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Dieses Thema hat 9 Antworten
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 Tipps und Technik
olddino Offline



Beiträge: 1

07.11.2012 11:27
Elektrik und Elektromotor Zitat · Antworten

Hallo,

habe meine Jantar vor 3 Jahren gekauft. Hat bisher keine Batterie. Steuerbord neben dem Niedergang ist das Schalttablot, verkabelt ist ab dort zu den Leuchten, aber ich habe keinen Schaltplan. Auf dem Deck neben dem Mast in ein Stromanschluss und im Mast liegt ein Kabel.

Vor 4 Wochen sind dann am Chiemsee Dutzende Außenborder geklaut worden, einschließlich meinem schönen, alten Zweitakter. Jetzt frage ich mich, ob es nicht an der Zeit ist, mal die komplette Elektrik zu machen und einen Elektromotor zu erwerben.

Hat das schon mal jemand gemacht? Wo würde dann die Batterie eingebaut? So ein Motor zieht locker 40 A und da bräuchte man schon recht dicke Kabel, wenn die Batterie vor dem Mast sitzt. Die Backskiste wäre nahe am Motor, aber 40 kg Extragewicht im Heck ist auch nicht der Hammer.

Und wo baut man die Landstromübernahme ein? Braucht man 230 Volt Sicherung und FI Schalter, wie offiziell vorgeschrieben? Wo kommt dann das Ladegerät hin? Wie kommt man von der Batterie an das Schalttablot? Und wie von der Batterie zum Motor? Da braucht man doch sicher Buchsen und Stecker, die einen hohen Strom abkönnen und spritzwasserfest sind. So was findet man irgendwie auch nicht im Zubehörhandel.

Vielen Dank für Eure Hilfe.
Rainer

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

07.11.2012 13:24
#2 RE: Elektrik und Elektromotor Zitat · Antworten

Zitat von olddino im Beitrag #1
Hallo,

habe meine Jantar vor 3 Jahren gekauft. Hat bisher keine Batterie. Steuerbord neben dem Niedergang ist das Schalttablot, verkabelt ist ab dort zu den Leuchten, aber ich habe keinen Schaltplan. Auf dem Deck neben dem Mast in ein Stromanschluss und im Mast liegt ein Kabel.

Vor 4 Wochen sind dann am Chiemsee Dutzende Außenborder geklaut worden, einschließlich meinem schönen, alten Zweitakter. Jetzt frage ich mich, ob es nicht an der Zeit ist, mal die komplette Elektrik zu machen und einen Elektromotor zu erwerben.


Hallo Rainer, ihr wart dran. Hatte mich schon gewundert, weshalb man unsere Motore diesjahr in Ruhe gelassen hat.
Der E-Motor war das Erste, was ich von meiner Jantar runtergeschmissen habe, zum Fahrtensegeln vollkommen ungeeignet. Aber an einem abgeschlossenen See, an dem man den Motor tatsächlich nur als Flautenschieber braucht, ist ein E-Motor eine gute Idee.
Er ist leicht, lässt sich einfach abmachen und was nicht am Heck hängt, kann auch nicht geklaut werden.

Ich weiss nicht, wie du auf die Lastannahmen von 40 kg kommst. Ich hatte eine 100 Ah-Batterie drin, die Woche über lädt ein Solarpanel auf einer der Heckklappen, wenn Wind ist kann man segeln, auch bei Sturm und bei Flaute genügt das für eine Stunde ruhiges rumschippern.
E-Motor und Batterie zusammen wiegen knapp über 10 kg.
Das dürfte weniger als die Hälfte sein von dem, was man an Gewicht mitschleppt, wenn man auf Verbrennung setzt.
Es ist daher nicht notwendig, die Batterie in das kleine Fach im Ankerkasten zu würgen, zumal eine 100 Ah-Batterie da ohnehin nicht reinpasst. Kurze Kabel bedeuten wenig Verlust, wenn alles im Heck platziert wird. Die Batterie steht dabei mittig am Heckschott im Achterstauraum, also dort, wo schon die ausgeschäumte Bodengruppe anfängt..

