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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 662 mal aufgerufen
 Tipps und Technik
miclin Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 93

12.08.2013 17:42
Motorhalterung Zitat · Antworten

Hallo liebe Segelfreunde,
hat schon mal jemand versucht, die Befestigung der Motorhalterung elastisch zu gestalten, damit die Schwingung auf die Rumpfschale nicht so übertragen wird?
Und was macht ihr eigentlich, wenn eure Heckklappen bei laufendem Motor rasseln? Ich habe Gummipolster geklebt, die nur jedesmal nach heftigem Sonnenschein verrutschen, weil der Kleber weich wird.
Dann mal her mit euren Tipps und zur Befestigung der Motorhalterung am besten auch Bilder.
Ciao, Micha

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

13.08.2013 07:26
#2 RE: Motorhalterung Zitat · Antworten

Zitat von miclin im Beitrag #1
Hallo liebe Segelfreunde,
hat schon mal jemand versucht, die Befestigung der Motorhalterung elastisch zu gestalten, damit die Schwingung auf die Rumpfschale nicht so übertragen wird?
Und was macht ihr eigentlich, wenn eure Heckklappen bei laufendem Motor rasseln? Ich habe Gummipolster geklebt, die nur jedesmal nach heftigem Sonnenschein verrutschen, weil der Kleber weich wird.
Dann mal her mit euren Tipps und zur Befestigung der Motorhalterung am besten auch Bilder.
Ciao, Micha


Hallo Micha, wenn man verhindern will, dass Schwingungen übertragen werden, geht das am besten mit sog. Schwingungsdämpfern, also Gummi-Metallverbindern.
Die muss man nicht unbedingt beim Yachtausrüster kaufen. http://www.conrad.de/ce/de/product/54637...E99FD.ASTPCEN14

Bei den Deckelgummis muss man daran denken, dass die Deckel so gebaut sind, dass sie Wasser von oben, also Regen und Wellenschlag und ablaufendes Wasser der Plichtbänke abhalten, bzw. vorbeileiten, gleichzeitig aber eine Zwangslüftung der Backkiste ermöglichen. Mit einer umlaufenden Gummidichtung handelt man sich eher ein Schwitzwasserproblem ein und rasch darauf ein Schimmelproblem. Schwingungsdämpfung würde ich hier höchstens mit einzelnen Silikonpunkten machen. Die gibt es im Baumarkt und Sekundenkleber ebenfalls.

Ich hatte die oben genannten Motorlager viele Jahre in Benutzung, bei der Jantar aber nicht, weil die Boote in der Regel nur dann etwas nervig trommeln, wenn sich Motorschwingung und Eigenschwingung überlagern. Das kann man mit einem Dreh an der Gaspinne leicht abstellen.
Beim Beschlägeprüfen ist mir aber mal aufgefallen, dass so ziemlich alle Beschläge der Jantar einfach ins GfK geschraubt sind. Das geht sicher schnell, ist billig, hält auch eine Weile.
Ich fand das aber zu abenteuerlich. Wenn man bedenkt, welche Kräfte im Wellengang an Motorhalterung und Ruderlager zerren, wirken ein paar Unterlegscheiben und selbstsichernde Muttern beruhigend.

VG Eric

miclin Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 93

13.08.2013 08:49
#3 RE: Motorhalterung Zitat · Antworten

Moin Eric, danke für die schnelle Antwort.

Für die Backkistendeckel werde ich mir die Silikonpunkte und Sekundenkleber besorgen. Mal sehen, ob die auch hitzebeständig sind. Mittels Veränderung der Drehzahl des Motors hilft es bei mir nicht wirklich, dieses Rasseln oder Trommeln einzudämmen: Um so höher die Drehzahl, um so mehr rasseln die Klappen. Nur bei Standgas und etwas mehr rasselt nix.

Bei der Motorhalterung gibt es ja grundsätzlich zwei Varianten der Schwingungsisolierung: Zum einen kann man das ganze Stahlhalterungsgestell am Bootskörper versuchen zu isolieren. Zum anderen wäre es ja aber auch möglich, lediglich die unmittelbare Motorhalterungsplatte am Stahlhalterungsgestell versuchen zu isolieren. Oder gar an beiden Punkten?

Deine Schwingungsdämpfer überzeugen mich theoretisch nicht so ganz. Denn die selbstsichernde Mutter liegt ungedämmt am Bootskörper an. Über diese und den Metallbolzen wird die Schwingung ungedämmt auf den Bootskörper übertragen. Oder wo ist mein Denkfehler?

Gruß, Micha

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

13.08.2013 09:53
#4 RE: Motorhalterung Zitat · Antworten

Zitat von miclin im Beitrag #3
Moin Eric, danke für die schnelle Antwort.

