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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 2.190 mal aufgerufen
 Tipps und Technik
karlie Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 28

26.09.2006 21:20
Segeleigenschaften Zitat · Antworten

Hallo Segler

Habe mir letztes Jahr eine Jantar 21 zugelegt, Bj. 92.
Bin mit den Segeleigenschaften sehr unzufrieden. Das Boot ist im Vergleich mit ähnlichen Kleinkreuzern einfach zu langsam und läuft keine Höhe. Die Trimmeigenschaften des Mastes sind bedingt durch den fixierten Mastfuß extrem eingeschränkt. Das Boot hat einen starken Mastfall, wodurch immer eine Luvgierigkeit besteht.
Ich muss dazu sagen, das ich nur mit 1m Tiefgang fahren kann.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Bin für jeden Tip dankbar.

Gruß
Karlie

Apollo Offline

Erfahrenes Mitglied


Beiträge: 26

29.09.2006 09:36
#2 RE: Segeleigenschaften Zitat · Antworten

Hallo Karli,
wir hatten ähnliche Probleme. Nach dem Kürzen des Vortages um ca 3 cm (ist jedoch nicht der Schwerpunkt gewesen) und einer Verlängerung am Hals der Genua haben wir deutliche Verbesserung erreicht. Durch den vorherigen tiefen Sitz der Genuaschot konnte das Achterliek der Genua nicht ausreichend durchgesetzt werden, was zu schnellem Flattern auf Amwind Kursen führte. Nach dieser Verbesserung schaffen es unsere 15-er Jollenreuzer aus dem Verein nicht mit Höhe zu halten. Vorher war es uns leider nicht möglich.
Hoffe Dir geholfen zu haben.

Gruß Apollo

PanTau Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 80

30.09.2006 08:24
#3 RE: Segeleigenschaften Zitat · Antworten
Hallo Karlie,

zunächst einmal kann ich Dich beruhigen: Mein erstes Jahr mit der Jantar war auch von Frust geprägt - ich bin ständig "in die Sonne geschossen" und bei Regatten konnte ich immer nur das Achterstag der anderen Boote bewundern. Inzwischen hat sich das geändert, ich habe mich mit meinem Boot versöhnt und die Regatten machen plötzlich Spaß. Hier ein paar Tipps.

a) Die Wanten der Jantar müssen schön knackig gespannt sein. Habe deutlich bessere Segeleigenschaften mit straffen Wanten festgestellt! Die Lee-Wanten sollten nie (auch nicht bei starkem Wind!) sichtbar lose sein, also "rumschlackern". Die Trimmeigenschaften sind ansonsten o.k. Das Zusammenspiel aus Unter- und Oberwantenspannung, Vor- und Achterstagspannung ermöglichen wie bei jedem 7/8-Rigg gute Trimmmöglichkeiten. Welcher Kleinkreuzer hat denn einen versetzbaren Mastfuß?

b) Zum Höhelaufen muss der Hubkiel tatsächlich ganz abgelassen sein. Auch wenn der Hubkiel nur 30 cm aufgeholt ist kann das zu stärker Abdrifft und einem schlechteren aufrichtenden Moment führen. Wie kommt es denn, dass Du nur "mit 1m Tiefgang" fahren kannst?

c) Thema Segel: Wie alt sind denn Deine Segel? Mit einem alten und "ausgeleiertem" Satz Segel hast Du natürlich schlechte Karten was die Geschwindigkeit und das Höhelaufen angeht.

d) Hubkiel: Du schreibst in einem anderen Forumsbeitrag, dass Du einen Stahlkiel "in schlechtem Zustand" hast. Wenn Du Wert auf Geschwindigkeit legst, solltest Du hier wie geplant Hand anlegen: Ein unebener Kiel erhäht den Wasserwiderstand und das kostet Geschwindikeit.

e) Gewicht auf die Kante! Auch wenn es etwas eng an Bord wird: Bei mittlerem und vor allem starken Wind machen sich 3 Personen "auf der hohen Kante" unheimlich gut. Das Boot segelt aufrechter und Du kannst mehr Höhe laufen.

Für weitere Tipps wären weitere Infos gut:
- Vergleich mit anderen Booten: Mit wem vergleichst Du denn? Wer segelt Dir davon? Bei welchem Wind?
- Wie ist Dein Boot ausgerüstet - hast Du viel Tourenausrüstung an Bord oder ist das Boot "leergeräumt" für Regatten?
- Hast Du die Race-Version der Jantar oder die Grundversion?

Gruß
PanTau

karlie Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 28

04.10.2006 17:00
#4 RE: Segeleigenschaften Zitat · Antworten

Hallo Apollo und Pan Tau

Vielen Dank erstmal für die Antworten.

Ich segel auf dem Dümmersee, der nur eine durchschnittliche Wassertiefe von 1,30 hat und noch ein paar Untiefen, die noch flacher sind.
Mit dem fixierten Mastfuß meinte ich eigentlich die beiden Bolzen. Durch eine Verkürzung des Vorstages kommt meiner Meinung nach eine enorme Spannung auf den Mastfuß, die vieleicht zu Beschädigungen führen kann. Ich habe die Wanten im Moment so eingestellt, das auf dem hinteren Bolzen kein starker Druck oder Zug einwirkt. Dadurch habe ich allerdings wie beschrieben einen recht starken Mastfall, was wiederrum die Luvgierigkeit fördert.
Mein Großsegel ist bestimmt nicht mehr das steifeste, wobei die Genua noch ganz gut ist.
Vergleichen kann ich das Boot bei unseren Club-Regatten zum Beispiel mit einer Dehler 18
( Rotkäppchen ), einem älteren Holz P-Boot, und einem S-Boot, die eigentlich gar nicht so viel schneller sind, die mir aber trotzdem bei jeder Windstärke davon fahren.
Leergeräumt ist mein Boot allerdings nicht, aber auch nicht unnötig vollgestofft.
Ich nehme mal an, das es die Jantar in der Grundversion ist. Ich kenne aber auch die Unterschiede nicht.
Vieleicht inspirieren euch die Angaben zu weiteren Tips?