Landanschluss und der Stecker für den E-Motor werden auch achtern platziert.

Den Stecker am Mast hat bei mir ein Witzbold platziert und zwar so weit vorn, dass bei jeder zweiten Wende die Fockschot hängen bleibt und wenn man den Mast legt und den Stecker vergessen hat, sitzt er genau so, dass es reicht, um das Kabel abzureissen. Naja, begrenzt witzig...
Bei Neuplanungen kann man das besser machen.


Und wo baut man die Landstromübernahme ein? Braucht man 230 Volt Sicherung und FI Schalter, wie offiziell vorgeschrieben?

Nein, die FI-Sicherung sitzt am Landstrom. Ist wie zu hause, da ist die FI-Sicherung auch nicht am Gerät, sondern am Sicherungspaneel und sie fliegt trotzdem raus, wenn du deinen Fön mit in der Badewanne nimmst. Sollte sie jedenfalls.

Wo kommt dann das Ladegerät hin?

Achterkasten, über der Batterie im Achterkasten an die hintere Plichtwand schrauben. Kurze Wege, kein Spritz- oder Sammelwasser, regengeschützt.

Wie kommt man von der Batterie an das Schalttablot?

Dünne Kabel.

Und wie von der Batterie zum Motor?

Kurze, dicke Kabel, Aussensteckdose im Bereich des Tritts, das ist das Gegenstück zum dreipoligen Motorstecker.


Da braucht man doch sicher Buchsen und Stecker, die einen hohen Strom abkönnen und spritzwasserfest sind. So was findet man irgendwie auch nicht im Zubehörhandel.

Na doch. Alle im Wassersport üblichen Stecker sind regen- und spritzwassergesichert, der Gegenstecker sitzt am Motor, zum Paneel geht da nichts, als die dünnen Kabel. Das Paneel ist nur für Bordlicht und die Batterieüberwachung, Kontrolle des Solarstroms und solchen Kram. Die einzigen, etwas dickeren Kabel gehen nur direkt von der Batterie zur Steckdose des E-Motors.

Die dicken Kabel sind genauso dick, wie zwischen Starterbatterie und Anlasser an deinem Wagen und die dünnen Kabel sind genauso dünn, wie die von allen anderen Verbrauchern an deinem Wagen. Schau mal rein.

