meiner Sicht eines der Highligts eines sehr erfahrenen Konstrukteurs.

FlyingFox Offline

Aktives Mitglied

Beiträge: 8

03.09.2019 21:27
#17 RE: Dein reales Januar 21 - Gewicht Zitat · Antworten

Hallo,

meine neue Jantar 21 wiegt mit Trailer, Ruder, 65 Ah Batterie, Großbaum, 2 Vorsegel im Boot, 10 kg max. Kleinkram im Boot: 1410Kg.
Der Trailer alleine wiegt 380 kg. ( der Trailer mit den kleinen Rädern, Seitenkisten, extra Blech, auf den man beim Slippen laufen kann)

Vor einem Jahr habe ich durch die Dekra ein Skoda-Dokument bekommen, wo das Auto 1,5t bei 8% Steigung mit Antischlingerkupplung ziehen darf.
Damit komme ich zum See und zurück, Zum Slippen hole ich mir Hilfe.
Oder ich ziehe ich den Trailer die schräge Slippstelle bis zur gerade stehenden Auto mit meiner Konstruktion hoch. Bis an die Müritz könnte es auch noch in den Urlaub gehen, da sind keine Berge dazwischen. Zwar am Limit, aber noch möglich.

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

26.09.2019 11:00
#18 RE: Dein reales Januar 21 - Gewicht Zitat · Antworten

Zitat von FlyingFox im Beitrag #17
...Zwar am Limit, aber noch möglich.


Hi, fliegender Fuchs.

Lass es. Auf einem Privatgrundstück und bei trockener Slipbahn, kannst du den Kahn mit einem Kleinwagen reinschubsen und notfalls bei Frontantrieb auch im Rückwärtsgang rauszerren. Aber wehe das Gespann kommt ins rutschen.
Zum Trailern braucht man Reserve. Ich habe mich mal mit einem ausgewachsenen SUV trotz Allrad auf der Autobahn gedreht und das nur, weil sich der Anhänger plötzlich in den Spurrillen aufgeschaukelt hat. Und ich habe noch nicht mal versucht zu bremsen. Nicht auszudenken, wenn du mit so einer Fuhre auf ein Stauende fährst und wirklich zum stehen kommen musst.
Damals hatte ich mehr als 500kg Reserve in der Anhängelast und es hätte nicht viel gefehlt und die Sache wäre in der Leitplanke geendet.

Ist es das wert?

Besorge dir ein ordentliches Zugfahrzeug, die gibt es auch zum Ausleihen.

Zum Jantargewicht - die Angabe des Bootsgewichtes unter 1 Tonne ist das reine Regattakampfgewicht. Der hohle Vogel, segelklar, aber mit nichts drin und das meint garnichts.
Jetzt schau mal in dein Boot, was da so alles drin ist.

Reiseklar haben wir unsere mal mit über 1.300 kg ins Wasser gesetzt. Ablegebereit für 3 Wochen Dänische Ostseeküste. Da war der Wasserpass weg.

Zirkel nicht um die letzten Kilo, fahre nicht ohne Reserve. Egal, was in den Papieren steht, die Physik sagt - ist dein Zugfahrzeug zu leicht, fährst du im Risiko. Auch für andere Verkehrsteilnehmer.

VG Eric

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