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Dieses Thema hat 1 Antworten
und wurde 168 mal aufgerufen
 Tipps und Technik
mnk21 Offline

Neues Mitglied

Beiträge: 1

05.11.2018 12:31
Erster Gennaker Zitat · Antworten

Hallo,

habe mir letztes Jahr eine Jantar 21 gekauft und gerade den Gennakerbeschlag von der FSA bestellt und installiert. Habe vor mir nun auch rundherum neue Segel machen zu lassen. Hinsichtlich der "alten" Segel entfällt auch das Messen am Schiff soweit. Tricky ist das alles mit dem Gennaker für mich.

Einerseits offen ist wie ich die Schotenführung ausgestalten werde, da ich nur die orginalen 2 Winschen installiert habe andererseits tu ich mir mit dem Messen mangels Equipment schwer.

Würde mich über Tipps iZm mit dem Gennaker bei der Jantar sehr freuen, insbesondere hinsichtlich Maße sollte jemand diese mit den FSA-Beschlag bereits eruiert haben sowie auch wie ihr das mit der Schotenführung gelöst habt bzw einfach generell.

Danke

Matthias

eric Offline

Erfahrenes Mitglied

Beiträge: 744

05.11.2018 16:57
#2 RE: Erster Gennaker Zitat · Antworten

Hallo Matthias,
auch zu diesem Thema haben wir uns hier im Forum schon in epischer Breite ausgetauscht. Teste mal die Suchfunktion.

Empfohlen seien dir dazu die Beiträge von Frank (ninmaja), der ein grosser Tüftler und mutiger Segelbestücker war.
In dessen Beiträgen gibt es genug Futter zur Gennakerfrage, speziell Topgennaker. Mehr passt nicht rauf.



Die Frage des Rüssels hatte Frank ebenfalls interessant gelöst, da sein Gennakerbaum ausfahrbar war und was mir noch wichtiger scheint, dass in dieser Version der Baum auch unter Last einfahrbar ist.
Die beim Gennakern auftretenden Kräfte werden manchmal unterschätzt, aber im Bild sieht man schon ziemlich eindrucksvoll, mit welcher Wucht und in welche Richtung so ein Gennaker am ausgefahrenen Rüssel zerren kann.
Und das Bild ist noch Leichtwind und ohne Welle.

In Franks Version übernimmt das vordere Widerlager ausschliesslich Druck-, Zug- und Querkräfte. Sämtliche Biegemomente übernimmt alleine der Gennakerbaum.
Einziger Nachteil dieser Version ist der beim Gennakern blockierte Ankerkasten, was aber akzeptabel ist, da höchst selten Ankern und Gennakern gleichzeitig stattfinden.

Bei uns im Revier würde man mit einem so dicht überm Rüssel angeschlagenen Gennaker zum Kamikazeflieger. Das geht m.E. nur in Revieren ohne nennenswerte Wegerechtssituationen. Muss ich aber damit rechnen, alle 5-10 Min Raum geben zu müssen, kann ich einfach nicht im Blindflug durch die Gegend rasen. Dies nur nochmal so zum Bedenken, bevor man sich einen voll ausgereizten Gennaker ordert und den bis an den Rüssel runterzieht.

Will man sich ein kleines Sichtfenster lassen zwischen Deck und UK Leichtwindsegel, genügt es, den Gennaker mit einem Hahnepot so anzuschlagen, dass man ihn gerade so über den Bugkorb bringt. Leichtere Halsen und besseren Stand erreicht man natürlich mit Rüssel.

Ansonsten kann man einen Gennaker natürlich auch am Spibaum fahren.
Leider muss man dann zum Halsen aufs Vorschiff und dann kann man auch gleich Spi fahren.