VG Eric

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

09.11.2012 02:45
#3 RE: Elektrik und Elektromotor Zitat · Antworten

Hallo Rainer.
In einigen Punkten hab ich da eine ganz andere Meinung als eric. (Und zum Thema Elektrik weiß ich von was ich rede - bin vom Fach).
1. Elektro vs. Verbrenner.
Die Elektro-AB sind allesamt sehr leistungsschwach, taugen grad mal fürs Angelboot. (eine kleine Ausnahme sind da die etwas stärkeren Torqueedos - leider sündteuer und anfällig). Auch am Chiemsee können sich wie hier am Ammersee die Gewitter rasend schnell entwickeln. Mit einem ElektroAB und 3 kn hast Du dann schlechte Karten. Lademöglichkeit ist an Deinem Liegeplatz ja offenbar vorhanden. Aber anderswo? Einzige Vorteile die verbleiben sind die Möglichkeit, diebstahlsicher in der Kajüte zu lagern (weil ohne Benzin) und das Gewicht.
2. Gewichte
Da hat sich eric wohl verlesen, denn Du schriebst ja von 40 A und nicht von 40 kg.
Also, mein (Auto-)Akku hat 62 Ah (ich brauch ihn vor allem für den Autopiloten und fürs Nachtlicht) und wiegt genau 14,4 kg. Den dümmsten Platz für so ein Trumm hat sich der Konstrukteur selbst ausgesucht: Hinter dem Ankerkasten. Aber auch der von eric vorgeschlagene Platz in der Achterpiek ist nicht ideal. Schwere Gewichte sollten möglichst tief und mittschiffs sein. Bei mit hat der Voreigener die Batterie in dem Schapp unter der Kochmulde, neben dem Kielschacht untergebracht. Ideal, aber für die Verkabelung etwas umständlich (Das Schalt- und Sicherungspaneel ist auch bei mir am achteren Ende der Stb-Koje).
Das Gewicht der Einfach-ElektroAB ist deutlich geringer (so knapp 10 kg). Die Viertakt-Verbrenner (was anderes kommt heutzutage auf unseren bayerischen Seen nicht mehr in Frage) beginnen so bei 14 kg und die etwas stärkeren haben dann gleich 25 kg und mehr.
Die Gewichtsverteilung im Boot spräche also für den Elektro.
3. Querschnitte der Kabel
Mit Deiner Annahme von 40 A für den Elektro-AB liegst Du nicht ganz falsch. Die Maximalströme liegen (abhängig von der gewählten Leistung) aber eher bei 50 A.
Grundsätzlich hat eric schon recht, wenn er meint, daß der Spannungsabfall im Kabel Batterie-Motor klein gehalten werden sollte. Aber sooo gewaltig sind diese Ströme nun auch wieder nicht, daß man sich gleich am Querschnitt der Batteriekabel im PKW orientieren sollte. (Immerhin fließen dort Anlasser-Ströme von weit über hundert Ampere). Also 10 qmm wären für die Verbindung Batterie-ElektroAB ausreichend, selbst wenn die Batterie an dem von mir vorgeschlagenen Platz sitzt.
Bei allen anderen Kabeln sind die handelsüblichen Querschnitte von 1,0 oder 1,5 qmm für die kurzen Wege auf der Jantar ausreichend.
4. Schaltplan
Vermutlich ist bei Dir nur die originale Innenbeleuchtung und das Topplicht installiert. Die Leitungen sind dann auf das Schalt- und Sicherungspaneel geführt und die Schalter sind (hoffentlich) beschriftet. Du kannst es nach der Installation der Batterie aber auch einfach ausprobieren. Schaltplan gibt es dazu keinen. Wozu auch. (Die Leitungen sind vermutlich in den Aussteifungsrippen der Innenschale geführt). Die Kajütbeleuchtung war bei mir auf zwei Kreise aufgeteilt, also gibt es für die Innen-Beleuchtung auch zwei Schalter.
5. Kabelführung
Wenn Du den Akku, wie von mir vorgeschlagen unter der Pantry installiert kannst Du das/die Kabel in der Rinne hinter/unter den Polstern einkleben. Batterie-Hauptschalter nicht vergessen!
6 Topplicht
Du schreibst vom "Stromanschluß neben dem Mast". Das wird wohl der Anschluß für das Topplicht sein. Vermutlich ist die Deckssteckdose noch vorhanden, der Stecker des Mastkabels aber nicht mehr. Gottseidank ist diese Steckverbindung ein Serienteil, das es heute noch gibt. (z.B bei Fa. Gründl, Art.Nr. HKG3004).
7. Ladetechnik
Leider liegt eric daneben, wenn er meint bei einer Festinstallation auf den FI-Schalter im Boot verzichten zu können. Denn: Es gibt keine Garantie dass in der Landinstallation an die Du anschließt ein solcher vorhanden ist!!! (Bei uns im Club ist z.B auch kein FI-Schalter in der Niederspannungs-Verteilung - war bis 1.2.2009 auch nicht vorgeschrieben). Ich rate Dir dringend eine Festinstallation im 230V-Bereich nur von einem Fachmann machen zu lassen. Aber Du brauchst ja auch keine Festinstallation. Beim mir stecke ich das lose Ladegerät einfach an das Landkabel und an eine 12V-Steckdose der Bordinstallation an. Dazu braucht es keinen FI-Schalter.
8. Resumee
Wenn Du auf feste 230V-Installation und Elektro-AB verzichtest kannst Du es selbst installieren. Andernfalls solltest Du einen Fachman beauftragen.
Viel Spass bei der Winter-Arbeit!
Helmut

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

09.11.2012 09:34
#4 RE: Elektrik und Elektromotor Zitat · Antworten

Hallo Helmut, ich sag mal - ja und nein.

