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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 635 mal aufgerufen
 Tipps und Technik
eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

11.01.2014 00:49
Displacemant Zitat · Antworten

Hallo, bei einem kleinen Boot spielt das Gesamtgewicht eine nicht ganz unerhebliche Rolle, wie das Boot segelt. Da kommt ja einiges zusammen, also Boot plus Geraffel, plus Zuladung vom Kocher bis zum Aussenborder, Zusatztank, Sprit und Wasserkanister, Segelkram, Vorräte nebst diverser Getränkekästen bis hin zum Wohlfühlgewicht der Crew.

Überrascht bin ich über die unterschiedlichen Gewichtsangaben in Messbriefen.
Bei der niederländischen Jantar von Hans steht als Verdrängung 1195 kg (http://people.zeelandnet.nl/hansgeluk/)
Das alleine wären ja schon 20 Prozent über den Werftangaben und den Angaben im IMS -Messbrief (beide hier im Forum unter Bootsinfo).

Auffällig ist, dass bei komplett leeren Booten im Frühjahr der Wasserpass nur einen dDaumenbreit über der Wasseroberfläche endet. Das verwundert mich, unabhängig davon, dass es auch nicht besonders praxistauglich ist.
Könnte es sein, dass die Boote schwerer sind als ursprünglich von Konstrukteur berechnet? Oder schwerer ausgerüstet, für den deutschen Markt?
In Polen habe ich schon Jantars ohne Innenschale, ohne Seereeling ohne Fenster gesehen - nicht schön, aber vielleicht haben die ja die 980 kg, die mal vorgesehen waren?

Wer war mit dem Boot schon mal auf der Waage oder hat beim Kranen mal einen Messwert erhalten?
Vielleicht haben ja die Jantarexperten der FSA mal gemessen, wieviel die Boote tatsächlich wiegen?

VG Eric

FSA Segelsport GmbH Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 175

19.02.2014 19:31
#2 RE: Displacemant Zitat · Antworten

Die Werftangabe in Höhe von 980 kg wurde ohne Mast, Baum, Polster, Holzauflagen für
Staufächer gewogen und angegeben. Eine Praxis der Hersteller, die noch heute aktuell ist.
Somit wird das Gewicht gedrückt und der Endverbraucher ist froh darüber, das er das Gespann
noch mit seinem Golf ziehen kann. Wir haben schon Jantar 21 in der Kranwaage gehabt, die
knapp über 1300kg wogen ! Warum ? Wegen des "Geraffels" : Anker, Festmacherleinen, Batterie,
Ladegerät, Batterien, Fender, Kühlbox, Ausbaumer, Wasserkanister, Aussenborder, Benzintank,
u.s.w. Man glaubt gar nicht, was sich im Laufe der Jahre in den Backskisten und Staufächern
ansammelt. Alte Festmacherleinen, die man als "Reserve" an Bord hat, obwohl sie nie benutzt
werden. Eine ältere Genua, die man mittlerweile ersetzt hat aber mit sich führt, fall das
neuere Segel mal "einreißen" sollte. Alles Teile, die nie jemand nutzt aber an Bord sind

Ist einfach so. Da hilft nur einmal alles raus und nur das rein, was auch wirklich in Gebrauch
ist !

FSA

P.S. Haben für den Einbau von Loggeber ein Katzenklo mit 6 kg Streu ausgeräumt.

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

21.02.2014 20:35
#3 RE: Displacemant Zitat · Antworten

Hallo, danke für die Antwort, ich habe so etwas befürchtet.
Im Urlaub sehe ich ja auch, wie der Wasserpass verschwindet, aber ansonsten gebe ich mir Mühe, da ich das Grundprinzip inzwischen verstanden habe, dass ein leichtes Boot einfach besser beschleunigt, weniger benetzte Fläche hat, dass man einen besseren Hebel auf der hohen Kante hat, damit länger aufrecht segeln kann und dass das höhere Geschwindigkeit bedeutet, mehr Höhe und schnellere Manöver. Das ist bei Vereinswettfahrten und auch sonst ja nicht ganz unwichtig. Wenn man in Wettfahrten Zeit hat, die Hecks der anderen Boote zu betrachten, fällt jedenfalls auf, dass die sich in der Regel nicht so einbuddeln, wie man selbst.