Schotenführung genau wie beim Spi, also ausserhalb der Reling bis zum Spiblockanschlag des Heckkorbes, dort eine Rolle rein und zurück auf die Winsch. Die ist ja dann frei. Normalerweise genügt es aber, die zurücklaufende Spischot in der Klemme zu belegen, die gleich hinter der Umlenkrolle am Heck sitzt und schon in der richtigen Richtung angeschraubt ist.
Was der Jantar fehlt, ist ein Barberhouler, da muss man sich was einfallen lassen.
Genug Anschlagpunkte an den Relingsfüssen sind aber vorhanden.

Zum Segelmessen am Schiff, ja oder nicht erforderlich, kann ich nur sagen, kommt drauf an, was du möchtest.

Willst du sparen und kaufst von der Stange, muss nur J21 drinstehen, wird schon irgendwie passen.
Lässt du dir die Segel schneidern, dann vertraue mal darauf, dass dein Segelmacher sein Handwerk versteht und lass den an Bord kommen.Im Idealfall im Herbst, bei Segelwetter, vor dem aufslippen/aufkranen.

So hatte ich feste Vorstellungen, was ich da von ihm haben will und rausgekommen ist was ganz anderes. Das ganz andere funktioniert aber so gut, dass ich mir garnicht vorstellen konnte, was der da rauskitzelt. Plus und Minus - gestrichen haben wir einiges, was auf einem Kleinkreuzer keine messbare Wirkung erzielt und dafür wieder Sachen eingebaut, die ich heute nicht mehr missen möchte.

War das teurer, als die Segel vom Polenmarkt und von China-Imbiss? Aber sicher.
(wobei beide inzwischen Topqualität liefern, aber garantiert nicht messen kommen)

Hat es sich gelohnt? Auf jeden Fall - ich habe ein vollkommen neues Boot kennengelernt und ich habe noch nicht mal halb so viel Gas gegeben, wie Ninmaja mit seinen rattenscharfen Pentex-Lamborghini-Segeln.

Meinen Gennaker habe ich wieder verkauft. Der war echt hübsch, auch bezahlbar und genau für die Jantar konstruiert.
Nur nicht für meine.
Schnitt und Größe haben zwar funktioniert, das Teil hat auch Spass gemacht, aber für den Anwendungsfall, für den er eigentlich vorgesehen war, hat er letzten Endes weniger gebracht, als die Genua, mit der ich deutlich schneller und druckvoller unterwegs war.
Heute macht er als Code-Zero einen Klassikersegler glücklich, als wäre er exakt für dieses Boot gedacht gewesen.

Wenn deine alten Segel natürlich DER Kick sind, dann schick sie ein und lass dir danach neue schneidern. Glaube ich aber nicht, denn der Segelmacher, der an Bord kommt, spricht mit dir auch über das Windband, in dem die funktionieren sollen, fragt dich, wie aktiv und sportlich und trimmbegeistert du das Boot fährst, misst Mastfall und die Biegekurve, legt die Druckpunkte fest, spricht mit dir, was an Regattatechnik sinnvoll ist und was die reine Angeberei und erst dann baut er am CAD-Programm deine Segel oder lässt es bauen, denn hier gibt es Spezialisten.

Für solide Wandersegel brauchst du das alles garnicht. Hier würde ich mit jemandem reden, der dir mit seiner Jantar dauernd vor der Nase rumgurkt und zwar weit vor der Nase und dann kann man sich von dem gleichen Segelmacher die selben Segel schneidern lassen.
Vorausgesetzt, man hat das gleiche Rigg, vor allem die gleiche Mastlänge, die gleiche Rollanlage, die gleiche Höhe zwischen Fusspunkt und Fockhals, den gleichen Mastfall usw.

Bei einem Segelmacher, der dir sagt, ja, Jantarmaße habe ich alle da, geht klar, kannst du sicher gute Wandersegel zum Winterpreis ordern.
Das ist halt der Vorteil eines Serienbootes.
Wenn der dir mit der gleichen Ansage Regattasegel verkaufen will, wäre ich jedoch skeptisch.

VG Eric

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