Für die Backkistendeckel werde ich mir die Silikonpunkte und Sekundenkleber besorgen. Mal sehen, ob die auch hitzebeständig sind.


Hi, die Punkte nicht in den Deckel kleben, sondern auf den Backskistenrand. Dann isoliert der Deckel und der Silikonpups gegen Hitze von oben.


Zitat von miclin im Beitrag #3

Mittels Veränderung der Drehzahl des Motors hilft es bei mir nicht wirklich, dieses Rasseln oder Trommeln einzudämmen: Um so höher die Drehzahl, um so mehr rasseln die Klappen. Nur bei Standgas und etwas mehr rasselt nix.


Könnte auch am Motor liegen. Ich habe einen 6PS-Viertakter dran, der ist baugleich und (bauschwer) wie der 5 PS-Motor. 4PS reichen eigentlich fürs rumgurken. Bei Langstreckenfahrten ist der 6-PS-Motor mit seiner Lastschraube aber sehr laufruhig und sparsam. Bei Halbgas habe ich schon Rumpfgeschwindigkeit und dann noch Reserve, wenn es mal hektisch wird.
Die Erfahrung ist aber, dass man bei mehr als Rumpfgeschwindigkeit nur Sprit verbrennt.

Zitat von miclin im Beitrag #3

Bei der Motorhalterung gibt es ja grundsätzlich zwei Varianten der Schwingungsisolierung: Zum einen kann man das ganze Stahlhalterungsgestell am Bootskörper versuchen zu isolieren. Zum anderen wäre es ja aber auch möglich, lediglich die unmittelbare Motorhalterungsplatte am Stahlhalterungsgestell versuchen zu isolieren. Oder gar an beiden Punkten?


Nein, nur zwischen Halterung und Rumpf. Wenn zwischen Halter und Motor was klappert, ist es höchste Zeit, die Knebelschrauben festzuziehen, sonst wird sich der Jockel von der Halterung rütteln.

Zitat von miclin im Beitrag #3
Deine Schwingungsdämpfer überzeugen mich theoretisch nicht so ganz.

Das macht nichts, praktisch funktionieren sie aber. Dass die Teile nach ein paar Jahren in der Sonne altern, ist angesichts der Kosten von 1,65 Euro/Stück sicher vertretbar. Das sind auch nur Beispiele. Es gibt auch Silentlager, die um die Ecke gehen, also die senkrechte Lastkomponente besser auffangen, als die hier gezeigten. Aber eben diese hatte ich bei einer Autobude gefunden und hatte sie viele Jahre am Heck. Die werden zwar auf Scherung belastet, das stecken sie aber locker weg.

Zitat von miclin im Beitrag #3
Denn die selbstsichernde Mutter liegt ungedämmt am Bootskörper an.

Ja. darunter noch eine schöne dicke Karosseriescheibe als Unterlegscheibe. (4 Lager - 4 Scheiben)

Zitat von miclin im Beitrag #3
Über diese und den Metallbolzen wird die Schwingung ungedämmt auf den Bootskörper übertragen. Oder wo ist mein Denkfehler?

Genau dort. Es gibt zwischen den beiden Stehbolzen nichts als Gummi, deshalb wird die Schwingung auch gedämpft.
Das ist ja das Prinzip von Schwingungsdämpfern. In deinem Auto würde es ganz schön scheppern, wenn man den Motor ohne Schwingungsdämpfer auf den Rahmen geschraubt hätte. Das sind allerdings Hochlastdämpfer, die sind zu hart. Die oben verlinkten müssten aber genau passen.
(die haben auch Silikonpuffer, nennen die aber Gerätefüsse) http://www.conrad.de/ce/de/product/54015...han-Transparent

VG Eric

miclin Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 93

13.08.2013 13:03
#5 RE: Motorhalterung Zitat · Antworten

Also die Punkte hätte ich glatt unter den Deckel geklebt, anders stören sie ja ewig beim putzen. Aber gut, die Begründung ist schlüssig. Habe die jetzigen Pads auch auf den Rand geklebt, war aber eine selbstklebende Geschichte mit nicht ebenso hochwertigen Kleber wie Sekundenkleber.

Habe einen 2-Takter Mercury 4 PS Langschaft, wiegt nur 18 kg und ist nicht für Langstreckenfahrten sondern nur für kurze Hafen- und Kanalfahrten gedacht.