Da wir so oft es sich anbietet auf dem Boot übernachten, hat man automatisch mehr Komfortgerödel an Bord. Inzwischen gehört zur Startvorbereitung, noch ein, zwei Bollerwagenladungen auszuräumen. Polster bleiben drauf, aber Motor, Wandersegel, Spritkanister, Wasserkanister und Küchenkiste mit Vorräten, die einem das Überleben in den nächsten zehn Jahren sichern, falls zufällig alle Discounter und Biomärkte gleichzeitig pleite sind, das räumen wir raus und ertragen dabei geduldig das Kluggeschnatter und die spitzen Bemerkungen am Steg.
Interessant ist, dass mein Rausgekrame in der Regel dazu führt, dass die anderen dann doch noch irgendwas abschrauben. Spätestens, wenn ich meinen 35 kg-Klopper von 4-Takt-AB übern Steg schleppe, werden alle anderen auch nervös. :-)

Wenn ein so kleines Bootchen mit einem Grundgewicht von knapp einer Tonne, nur segelklar schon mal locker 20 Prozent schwerer ist, als der Konstrukteur glaubte (und im Messblatt versprach), also ohne dass man was reingeräumt hat, dann ist das suboptimal.
Takelage und Segel möchte man schon mitnehmen...Vielleicht wurde das Gewicht erst in Slotty umgerechnet, da war der Kurs auch immer verhandelbar.

Ich weiss, dass die Überehrgeizigen bei uns im Revier ihre Kleinkreuzer komplett strippen und radikal alles rausschmeissen, was nicht zwingend zum Segeln gebraucht wird. Von Inneneinbau bis Küchentrakt. Das fliegt bei denen alles raus. Das wäre mir zuviel.

Denn auf der anderen Seite freue ich mich, dass die Jantar so nett ausgebaut und ausgerüstet ist, irgendwie wirkt das alles sehr erwachsen und bis auf die psychedelische Farbgebung und Bestickung der Jantarpolster (und der Wand- und Deckenbespannung und der Klebenahtverdeckungswürste), ist das auch alles schön gelungen und schön gemütlich, ohne altbacken zu wirken.

Dass auch Boote am Markt sind, die aussehen, wie ein Jogurtbecher von aussen, genau wie von innen, zeigt auch, dass man das Zusatzgewicht vielleicht hinnehmen muss, wenn man es ein bisschen wohnlich haben will.

Eure Aufzählung war ja herrlich. Sicher war das gar kein Katzenstreu, sondern reines Bentonit für den Längstrimm. Wenn man das nass macht, wird es mehr als doppelt so schwer und schon bekommt man die Abrisskante am Heck frei, auch ohne die Backskiste auszuräumen. Dann ist zwar der Bug zur Hälfte im Wasser, aber man kann nicht alles haben.

Übrigens glaube ich nicht, dass sich irgend ein Skipper aktiv am Zukramen seines Bootes beteiligt. Das ist ein autarker Prozess. Ich sehe das an der großen Backskiste - im Frühjahr bleibt sie bewusst leer und dass sie im Herbst bis unter den Deckel gefüllt ist, so dass man kaum noch weiss, was in welcher Ebene verborgen ist, das passiert eigenständig und ohne jedes Zutun. Also bei mir ist das jedenfalls so...

VG Eric

FSA Segelsport GmbH Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 175

26.05.2014 03:11
#4 RE: Displacemant Zitat · Antworten

Hi Eric, genau so ist es !

Im Frühjahr wird das Boot aufgeräumt und "entmistet" eingekrant und im Herbst
mit 220 kg mehr ausgekrant. Hier setzt halt jeder seine Schwerpunkte anders.

Die extreme Beladung seitens der Eigners ist und bleibt wohl "normal".

Jeder setzt da wohl andere Prioritäten - ist auch gut so.

FSA

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

26.05.2014 07:39
#5 RE: Displacement Zitat · Antworten

Hallo, ja, muss man wohl mit leben.
Ich finde es auch toll im Frühjahr die ersten Vereinswettfahrten noch mit einem fast leeren Boot zu fahren. Es ist erstaunlich, wie schnell die Jantar anspringt, wenn sie sich am Heck nicht so einbuddelt. Zu Himmelfahrt gehts auf die erste Wandertour des Jahre, da wird erstmal eine gefühlte Tonne Gerödel und Verpflegung draufgekramt. Es soll ja an nichts fehlen.
Aus Gewichtsgründen die Zahnbürstenstiele abzusägen oder hohlzubohren, das kann man sich sicher sparen.

Spannend wird die Frage aber beim Trailern. Es scheint mit 1300 kg so eine Art Schallgrenze in der Anhängelast zu geben, die von vielen Fahrzeugen erreicht wird und theoretisch genügen würde. Wenn aber das Boot selbst schon schwerer ist und dann noch mit Urlaubskram vollgepackt, ist die schnell überschritten.

VG Eric

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