Mit freundlichen Grüßen

Karlie

PanTau Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 80

05.10.2006 19:16
#5 RE: Segeleigenschaften Zitat · Antworten

Zunächst: Dein Vergleich mit der Dehler18 und dem 15er und 16er Jollenkreuzer ist o.k. - die Boote sind (wenn mann den Yardstickwert betrachtet) in etwa gleich schnell.

Wie bekommen wir Dich also schneller

Kommen wir noch mal auf den Riggtrimm zu sprechen. Verständlich, dass Du Dein Boot schonen willst, aber Wanten sind zum Spannen da ... ich würde also zu einem deutlich strafferen Riggtrimm raten! Wenn Dich das Thema optimaler Riggtrimm interessiert, schau Dir doch mal folgende beiden links an:

1) Tipps von Sailtec
http://www.sailtec.de/downloadcenter/nordic/index.htm

2) Tipps von Fritz-Segel
http://www.fritz-segel.de/service/gotthard.shtml

Ansonsten kann ich das Buch "Das optimal getrimmte Rigg" von Peter Schweer sehr empfehlen!
(siehe http://www.peterschweer.de)

In der sehr verkürzten Form: Wenn ich den Mast der Jantar stelle, setze ich zunächst das Achterstag ordentlich durch, dann werden die Oberwanten "knackig" gespannt, dann die Unterwanten nicht ganz so stark. Der Mastfuß der Jantar hält das aus! Alle Details bitte aus den oben genannten links entnehmen.

Neue Frage: Segelst Du nach Windfäden ("Telltails")? Besonders wenn Du am Wind segelst solltest Du den Leewindfaden im Vorsegel immer im Blick behalten - nur er verrät Dir, ob Du höher anluven kannst oder abfallen musst. Außerdem verraten die Bewegungen der Windfäden, ob der Holepunkt des Vorsegels richtig eingestellt ist. Und im Achterliek des Großsegels sollten ebenfalls Windfäden (Spinnackertuch!) vorhanden sein, um zu sehen wie dicht Du das Großsegel nehmen kannst, ohne dass der Wind abreist. Wenn Du weitere Tipps zum Segeln nach Windfäden brauchst sag Bescheid, dann schreib ich darüber noch was.

Was fällt mir noch ein? Meine größte Erkenntnis aus einem Regatta-Training bei Peter Schweer war: In Böen auf Amwindkurs kurz anluven! Hatte ich vorher immer intuitiv falsch gemacht. Wenn man bei einer einfallenden Böen (bzw. kurz vorher) etwas anluvt, verringert man das krängende Moment und gewinnt einen Tick Höhe. Das klappt auch mit der Jantar ganz prima!

Und dann kann man natürlich mit dem Segeltrimm eine ganze Menge Geschwindigkeit raus holen, aber das ist wieder ein Thema für sich und füllt so manches Regatta-Lehrbuch. (Hier kann ich von Peter Schweer das Buch "Die schnelle Fahrtenyacht" empfehlen.)

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen!

Beste Grüße
PanTau

karlie Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 28

05.10.2006 22:45
#6 RE: Segeleigenschaften Zitat · Antworten

Hallo Pan Tau

Wenn ich deine Tipps so lese, habe ich doch noch ein bischen Hoffnung auf ein schnelleres Boot.
Ich kann es leider dieses Jahr nicht mehr umsetzen, das Boot kommt in Kürze aus dem Wasser.
Ich habe mir alles ausgedruckt, und versuche es im Frühjahr anzuwenden.
Den Kiel werde ich im Winter ausbauen und instandsetzen.
Vielen Dank

Gruß
Karlie

Splash Offline



Beiträge: 1

07.10.2006 20:30
#7 RE: Segeleigenschaften Zitat · Antworten

Moin Karlie,

mal ganz unter uns, wenn du den Kiel nur auf 1m Tiefgang fierst,brauchst du dir keine Gedanken
über optimalen Rigg-oder Segeltrimm zu machen.
Du wirst nie die Höhe am Wind umsetzen können:
1.weil du die Lateralfläche verringerst wird die Abdrift größer.
2.wandert der Lateraldruckpunkt nach vorne, dadurch höhere Luvgierigkeit.
In deinem Fall solltest du versuchen nicht optimale Höhe zu laufen, sondern lieber ein wenig
voll und bei zu segeln um mehr speed zu bekommen.
Dann sollte auch keine 18er Dehler oder ähnliches vorbeikommen!

Mein überwiegendes Segelrevier ist die Elbe bei Hamburg.
Hier hat es sich bei mir bewährt die Jantar mit der High Aspect Fock zu segeln.
Sie läuft damit mehr Höhe als mit der Genua und das bei gutem Speed.

Ach, noch was:Die Jantar hat nur einen Yardstick von 111 und den wird sie auch gerecht!!

Gruß
Splash

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