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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 142 mal aufgerufen
 Tipps und Technik
Oki Offline

Aktives Mitglied

Beiträge: 3

10.09.2018 16:36
Baum Beschläge für Reffleinen Zitat · Antworten

Der Großbaum hat auf meinem Boot nur eine Augplatte unten am hinteren Ende. Da kann man mal gerade die Dirk durchziehen, was aber nicht gut ist, weil sie den Baum dann seitlich hält und nicht mittig. Ich denke daran, 1. für die Dirk einen Bügel am Ende des Baums zu montieren und je eine Augplatte für die beiden Reffleinen achtern. Frage 1: wie befestigen? Eher mit Schrauben und Hutmutter oder mit Nieten? Schrauben könnten mit den Leinen im Baum in Konflikt geraten. Frage 2: wo befestigen? Eher unten am Baum oder eher seitlich? Seitlich könnte den Nachteil haben, dass man sich eher dran stößt, hätte aber den Vorteil, dass man die Reffleinen nicht halb um den Baum herumführt, bevor sie nach oben ins Segel gehen. Frage 3: Damit die Reffleine möglichst senkrecht vom Baum zur Reffkausch läuft - hat jemand die horizontalen Abstände der beiden achteren Reffkauschen vom Schothorn parat oder ein Foto, auf dem man so eine oder eine andere Lösung gut sehen kann?

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

10.09.2018 21:55
#2 RE: Baum Beschläge für Reffleinen Zitat · Antworten

Hi Oki, schwierig zu verstehen. Leider habe ich auch kein Foto, deshalb versuche ich es mal so. Vielleicht findest du ähnliches vor an deinem Grossbaum.

Mein Grossbaum hat ebenfalls am hinteren Ende unten einen durchgesteckten und genieteten Augbolzen, der ist für die Grossschot, sonst für nichts.
Von innen und oben zugänglich befindet sich am Ende des Grossbaums eine Galerie mit 3 parallel angeordneten Rollen. Die beiden äusseren sind für das Reffsystem, wobei es egal ist ob konventionell gerefft wird oder im 1-Leinen Reffsystem. Bei Jantar ist beides möglich.
Diese 3 Rollen befinden sich auch vorne im Grossbaum und sind für die Umlenkung zum Mastfuss vorgesehen.

Oberhalb dieser Baumnockrollen verläuft ein Stabilisierungsstab. In den klicken wir mit einem Schnappi die Dirk ein.
Da sie im Normalfall stört und nervt, wird sie während des Segelns einfach ins Achterstag geklickt.
Die mittlere Rolle ist für den Unterliekstrecker vorgesehen.

Der Baum wird am Lümmelbeschlag gehalten, der "verdreht" sich also nicht, wenn die Dirk seitlich eingeklickt wird.
Oft geht es ja garnicht anders, z.B. beimm reffen.

Zusätzlich habe ich seitlich achtern am Grossbaum eine auf einer T-Schiene verstellbare Umlenkrolle fürs Reff. Die ermöglicht einen baumnahen Zugpunkt sowohl für Reff 1 als auch Reff 2. Dadurch steht das Segel hervorragend und lässt sich sogar trimmen.

Reff 2 fahren wir praktisch nicht. Natürlich haben wir es auf See auch eingebunden, einfach nur zur Sicherheit, aber nur sehr selten gebraucht.
Die Jantar muss relativ früh ins Reff, so ab 5 bft, kann dann Reff 1 aber sehr lange fahren, so bis bft 7.
Danach ist ohnehin die K.. am dampfen und jeder Versuch aufzukreuzen wird zum Stellungskrieg und zur Materialschlacht. In der Regel nehmen wir dann das Gross ganz weg und fahren nur noch unter Fock.

Zu deinen anderen Fragen. Für den Segelhals habe ich eine mit Stopmutter eingeschraubte Augöse, das ist die einzige Ausnahme. Ansonsten wird da alles genietet und Ösen mit hohen Zugkräften werden durchgesteckt und vernietet. Das hat den Vorteil, dass die Zuglast auf die Öse geht und nicht auf die Niete.

Seitlich sind noch jede Menge Augösen angenietet, an denen man sich wunderbar den Kopf aufschlagen kann.
Ursprünglich waren die mal für die Lazy-Jacks. Das Strippengedöns war gleich das erste, was ich runtergeschmissen habe.
Das soll ja das Segel fangen.
Das kann es auch total zuverlässig, jedenfalls beim Segelsetzen.

Wenn Segelbergen mal schnell gehen soll, kann man das Schiebeluk aufmachen, den Grossbaum ablegen und schon kann das Tuch nicht mehr weg.
Will man die Segel zusammenlegen und runternehmen, sind die Strippen eh nur im Weg.

Warum willst du bei anderen die Abstände für die Reffaugen wissen, statt dein Segel mal selbst hochzuziehen und zu testen, wo die Augen bei DEINEM Segel sitzen müssen, damit es gut steht und sich ggf noch trimmen lässt? Ich glaube, da bist du mit probieren und messen besser dran.

Man kann ein Reff auch entkoppeln, indem man mit Dyneemaleinen das Auge an den Baum zieht und mit dem Unterliekstrecker refft. Dann brauchst du gar keine zusätzlichen Ösen. Das haben wir 2 Jahre so gefahren, bevor uns hier mal einer erklärt hat, wie reffen im 21. Jahrhundert geht.

Das ist eine gute Methode, die meterlange Leinen spart, aber nur im Hafen eingebunden werden sollte.
Wir haben das mal im Seegang probiert und das war kreuzgefährlich, da man besser nicht am Heck auf dem Backskisten-Schleuderbrett rumturnt, dabei steuert und sich am killenden Segel festhält, während sich die Jantar nicht entscheiden kann, auf welche Seite sie sich gleich wirft.

Dem Einleinenreff vertrauen wir nicht. Zu viel Reck drin.
Es hat trotzdem seine Berechtigung, denn hier muss keiner an den Mast. Man kommt zwar auch vom Niedergang ran, aber oft kommen Schauer und Schauerböen gemeinsam und da will man vielleicht nicht das Schiebeluk öffnen.

Trotzdem haben wir das Einleinenreff wieder zurückgebaut. Ein Haken ist ein Haken.
Geht auch so schnell.
Die letzte Entscheidung ins Reff zu gehen, kam 20 Sek vorm Regattastart, alle haben gepokert und wenn man der einzige ist, der sich fürs Reff entscheidet, ist es auch komisch.
Aber wir sind ziemlich entspannt und schnell über die Startlinie gekommen und wenige Minuten später kochte der Teich schon und dann ging es richtig los.
Während andere Kopfstände gemacht haben und beim Durchgang einer fiesen Schauerfront mit nichts anderem beschäftigt waren, als das Boot zu retten, konnten wir segeln.

Einleinenreff ist sogar noch schneller.

Aber auch mit den Reffhaken und dem vorher eingebundenen Reffleinen, kann man noch reffen, wenn es eigentlich schon zu spät ist.

VG Eric

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