Zunächst die drohenden Gefahren bei Gewitter.
Dass man da mit einem Segelboot immer schnell weg sein muss und sich im sicheren Hafen vertäuen soll, ist eine Binnenidee. Man hat bei einem Boot, speziell bei einem Segelboot mehrer Optionen, wie man auf ein plötzlich aufziehendes Gewitter reagieren kann.
Wir haben im Binnenland oft tatsächlich nur wenige Minuten, um zu regieren, da nutzt es nichts, die ganze Zeit einen leistungsstarken Motor spazieren zu fahren und auf grossen Teichen und auf See, wo schnell Welle entsteht, kann man rasch an die Grenzen eines AB stossen, egal wie stark er ist.

Der Anwendungsfall eines Elektro-AB ist der reine Flautenschieber. Für Wandersegler ist der E-AB nicht zu gebrauchen, weil man hier oft stunden-tagelange Flussfahrten manchmal auch gegen die Strömung bewerkstelligen muss. Aber als Flautenschieber ist ein E-AB nicht zu toppen.
Das Standardargument, dass der AB bei Wind nicht gegenankommt, ist für Segler eher merkwürdig und nein, man benötigt für eine Jantar keinen Torquedo.
Man kann mit einem normalen E-AB sicher keine Rennen fahren, aber schneller als man joggen kann, ist man allemale.

Zu den Gewichten:
Der AB wiegt ca. 10 Kg. Rhino- oder MinKhotamotore sind preiswert, selbst die Leistungsstarken für unter 200 Euro, sie fallen praktisch garnicht auf am Heck und kommen mit einer Jantar, die ja nur eine Tonne wiegt, spielend zurecht. Ergänzt mit einem Solarmodul, hat man praktisch eine Saison lang Ruhe und muss überhaupt nicht an den Landstrom. Ausserdem ist es noch ganz witzig, nur am Griff zu drehen und vollkommen geräuschlos loszuschippern, während dein Nachbar seinen Verbrenner noch mit der Anreissleine tracktiert.
Nur eben nichts für Fahrtensegler.

Rainer hatte von 40 kg Extragewicht am Heck geschrieben, ich kann besser lesen.

Sooo schlimm ist es nicht, die Batterie im Achterkasten, mittig direkt an der Plichtrückwand zu platzieren.
Man spart ja den Tank, Kanister und Verbrennergewicht, so dass die Jantar ohnehin weniger Last am Heck hat, zum anderen ist das Gewicht der Batterie relativ zu sehen, zum eigenen Kampfgewicht, zum Gewicht der Lieblingsvorschoterin und des Bier- und Seltersvorrates, Grill, Kühltasche, Konserven, Klamotten, Seile, Bücher, Unterhaltungselektronik, Wasserkanister, Kochkram, Segelgarderobe, Ölzeug, Gummistiefel, Schlafsäcke, Kuscheldecke... und was man sonst so alles an Lasten mit rumschippert.
Batteriegewicht- und damit der Standort, sind also relativ egal.
Damit kann man die Batterie auch da platzieren, wo man mit der Kabelei keine Probleme hat.

Die ganz harten Regattasegler unter uns fahren ohnehin mit ausgeräumten Booten rum, die würden mit den Begriffen Polster und Kocher garnichts anfangen können definitiv vor der Regatta auch die Batterie und den E-AB runterräumen.

FI-Sicherung.
OK, ich bin nicht darauf gekommen, dass sich irgend ein Marinabesitzer oder Verein heute noch traut, Landstrom zur Verfügung zu stellen, der nicht FI-abgesichert ist, bei all den segelnden Rechtsanwälten und dem Breitsport "Mitmenschenverklagen".