Wegen der Motordämmung reden wir wohl noch ein bisschen aneinander vorbei. Also weder zwischen Rumpf und Motorhalterung - noch zwischen Motorhalterung und Motor klappert was. Es schwingt eben das gesamte Boot (auch Relingdraht) nur so doll mit und die Backkistendeckel fangen halt irgendwann recht früh an zu rasseln. Gegen letzteres mache ich nun etwas anderes - s. o.. Aber ich möchte eben auch die Schwingungsübertragung vom Motor selbst auf den Bootsrumpf dämmen. Und das geht mit den beiden von mir beschriebenen Grundsatzvarianten, oder einer dritten - nämlich der Kombi aus beiden. Was ist nun aber am günstigstene - bzw. effektivsten?

Ahso, wenn es kein durchlaufender Bolzen ist, dann sollte es funktionieren. Aber nehmen 4 solcher Dämpfer die Motorantriebskräfte etc. auch ebenso sicher auf, wie die bisherigen Schraubverbindungen?

Gruß, Micha

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 743

13.08.2013 22:02
#6 RE: Motorhalterung Zitat · Antworten

Zitat von miclin im Beitrag #5
...

Habe einen 2-Takter Mercury 4 PS Langschaft, wiegt nur 18 kg und ist nicht für Langstreckenfahrten sondern nur für kurze Hafen- und Kanalfahrten gedacht.


Hallo Micha, natürlich läuft ein 2-Takter genau doppelt so ruppig, wie ein Viertakter, da er ja doppelt so viele Arbeitstakte hat. Bei kurzen Fahrten würde mich das aber nicht quälen. Behalte und pflege deinen Zweitakter, denn ein Viertakter ist zwar doppelt so laufruhig, aber leider auch doppelt so schwer. Gewicht am Heck bestraft die Jantar gnadenlos mit Trödelei.

Zitat von miclin im Beitrag #5
Wegen der Motordämmung reden wir wohl noch ein bisschen aneinander vorbei.


Eigentlich nicht.

Zitat von miclin im Beitrag #5
Also weder zwischen Rumpf und Motorhalterung - noch zwischen Motorhalterung und Motor klappert was. Es schwingt eben das gesamte Boot (auch Relingdraht) nur so doll mit und die Backkistendeckel fangen halt irgendwann recht früh an zu rasseln.


So habe ich das auch verstanden. Der motor sollte an der Halterung knallfest angezogen sein. Das bringt die Halterung in Schwingungen, die sie gerne übers Heck überträgt. Mit geeigneten Silentlagern unterbrichst du diese Schwingung ein bisschen und schon kehrt Ruhe ein. Probiere es einfach aus.
Falls du den Eindruck hast, dass der Motor abreisst nimmst du einfach stärkere Lager.
Reden wir immernoch über lächerliche 18kg und 4 PS Schubkraft? Das hing bisher an winzigen M6 Schräubchen, die nur ins GfK gedreht sind. Wenn das hält, dann halten auch 4 Silentlager mit 8ter Stehbolzen. Die reisst du auch nicht ab, wenn du zu dritt an der Motorhalterung rumturnst.

Wenn du den Eindruck hast, die Dämpfung ist zu wenig, kannst du auch kleinere Lager nehmen.
Fang einfach mit denen an, die ich im Link herausgesucht habe, die hatte ich jahrelang an einem Holzboot, auch mit 4PS Langschafter.

Wie du sicher gesehen hast, hat die Jantar ein verspielt, sinnfrei kompliziertes Motorhalterchen mit 6 oder 8 Befestigungsbolzen. Das musst du dir mal ansehen, eventuell einen Steg anschweissen. Mehr als 4 Lager zwischen Rumpf und Halterung sind definitiv zu viel.

Die verspielte Konstruktion ist aber mehrteilig, so dass man auch die Schwingungsdämpfung an den Querbolzen durchführen könnte. Wahrscheinlich sogar einfacher. Würde ich aber davon abhängig machen, welche Silentlager preiswerter sind.
Wenn man einen Bolzen schwingungsdämpfen will, braucht man eben eine Silentbuchse.
Das Prinzip ist aber das Gleiche. Ein Gummi oder ein Polymer dämpft Schwingungen und überträgt trotzdem Kräfte.
Das Problem von Schwingungsdämpfung tritt praktisch überall in der Technik auf und so vielfältig sind auch die bereits vorhandenen Lösungen von edel bis einfach. Hier mal was in edel (teuer)



http://www.google.de/imgres?start=173&cl...:73,s:100,i:223


Viel Spass beim Tüfteln.


VG Eric

miclin Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 93

14.08.2013 12:54
#7 RE: Motorhalterung Zitat · Antworten

Ja Eric, das sind jetzt genug Ansätze, die verfolgen kann - vielen Dank! Ich habe demnächst Urlaub und will die Sache mit der elastischen Motorhalterung angehen. Werde mich bei Gelegenheit dazu melden.

Viele Grüße aus Schwerin

Micha

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