Aber selbst aus Eigenschutz - der Landstrom geht ausschliesslich ans Ladegerät, danach ist alles 12V.
Es stellt sicher keine Überforderung dar, eine für Boote vorgesehene, spritz- und regenwassergeschützte Steckdose zu installieren, womit auch Physikschwänzer und Grobmotoriker klarkommen, weil da alles "Elektrische" schon drin ist. Und auf der Rückseite den Stecker vom fest eingebauten Ladegrät reinzustecken, ist keine grosse Kunst. Den Stecker vom Toster bekommt man ja auch in die Steckdose und das ist ungefähr der gleiche Schwierigkeitsgrad.

Es stimmt, bei mir waren viel zu starke Kabel von der Batterie zur Anschlusssteckdose des E-Motors verbaut, das ist nicht notwendig, schadet aber auch nicht.
Welche Querschnitte man wirklich braucht, kann man am Motor sehen. Es ergibt keinen Sinn, die Zuleitungen stärker auszulegen.
Es ist aber nie verkehrt, sich mal einen Fachmann an Bord zu holen.

Einen Tip zur Kabelverlegung habe ich noch:
Backbord verläuft ein eingeklebtes Rohr im Längsstringer vom Achterkasten bis zum Küchentrakt, zwischen Treppenstufenauflager und Plichtunterseite ist ein Abstand, so dass man mit Kabeln gut die Seite wechseln kann, für die Schottinstrumente und unter den hübschen runden Posterwürsten, die da relativ sinnfrei an der Kajütdecke rumbammeln, kann man auch gut Kabel langlegen.
Der Rest der Kabel liegt nicht nur vermutlich in den Aussteifungsrippen der Deckeninnenschale, sondern wie wir Mathematikertöchter sagen würden - mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit :) - sind ja auch Lampen in der Decke.

Die Batterie muss mit einem Gurt gesichert werden, damit sie bei Lage und Wellenschlag da bleibt, wo man es vorgesehen hat, wo auch immer das ist.
Die Schaukelbewegungen und mechanischen Torturen für die Batterie sind vorn im "Batteriekasten" am höchsten.
Neben dem Kiel, da wo bei mit die Kühltasche exakt in den Schrank reinpasst und wo Helmut die Batterie platziert hat, steht sie am ruhigsten. (deshalb lagert dort mein Biervorrat) Achtern auf dem Rumpfboden steht sie auch ruhig. Das ist ja bei Säurebatterien nicht ganz unwichtig.

VG Eric

ninmaja Offline

Erfahrenes Mitglied


Beiträge: 122

11.11.2012 19:48
#5 RE: Elektrik und Elektromotor Zitat · Antworten

Hallo,
hat jemand Erfahrung gemacht mit E- Motoren des östereichischen Herstellers Kräutler? Für mich das perfekte Aggregat: http://www.kraeutler.at/motor_details_de/items/33.html

Wenn ich mal zu Geld komm schraub ich mir dass Ding unter den Rumpf; dann ist das Thema mit dem hässlichen Gedöns hinten drann endlich vorbei. Ist nämlich leider nicht ganz billig...
Gruß Frank

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

12.11.2012 07:50
#6 RE: Elektrik und Elektromotor Zitat · Antworten

Hallo Frank, wir sind doch noch im Jantarforum, oder? Das mit diesen kleinen, leichten Sportsegelbooten?
Du machst so viel an deinem Boot, um es schnell zu machen. Deine Regattagegner sind sicher schon dauergenervt und werden dann echt froh sein, wenn du dir einen 20 kg schweren Bremsklotz unter den Kahn schraubst und den entsprechenden Batterieblock in den Kahn wuppst (vielleicht ins Heck?), um einen Motor mit 1,6 kW etwas mehr als ein paar Minuten zu betreiben. Knapp 70 A saugt das Teil, das heisst, dass du mit einer schon ziemlich schweren (und teuren), voll aufgeladenen 100Ah-Batterie eine Stunde rumdüsen kannst, ohne dass die Batterie tiefentladen ist. Na wenn das nichts ist...

Da du mit normalen Starterbatterien bei einem E-Motor nichts anfangen kannst, lege mal gleich noch ein paar Taler für eine oder zwei) ordentliche Arbeitsbatterien zur Seite, nebst erforderlichem Kennlinien-Ladegerät. Dass du auch die E-Anlage auf 24 V umbasteln musst, spielt angesichts dieser Welle von Vorteilen (und Kosten) eigentlich kaum noch eine Rolle.

Da du ja bei Fahrten ausserhalb eines Baggersees nichts (garnichts) mit dem fest installierten Powermotor anfangen kannst, musst du noch zusätzlich einen Verbrenner mitnehmen und fährst den fest installierten Bremsfallschirm unterm Rumpf ganz umsonst spazieren.
Der macht bestimmt auch beim Slippen viel Freude.

VG Eric

p.s. von welchem "Gerödel am Heck" spricht man bei einem normalen Elektro-AB? Die wiegen keine 10 kg, reinkippen, am Griff drehen, das wars. Die werden auch nicht geklaut, weil man sie ja mit einem Griff mal eben in die Kajüte packen kann oder sie einfach mit nach hause nehmen kann.

ninmaja Offline

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Beiträge: 122

12.11.2012 23:26
#7 RE: Elektrik und Elektromotor Zitat · Antworten

Eric,
ich meine du bist hier ein bischen fix:

20 kg sind da unten kein Problem
12cm Durchmesser des Motorkörpers auch nicht
der Motor ist brushless- geregelt, d.h. nutze ich nur 5% der max. Leistung, verbrauche ich auch nur soviel.
Die Leistungen sind nicht vergleichbar: das extrem hohe Drehmoment kann eine vergleichsweise große Schraube antreiben; da geht es mit ganz kleiner Leistungsaufnahme sehr ordentlich voran.
Brauchst du mal Power um bei Wind ordentlich aus der Box zu kommen, ist dass mit diesem Aggregat auch kein Problem, zumal das Ruder PERFEKT angeströmt wird.
Recht hast du wenn mann lange Distanzen schnell fahren will - die kosten Gewicht und Raum für Batterien...

Bist du schon mal mit dem Rad fahrend von einem E- Bike überholt worden? Der Haupt Vorteil von dem Kräutler Antrieb ist nämlich (nur zum Scherz): kommt ein Kontrahent zu nah und mann kann auch nicht schneller, können die 1,6 lautlosen Kw ein bischen mithelfen...hihi Und dass kannst du mit deinem Minkota- Rührbesen halt nicht...Frank

hgebauer Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 187

14.11.2012 11:37
#8 RE: Elektrik und Elektromotor Zitat · Antworten

Aha, jetzt ist die Katze aus dem Sack! Du willst bei den Seglern auf den Rennziegen lange Gesichter erzeugen. . Pfui, schäm Dich.

Zugegeben, im ersten Moment eine bestechende Idee. Bei näherer Betrachtung gibt es dann aber doch einige Einwände.
Im Gewicht der Antriebseinheit sähe ich auch kein Problem; es wäre ja an der richtigen Stelle!
Und die Bremswirkung beim Segeln dürfte, wenn Du den Faltpropeller nimmst auch nicht sehr groß sein. Aber......der gute angegebene Gesamtwirkungsgrad von 85% dürfte nur für den großen dreiflügligen Festpropeller gelten. Der für den zweiflügligen Faltpropeller ist sicher wesentlich schlechter. (Dem Käutler-Prospekt ist leider nicht zu entnehmen für welchen Propeller der angegebene Wirkungsgrad gilt). Auch der Vergleich mit dem 4 PS-Verbrenner dürfte damit nur für den Antrieb mit Festpropeller gelten.
Warum segelst Du dann überhaupt noch ein Boot mit Hubkiel? Die Flachwassergängigkeit und die Slipmöglichkeit wären dahin und Du führest nun ganz unnützerweise dieses anfällige 230kg-Klappergedöns spazieren. Hubkiel und Festantrieb passt nicht zusammen!
Ein anderes Problem wäre auch noch das Gewicht und vor allem die Größe des 24V-Akkus. 100Ah/24V (womit Du ca. 1 Stunde volle Pulle fahren könntest oder viele Stunden langsam) schätze ich mal so auf knappe 50kg und entsprechend groß. Wohin damit? Unter den Plichtboden? Ob Du das Riesenteil da überhaupt rein-und rauskriegst? Aufteilen auf 2x12V in Reihe? Ginge theoretisch, wäre aber problematisch im Bereich der Ladetechnik.
Bin gespannt ob Du das so realisiert.
Immer eine Handbreit......unter dem Motor.
Helmut

ninmaja Offline

Erfahrenes Mitglied


Beiträge: 122

14.11.2012 12:50
#9 RE: Elektrik und Elektromotor Zitat · Antworten

Helmut,
Träume sind leider häufig nur Schäume.
Das ganze ist viel zu teuer und kein Projekt für uns.
Grundsätzlich wäre dass ganze aber interessanter im Zusammenhang mit bezahlbahren LIPO Batterien, damit das Platz und Gewichtthema 'ad acta' wäre.
Bis bald... - Frank

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

14.11.2012 22:22
#10 RE: Elektrik und Elektromotor Zitat · Antworten

Zitat von ninmaja im Beitrag #7
...

20 kg sind da unten kein Problem...


Aha, aber wenn man 2cm höher in der Backskiste an eben dieser Stelle eine 10 kg-Batterie platzieren will, dann denken alle, dass sie die wegen des schlechten Längstrimms unbedingt ganz vorne ins Boot basteln müssen, einschliesslich der dicken Kabel, die man dann auch noch einmal längs durchs Boot verlegen muss.
Das Gewicht spielt sicher nicht die Rolle, aber beim Slippen und beim Segeln ist das Ding fehl am Platz.

Das Boot hat ja keine 6 m Wasserlinie, da kannst du ganz sicher sein, dass der Motor da unten dran die ganze Zeit bremst.

Aber irgendwann bastelt hier einer mal einen passgenauen Schacht, irgenwas Geniales, so dass man den Motor nur bei Bedarf rausklappt oder absenkt.
Dann ist das die simmvollste Stelle, einen Motor zu platzieren.

Ich sag mal - Elan210 und ausfahrbare Bugstrahlruder - die technische Lösung ist praktisch schon da, nur eben noch nicht für die Jantar.

Preiswerte, leistungsfähige E-Motore, versenkbar im Schacht, Brennstoffzellen in handlichen Format, und/oder dieses Powerbatterien, die man in den Tesla eingebaut hat, diesen Elektrosportwagen, das Thema E-Antriebe ist noch nicht vom Tisch.

Bist du schon mal mit dem Rad fahrend von einem E- Bike überholt worden?
Der Horror, aggressiv drängelnde Senioren, die vom stehenden Hindernis auf den Radwegen zu surrenden Verkehrsrowdies mutieren... Wenn die so weitermachen, bekommen wir glatt noch die Helmpflicht.


Der Haupt Vorteil von dem Kräutler Antrieb ist nämlich (nur zum Scherz): kommt ein Kontrahent zu nah und mann kann auch nicht schneller, können die 1,6 lautlosen Kw ein bischen mithelfen...hihi Und dass kannst du mit deinem Minkota- Rührbesen halt nicht...Frank

Mit dem Ding unten dran, bekommst du auch eine andere Yardstickzahl, bei der man davon ausgeht, dass du das sowieso mitsurren lässt.

VG Eric

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